Feigenbaum (Ficus carica) überwintern

feigen_flDer Feigenbaum stammt aus mediterranen Gebieten. Er liebt die Wärme sowie die Sonne. Diese benötigt er ebenso, um schmackhafte Feigen zu erzeugen. Besonders in Gebieten wie Afrika, China oder Mexiko wird der Feigenbaum auf Plantagen gerne angebaut. In Deutschland wird er meist als Zierpflanze in den Gärten angelegt. Der Baum ist aufgrund seiner Größe für die Zimmerhaltung eher ungeeignet. Feigenbäume, die bis nach Deutschland importiert werden, stammen meist aus Spanien, Italien, Türkei oder Griechenland. In den Geschäften werden die Bäume mit der Bezeichnung "Winterhart" verkauft, was

nur bedingt seine Richtigkeit hat. Kurzzeitig vertragen die Feigenbäume Temperaturen von bis zu minus 15 Grad. Die dauerhafte Temperaturbelastung bringt den Baum meist zum Absterben. Ebenso erzeugen Temperaturschwankungen das Absterben des Baumes. Der Wechsel zwischen warm und kalt lässt den Baum erst austreiben und in kurzer Zeit erfrieren.

Überwintern im Freien

In Gebieten, in denen die Temperaturen mild sind wie zum Beispiel in Weinanbaugebieten, können auch "winterharte" Bäume überleben. Diese Pflanzen verfügen sogar bei kalten Temperaturen über Früchte. Der Standort entscheidet sowohl über den Geschmack, als auch darüber den Winter durchzustehen. Junge Pflanzen sollten die ersten drei bis fünf Jahre frei von Frost überwintern. Erst nach dieser Zeit hat sich der Feigenbaum stabil entwickelt, sodass auch die zarten Wurzeln den Winter überleben können. Deshalb ist es ratsam, den Baum erst in einem Topf oder Kübel heranwachsen zu lassen. Nach dieser Zeit kann die junge Pflanze ins Freie umgesetzt werden. Der Standort ist optimal, wenn er sonnig und windgeschützt ist. An einer Hauswand, die sich am Südhang befindet, ist der Baum optimal geschützt und kann an dieser Stelle hervorragend den Winter verbringen. Beachtet werden sollte hierbei jedoch, dass der Feigenbaum starkwachsend ist. Er benötigt mindestens zwei bis drei Quadratmeter Fläche, um sich entfalten zu können.
 
Der Boden muss vor dem einsetzenden Frost ausreichend geschützt werden. Hierfür eignet sich Grasschnitt oder eine Mulchschicht. Diese bietet den Boden ausreichend Schutz und lässt keinen Frost zu. Holzwolle, Schotter, Kies oder Laub ist ebenso gut geeignet. Staunässe wird durch diese Materialien außerdem verhindert. Der Feigenbaum erhält auf diese Weise eine optimale Umgebung für den Winter. Wer dem Baum noch
etwas Gutes tun möchte, kann am Stamm außerdem schützende Zweige befestigen. Ebenfalls ist es ratsam, einen Winterschutz anzubringen. Hierbei muss der Feigenbaum vollständig entblättert werden. Die Äste werden zusammengebunden und an einem Rankgerüst befestigt. Um den Winterschutz wieder zu entfernen, darf kein Bodenfrost mehr vorhanden sein. Ein weiterer Trick den Baum sicher durch den Winter zu bringen ist das Kalken der sichtbaren Wurzeln und des Stammes. Der Kalk verhindert dass die Sonne den Baum an warmen Wintertagen zu sehr erwärmt - das Sonnenlicht wird optimal reflektiert.

Überwintern in Kübeln

Den Feigenbaum im Haus zu überwintern ist eine einfache Methode, wenn die Pflanze noch jung und klein ist. Der Baum lässt im Herbst seine Blätter was ihm ermöglicht, dass er an einem Ort überwintern kann, der dunkel ist. Sobald der erste Frost aufgekommen ist, kann man den Feigenbaum nach innen bringen. Die Temperatur darf hier bei etwa 10 Grad liegen. Bevor der Baum wieder in Freie umgesetzt wird, sollte er einige Zeit in

einem Zwischenquartier verweilen. Der Baum muss sich erst wieder an die Sonne und die wärmeren Temperaturen gewöhnen. Ein optimales Zwischenquartier ist ein heller windgeschützter Raum. Sobald die ersten Blattaustriebe sichtbar sind, kann der Baum das Zwischenquartier verlassen.

Eine andere Methode ist es den Feigenbaum an einem hellen und windgeschützten Ort zu überwintern. Die Temperaturen müssen zwischen zwei und acht Grad betragen. Bei dieser Methode wird verhindert dass der Baum entblättert.

Düngen und pflege im Winter

Im Winter benötigt der Baum keinerlei Dünger. Es reicht, wenn der Baum im Frühjahr wieder ausreichend Dünger erhält. Wasser sollte nur so viel verabreicht werden, damit die Erde nicht austrocknet.

Fazit

Der Feigenbaum übersteht den Winter auch in Deutschland sehr gut, wenn man ihn ausreichend vor Temperaturschwankungen und Frost schützt. Junge Pflanze hingegen sind die ersten drei bis fünf Jahre besser in Kübeln aufgehoben, die in geschlossenen Räumen überwintern können.
 
Zwischenquartier vor dem Frühjahr

Nach der Überwinterung im Haus muss die Pflanze erst wieder an die Außentemperaturen und die Sonneneinstrahlung herangeführt werden. Außerdem sollte sie erst wieder mit dem Blattaustrieb beginnen. Daher sollte als Zwischenquartier ein heller, geschützter Standort gewählt werden, bevor er im Freien wieder der direkten Sonne ausgesetzt wird.

Eine weitere Möglichkeit zur Überwinterung des Feigenbaums ist die Überwinterung an einem hellen, aber kühlen Standort. Die Temperaturen liegen hier bei 2 bis 8 Grad Celsius. Bei dieser Überwinterungsmethode wird verhindert, dass der Feigenbaum seine Blätter abwirft.

Nach der Überwinterung kann der Feigenbaum etwa ab März wieder ins Freie gebracht werden, jedoch - wie oben bereits erwähnt - an einen geschützten Ort.