Trauermücken bekämpfen

TrauermückeTrauermücken sind weit verbreitet. Sie treten bei Befall meist schnell in rauen Mengen auf. Die umherschwirrenden „Minifliegen“ richten keinen Schaden an, sie werden lediglich als ekelig empfunden.

Gefährlich für die Pflanzen sind die Larven, die in der Blumenerde leben. Die fressen an den Wurzeln und besonders junge Pflanzen sterben dadurch ab. Im Freien sind Trauermücken überaus nützlich. Sie zersetzen Humus und Pilze und verbessern so den Boden. Man muss den Befall an Trauermücken so früh wie möglich erkennen, bevor sie sich so ausbreiten. Am besten

hindert man sie daran, dass sie neue Eier in die Erde legen können, dann sind sie recht schnell weg.

Ursachen für Trauermückenbefall
  • Trauermücken werden oft eingeschleppt, mit neu gekaufter Blumenerde, Komposterde oder aber auch mit Pflanzen. Die Larven befinden sich dann schon in der Erde. 
  • Sie fliegen auch einfach zum offenen Fenster herein, das lässt sich nicht verhindern. 
Vorbeugung
  • Neu gekaufte Blumenerde entweder erst einige Monate stehen lassen und Kälte aussetzen oder aber die Erde im warmen Ofen keimfrei machen. Dabei werden die Larven abgetötet. Es sind Temperaturen zwischen 60 und 70 ˚C nötig. 
  • Zur Aussaat und Anzucht Aussaaterde (keimfrei) verwenden! 
  • Im Gewächshaus vorbeugend mit parasitären Nematoden, Raubmilben oder Bacillus thuringiensis var. israelensis (BTI) gießen bzw. spritzen! 
  • Nicht zu viel gießen! Die Erde darf nicht ständig feucht sein! Nur nicht völlig austrocknen lassen! 
Bekämpfung mit Hausmitteln

Bevor man zur chemischen Keule greift, sollte man versuchen, die Trauermücken mit Hausmitteln zu bekämpfen. Einige wirken sehr gut und sie sind ungefährlich. Klebefallen, also Gelbsticker oder ähnliches, wirken nur gegen die erwachsenen Mücken. Die Larven kann man damit nicht fangen. Die Klebefallen sind nicht sehr effektiv, in etwa wie eine Fliegenklatsche. Man erwischt nie alle und die Trauermücken die übrig bleiben, legen neue Eier. Eine 
href="pflanzen/fleischfressende-pflanzen.html">fleischfressende Pflanze kann auch keine Abhilfe schaffen.
  • Aus lauwarmem Wasser, Backpulver, Öl und Salz in einer Sprühflasche eine Mixtur herstellen und damit die Pflanzenerde direkt bestäuben. 
  • Streichhölzer mit ihren Köpfen in die Erde stecken. 
  • Knoblauchknollen in die Erde stecken oder Knoblauch kleinkacken und auf der Erdoberfläche verteilen! Bekämpfung ohne Chemie Wer mit den Hausmitteln keinen Erfolg hatte, kann es auch noch mit anderen Mitteln versuchen. Oft ist es etwas aufwändiger, aber so funktioniert die Bekämpfung recht gut. 
  • Man steckt den gesamten Blumentopf in einen Strumpf oder ein Bein einer Perlonstrumpfhose. Beide Enden davon müssen fest verschlossen werden, sowohl unter dem Topf, als auch oben um die Pflanze. Ziel ist es, dass die geschlüpften neuen kleinen Fliegen nicht aus der Falle hinauskommen. Wichtiger ist allerdings, dass die erwachsenen Tiere daran gehindert werden, ihre Eier in die Erde zu legen. Es funktioniert nur, wenn kein Weg hinein und hinaus führt. Der Strumpf muss 4 bis 5 Wochen so bleiben! 
  • Eine Schicht Sand, am besten Quarzsand, auf der Pflanzenerde verhindert, das die Mücken ihre Eier ablegen können. Die Schicht muss mindestens 1 cm dick sein. 
  • SF-Nematoden oder BTI können nicht nur zur Vorbeugung, sondern auch zur Bekämpfung eingesetzt werden. Diese biologische Bekämpfung dezimiert den Bestand deutlich. 
Chemische Bekämpfung

Trauermücken an GelbstickerDie chemische Bekämpfung sollte als letztes Mittel gewählt werden. Insektizide und andere chemischen Pflanzenschutzmittel wirken oft

nicht nur gegen Schädlinge, sondern auch gegen Nützlinge. Bei der Auswahl der Mittel sollte man da also sehr vorsichtig sein! Im Fachhandel kann man sich erkundigen, welche Mittel zugelassen sind.

Pflegefehler
  • Wenn man den Pflanzballen in einen Strumpf steckt, ist es wichtig, dass auch die Wasserabzugslöcher mit verschlossen sind. Alles muss ringsum richtig verschlossen sein! 
  • Keinen Vogelsand verwenden, er enthält zu viel Kalk und andere Zusätze! 
  • Man muss alle Pflanzen mit den biologischen Bekämpfungsmitteln gießen, nicht nur die, bei denen der Befall erkennbar ist. Die Trauermücken weichen sonst zu anderen Pflanzen aus. Außerdem können schon Eier gelegt sein, ohne dass man etwas sieht. 
Fazit

Trauermückenbefall ist nicht selten. Die kleinen Plagegeister tauchen fast überall auf. Es gibt einiges, das man gegen sie tun kann, allerdings helfen diese Maßnahmen meist nur kurzfristig. Wer eine dauerhafte Lösung bevorzugt, muss seine Pflanzen umtopfen, von Erde in Seramis, Perlite oder ein anderes mineralisches Substrat. Dies vertragen aber nicht alle Pflanzen, man muss also abwägen.

Tipps der Redaktion
  1. Immer erst die harmloseren Mittel austesten, bevor man zur chemischen Keule greift! 
  2. Gefäße beim Umtopfen immer gründlich reinigen! 
  3. Altes Pflanzsubstrat entsorgen!