Alpenveilchen im Winter - Pflege-Tipps

Alpenveilchen im TopfDie Cyclamen sind eine Untergattung der Familie der Primelgewächse. Es gibt 22 Artem der Knollenpflanze und nur das Europäische Alpenveilchen ist in den Alpen, daher auch sein Name, verbreitet. Die Topfpflanzen, die in vom Spätsommer bis in die Wintermonate hinein im Handel angeboten werden, stammen aus Kleinasien. Bereits im 17. Jahrhundert wurden sie in Europa kultiviert und zählen bis heute zu den beliebtesten Herbstpflanzen für das Zimmer. Es gibt auch winterharte Arten, die sich für die ganzjährige Kultur im Garten eignen.


/>Im Handel werden weiß-, pink-, rot-, violett- und mehrfarbig blühende Sorten verkauft. Besonders anmutig wirken die Formen mit gefransten, gewellten oder kräftig gezeichneten Blättern.

Der Standort und die Pflege

Die Alpenveilchen werden vorwiegend im Zimmer kultiviert, sollten jedoch einen Teil des Jahres im Freien verbringen. Mit dem Sommerbeginn sollten sie an einen schattigen Ort auf dem Balkon oder im Garten gestellt werden. Im Herbst werden sie  wieder in das Zimmer geholt und erfreuen uns mit den ersten Blüten.

Cyclamen vertragen, außer der schwachen Wintersonne, keine direktes Sonnenlicht. Ein Platz auf der schattigen bis halbschattigen, kühlen Fensterbank ist ideal. Wäre er zu warm oder zu sonnig, sterben die Pflanzen bald ab. Die Temperatur sollte zwischen 12 und 16  Grad liegen und nicht übersteigen, wobei keine großen Temperaturunterschiede herrschen sollten.

violette AlpenveilchenVerwelkte Blätter und Blüten müssen mit dem Stiel entfernt werden. Dies geschieht leicht, wenn man Stiel und Blüten etwas dreht und mit einem kräftigen Ruck ausrupft.

Alpenveilchen Gießen


Die Blätter und Blüten wachsen aus einer bis zur Hälfte in der Erde sitzenden Knolle. Da diese Knolle nicht direkt begossen werden darf, wird das abgestandene zimmerwarme Gießwasser in den Untersetzer gegeben. Nach ca. 20 Minuten wird das überschüssige Wasser wieder entfernt, da die Pflanze keine Staunässe verträgt.
Wird zu reichlich gegossen, verfaulen die Blütenknospen und Blätter.
In der winterlichen Blütezeit darf die Knolle nie austrocknen. Im Sommer dagegen verliert das Alpenveilchen seine Blätter und es darf nur sparsam gegossen werden. Die Knolle sollte dabei nicht schrumpfen.

Umtopfen von Alpenveilchen


Normalerweise wird das Alpenveilchen nicht umgetopft, wenn doch, dann ist handelsübliche Kakteen-, Blumen- oder Pflanzenerde ausreichend.

Die Vermehrung der
Pflanze


Die Vermehrung ist nicht ganz leicht. Bei manchen Pflanzen treten kleine Knöllchen am Stiel oder in der Erde an der Wurzel auf. Die können zur Nachzucht verwendet werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Teilung der Knolle. Die Teilstücke mit einer Triebknospe werden an der Schittstelle mit Schwefelpulver bestreut, anschließend in Erde gesetzt und leicht angegossen.

Das Übersommern

Mit steigenden Temperaturen im Mai/Juni zieht das Alpenveilchen seine Blätter ein. Dann sollten auch die Wassergaben reduziert, die Düngung eingestellt und die vertrockneten Blätter entfernt werden.
In der Sommerruhe die Pflanze nur schluckweise bewässern. Im September bis Oktober zeigen sich dann die neuen Blätter. Nun kann wieder etwas mehr Wasser gegeben werden. Für ein eventuelles Umtopfen wäre jetzt der richtige Zeitpunkt.

alpenveilchen1-caBehalten

Alpenveilchen im Sommer ihre Blätter, dann können sie wie gewohnt behandelt werden.

Die Schädlinge und Pflegefehler

Manchmal werden die Pflanzen von der Cyclamenmilben oder dem Dickmaulrüssler befallen. Die Fraßspuren des Dickmaulrüssler an den Blättern sind leicht zu erkennen.
Wird die Pflanze von der Knollenfäule befallen, ist sie leider nicht mehr zu retten. Vorbeugend sollte stets das Gießwasser von unten gegeben werden.

Kommt es zum Blattabfall oder -vergilben, ist die Raumtemperatur zu hoch. Abhilfe schafft ein kühlerer Platz.
Durch zu feuchte und zu warme Raumluft kann es auf den Blättern, Blüten und der Erde zu Grauschimmelbefall kommen. Regelmäßiges Lüften und eine Raumtemperatur unter 20 Grad sind das beste Gegenmittel.

Hinweis zur Pflanze

Vor allem in der Knolle des Alpenveilchens befinden sich Giftstoffe. Der austretende Saft von abgebrochenen Stielen wirkt äußerlich auf die Haut und den Augen entzündlich. Auch auf unsere Tierlieblinge wie Hund, Katze oder Hasen hat es eine giftige Wirkung. 

Fazit

Leider hat das Alpenveilchen den Ruf einer Wegwerfpflanze. Es gehört jedoch zu den Zimmerpflanzenklassikern und kann jedes Jahr erneut zum blühen gebracht werden und entwickeln sich im Lauf der Zeit zu ansehnlichen Exemplaren.
 
Tipps zum Herbst-Alpenveilchen

Das Herbst-Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium) gedeiht vor allem ab den Monaten September/ Oktober in voller Pracht und schafft somit ein Farbklecks inmitten der tristen Herbstlandschaft. Nach der Blütezeit sorgt das Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum) für einen neue Farbpracht, denn dieses fängt trotz Eis und Kälte bereits ab Mitte Februar an zu blühen.

Alpenveilchen genießen schattige bis halbschattige Standorte und mögen keine Staunässe. Zu viel Wasser schadet den Wurzeln und sorgt dafür, dass diese schnell faulen.

Besonders prächtig gedeihen Alpenveilchen, wenn sie mit einer Mulchschicht bedeckt werden. Zum einen bietet diese einen guten Schutz gegen starken Frost und zum anderen dient sie als Humus. Kalkhaltiger Boden wird besonders gern angenommen.

Winterharte Alpenveilchen

Herbst-Alpenveilchen sind in aller Regel mit einem rosa Blütenblatt erhältlich. Sie treiben ihre Blüten aus, sobald das erste Laub von den Bäumen fällt. Von September bis weit in den Dezember zeigen sie ihre Blütenpracht.

Insgesamt gibt es 19 Arten dieser winterharten Sorte, die allerdings nicht alle in Deutschland beheimatet sind. Die größte Vielfalt bringt Spanien auf. Die Vermehrung darf unter keinen Umständen durch Teilung der Knollen erfolgen, vielmehr verfügen diese Pflanzen über die Möglichkeit der Selbstaussaat.

Das Vorfrühlings-Alpenveilchen kommt im Februar zur Blüte und hat ein weit helleres Blütenbild. Als Vorbote des Frühlings, finden die Vorfrühlings-Alpenveilchen aber bisher noch wenig Anklang in deutschen Gärten.

Obwohl der Trend noch immer zum Alpenveilchen als Zimmerpflanze geht, so finden immer mehr Gartenfreunde Begeisterung für die bunte Farbenpracht in den kalten Wintermonaten. Beim Kauf sollte genau auf die Bezeichnung Cyclamen hederifolium bzw. Cyclamen coum geachtet werden.
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