Oleander vermehren - Tipps für Ableger- und Samen-Vermehrung

Oleander vermehren - Tipps für Ableger- und Samen-Vermehrung

Der Gemeine Oleander (Nerium oleander) ist ein Mitglied aus der Familie der Hundsgiftsgewächse (Apocynaceae). Weil der Oleander zu den Giftpflanzen gehört, ist er für den Familiengarten nicht geeignet.

oleander2 flTrotzdem erfreut sich der Oleander, wegen seiner dunkelgrünen, länglichen immergrünen Blätter und dem üppigen Blütenflor, einer großen Beliebtheit – und das nicht nur bei Freunden der mediterranen Lebensart. Umso interessanter ist es diese Pflanze zu vermehren. Vermehren lässt sich der Oleander über

Samen oder auch über Stecklinge.

Gut zu wissen

Damit die Vermehrung des Oleanders von Erfolg gekrönt wird, sollte man wissen wo und wie die Pflanze ursprünglich wächst. Beheimatet ist der Oleander in Mittelmeerländern und im Orient – also in wärmeren Gefilden. Dort gedeiht er prächtig an Bach- und Flussläufen. Deshalb gilt als Faustregel für den Oleander: Der Kopf in der Sonne und der Fuß im Wasser.

So wird Oleander über den Samen vermehrt

Aus den braunen Samenschoten kann man die Samen entfernen. Wenn sie reif sind, dann platzen die trockenen Samenschoten auf. Am Rand der Samenschote entlang sitzen die Samen des Oleanders aufgereiht, wie Perlen an einer Schnur. Einzeln betrachtet erscheint jedes Samenkorn wie ein
Strichelchen mit einem weißen abstehenden Haarbüschel.

Vor der Aussaat ist es ratsam, das Saatgut etwa zwei Tage einzuweichen. Als Substrat sollte eine keimfreie Aussaaterde verwendet werden. Den Lichtkeimer nicht mit Erde bedecken. Empfehlenswert ist für die Anzucht über Samen ein beheizbares Minigewächshaus. Alternativ kann man ein Zimmergewächshaus auch auf das warme Fensterbrett über der Heizung stellen. Denn als Keimtemperatur setzt der Oleandersamen etwa 30 Grad Celsius voraus. In dem Minigewächshaus sollte also ein Treibhausklima herrschen. Wenn dies vorhanden ist kann man in etwa damit rechnen, dass der Samen innerhalb von vierzehn Tagen keimt.

Das reizvolle an der Vermehrung über Samen ist, dass die neue Pflanze der Mutterpflanze nicht unbedingt gleichen wird. So kann man sich durchaus über eine andere (neue) Sorte freuen. Allerdings dauert die Anzucht über den Samen deutlich länger als über einen Ableger.

So lässt sich der Oleander über einen Ableger / Steckling vermehren

Wer Wert darauf legt, dass der Nachwuchs sortenrein ist, der muss den Oleander über Ableger oder besser gesagt Stecklinge vermehren. Dazu schneidet man mit einem scharfen Messer Stecklinge von dem Strauch ab. Man verwendet dazu leicht verholzte Triebe ohne Blüten. Ganz gleich ob aus dem Urlaub oder von Bekannten, bis nach Hause wickelt man die frisch geschnittenen Stecklinge in feuchtes Papier ein. Sollte die Zeitspanne zwischen dem Abschneiden und dem Transport etwas länger dauern, dann stellt man die Triebe derweil ins Wasser.

Zuhause angekommen, werden die Stecklinge direkt in die Erde gesteckt. Als Standort empfiehlt sich ein warmer aber nicht zu sonniger Standort. Die Erde sollte immer feucht gehalten werden. Die Verwendung eines Bewurzelungshormons wirkt sich positiv auf die Stecklingsvermehrung aus. Manche der Stecklinge werden nach einiger Zeit neue Blätter austreiben andere wiederum gehen ein. Bevor die ausgetriebenen Stecklinge umgetopft werden müssen sie erst ausreichend starke Wurzeln ausgebildet haben. Sicherheitshalber sollte man sie ein

Jahr lang in der Erde belassen, bevor man sie umtopft.