Rasenkalk gegen Moos - Anwendung & Rasen kalken

Rasen kalkenStatt dichtem Grün weist der Rasen Löcher auf und zwischen den Halmen breitet sich unaufhaltsam Moos aus - der Traum der gepflegten und akkurat geschnittenen Wiese hat sich damit erst einmal ausgeträumt. Wird der Rasen gekalkt, kann sich das Blatt allerdings schnell wieder wenden. Bei der rasenrettenden Maßnahme kommt es neben der richtigen Dosierung und einer gleichmäßigen Verteilung aber auch noch auf weitere Faktoren an. Worauf zu achten ist und wie der Aufwand klein gehalten werden kann, erfahren interessierte Hobbygärtner hier.

 

Notwendigkeit


Moose gedeihen am besten an einem feuchten und vergleichsweise dunklen Standort. Zudem bevorzugen die meisten Arten einen sauren Boden und benötigen nicht gerade viele Nährstoffe. Der pH-Wert des Substrats ist also nur eine der möglichen Ursachen für vermehrtes Moos-Wachstum auf dem Rasen. Bevor direkt zum Ausbringen des Rasenkalks übergegangen wird, sollten daher die Bedingungen am Standort genau unter die Lupe genommen werden. Wichtig für das gesunde, kräftige Gras und wenig Moos sind:
  • Guter Wasserablauf und lockeres Substrat
  • Ausreichend Licht
  • Abgestimmte Nährstoffversorgung
  • Regelmäßiges und häufiges Mähen des Rasen
  • Passender pH-Wert
Test

Bevor Rasenkalk gegen Moos eingesetzt wird, sollte der aktuelle pH-Wert des Bodens getestet werden. Im Handel finden sich dazu spezielle pH-Bodentests.
Liegt der ermittelte Wert zwischen 5,5 und 7, ist das Kalken tatsächlich unnötig und die Ursache für das Mooswachstum ist in einem anderen Faktor zu finden. Wichtig ist, den Test vor jedem geplanten Kalken zu wiederholen. Denn wird das Substrat zu alkalisch, leidet das Gras hierdurch. Zudem könnte wiederum anderen Moos-Sorten Tür und Tor geöffnet werden. Sinnvoll ist das Kalken also erst bei einem Wert von unter 5,5.

Tipps für das Ausbringen


Muss der Rasen tatsächlich zur Bekämpfung des Mooses gekalkt werden, stellt sich die Frage nach dem korrekten Ausbringen. Die folgenden Tipps können dabei helfen.
  • Rasen kalkenAusschließlich speziellen Rasenkalk verwenden
  • Kalk nur bei trockenem Boden ausbringen
  • Regen abwarten oder sofort nach dem Kalken des Rasen sprengen oder gießen
  • Auf eine gleichmäßige Verteilung achten
  • Nicht in praller Sonne kalken
  • Nicht direkt nach dem Rasenmähen kalken
  • Düngung und weitere Maßnahmen erst zwei Wochen nach dem Rasenkalken durchführen
  • Kinder und Haustiere von der frisch gekalkten Fläche fernhalten
  • Fläche messen und bei Bedarf abgeteilt abstecken, um genau zu dosieren
Tipp: Einen Streu- oder Düngewagen mit Streuguttabelle verwenden, um den Rasen gleichmäßig zu kalken und richtig zu dosieren.

Zeitpunkt

Ideal für den Einsatz von Rasenkalk gegen Moos ist das Frühjahr. Bei Bedarf kann es jedoch auch im Herbst erfolgen. Bei einem sehr starken Mooswachstum ist das Ausbringen sogar ganzjährig möglich. Das Streugut wird ausgebracht, wenn der Himmel bedeckt ist. Auf diese Weise besteht keine Gefahr, dass es zu Verbrennungen kommt. Zudem sollte ein Zeitpunkt
gewählt werden, zu dem Rasen und Boden trocken sind. Anderenfalls ist eine gleichmäßige Verteilung nur schwer möglich. Damit sich der Rasenkalk möglichst schnell im Boden verteilen und hier den pH-Wert anheben kann, sollte kurz vor Regenfall gekalkt werden. Alternativ ist es natürlich ebenso möglich, nach der Maßnahme zu gießen oder zu sprengen. Ist es zusätzlich nötig, den Rasen zu düngen, sollte ein zeitlicher Abstand von mindestens zwei Wochen eingehalten werden. Anderenfalls können sich die Stoffe

gegenseitig negativ beeinflussen.
 
Dosierung

Um den pH-Wert des Bodens durch den Kalk um einen Punkt - also beispielsweise von 4 auf 5 - anzuheben, sollten etwa 200 Gramm pro Quadratmeter ausgebracht werden. Um diese Dosierung einzuhalten, empfiehlt sich wiederum der Einsatz eines Streu- oder Düngewagens mit Streuguttabelle. Jeweils abgewogener Kalk und die Maße oder gar eine jeweils abgesteckte Fläche helfen natürlich ebenfalls bei der passenden Dosierung des Rasenkalks. Ohnehin muss selbstverständlich im Vorfeld klar sein, wie groß die zu kalkende Rasenfläche ist.

Vorsicht: Reizend


Rasen mähenBei der Auswahl des Rasenkalks sollte auf die Kennzeichnung als tierfreundlich geachtet werden, auch wenn im Haushalt keine Tiere leben. Derartige Produkte sind weniger reizend aber dennoch nicht vollkommen ungefährlich. So muss dringend darauf geachtet werden, beim Ausbringen Atemwege, Schleimhaut und Augen vor dem Kalk zu schützen. Das gilt auch für die Zeit nach dem Kalken des Rasens. Die Fläche ist also zunächst nicht zu betreten. Vor allem auf Kinder und Haustiere sollte dringend geachtet werden. Wird im Anschluss reichlich gewässert oder es regnet stark, ist eine normale Nutzung nach etwa zwei Tagen wieder möglich. Anderenfalls sollte gewartet werden, bis weder Kalk selbst noch weiße Beläge als Rückstände erkennbar sind.

Vorbeugung und Alternativen

Wie bereits erwähnt, ist ein zu saurer pH-Wert des Bodens lediglich eine mögliche Ursache für unerwünschtes Mooswachstum auf dem Rasen - und durchaus nicht die häufigste. Stellt sich beim Test des pH-Wertes heraus, dass saurer Boden nicht verantwortlich dafür ist, sollten auch andere potenzielle Gründe in Augenschein genommen werden.

Mähen


Wurde der Rasenmäher länger nicht angeworfen oder bleibt dafür allgemein wenig Zeit, neigen viele Hobbygärtner dazu den Rasen besonders kurz zu schneiden. Das abrupte und erhebliche Kürzen bekommt diesem jedoch nicht. Geht plötzlich eine große Menge der Blattmasse verloren, benötigen die Pflanzen einige Zeit um sich zu erholen, verbrennen schneller und sind allgemein geschwächt - in eben dieser Zeit kann sich das Moos besonders leicht ausbreiten. Ratsam ist es daher, sehr häufig zu mähen und jeweils die Länge der Halme maximal zu halbieren.

Bewässerung und Boden


Feuchter RasenStetige Feuchtigkeit oder gar Staunässe bekommt dem Rasen nicht allzu gut, dem Moos hingegen schon. Ein guter Wasserablauf ist daher wichtig bei der Vorbeugung und der Bekämpfung von Moos auf dem Rasen. Kommt das Moos immer wieder und überwuchert das Gras, sollte bei Bedarf der Boden aufgelockert werden. Bewährt hat sich bei schweren Substraten das Untermengen von Sand. Dazu muss die Fläche natürlich zunächst komplett vom Gras befreit und im Anschluss ein neuer Rasen angesetzt werden, langfristig ist diese Maßnahme jedoch mit weniger Aufwand verbunden und bringt bessere Resultate hervor.

Schattenlagen


Dunkel und feucht mögen es die meisten Moss-Arten, Rasen hingegen weniger. In sehr schattigen Lagen ist das Gras daher dauerhaft geschwächt, Moos kann sich einfacher ausbreiten. In derlei Bereichen ist es sinnvoll, spezielle Rasensorten für Schattenlagen zu säen. Zusätzlich oder alternativ sollte - sofern möglich - durch Verschneiden der beschattenden Pflanzen für bessere Lichtverhältnisse gesorgt werden.
 
Fazit

Ein zu saurer Boden kann Mooswachstum auf dem Rasen zur dauerhaften Plage machen. Der Einsatz von Rasenkalk ist hiergegen eine passende Maßnahme, mit der das Gras sich wieder erholen und dichter wachsen kann. Dem lästigen Moos macht es hingegen den Gar aus. Eine Patentlösung ist der Rasenkalk allerdings nicht in jedem Fall, weswegen vor dem Ausbringen in jedem Fall ein Bodentest durchgeführt werden sollte.