Rasendünger mit Unkrautvernichter und Moosvernichter

Ein ebenmäßiger, sattgrüner Rasenteppich ist immer das Resultat eines ganzheitlichen Pflegeprogramms, basierend auf einer ausgewogenen Nährstoffversorgung. Allzu oft machen hartnäckiges Unkraut und Moos dem bestrebten Hobbygärtner einen Strich durch die Rechnung. Lesen Sie hier, wie Sie das Ziel einer ebenmäßigen Grünfläche dennoch erreichen mithilfe von Kombipräparaten als Rasendünger mit Unkrautvernichter und Moosvernichter. Praxisnahe Tipps zur effektiven Vorbeugung gegen hartnäckigen Löwenzahn, penetranten Ehrenpreis, unansehnlichen Moosfilz und andere Widrigkeiten ebnen den Weg zu einem vollendeten Rasen, wie von Hand gewebt.   

Innovatives Kombipräparat löst Zirkelbezug

Auf der Suche nach einem Rasendünger, der zugleich Unkraut und Moos

vernichtet, hielten Hobbygärtner bislang vergeblich Ausschau. Ursache für die Zurückhaltung der Hersteller liegt darin begründet, dass Unkraut vorzugsweise einen Boden mit leicht alkalischem pH-Wert befällt, während Moos durch einen sauren pH-Wert angelockt wird. Auf der Regulierung des Bodensäurewertes beruht indes der gesamte Bekämpfungsplan von Unkraut und Moos im Rasen. Diesen Zirkelbezug aufzulösen, gelang einem bekannten Hersteller zahlreicher bewährter Produkte für die Garten- und Rasenpflege. Unter dem Namen Compo Floranid Rasendünger gegen Unkraut und Moos 4 in 1, ist das erste Kombipräparat auf dem Markt erhältlich. In Anbetracht der Kürze der Zeit, fehlt es bislang an fundierten Erfahrungswerten, inwieweit das Problem tatsächlich gelöst wird. Immerhin überzeugt das Konzept.
Zusammensetzung:
  • Rasendünger mit NK(MgO)-Formel 14+6+3 mit einer Langzeitwirkung von 3 Monaten
  • 1,6 g je kg Dicamba als Herbizid gegen zweikeimblättrige Unkräuter
  • 3,6 g je kg 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure als Spezialherbizid gegen häufige Rasenunkräuter
  • Eisen-II-Sulfat zur Bekämpfung von Moos
Das Präparat wird ein Mal pro Jahr zwischen Mai und August verabreicht in einer Dosierung von 30 g je Quadratmeter. Das hochpreisige Produkt schlägt für einen 300 Quadratmeter großen Rasen mit satten 55 Euro zu Buche, um sich für 3 Monate an einem ebenmäßigen Rasen zu erfreuen. Als Herbstdünger ist das Mittel indes weniger geeignet aufgrund des relativ geringen Anteils an Kalium.

Wirksame Vorbeugung im Dienste der Natur

Mit Blick auf die Zusammensetzung des Kombipräparates wird klar, dass der Hersteller tief in die chemische Trickkiste greift. Der mineralische Rasendünger wird aufgepeppt mit gleich 3 Ergänzungen, die Naturschützer die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lassen. So wurde 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure bereits im Vietnamkrieg als Entlaubungsmittel eingesetzt und zählt bis heute - nach Glyphosat und Atrazin - zu den häufigsten Unkrautvernichtungsmitteln weltweit. Gleiches gilt für Dicamba, das zumeist mit 2,4-D kombiniert wird. Dem nicht genug, zählt jegliches Moos, das mithilfe von Eisen-II-Sulfat vernichtet wurde, zum Sondermüll. Wer seinen Rasen vorzugsweise nicht mit dieser geballten Ladung aus Chemie bearbeiten möchte, geht nach folgendem Pflegeprogramm vor. Der etwas höhere Aufwand wird belohnt mit einem gesunden Rasen, der Unkraut und Moos mit Vehemenz Paroli bietet sowie dem guten Gewissen einer blitzsauberen persönlichen Umweltbilanz.

Fachgerecht Mähen

Je regelmäßiger Sie den Rasen mähen, desto mehr gewöhnen sich die Grashalme an die optimale Schnittlinie. Im Resultat entsteht eine robuste Narbendichte, die in einer ausgezeichneten Photosynthesekapazität mündet. Eine solche Grünfläche verkraftet Stress jeglicher Art mühelos. Als Faustregel für die ideale Schnitthöhe hat sich die Ein-Drittel-Regel bewährt. Diese sagt aus, dass pro Mähdurchgang maximal ein Drittel der Halmhöhe geschnitten wird. Die Häufigkeit hängt ab von der kultivierten Rasensorte, dem Standort und der verwendeten Saatmischung. Die folgenden Richtwerte mögen Ihrer Orientierung dienen:
  • Hochwertiger Zierrasen: Alle 7 Tage mähen
  • Sport- und Spielrasen: Im Sommer 2 Mal wöchentlich
  • Schattenrasen: Alle 10-12 Tage schneiden
Nachdem der erste Schnitt im Jahr das Gras noch 80 bis 100

mm hoch stehen lässt, pendelt sich im Verlauf der sommerlichen Saison die ideale Halmhöhe ein bei 35-45 mm für Zier- und Sportrasen sowie bei 70-75 mm für Schattenrasen. In Dürreperioden lassen Sie die Edelgräser 10-15 mm höher stehen für einen besseren Feuchtigkeitshaushalt.

Tipp: Eine zu mähende Grünfläche sollte zuvor nicht betreten werden. Niedergetretenes Unkraut und Moos richtet sich erst im Anschluss an den Mähdurchgang wieder auf, um munter weiter in die Höhe zu schießen. Samen- und Sporenunkräuter werden freilich durch konsequentes Mähen auf Dauer so geschwächt, dass sie den Rückzug antreten.

Ausgewogen Düngen

Damit Ihr Rasen für den
Konkurrenzkampf mit Unkraut und Moos gewappnet ist, darf es ihm nicht an Nährstoffen fehlen. Damit die Edelgräser nicht unter Mangelerscheinungen zu leiden haben, düngen Sie so:
  • Mit kurzfristig wirkendem Kalkammonsalpeter den Rasengräsern im Frühjahr einen Wachstumsvorsprung verschaffen
  • Im April/Mai einen mineralisch-organischen Langzeitdünger verabreichen mit einer Wirkungsdauer von 3 Monaten
  • Im Juli/August einen Kalium-betonten Herbstdünger applizieren oder Patentkali ausbringen
Für den naturnah bewirtschafteten Garten kommen alternativ rein organische Rasendünger aus dem Fachhandel in Betracht. Wahlweise düngen Sie Ihre Grünfläche im März, Mai, August und Oktober mit fein gesiebtem Kompost, Hornspänen und Pflanzenjauchen. Dabei ist zu bedenken, dass organische Dünger zunächst von den Bodenlebewesen so zu verarbeiten sind, dass die Nährstoffe den Rasengräsern zur Verfügung stehen. Sofern Ihre grüne Visitenkarte bereits von Unkraut und Moos belagert wird, rückt eine Kombination mineralischer und organischer Dünger in den Fokus, wie einem schnell wirkenden Stickstoffdünger (KAS) und der anschließenden organischen Rasendüngung. Das Stoßwachstum unterdrückt Unkraut und Moos frühzeitig und effektiv, bis die natürlichen Nährstoffe den Gräsern zur Verfügung stehen.

Unkraut und Moos bekämpfen

Wenngleich ein wohl überlegtes Pflegeprogramm Unkraut und Moos das Leben schwer macht, breiten sich mitunter dennoch Löwenzahn, Ehrenpreis, Zinnkraut, Klee und Moos aus. Je frühzeitiger Sie einem Befall entgegenwirken, desto rascher sind Sie die Plage wieder los. Die folgenden Tipps stellen praxiserprobte Vorgehensweisen vor:

Vertikutieren
Wenn im Frühjahr die Temperaturen deutlich über 10 Grad Celsius liegen, ist die beste Zeit gekommen, um Unkraut und Moos auszukämmen. Vertikutierer können im Gartencenter oder Baumarkt zum günstigen Preis für einen Tag ausgeliehen werden. Mit rotierenden Messern holt das Gerät jeglichen unerwünschten Filz aus der Grasnarbe. Wählen Sie einen trockenen, bedeckten Tag im März/April, um in diesen Schritten vorzugehen.
  • Den Rasen so tief wie möglich mähen
  • Mit dem Vertikutierer im Schachbrettmuster die Grünfläche bearbeiten
  • Das ausgekämmte Pflanzenmaterial zusammenrechen und auf dem Kompost entsorgen
Nach einer Regeneration von 8-14 Tagen, bringen Sie den gewählten Rasendünger aus. In den folgenden Tagen wird das Grün wiederholt und ausgiebig gewässert.

Kalken gegen Moos
Dominiert im Rasen das Moos, deutet dieses Dilemma auf einen zu niedrigen pH-Wert hin. Bestätigt ein Test-Kit aus dem Gartencenter den Verdacht, kommen Sie dem Rasenfilz mit Vertikutieren und Düngen alleine nicht bei. Indem der Bodensäurewert mit Kalk reguliert wird, entziehen Sie dem Moos die Lebensgrundlage dauerhaft. Im Anschluss an das Auskämmen und vor der Ausbringung von Rasendünger, wird die Grünfläche daher gekalkt. Der ermittelte pH-Wert und die Bodenbeschaffenheit definieren die genaue Dosis. Nachdem der Kalk mit dem Streuwagen ausgebracht wurde, sprengen Sie den Rasen ausgiebig. Bis zur Anwendung des Rasendüngers empfehlen wir eine Wartezeit von 3-4 Wochen, damit die Präparate sich nicht gegenseitig in ihrer Wirkung behindern.

Unkraut manuell bekämpfen
Wer den Anfängen wehrt, kann sich den Griff zum chemischen Unkrautvernichter im Rasen sparen. Regelmäßiges Mähen laugt Samenunkräuter auf Dauer aus. Um anderen Beikräutern Einhalt zu gebieten, haben wir die folgenden Tipps für Sie zusammengetragen:
  • Einzelne Wurzelunkräuter mit dem Unkrautstecher oder per Hand ausziehen
  • Löwenzahn bekämpfen mit wiederholtem Bestreuen von reiner Holzkohleasche
  • Tiefreichende Wurzelunkräuter mit kochendem Wasser begießen, ausrupfen und die Lücke mit Rasensamen schließen
  • Kurz vor dem Rasensprengen Disteln abschneiden, damit es in die hohlen Stängel hineinregnet, sodass sie faulen
  • Rasenlücken nach dem Vertikutierer mit Turbo-Nachsaat schließen, bevor Unkraut und Moos es tun
Punktuell verunkrautete Rasenstellen lassen sich mit dem Spaten abstechen und herausheben. Im Fachhandel stehen Rasenpflaster und Rollrasen-Segmente zur Verfügung, um die Lücken mit vitalen Edelgräsern innerhalb kurzer Zeit zu schließen.

Tipp: Plagen Sie sich mit einem hoffnungslos verunkrauteten und vermoosten Rasen nicht unnötig lange herum. Mithilfe der Rollrasen-Sandwich-Methode verwandeln Sie die ramponierte Grünfläche innerhalb eines Tages in einen frisch-grünen Teppich. Das erspart zugleich den hohen Aufwand einer kompletten Neuanlage.

Fazit

Ein ebenmäßiger Rasenteppich wird niemandem geschenkt, sondern will mit einem wohl austarierten Pflegeprogramm tatkräftig erarbeitet sein. Wird die Grünfläche trotz aller Bemühungen verunstaltet durch penetrantes Unkraut und Moos-Verfilzungen, sorgen Rasendünger mit Unkrautvernichter und Moosvernichter temporär für Abhilfe. Um sich das Problem auf Dauer vom Hals zu schaffen, respektive erst gar nicht damit konfrontiert zu werden, kommt es auf ein ausgeklügeltes Paket an vorbeugenden Maßnahmen an. Fachgerechtes Mähen zählt ebenso dazu, wie alljährliches Vertikutieren, wohl dosiertes mineralisches oder organisches Düngen und Kalken. Im frühen Befallsstadium gebieten manuelle Bekämpfungsmethoden Unkraut und Moos so wirksam Einhalt, dass der Griff zum kostenintensiven, chemischen Präparat in den Hintergrund rückt.