Samen von Schnittlauch-Blüten ernten - Anleitung zum Vermehren

SchnittlauchblüteEigenen, frischen Schnittlauch (Allium schoenoprasum) in der Küche zu haben, ist mit der professionellen Vermehrungs-Anleitung für Jedermann möglich, ohne dass erst der Gang zum Supermarkt notwendig wird. Schnittlauch überzeugt durch seinen feinen Gewürzgeschmack und ist für das gesunde Kochen beziehungsweise Essen nicht wegzudenken. Die Vermehrung lohnt sich, da Schnittlauch aus dem Supermarkt nur wenige Tage frisch bleibt und sein ganzes Aroma beibehält.
Bei der Vermehrung aus den Blüten ist auf einige Details zu achten, damit sie funktioniert und einem gesunden, kräftigen Wachstum zur Folge hat.  

Vermehrungen

Zur Vermehrung können

Sie aus einem bereits bestehenden Anbau entweder eine Teilung vornehmen oder besser Samen aus den Blüten zur Anzucht verwenden. Der Vorteile bei der Samen-Vermehrung liegt darin, dass alte Bestände ihren Umfang beibehalten sowie sich die Samen-Vermehrung als simpler und erfolgversprechender erweist.

Samenernte

Nur einmal jährlich blüht Schnittlauch. Dies ist in der Regel zwischen Ende April und Anfang Juni der Fall, wenn er nicht geschnitten/geerntet wird. In den Blüten befinden sich die Samen, welche circa in der zweiten Blühwoche an den feinen Samenstengeln zu finden sind. Sie werden sanft mit Zeigefinger und Daumen abgeschoben und auf ein Blatt Papier oder ähnlichem gelegt.

Eine weitere Möglichkeit ist es, Schnittlauch wild wachsen zu lassen. Dafür wird er nicht geschnitten und die Blüte verbleibt bis zur Welke. Zur Welke hin löst sich der Samen eigenständig und wird durch den Wind verteilt. Dies hat allerdings den Nachteil, dass Schnittlauch sehr eng aneinander wachsen können, was wiederum das kräftige Wachstum schwächt und schlimmstenfalls die Kräuterpflanzen absterben lässt. Den Samen selbst zu ziehen, ist in den meisten Fällen die optimalere Option zur Vermehrung von Schnittlauch.

Tipp: Wer Schnittlauch im Topf aus dem Supermarkt mit dem Gedanken der Vermehrung kauft, sollte diesen entweder in einem größeren Topf oder in das Gartenbeet pflanzen. Die gekauften Schnittlauch-Töpfe sind meist zu klein, um dem Küchenkraut ausreichend Raum zum Gedeihen und Blühen zu bieten. Zudem ist unbedingt die Erde gegen nährstoffreiches Substrat auszutauschen, da die Pflanze für die Blütenentwicklung viel Energie und Nährstoffe benötigt.  

Samen-Lagerung

Die Samen des Schnittlauchs sind an einem dunklen Ort beziehungsweise in einer lichtundurchlässigen Dose oder in Zeitungspapier eingewickelt, aufzubewahren. Zudem sind optimale Lager-Temperaturen notwendig, um nicht vor der Aussaat zu keimen zu beginnen. Die empfohlene Temperatur liegt zwischen 10 Grad Celsius und 15 Grad Celsius.

Zusätzlich ist eine trockene Lagerung der Schnittlauchsamen erforderlich. Wurden die Samen aus der Blüte geerntet, die nach einem Regenguss nass war, sind die Samen für einige Tage gleichmäßig ausgebreitet zu Trocken hinzulegen. Erst danach sollten sie gegebenenfalls dunkel verpackt werden.

Die Samen halten sich nur für maximal 12 Monate. Dementsprechend sollten auch nur so viele Samen geerntet werden, wie für das Jahr beziehungsweise das nächste Frühjahr zur Aussaat benötigt wird.

Aussaat-Zeit

Schnittlauch blühtDie perfekte Zeit zum Aussäen ist zwischen April und Mai gegeben, wenn die Aussaat im Gartenbeet erfolgen soll. Wird der Samen in einem Anzuchtkasten vorgenommen, kann der Samen bereits ab Februar gesät werden. Als Kaltkeimer verträgt der Schnittlauchsamen kalte Temperaturen zwischen ein und zehn Grad Celsius bestens. Grundsätzlich keimen die Samen bei den kühleren Temperaturen besser, als bei warmen Zimmertemperaturen. Aber es ist darauf zu achten, dass der Samen keine Minustemperaturen ausgesetzt wird, da ein großer Teil der Samen erfrieren könnte.

Standort

Schnittlauchsamen und die daraus entstehende Schnittlauch-Kräuterpflanze fühlt sich sowohl an sonnigen, als auch an halbschattigen Plätzen im Garten oder in einem Topf wohl. Heiße Mittagssonne mag die Kräuterpflanze allerdings nicht. Wenngleich Samen und Schnittlauch Kälte bis zu einem gewissen Maß gut vertragen und sogar für das Keimen vorteilhaft ist, verträgt er kalte Winde weniger.

Daher sollte der (Schnittlauch-) Samen stets windgeschützt positioniert werden. Zudem bringt Wind die feinen Röhrchenstengel an den Jungpflanzen oder später den älteren Exemplaren leicht zum Abknicken. Dies hat meist eine Braunfärbung zur Folge. Durch seine relativ lange und gerade Wuchsweise bringt Schnittlauch in jedes Kräuterbeet eine optische Abwechslung und lässt sich dort prima zu allen gängigen Küchenkräutern ergänzen.

Boden

Schnittlauch-Samen stellen keinen besonderen Anspruch an den Boden. Im Gartenbeet sollte die Erde
locker und humusreich sein. Für das Aussäen in einem Anzuchtkasten empfiehlt sich spezielle Anzuchterde oder Kräutererde für Sämlinge zu verwenden oder alternativ den Samen in nährstoffarmes Substrat mit einem Tonanteil. Letzteres verleiht eine gute Wasserdurchlässigkeit und verhindert Staunässe, die auch beim Einsäen im Kräuterbeet verhindert werden sollte.
Die Einsaatstelle sollte frei von Wurzelresten, Unkraut und dickeren Erdklumpen sein. Vor allem Unkraut hindert Kräuter und Kräutersamen am Gedeihen, weshalb Unkraut generell nicht in der Nähe wachsen sollte. Ein regelmäßiges Unkrautziehen ist dementsprechend unabdingbar.

Aussaat

Sind alle Vorbereitungen getroffen, kann mit der Aussaat begonnen werden. Hier gehen Sie wie folgt vor:
  • Boden großflächig mit der Hake auflockern
  • Drücken Sie mit einer Faust circa zwei Zentimeter die Erde in Linienform ein
  • Verteilen Sie gleichmäßig den Samen
  • Pro Meter Vertiefung sind ungefähr 300 Samenkörner einzulegen
  • Nach der Aussaat wird diese mit Erde bedeckt
  • Obere Erdschicht nur leicht andrücken
  • Mäßig gießen und Erde gut feucht halten, aber nicht überwässern
Wenn Sie einen Anzuchtkasten oder -topf verwenden, gehen Sie ähnlich vor, wie bei der Aussaat ins Gartenbeet. Allerdings drücken Sie die Erde oder das Substrat mittig des Behältnisses ein, sodass ausreichend Abstand zu den Topf- und Kastenrändern bestehen bleibt. Im Anschluss sollte das eingesäte Behältnis auf den Balkon oder die Terrasse in kühlere Temperaturen gestellt werden, damit die Saat gut und schnell angeht.
Schnittlauch
Sind die neuen Jungpflanzen rund zwei Zentimeter hoch, können sie pikiert und umgetopft werden. Ab einer Größe von etwa sechs Zentimetern sind sie kraftvoll genug, um auch ins Kräuterbeet gepflanzt zu werden. In der Regel dauert die Aussaat rund zwei Wochen zum Keimen. Hier gilt grundsätzlich: je kühler sie stehen, desto schneller geht die Saat an und sprießt empor. Bei Temperaturen um die 18 Grad Celsius kann sich die Keimung schon mal bis zu sechs oder acht Wochen hinausziehen.

Tipp: Da die Samen keine starke Nässe vertragen, sollte eine transparente Kunststofffolie über die Aussaat gespannt werden. Hier ist darauf zu achten, dass die Folie mindestens drei bis vier Zentimeter über der Erdoberfläche liegt, damit dem Schnittlauchsamen ausreichend Platz bleibt, nach oben zu wachsen.  

Schnittlauch-Ernte

In nur wenigen Wochen nach der Aussaat ist der Schnittlauch bereit für die erste Ernte. Hier sollte aber berücksichtigt werden, dass er sich dennoch weiter entwickeln muss. Aus diesem Grund ist es ratsam, den Schnittlauch im ersten Jahr nicht mehr als um ein Viertel zu kürzen und gleichmäßig zu schneiden. Dann kann sich die Kräuterpflanze weiter entwickeln und wächst kräftig heran.

Benutzen Sie für die Kräuterernte eine scharfe, saubere Schere, die Sie idealerweise auch nur für die Schnittlauch-Ernte verwenden. So verhindern sie die Übertragung eventueller Schädlinge oder Keime von anderen Pflanzen, die zuvor mit derselben Schere geschnitten wurden. Im zweiten Jahr sollte diese Lauchart so kräftig sein, dass Sie einen Schnitt von etwa der Hälfte der Pflanzenmasse gut vertragen wird.

Sollte der Schnittlauch nun zu wuchtig werden, können Sie den Wurzelstock aus der Erde oder dem Substrat nehmen und diesen einfach mit einem scharfen Messer in zwei Teile schneiden. Einen Teil pflanzen Sie wieder ein und für den anderen suchen Sie einen Ort, wo genug Platz zum Wachsen vorhanden ist.

Düngen

Die Schnittlauchpflanze benötigt viele Nährstoffe, um schnell und kräftig wachsen zu können. Unterstützend hilft hier die Gabe von Dünger, welcher alle zwei Wochen gegeben werden sollte. Am besten eignet sich ein biologischer Flüssigdünger, der über das Gießwasser gut in die Erde einziehen kann.
Schnittlauch
Ab Ende September muss kein Dünger mehr gegeben werden, wenn die Kräuterpflanze im Garten überwintert. Allerdings werden Jungpflanzen im ersten Jahr nicht gedüngt. Das heißt, Sie beginnen mit dem Düngen frühestens im zweiten Jahr nach der Aussaat.

Überwintern

Damit die neue Jungpflanze des ersten Winter überlebt, sind einige Vorkehrungen zu treffen beziehungsweise Wissenswertes zu beachten:
  • Der Schnittlauch ist winterhart und kann im Winter im Gartenbeet verbleiben
  • Vor dem ersten Frost im Herbst bereits alle Halme auf rund zwei Zentimeter kürzen
  • Für den Frostschutz eine Schicht aus Laub oder Reisig auf der Erdoberfläche auslegen
  • Zur Verhinderung von Überwässerung, eine lichtdurchlässige Folie über die Schnittlauchkräuter spannen
Tipp: Wenn Sie für die Überwinterung den Schnittlauch kurz schneiden, können Sie das Abgeschnittene übrigens einfrieren. Dazu schneiden Sie die Röhrchen einfach in kurze Stücke und lagern sie portionsweise in einem luftdichten Behältnis im Tiefkühlfach auf. So müssen Sie auch im Winter nicht auf Schnittlauchkräuter verzichten.

Fazit
Das klassische  Allium schoenoprasum Küchenkraut ist ohne viel Aufwand schnell durch Blütensamen zu vermehren und gelingt auch jedem Hobbygärtner ohne besonderen "grünen Daumen". Nach der Aussaat dauert es nur wenige Wochen, bis die erste Ernte erfolgen kann. Durch das schnelle Wachstum steht stets frischer Schnittlauch zur Ernte bereit und Sie brauchen sich nicht ärgern, wenn nach zwei Tagen Ihr gekaufter Schnittlauch aus dem Supermarkt die Frische verloren hat und nun zur Verfeinerung eines Gerichts fehlt.