Bittersalz-Dünger - Koniferen und Thuja düngen

Mit Bittersalz-Dünger sollte bedacht umgegangen werden - die Überdüngung schadet Koniferen und ThujaNeben dem artgerechten Standort, der Versorgung mit Wasser sowie dem Schneiden und der Überwinterung einer Pflanze im Garten, gehört auch die Nährstoffversorgung zu den Kriterien für ein gesundes Wachstum. Nur dann, wenn eine Pflanze optimal versorgt ist, bleibt sie widerstandsfähig gegen Krankheiten und ist im Garten eine wirkliche Bereicherung.

Bei Koniferen wie der Thuja ist immer wieder von Bittersalz-Dünger die Rede. Doch was ist das überhaupt und wie wird

es eingesetzt?

Steckbrief
  • wissenschaftlicher Name: Magnesiumsulfat
  • andere Namen: Epsomit, Epsom-Salz
  • wasserlösliches Mineral (Salz)
  • wichtig für die Bildung von Blattgrün
  • natürliches Vorkommen: in Salzlagerstätten
Was bewirkt Bittersalz?

Einer der Hauptnährstoffe im Boden, der zur Bildung von Blattgrün von Pflanzen benötigt wird, ist Magnesiumsulfat. Vor allem Koniferen wie Zypressen und Thuja haben einen vergleichsweise hohen Bedarf an Magnesium. Steht der Nährstoff nicht in ausreichender Menge zur Verfügung, reagieren die Gehölze mit gelb verfärbten Nadeln und kümmerndem Wuchsverhalten. Bittersalz wird als Quelle für Magnesium bei Pflanzen als Düngemittel eingesetzt. In reiner Form findet es vor allem bei Koniferen wie der Thuja Verwendung. Neben der Nährstoffzufuhr senkt das Salz auch den pH-Wert im Boden, was von den meisten Koniferen bevorzugt wird.

Was verursacht einen Magnesiummangel?

Magnesiumsalze sind in der Regel sehr gut wasserlöslich. Ein Teil des im Boden vorhandenen Magnesiums wird von den Pflanzen verbraucht, die dort wachsen. Dabei ist der Verbrauch umso höher, je stärker die Pflanzen zehren und umso größer sie sind. Ein anderer - nicht unerheblicher Teil - des Magnesiums wird über das Jahr hinweg einfach durch den Regen ausgewaschen und steht daher den Pflanzen nicht mehr zur Verfügung. Manchmal ist der Nährstoffgehalt im Boden jedoch relativ optimal, trotzdem kann es zu Mangelerscheinungen kommen:
  • bei pH-Werten unter 5 (sehr saure Böden) kann es zur Blockierung der Aufnahme durch Aluminium kommen
  • bei pH-Werten deutlich über 7 liegt das Magnesium in wasserunlöslicher Form vor und wird daher nicht aufgenommen
  • eine Düngung mit Harnstoff oder Gülle schränkt eine Aufnahme kurzfristig ein
Tipp: In diesen Fällen sollte der pH-Wert vorsichtig mit Kalk (Erhöhung des pH-Wertes) oder Zugabe von Torf, Nadellaub oder anderen sauren Komponenten angeglichen werden.

Vorsicht bei reinen Mineraldüngern

Während ein Gärtner bei organischen Düngern wie Hornspänen oder Kompost, die einen leicht erhöhten Nährstoffgehalt aufweisen, nicht viel falsch machen können, liegen mineralische Dünger wie das Bittersalz in konzentrierter, reiner Form vor. Zudem ist - im Gegensatz zu mineralischen Langzeitdüngern - Bittersalz sehr gut wasserlöslich. Der Boden kann daher schnell auch mit relativ geringen Mengen völlig überdüngt werden. Bevor Sie sich nun mit Freude auf den "neuen Wunderdünger" stürzen, sollten Sie sich vergewissern, ob Ihre Pflanzen überhaupt einen Bittersalz-Dünger benötigen. Zu viel ist schnell aufgebracht!

Ohne geht gar nichts: Bodenanalyse

Zu viel düngen ist manchmal sogar noch schädlicher für die Pflanzen als zu wenig. Die Wurzeln "verbrennen" bei zu hohen Salzgehalten und die Pflanze vertrocknet früher oder später. Organische Dünger wie Kompost und Hornspäne enthalten in der Regel keine extrem hohen Nährstoffgehalte. Anders sieht es bei Mineraldüngern aus. Hier sollte nur dann zusätzlich gezielt Nährstoff zum Boden gegeben werden, wenn es auch wirklich notwendig ist. Für etwa 50 Euro können Sie eine Bodennährstoffuntersuchung durchführen lassen. Die Institute liefern die Gehalte der wichtigsten Nährstoffe wie:
  • Kalzium
  • Magnesium
  • Kalium
  • Phosphor
  • Nitrat
  • Eisen
  • plus

    pH-Wert
Viele Institute geben zudem Hinweise auf die Bodenqualität, die Bodenart und die Humusklasse. Zusätzlich erhalten Sie individuelle Düngeempfehlungen. Eine Investition, die sich lohnt und für mindestens 5 Jahre aussagekräftig ist.

Übliche Magnesiumwerte im Boden

Der natürliche Magnesiumgehalt ist nicht in jedem Boden gleich. Pflanzen, die diese Böden als ursprüngliche Standortbedingung bevorzugen, haben sich an deren übliche Nährstoffgehalte angepasst. Gleichen Sie auch im Garten den Gehalt an Bittersalz an die Bodenbeschaffenheit an.
  • leichte Böden aus Sand oder lehmigem Sand: etwa 3-4 mg Magnesium pro 100  g Boden
  • mittlere Böden aus humosem, sandigem Lehm: etwa 4-6 mg Magnesium pro 100g Boden
  • schwere Böden aus Lehm oder Ton: 6-9 mg Magnesium pro 100 g Boden
Genaue Berechnung der Menge

Sollte sich herausstellen, dass noch andere Nährstoffe im Boden
fehlen, ist es sinnvoll, einen entsprechenden Mehrkomponentendünger zu kaufen. Fehlt nur Magnesium, wird das Bittersalz ab April in die Erde eingearbeitet.

1. leichte Böden
  • Ausgangsgehalt sehr niedrig (1-2 mg): 20-30 g Bittersalz je m²
  • Ausgangsgehalt mittel (3-4 mg): 15 g Bittersalz je m²
  • ab etwa 7 mg keine Düngung mehr notwendig
2. mittelschwere Böden
  • Ausgangsgehalt niedrig (1-4 mg): 30 g Bittersalz je m²
  • Ausgangsgehalt mittel (5-10 mg): 15-20 g Bittersalz je m²
  • ab etwa 10 mg keine Düngung mehr notwendig
3. schwere Böden
  • Ausgangsgehalt niedrig (1-8 mg): 30 g Bittersalz je m²
  • Ausgangsgehalt mittel (9-13 mg): 15-20 g Bittersalz je m²
  • ab etwa 15 mg keine Düngung mehr notwendig
Bei sehr niedrigen Mengen an Magnesium im Boden im Juni und Anfang August je ein weiteres Mal düngen. Bei mittleren Magnesiumgehalten reicht eine Düngung im Jahr.

Anwendung

Bittersalz ist gut wasserlöslich und kann sowohl direkt als festes Salz oder auch in Form einer Lösung aufgebracht werden. Die Einsatzmöglichkeiten sind unterschiedlich:

1. Sprühlösung: Bei einem akuten Mangel lösen Sie am besten 200 Gramm Bittersalz in 10 Liter Wasser und besprühen die Blattschuppen der Thuja oder die Nadeln anderer Koniferen damit. Empfehlenswert ist eine Anwendung direkt nach einem Regenschauer. Alternativ können Sie das Gehölz auch vorher mit dem Gartenschlauch abspritzen. Wenden Sie die Salzlösung niemals bei Sonnenschein an, damit die Nadeln nicht verbrennen.

2. Zusätzlich wird dann das Bittersalz im folgenden Frühjahr oder Spätherbst in der entsprechenden Menge auf den Boden eingebracht. Dies kann über das Gießwasser geschehen oder auch in fester Form.
  • als Lösung: Lösen Sie das Salz, wie in der Gebrauchsanleitung beschrieben. Es gibt auch fertige Lösungen zu kaufen.
  • als Salz: auf den Boden streuen und gut wässern
Tipp: In beiden Fällen sollten Sie das Bittersalz nicht in großen Mengen direkt auf die Wurzel aufbringen. Verteilen Sie das Salz großzügig über das Areal. Am besten in ein wenig Entfernung zum Stamm.

3. Bei großen Gehölzen (ab zwei Meter Wuchshöhe) kann die Menge erhöht werden. Wirklich alte Nadelbäume vertragen problemlos die doppelte bis Dreifache Menge Bittersalz je Quadratmeter.

Fazit der Redaktion

Anscheinend ist bei einigen Gärtnern das Bittersalz-Streuen bei Koniferen zu einer Modeerscheinung geworden. Es ist jedoch ziemlich sinnlos, einfach auf Verdacht hin unter die Thuja Bittersalz zu streuen und schadet manchmal mehr als es nützt. Bittersalz darf nur bei einem Mangel an Magnesium eingesetzt werden. Um einen Mangel aufzudecken, ist unbedingt eine Bodenanalyse notwendig. Der Aufwand lohnt, denn danach hat der Gärtner für viele Jahre Gewissheit.

Wissenswertes zu Bittersalz in Kürze
  • Bittersalz wird dann eingesetzt, wenn die Koniferen unter einem Magnesiummangel leiden. Der zeigt sich durch gelb gefärbte Nadeln.
  • Mit Bittersalz kann dieser Mangel in der Regel schnell ausgeglichen werden.
  • Man gießt die Pflanzen mit zweiprozentiger Bittersalzlösung oder streut Bittersalz in fester Form um die Pflanze.
  • Wichtig dabei ist, die gedüngte Pflanze im Anschluss ausreichend zu wässern.
  • Beim Düngen muss auf eine exakte Dosierung geachtet werden, denn ein Zuviel an Bittersalz schadet den Pflanzen.
  • Bittersalz wirkt schnell, kann aber auch schnell ausgewaschen werden.
Ursachen für Nadelverfärbungen
Braune Nadeln an Koniferen und Nadelbäume kommen meist von zu viel Nässe oder aber zu großer Trockenheit. Auch ein zu hoher Kalkgehalt im Boden kann die Ursache sein. Den kann man mit Hilfe eines pH-Schnelltests nachweisen. Ist er zu hoch, helfen Mulch mit Torf, Rindenhumus oder Lauberde. Gelbe Nadeln deuten meist recht zuverlässig auf einen Magnesiummangel hin.

Koniferen- oder Tannendünger?
Bittersalz ist ein einseitiger Dünger. Oft führt die Düngergabe zu einer Überversorgung mit Magnesium. Daraus entsteht häufig ein Mangel an Kalium. Dieser kann sich in braunen Nadeln zeigen. Besser ist deshalb die Verwendung von speziellen Koniferen- oder Tannendüngern. Diese liefern alle notwendigen Nährstoffe.

Wann sollte gedüngt werden?
Der beste Zeitpunkt für eine Düngung ist das Frühjahr, zum Austrieb der Pflanzen im April. Je nach Wirkungsdauer des Düngers kann es sein, dass im Sommer nachgedüngt werden muss.  Bei Langzeitdüngern reicht meist eine Düngung im Frühjahr aus.

Bittersalz zur Blattdüngung?
Für die Blattdüngung empfiehlt sich eine zweiprozentige Bittersalzlösung. Sprühen immer unter die Blätter. Darauf achten, dass keine Sonne scheint, am besten nur an trüben Tagen sprühen! Regnen sollte es danach aber auch nicht gleich. Darauf achten, dass die Pflanzen nicht überdüngt werden! Bittersalz ist ein sehr einseitiger Dünger. Bei einer Überversorgung mit Magnesium kann es zu einem Mangel an Kalium kommen. Deshalb ist ein Dünger besser, der zwar Bittersalz enthält, aber auch andere Nährstoffe.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Bittersalz ideal ist, wenn ein Magnesiummangel behoben werden muss. Um diesen festzustellen, sollte eine Standortanalyse durchgeführt und wenn nötig eine Bodenprobe genommen und untersucht  werden.  Um die Pflanzen mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen, ist ein Volldünger für Nadelbäume und Koniferen vorteilhafter.

Hintergründe zu Bittersalz

Bittersalz ist auch unter dem Namen Magnesiumsulfat-Heptahydrat oder unter dem Mineral Epsomit bekannt. Letzteres ist ein spezielles Düngemittel, welches in der Landwirtschaft und im Gartenbau als Blattdünger verwendet wird. Günstig ist, dass es sich in Wasser rückstandslos auflöst. So kann es versprüht werden. Wichtig ist, die Blattunterseiten einzusprühen. Auf diese Art werden Magnesium- und Schwefelmangel beseitigt. Bittersalz ist ein mineralischer Feststoffdünger. Diese Mittel werden manchmal noch Untertage- oder im Bergbau gewonnen, meist aber synthetisch bzw. chemisch hergestellt. Bittersalz kann auch gänzlich anders verwendet werden. Im Badewasser aufgelöst wirkt es entschlackend. Es beruhigt das vegetative Nervensystem, kann Muskelschmerzen und Schwellungen lindern und tut einfach gut bei Zerrungen, Verstauchungen, aber auch bei Arthritis und Hexenschuss.