Paprika überwintern, Überwinterung von Paprikapflanzen

Grüne Paprika im erntereifen Zustand In Mittel- und Südamerika, wo viele Paprikasorten ursprünglich herkommen, wachsen die Pflanzen aufgrund des Klimas das ganze Jahr über ohne eine Pause. Bei uns allerdings muss eine Lösung zur Überwinterung der Paprikapflanzen gefunden werden.

Aufgrund des mitteleuropäischen Klimas ist es nicht möglich, Paprikapflanzen im Freien zu überwintern. Frost ist tödlich für die Paprika, daher muss sie drinnen überwintern. Mehr zum Thema Überwintern von Paprikapflanzen erfahren Sie in diesem Beitrag.

Paprika im Winterquartier

Viele der Paprikapflanzen,

die auf deutschen Balkonen den Sommer verbracht haben, haben dies mit ihre kleinen süßen Früchten gedankt. Zwar werden die selbst aus Samen oder Setzlingen gezüchteten Paprika nicht so groß und fleischig wie die Exemplare aus dem Supermarkt, aber die Anzucht gelingt meist recht leicht und geschmacklich lohnt es sich bei den meisten Sorten.

Steht dann aber der Winter an, stellt sich für die Hobbyzüchter der Paprika die Frage: Wie überwintert die Paprika am besten? Wie bringe ich die Pflanze so gut über den Winter, dass sie im kommenden Jahr wieder Früchte trägt? - Grundsätzlich ist das Überwintern einer Paprikapflanze nicht schwierig - sofern der Standort und die Bedingungen passen:
  • Klar dürfte sein: Der Balkon eignet sich nicht zum Überwintern und um Dezember und Januar schadlos zu überstehen. Bevor die Nachtfröste einsetzen, sollte die Pflanze ihr Winterquartier beziehen.
  • Vor dem Überwintern muss sie gründlich auf Schädlinge, wie etwa Spinnmilben oder Blattläuse untersucht werden, da sich diese im Haus sonst rasant vermehren und die Pflanze schädigen können.
  • Als Standort für die Überwinterung eignen sich helle Plätze ohne Zugluft, eventuell der Flur oder ein Wintergarten. Die Temperatur sollte etwa 10 °C betragen.
Unter diesen Bedingungen tragen die Pflanzen wie in ihrer Heimat durchgehend weiter Früchte. Es empfiehlt sich, die Pflanzenblätter auf der Ober- und Unterseite regelmäßig mit destilliertem Wasser einzusprühen, damit sie nicht unter der trockenen Heizungsluft leiden und die Schädlinge während dem überwintern eingedämmt belieben.

Was sollten Sie beim Überwintern beachten?

Prinzipiell sind alle Paprikasorten zum Überwintern geeignet. Der Vorteil beim Überwintern besteht darin, dass die Pflanzen im zweiten Jahr noch ertragsreicher sind. Beim Überwintern von Paprika sollten Sie unbedingt die folgenden Schritte beachten:
  • Pflanze vorher auf Schädlinge untersuchen, wenn Blattläuse oder andere Schädling vorhanden, dann gründlich entfernen
  • durch regelmäßiges Besprühen der Blätter kann die Pflanze vor Schädlingsbefall geschützt werden
  • heller, wenig beheizter, aber frostfreier Raum für Überwinterung finden
  • Temperaturen am Winterstandort bei 10 °C halten, höhere Temperaturen fördern 
  • während des Winters nur wenig gießen und nicht düngen
Ab Anfang März, wenn die Tage wieder länger werden, können Sie die Paprika in größere Töpfe mit frischer Erde umtopfen. Nun sollten Sie einen Langzeitdünger, der für Tomaten geeignet ist, hinzugeben. Auf diese Weise haben die Pflanzen die Möglichkeit, neu auszutreiben. Ferner müssen die Pflanzen nun zurückgeschnitten werden.

Rot, gelb, grün: In allen drei Farben können Paprikas hierzulande gezogen werden
src="../../images/stories/paprika3_fl.jpg" height="167" width="250" />Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten

Die Bekämpfung von Schädlingen oder Krankheiten sollte auf natürlichen Mitteln basieren und nur im Notfall sind chemische Mittel hilfreich. Denn der Einsatz von chemischen Mitteln sorgt langfristig

dafür, dass das natürliche Gleichgewicht zerstört wird und das natürliche Abwehrsystem der Pflanze keine Chance hat, immun gegen die Krankheitserreger zu werden.

Blattläuse lassen sich beispielsweise am besten durch ihre natürlichen Feinde die Marienkäferlarven bekämpfen. Ferner können die Pflanzen mit etwas abgestandenem Wasser abspritzen und mit einem kleinen Holzstück die Läuse abstreifen.  

Echter Mehltau ist daran erkennbar, dass sich ein weißes Pilzgeflecht auf der Blattoberfläche bildet und der Pflanze wichtige Nährstoffe entzogen werden, wodurch die Blätter verwelken. Beim falschen Mehltau wiederum, bilden sich auf der Blattunterseite gräulich-bläulich oder violette Flecken, während auf der Blattoberseite helle gelbliche mosaikförmige Flecken sichtbar werden und die Blätter zusehends absterben. Beide Pilzkrankheiten können mit derselben Methode bekämpft werden. Entfernen Sie hierfür die stark befallenen Pflanzen und kompostieren Sie diese, denn erst im Kompost stirbt der Pilz. Wichtig ist es, für eine gute Durchlüftung zu sorgen. Außerdem sollte die Pflanze von nun an, nur noch von unten gegossen werden.

Pflegetipps beim Überwintern

Die Grundvoraussetzung für das erfolgreiche Überwintern von Paprika ist der Umstand, dass die Pflanzen frei von Krankheiten und Schädlingen sind. In Hinblick auf die Lichtverhältnisse und die Temperatur sollte ein heller Standort gewählt werden, der nicht zu warm oder trocken ist. Ferner ist es entscheidend, auf die richtige Luftzirkulation sowie Wärmezufuhr zu achten.

Während der Winterphase dürfen die Paprikapflanzen nur mäßig gegossen und nicht gedüngt werden. Ab Februar sollten dann die ersten Verzweigungen oder Knoten zurückgeschnitten werden. Zugleich ist es an der Zeit, die Pflanzen umzutopfen und in ein größeres Gefäß zu setzen. Nun muss die Pflanze wieder regelmäßig gegossen werden und sie sollte wärmer stehen als bisher. Wenn die Nächte dann wieder frostfrei sind, kann auch die Paprikapflanze wieder nach draußen. Am besten pflanzen Sie die Paprika erst nach den Eisheiligen wieder in den Garten. Wer ein Gewächshaus hat, kann die Paprikapflanzen ab Anfang oder Mitte ins unbeheizte Gewächshaus bringen, so können dann die ersten Blütenknospen austreiben. Achten Sie hierbei darauf, dass die Pflanzen nicht tiefer eingepflanzt werden als wie im Anzuchtstopf, da sonst die Gefahr besteht, dass die Pflanze an Stängelfäule erkrankt.

Welche Varianten der Überwinterung gibt es?
  • Überwintern an einem hellen Fenster und in einer beheizten Wohnung
Bevor die Pflanzen zum Überwintern in die Wohnung gebracht werden, müssen sie auf Schädlinge untersucht werden. Vor allem in trockener Luft können sich schnell Spinnmilben vermehren. Außerdem ist es von Vorteil, wenn die Pflanze, insbesondere die Blattunterseite in regelmäßigen Abständen mit destilliertem Wasser eingesprüht wird. Auf diese Weise beginnt die Paprikapflanze auch wieder zu blühen und zu tragen.
  • Überwintern in einem hellen und kühlen Raum
Hierbei sollte die Temperatur bei 10 °C liegen und die Luft darf nicht zu trocken sein. Prinzipiell sollte die Umgebung zum Überwintern hell sein und muss ein Standort ohne Zugluft gewählt werden. Auch während der Winterphase sollte die Pflanze nach Schädlingen untersucht und ab und an gegossen werden Insbesondere Blattläuse überwintern gerne auf den Pflanzen mit. Wer eine Blattlaus übersehen hat, kann davon ausgehen, dass binnen weniger Tage die ganze Pflanze befallen ist.

Fazit

Paprikapflanzen können entweder an einem warmen und hellen Standort oder auch in einem hellen, aber kühlen Überwintern. Allerdings müssen unbedingt einige wesentliche Umstände beachtet werden. Vor dem Überwintern müssen die Schädlinge von den Pflanzen entfernt werden, so dass diese nicht mit Überwintern und der Pflanze Schaden zu fügen. Ferner darf an dem gewählten Standort keine Zugluft herrschen. Während der Winterphase sollten die Pflanzen nur wenig gegossen und nicht gedüngt werden. Wer seine Paprika gut überwintert, wird im darauffolgenden Jahr mit einer ertragreichen Ernte belohnt, denn im zweiten Jahr sind Paprikapflanzen noch ertragreicher. Probieren Sie es selbst aus und überwintern Sie ihre Paprikapflanze richtig.

Nach der Überwinterung

Insgesamt sollte die Pflanze während der Überwinterung eher spärlich gegossen werden. Im Februar kann man die Pflanze langsam auf das neue Freiluftjahr vorbereiten. Zunächst sollte sie kurz nach dem überwintern in einen neuen Topf umgesetzt werden.

Aber Vorsicht: Den Durchmesser und die Tiefe nur wenig vergrößern, damit die Pflanze nicht alle Kraft auf neue, größere Wurzeln verschwendet.  Nun kann die Pflanze an einen anderen Standort umziehen, der etwas wärmer ist als ihr Winterquartier, aber ebenso hell und zugluftfrei. Das Substrat darf nun etwas feuchter sein und das Gießen kann öfter erfolgen. Auch etwas Dünger tut der Paprikapflanze gut. Klappt alles, sollte die Paprika im zweiten Jahr größere und bessere Ernten bescheren.alt