Überdüngung in der Landwirtschaft - Die Folgen

Überdüngung in der Landwirtschaft - Die Folgen

Die Landwirtschaft ist der Hauptverursacher für Überdüngungen. Ein Großteil entsteht durch den Mist der Tiere, die Gülle, die auf die Felder ausgebracht wird. Außerdem wird immer mehr Kunstdünger verwendet, so dass immer weniger Tierdünger benötigt wird. Wohin damit? Oft wird bei der Düngung überdosiert, nur damit der Mist weg ist. Viele Bauern sind kurzsichtig, denken nicht langfristig und auch nur an sich.

Das Vieh produziert drei- bis fünfmal so viel Abwasser wie der Mensch. Diese Abwässer gelangen gänzlich ungeklärt auf die Felder, während das von Menschen produzierte

Abwasser in hochmodernen Kläranlagen aufbereitet wird. Ganz klar, dass es bei so viel Gülle auf den Feldern zu einer Überdüngung kommt. Eine Kuh entlässt etwa doppelt so viel Stickstoff in die Luft, wie durchschnittlich ein Auto ohne Katalysator, nämlich 36 Kilogramm pro Jahr.

Schlimmste Folge

Die schlimmste Folge dieser Überdüngung ist, dass Nitrate ins Grundwasser gelangen. Nitrate werden im menschlichen Darm zu Nitriten umgewandelt. Nitrit ist schädlich im höchsten Maße. Es ist unter anderem an der Bildung krebserregender Nitrosamine beteiligt. Das Nitrat aus der Gülle gelangt als Ammoniakgas in die Luft. Es ist ein Umweltgift, welches unter anderem den Sauren Regen hervorruft. Dieser schadet der Umwelt oft mehr, als Autos und Fabriken.

Folgen für die Küste und Gewässer

Besonders schlimm ist es auch an den Küsten und im Bereich von Flüssen. Sie sind durch die hohen Einträge aus der Landwirtschaft, ihren Abwässern stark verunreinigt.  Die Überdüngung der Gewässer führt zu einem starken Wachstum des Phytoplanktons.  Man kennt diesen Zustand als Algenblüte und derartige Blüten können
unerwünschte Effekte haben.

- Da die Algen die gesamte Oberfläche überziehen, gelangt weniger Licht in tiefer gelegene Schichten. Das Wachstum dort beheimateter Pflanzen wird eingeschränkt, die Artenvielfalt reduziert.

- Wenn das Phytoplankton abstirbt, wird es von Bakterien gefressen. Dafür wird Sauerstoff benötigt. Dieser wird dem Wasser entzogen. Oft bleibt für im Teich lebende Fische und andere Tiere, auch für Pflanzen nicht mehr genug Sauerstoff übrig. Sie sterben.

- Überschüssige Nährstoffe können das Wachstum von Phytoplankton begünstigen, welche Giftstoffe produzieren. Diese Toxine können ganze Fischfarmbestände auslöschen. Das Gift reichert sich in Meeresfrüchten an und gelangt über die Nahrungskette an den Menschen.

- Große Phytoplankton-Blüten führen zu ausgedehnten, hässlichen Schaumteppichen an den Stränden. Wer möchte dort schon noch Baden gehen. Einkünfte der Tourismusbranche gehen verloren.

Da wir alle von der Gesundheit unserer Gewässer profitieren, sollten wir alle bestrebt sein, sie zu schützen. Zwar kann jeder in seinem Garten nur einen kleinen Beitrag leisten, aber immerhin. Vielleicht gibt das den Landwirten einen Anstoß, es im großen Rahmen zu versuchen.

Folgen für Wälder

Inzwischen wurde auch nachgewiesen, dass durch die Massentierhaltung und die damit verbundene Überdüngung mit Stickstoff  das Waldsterben zu großen Teilen erklärt  werden kann. Die atmosphärischen  Einträge an Stickstoff und insbesondere an Ammonium-Stickstoff, der hauptsächlich aus der Landswirtschaft stammt, führen zum Absterben von Bäumen.  Durch Stickstoff wachsen die Wälder zunächst schneller. Ist aber eine Sättigung des Bodens erreicht, kehrt sich die Wirkung um.

Kosten

Überdüngung kann sehr teuer werden. Die Maßnahmen, die durchgeführt werden müssen, um die Überdüngung zu

reduzieren und zu beseitigen, verschlingen Millionen.

Inzwischen unternimmt die EU Schritte, dass die Landwirte die Überdüngung eindämmen. Sie bekommen nur noch Geldmittel, wenn sie nachweisen können, dass sich die Böden bessern.