Womit und wie oft sollte man Hortensien düngen?

Oberste Prämisse für eine üppige Hortensienblüte ist eine ausgewogene Nährstoffversorgung. Die kapriziösen Blütenschönheiten stellen hinsichtlich ihrer Kultivierung spezielle Anforderungen, die es zu beherzigen gilt. Leicht sauer sollte der Boden sein und reich an Nährstoffen. Da sich der Energiebedarf auf hohem Niveau befindet, verlangen Hortensien nach einem beständigen Nachschub. Wer dabei zum nächstbesten Dünger greift, mit der Nährstoffversorgung knausert oder zu viel des Guten verabreicht, zieht sich den Unmut seiner anspruchsvollen Ziergehölze zu. Lesen Sie hier, womit und wie oft man Hortensien düngen sollte?

Der richtige Hortensiendünger

Um ihr prachtvolles Blüten- und

Blätterkleid hervorzubringen, benötigen Hortensien reichlich Energie. Da das umliegende Erdreich die erforderliche Menge nur in begrenztem Umfang liefern kann, ist die Unterstützung durch adäquate Düngemittel unabdingbar. Dies ist nicht zuletzt im eng begrenzten Substratvolumen eines Kübels bereits kurze Zeit nach der Pflanzung wichtig für ein florierendes Blütengehölz. Die Ansprüche von Hydrangea fallen in dieser Hinsicht aus dem gängigen Rahmen klassischer Ziersträucher. Welche Kriterien der richtige Hortensiendünger erfüllen sollte, haben wir hier für Sie im Überblick zusammengestellt:
  • Einen hohen Gehalt an Stickstoff für das Wachstum von Blättern und Blüten
  • Ein reichhaltiger Bestand an Kalium für die Blüteninduktion und Blütenfülle
  • Wenig Phosphor, damit der pH-Wert nicht übermäßig ansteigt
  • Spurenelemente, wie Eisen, Magnesium, Schwefel, Zink, Mangan und andere
  • Einen sauren pH-Wert kleiner 5, damit die Nährstoffe für die Wurzeln verfügbar sind
Um den Nährstoffbedarf von Hortensien nach diesen Vorgaben zu decken, steht ein breites Spektrum an Düngemitteln zur Auswahl bereit. Der Griff zu einem handelsüblichen Volldünger, wie Blaukorn, ist hingegen nicht zu empfehlen, da dessen Zusammensetzung auf völlig anders spezifizierte Ansprüche abzielt. Besser ist die Entscheidung für einen mineralischen respektive mineralisch-organischen Spezialdünger aus dem Fachhandel. Wahlweise düngen Sie Hydrangea rein organisch, wobei auch hier die dezidierten Ansprüche im Blickfeld bleiben sollten.  

Bewährte Dünger mit Dosierungsempfehlung

Um die Frage, womit und wie oft Hortensien zu düngen sind, praxistauglich zu beantworten, führen wir im Folgenden bewährte mineralische und organische Düngemittel auf, einschließlich Tipps zur Dosierung und Anwendungshäufigkeit.
Mineralische und mineralisch-organische Volldünger für Hortensien im Beet

Beckmann Hortensien-Dünger
Der mineralisch-organische Feststoffdünger kommt mit einer NPK-Zusammensetzung von 6+5+10 den Anforderungen von Hortensien entgegen. Zusätzlich enthält das Produkt in einem Extrabeutel 200 Gramm Alaun für die Blaufärbung von rosafarbenen Hydrangea macrophylla.
  • Dosierung: 80 Gramm pro Quadratmeter
  • Häufigkeit: Von März bis August alle 3 Monate
Gärtner's Hortensiendünger
Mineralisch-organischer Feststoffdünger mit einem NPK-Nährstoffverhältnis von 8+3+5, genau austariert für die Bedürfnisse einer Garten-, Bauern- oder Tellerhortensie. Das Produkt ist erhältlich mit einem praktischen Dosierlöffel.
  • Dosierung: 40 Gramm pro Quadratmeter
  • Häufigkeit: Von März bis Juli alle 3-4 Wochen ausstreuen und einarbeiten
Substral Osmocot Rhododendron- und Hortensiendünger
Der innovative Depotdünger kommt mit harzumhüllten Düngeperlen daher und langer Wirkungsdauer. Die Harzschicht sorgt dafür, dass die Nährstoffe mit NPK 16+9+10 sowie zahlreiche Spurennährstoffe nur allmählich an die Hortensien abgegeben werden. Somit kann es trotz der recht hohen Konzentration an Nährstoffträgern nicht zu einer Überdosierung kommen.
  • Dosierung: 60-80 g je Zierstrauch
  • Häufigkeit: 1 Anwendung im März
Tipp: Feststoff-Dünger werden gemäß Dosierungsanleitung ausgestreut und leicht in die Erdoberfläche eingearbeitet. Anschließend hat ausgiebiges Wässern höchste Priorität für eine optimale Wirksamkeit.

Mineralische und mineralisch-organische Flüssigdünger für Topf-Hortensien

Compo Hortensien- und Kameliendünger
Der flüssige Spezialdünger für Topf-Hortensien überzeugt mit einer NPK-Formulierung von 7+3+6 sowie verschiedenen Spurennährstoffen. Das Produkt enthält zusätzlich Eisen, um eine sattgrüne Blattfarbe und

reichhaltige Blüte zu unterstützen.
  • Dosierung: 1 Kappe auf 5 Liter Wasser
  • Häufigkeit: Von März bis August alle 14 Tage
Cuxin Flüssig für Hortensien und Rhododendren
In diesem Flüssigpräparat überwiegen die organischen Bestandteile die mineralischen Nährstoffe, sodass eine sanfte Wirkung auf die Hortensien ausgeübt wird.
Der NPK-Zusammensetzung von 4+5+6 ist Eisen hinzugefügt für eine sattgrüne Blattfarbe.
  • Dosierung: 3-5 ml auf 1 Liter Gießwasser
  • Häufigkeit: Von März bis Juli jede Woche 2 bis 3 Mal ins Gießwasser geben
Chrystal Hortensien und Azaleen
Der mit einer Nährstoffkombination aus NPK 6+4+7 ausgewogene Flüssigdünger versorgt hungrige Hortensien im Topf nicht nur mit den Hauptnährstoffen, sondern ist zugleich ausgestattet mit den Vitamin-Plus System. Somit erhält das Blütengehölz reichlich Spurenelemente für eine lange Blütezeit und eine robuste Winterhärte.
  • Dosierung: 10 ml in 1 Liter Wasser
  • Häufigkeit: Von März bis August wöchentlich ins Gießwasser geben
Spezialdünger für eine Blaufärbung im Beet und Kübel

Compo Blaue Hortensien
Wasserlöslicher Dünger mit Aluminium für die gezielte Blaufärbung von rosafarbenen Gartenhortensien. Das Pulver kann wahlweise ausgestreut oder in Wasser aufgelöst werden.
  • Dosierung: 1 Dosierlöffel (beigefügt) am Busch ausstreuen oder in 2 Liter Gießwasser geben
  • Häufigkeit: Von März bis Oktober, immer dann, wenn die blaue Farbe verblasst
Norax Hortensiendünger 'Gärtnerqualität' mit Tiefenblaufärber
Das Düngeprodukt punktet mit einer NPK-Dosierung von 8+6+8 plus 2 Prozent Alaun für herrlich blaue Hortensienblüten. Dank organischer Zutaten, wie stickstoffreichen Hornspänen, leistet das mineralisch-organische Präparat zugleich einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Bodenqualität.
  • Dosierung: 50-80 g je Hortensienbusch
  • Häufigkeit: Im März und Juni
Terrasan Hortensiendünger Blau
Der traditionsreiche Hersteller ausgefeilter Spezialdünger bietet Hobbygärtnern einen günstigen Hortensiendünger an, der mit einer NPK-Zusammensetzung von 7+3+5 die Erwartungen erfüllt. Das enthaltene Alaun reicht allerdings einzig aus, um eine Blaufärbung zu erhalten. Um eine rosafarbene Gartenhortensie umzufärben in einen intensiven Blauton, reicht die Dosierung erfahrungsgemäß bei adulten Hortensien nicht aus.
  • Dosierung: 1 Verschlusskappe auf 3 Liter Gießwasser
  • Häufigkeit: Von März bis September alle 8 bis 14 Tage oder wenn die Blaufärbung nachlässt
Tipp: Um eine rosa blühende Bauern- oder Tellerhortensie in eine leuchtend blaue Blütenschönheit zu verwandeln, ist der Erwerb spezieller Dünger für die Blaufärbung nicht zwingend erforderlich. Sofern alle Rahmenbedingungen stimmen, genügt die regelmäßige Gabe von Alaun aus der Apotheke. Regelmäßig ausgestreut von März bis August in der Dosierung von durchschnittlich 50 Gramm je Strauch, verharrt der pH-Wert bei 4 bis 4,5 und die blaue Farbe hat Bestand.

Organische Dünger

Umweltbewusste Hobbygärtner können ihrer ökologisch orientierten Gartenpflege problemlos treu bleiben und dennoch ihre Hortensien ausreichend mit Nährstoffen versorgen. Solange ein organischer Dünger darauf ausgerichtet ist, den sauren pH-Wert nicht zu beeinträchtigen, steht einer naturverbundenen Pflege der prächtigen Blütengehölze nichts entgegen. Die folgenden organischen Düngemittel können selbst hergestellt werden, was den Geldbeutel im gleichen Zug spürbar entlastet.

Laubkompost
Das Paradebeispiel für einen sauren Kompost entsteht nach einer 2-jährigen Rotte von Eichenblättern. Sofern dieser organische Dünger nicht explizit eine Blaufärbung hervorrufen soll, können Birken-, Erlen oder andere Laubarten hinzugegeben werden. Die gängige Methode, mit Kalk die Kompostierung zu beschleunigen, ist in diesem Ausnahmefall nicht angeraten.
  • Dosierung: Eine 2-3 cm hohe Kompostschicht einarbeiten und bewässern
  • Häufigkeit: Von März bis Ende August alle 2 Wochen
Nadelkompost
Nadelkompost zielt in eine ähnliche Richtung ab, wie der erwähnte Laubkompost. Nachteilig dürfte zu bewerten sein, dass sich die Rotte auf bis zu 3 Jahre hinzieht. Kommen einzig die feineren Fichten- und Lärchennadeln in die Kompostierung, statt dicker Kiefernnadeln, ist der Prozess bereits nach 2 Jahren beendet. Die wechselweise Aufschichtung mit Rasenschnitt wirkt sich förderlich aus.
  • Dosierung: Eine 2-3 cm dicke Lage verteilen, einharken und gießen
  • Häufigkeit: Von März bis Ende August im 2-Wochen-Rhythmus
Hornspäne/Hornmehl
In zerkleinerten und zermahlenen Hufen und Hörnern von Schlachtvieh ist reichlich Stickstoff enthalten. Da hungrige Hortensien explizit nach diesem Nährstoff verlangen, haben ökologisch orientierte Hobbygärtner Hornspäne und Hornmehl stets griffbereit.
  • Dosierung: An jedem Strauch eine Handvoll flach ins Substrat einharken
  • Häufigkeit: Einmalig zum Start in die Saison im März/April
Kaffeesatz
Getrockneter Kaffeesatz ist reich an Stickstoff, Kalium und Magnesium. Darüber hinaus senkt das Hausmittel den pH-Wert des Bodens im kleinen Rahmen. Da das enthaltene Koffein zugleich toxisch auf gefräßige Schnecken wirkt, verwenden umweltbewusste Hortensiengärtner Kaffeesatz als ergänzenden Dünger.
  • Dosierung: Eine dünne Schicht auf der Wurzelscheibe ausstreuen
  • Häufigkeit: Von März bis Juli nach jedem Regen
Bestehen im Garten keine Möglichkeiten der Herstellung von Kompost, bietet der Fachhandel geeignete Naturprodukte an. Der Azet Hortensiendünger von Neudorff beispielsweise enthält ausschließlich Nährstoffträger auf pflanzlicher und tierischer Basis.

Fazit

Verschwenderisch blühende Hortensien resultieren immer auch aus einer umsichtig austarierten Nährstoffversorgung. Da der klassische Volldünger nicht mit den Ansprüchen von Hydrangea korrespondiert, sind speziell formulierte Dünger gefragt. Geeignete Präparate sind reich an Stickstoff und Kalium, fernerhin arm an Phosphor. Auf diese Weise wird dem hohen Nährstoffbedarf dieser opulenten Blütengehölze Rechnung getragen sowie deren Wunsch nach einem sauren pH-Wert von 4 bis maximal 5,5. Inwieweit Sie einen mineralischen, mineralisch-organischen oder rein organischen Dünger favorisieren, bleibt dabei Ihrer individuellen Entscheidung überlassen.