Mineralische und Organische Rasendünger im Vergleich

RasendüngerUm einen schönen, gepflegten Rasen zu erhalten, muss dieser regelmäßig gedüngt werden. Dies ist vor allem auch aus dem Grund wichtig, dass sich die einzelnen Grashalme gegen eindringendes Unkraut behaupten können und dieses keine Überhand auf dem Rasen nehmen kann, denn ansonsten wird dieser schnell zu einer naturbelassenen Wiese. Hier stellt sich nun aber auch die Frage, welcher Dünger der passende ist, sollte hier chemisch hergestellter mineralischer Dünger oder doch besser organischer Dünger genutzt werden. Entscheidend hierfür ist unter anderen Faktoren auch der Zeitpunkt der Düngung.

Mineralischer Dünger - Definition

Mineralischer Dünger wird

meist für die Kultivierung und Erhaltung von Rasenflächen genutzt. Dieser Dünger wird zum großen Teil aus Kalium, Phosphor und Stickstoff hergestellt. Eigentlich sind mineralische Dünger Nebenprodukte aus dem mineralischen Bergbau. Diese werden durch chemische Prozesse für die Verwendung als Dünger aufbereitet. Zeigt die Rasenfläche Mangelerscheinungen, kann mit mineralischem Dünger gedüngt werden. Diese können zum Beispiel an einem gelben Rasen erkannt werden, oder auch, wenn mehr Unkraut auf der Rasenfläche ist, als Grashalme. Mineralische Dünger sind wie folgt im Handel erhältlich:

Vollzeitdünger
  • alle Nährstoffe sind in ausreichender Menge vorhanden
  • Ergänzungsdünger sind nicht notwendig
  • in der Regel bietet es sich an, einen solchen Vollzeitdünger zu nutzen
Dünger für bestimmte Nährstoffe
  • diese Dünger sind immer nur spezialisiert hergestellt
  • unter Umständen müssen mehrere Dünger zum Einsatz gebracht werden
  • es gibt für alle mineralischen Dünger verschiedene Verabreichungsformen
als Granulat
  • muss erst mit Wasser reagieren um in den Boden zu gelangen
  • Rasen kann unter Umständen verbrennen
  • Rasenfläche sofort nach der Düngung wässern
als Flüssigdünger
  • wird direkt mit dem Gießwasser verabreicht
  • Nährstoffe sind bereits in flüssiger Form enthalten
  • gelangen so schneller in die Wurzeln des Rasens
  • flüssiger Dünger ist oft teurer als das Granulat

Tipp: Wenn es schnell gehen muss, weil der Rasen unter akutem Nährstoffmangel leidet, dann ist der mineralische Flüssigvollzeitdünger hier mit Sicherheit die beste Wahl, um schnell wieder ein Gleichgewicht zu erhalten. Denn der Mineralische Dünger hilft aufgrund seiner Zusammensetzung schnell, im flüssigen Zustand geht es noch schneller.  

Anwendung von mineralischem Dünger

RasendüngerSeit über 150 Jahren sind Mineraldünger in der einen oder anderen Form im Einsatz. Vor allem auch im produktiven Anbau wird er vielfach eingesetzt, da hier durch eine ständige Nährstoffgabe der Ertrag gesteigert werden kann. Es kann allerdings auch passieren, dass gleichzeitig auch Unkraut und unerwünschte Pflanzen durch die Düngergabe im Wachstum gefördert werden. Aus diesem Grund werden die heute im Handel angebotenen mineralischen Dünger mit Zusätzen angereichert, die Unkraut reduzieren sollen. Wird dieser Dünger jedoch zu oft angewendet, kann es dazu kommen, dass die natürliche Humusschicht reduziert wird. Eine Überdüngung des Rasens sollte daher unbedingt vermieden werden. Weiterhin sollte auf folgende Maßnahmen während und nach dem Düngen des Rasens geachtet werden:
  • drei Mal mit mineralischem Dünger düngen ist ideal
  • Frühjahr, Sommer und Herbst
  • verschiedene Zyklen benötigen unterschiedliche Nährstoffe
  • Phosphor sorgt für Wurzelwachstum
  • Kalium sorgt für Stärke gegen Krankheiten und eventuelle Austrocknung
  • Stickstoff
    bewirkt eine schnelle Neubildung von Blättern und schnelles Wachstum
  • wird Granulat genutzt, nicht auf die Grashalme streuen
  • diese könnten verbrennen

Organischer Dünger - Definition

Organischer Dünger war früher der einzige Dünger, der in der Landwirtschaft eingesetzt wurde. Denn er wurde von den Bauern damals wie heute auch noch aus Pflanz- und Tierabfällen, Gülle und Mist selbst gemischt und hergestellt. Dies ist mit dem den Hobbygärtnern bekannten Kompost zu vergleichen. Daher gehört auch der selbst hergestellte Kompost-Dünger zu den organischen Düngern. Im Handel sind organische Dünger industriell hergestellt ebenfalls erhältlich. Doch auch diese bewahren sich ihre natürliche Zusammensetzung, Chemie kommt hier nicht zum Einsatz. Ebenfalls gehören Hornspäne und Hornmehl zum organischen Dünger, sowie auch Guano, der sich auch als Langzeitdünger bewährt hat. Organische Dünger liefern daher vor allem Stickstoff und Phosphor.

Anwendung von organischem Dünger

Wird ein Rasen neu angelegt, dann empfiehlt es sich, die Erde mit Kompost und Hornspänen anzureichern. Auf diese Weise kommen alle notwendigen Nährstoffe in den Boden, dieser erhält zusätzlich benötigte Mikroorganismen, die sich ebenfalls im Kompost befinden und wird humusreich. Bei den späteren Düngungen, die erfolgen, wenn der Rasen bereits gewachsen ist, ist eine Düngung mit Kompost nicht mehr empfehlenswert, da dieser unter die Rasenfläche nicht mehr eingegraben werden kann. Daher sollte für die reine Rasendüngung mit organischem Dünger Langzeitrasendünger aus dem Handel besorgt werden. Diese sind in flüssiger oder in Form von Granulat erhältlich. Um den Rasen mit allen Nährstoffen zu versorgen sind häufig auch Kombi-Präparate bei den organischen Düngern notwendig.

Das Für und Wider

Nachteile von Mineraldüngern:
  • Belastung des Grundwassers durch Nitrat
  • Anstieg von Nitrat in Lebensmitteln
  • im Boden reichern sich Schwermetalle an
  • der Boden kann versalzen
  • Humus nimmt ab
  • Mikroorganismen im Boden werden reduziert
  • Grundwasser wird mit Phosphat angereichert
  • Herstellung ist sehr teuer
  • Energieaufwand bei der Herstellung ist sehr hoch
  • kann gesundheitliche Schäden auslösen
  • von Kindern fernhalten
  • eine gedüngte Weide kann erst nach drei bis sieben Tagen wieder genutzt werden
Nachteile von organischen Düngern
  • die Wirksamkeit nach dem Düngen setzt erst später ein
  • es werden mit einem einzelnen Dünger nicht alle Nährstoffe verabreicht
  • oft müssen verschiedene Dünger gleichzeitig gegeben werden
  • organische Dünger in Form von Kompost eignen sich nicht so gut für einen Rasen
  • können schlecht auf einem dichten Rasen untergehoben werden
  • organische Dünger bieten dem Rasen nicht genügend Nährstoffe
  • es muss mit anderen Düngern zu gedüngt werden
  • ansonsten kann der Rasen vermoosen
Vorteile von Mineraldüngern
  • schnelle Wirksamkeit nach der Maßnahme
  • wenige Tage später ist der Rasen gekräftigt
  • Nährstoffe werden schnell im Boden gelöst
  • vom Rasen werden diese schnell wieder aufgenommen
  • Mangelerscheinungen kann so schnell entgegengewirkt werden
Vorteile von organischen Düngern
  • es erfolgt eine nachhaltige Versorgung des Bodens mit Nährstoffen
  • die organischen Stoffe wurden durch Mikroorganismen zersetzt
  • organischer Dünger kann selbst hergestellt werden
  • verbessert die Bodenstruktur
  • die Erde wird fruchtbarer
  • umweltschonender, da ohne chemische Zusätze
Tipp: Wie an dem Für und Wider der verschiedenen Düngemittel zu sehen ist, haben beide Vor- und Nachteile, die in die Waage gebracht werden sollten. Eine gute Zusammenwirkung von mineralischem und organischem Dünger wäre daher die ideale Lösung. So wird in einer Jahreszeit der mineralische Dünger aufgebracht, während bei der nächsten Düngung der organische Dünger in Einsatz gebracht werden könnte.
Rasendünger
Fazit
Es ist nicht leicht zu sagen, welcher Dünger nun geeigneter ist, da organischer Dünger auf jeden Fall umweltschonender ist, der mineralische Dünger den Rasen aber weit mehr mit Nährstoffen versorgt. Daher ist einer Kombination aus beiden Düngern anzuraten. So könnte bei der Vorbereitung für die Neuanlage einer Rasenfläche zuerst Kompost untergemischt werden. Bei der nächsten Düngung hingegen kommt sodann der mineralische Dünger zum Einsatz. Damit es dann aber nicht zu Mangelerscheinungen von Mikroorganismen und Humus im Boden kommt, wird zwischendurch auch wieder organischer Dünger eingesetzt, der diesmal aus dem Handel kommen sollte, damit der Boden die Nährstoffe schneller aufnehmen kann. Denn reinen Kompost auf die gut gewachsene Rasenfläche zu geben, ist nicht zu empfehlen.