Wildbienenhaus selber bauen - eine Anleitung

Wildbienenhaus selber bauen - eine Anleitung

Wildbienen sind äußerst wichtig für das ökologische Gleichgewicht und sorgen durch die Bestäubung der Pflanzen für einen guten Ertrag. Diese Insekten sind jedoch inzwischen stark bedroht, weil sie nicht mehr genügend Nahrung und vor allem keine Nistplätze finden.

biene flDeshalb stehen schon viele Wildbienen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Um sie zu unterstützen, kann daher im eigenen Garten ein Wildbienenhaus aufgehangen werden, das es fertig im Handel zu kaufen gibt, aber auch

leicht selbst gebaut werden kann.

Anleitung zum Bau eines Wildbienenhauses

Wildbienen unterscheiden sich biologisch gesehen nicht von den Honigbienen, diese Bezeichnung kam nur dadurch zustande, dass im allgemeinen Sprachgebrauch mit Bienen meist nur die Honigbienen gemeint sind.

Im Unterschied zu den Honigbienen bauen viele Wildbienenarten jedoch kein gemeinsames Nest. Bei ihnen ist es meist so, dass jedes Weibchen ein eigenes Nest hat und ihren Nachwuchs allein aufzieht. Einige Wildbienenarten bevorzugen ein Nest im Boden, andere dagegen nisten in totem Holz, zwischen Steinen und in anderen Hohlräumen, die ausreichend Platz bieten.

Wie aufwändig ein Wildbienenhaus gestaltet wird, bleibt letztendlich jedem selbst überlassen. Im Prinzip reicht es jedoch aus, eine dicke Baumscheibe oder einen Holzblock zu nehmen und mit einem Bohrer zahlreiche Löcher hinein zu bohren. Wichtig ist hierbei, nur gut trockenes Holz zu verwenden, denn feuchtes Holz wird von den Wildbienen nicht besiedelt.

/>Das eigene Wildbienenhaus - worauf achten?

Um das Wildbienenhaus dauerhaft trocken zu halten, muss es daher mit einem Dach gegen Regen geschützt werden, alternativ kann es aber auch an einer Hauswand aufgehangen werden, wo es durch den Dachüberstand geschützt ist. Als Holzart sind für ein Wildbienenhaus nur die Harthölzer wie Buche, Esche oder Eiche geeignet, Weichhölzer und vor allem solche von Nadelhölzern wie der Tanne oder der Fichte, die Harz enthalten, eignen sich für diesen Zweck jedoch nicht.

Da die verschiedenen Wildbienenarten eine unterschiedliche Größe aufweisen und damit auch unterschiedliche Ansprüche an den Nistplatz haben, sollten in das Holz Löcher mit unterschiedlich großen Durchmessern gebohrt werden. Für jede Bienenart lassen sich zwar auch Angaben finden, wie groß der Durchmesser sein sollte, die meisten Menschen werden jedoch mit der Identifizierung der Bienen in ihrem Garten überfordert sein, denn allein in Deutschland leben etwa 600 verschiedene Arten.

biene2 pcEine größere Anzahl Bohrlöcher mit einem Durchmesser zwischen zwei und zehn Millimetern bieten daher jeder Wildbienenart einen Nistplatz in der passenden Größe. Für die Bienen ist ein Mindestabstand dieser Löcher nicht erforderlich, er ergibt sich daher allein aus der Festigkeit des Holzes. Ebenso kann ein Holzklotz von vorne wie auch von der Seite gebohrt werden, hierbei sollten sich die Bohrlöcher jedoch nicht treffen.

Das Wildbienenhaus aus pflanzlichem Material

Auch hohle Pflanzenstängel wie zum Beispiel Schilfrohr oder Bambus wird von Wildbienen gern als Nistplatz angenommen. Diese Stängel werden mit Hilfe einer Schnur zu einem Bündel zusammen gebunden, wobei darauf zu achten ist, die Schnur im Laufe des Sommers nachzuziehen, denn durch den Trocknungsvorgang schrumpft der Durchmesser der einzelnen

Stängel.

Die Bündel werden dann an einer trockenen Stelle ausgelegt oder in einen Behälter gegeben, der sie vor Feuchtigkeit schützt. Hierfür eignet sich ein Holzkasten, alternativ kann aber auch ein einfacher Eimer oder in der kleineren Variante eine Konservendose verwendet werden. Als Standort für das Wildbienenhaus ist eine sonnige Stelle am Rande des Gartens am besten geeignet.