Vermehrung durch Blattstecklinge

Vermehrung durch Blattstecklinge

Die Vermehrung durch Blattstecklinge ist relativ einfach und wird deshalb gern genutzt, obwohl sich nicht gerade viele Pflanzen dazu eignen. Der Steckling besteht aus einem Blatt, mit oder ohne Stiel. Besonders gut zur Blattstecklingsvermehrung geeignet sind Usambaraveilchen, Drehfrucht, Sanseveria, Zamioculas (Glücksfeder), Peperomia, Geldbaum, Mauerpfeffer, Aloe, Begonien, Venusfliegenfalle und Blattkakteen.

Bei der Vermehrung mit Blattstecklingen treiben Blätter im Substrat WurzelnIn der Regel wird ein Blatt von der Mutterpflanze abgetrennt. Manchmal reicht aber auch ein Stück Blatt, wie bei der Sanseveria. Die Schnittstellen sollten bei Sukkulenten

leicht an- bzw. eingetrocknet sein, bei allen anderen Pflanzen kann man gleich weiterarbeiten. Das Blatt wird eingepflanzt (leicht schräg) und vorsichtig gegossen. Mit der Zeit bilden sich aus der Basis neue Blätter, die Pflanze hat Wurzeln gebildet. Das ursprüngliche Blatt stirbt mit der Zeit ab. Bei dieser Art Vermehrung muss man mit dem Gießen vorsichtig sein.

Zamioculcas zamiifolia (Glücksfeder)

Die absolut pflegeleichte Zimmerpflanze erfreut sich großer Beliebtheit. Sie eignet sich für Menschen mit wenig Erfahrung im Umgang mit Pflanzen und verzeiht Pflegefehler recht großzügig. Auch ist sie leicht zu vermehren. Man kann die Pflanze teilen, aber auch die Vermehrung durch Blattstecklinge funktioniert gut. Allerdings dauert diese sehr lange.
  • Blattstecklinge können das ganze Jahr über geschnitten werden.
  • Diese werden senkrecht in ein geeignetes Pflanzsubstrat gesteckt.
  • Geeignet ist gut durchlässige Erde, am besten keimfrei.
  • Da sich ein Rhizom ausbilden muss, dauert es mitunter Monate, bis sich neue Blätter zeigen.
Leichter ist der Versuch, das Blatt einfach in ein Wasserglas zu stellen. Es bilden sich erst Knollen, aus denen dann wiederum Wurzeln sprießen. Wichtig ist, nur einzelne Federblätter zu nutzen, nicht einen ganzen Ausleger, also nicht den dicken Stängel, sondern nur die kleineren Blätter.

Usambaraveilchen

Das Usambarafeilchen ist die
ideale Pflanze für die Blattstecklingsvermehrung. Es ist ganz umstandslos. Die Temperatur sollte 20 bis 25 °C betragen.
  • Blatt mit Stiel von der Mutterpflanze abtrennen.
  • Einen Stielrest (2 bis 3 cm) am Blatt belassen und diesen in die Erde stecken.
  • Am Stiel erscheinen die neuen Blätter.
  • Die Bewurzelungszeit beträgt bei Usambaraveilchen nur drei bis vier Wochen.
  • Wenn man in der dunklen Jahreszeit Blattstecklinge bewurzeln möchte, benötigt man ein Zusatzlicht von 40 Watt pro m².
Auch das Usambaraveilchen kann durch in Wasser gestellte Blätter vermehrt werden, allerdings nur den Stiel in Wasser geben - die Blätter mögen es gar nicht nass!

Bei Aloe und Sukkulenten ist die Blattstecklingsvermehrung weit verbreitetAloe

Die Blattstecklingsvermehrung bei Aloe gelingt nicht so einfach und auch nicht bei jeder Aloe. Da ist es einfacher, sie durch Kindl oder Kopfstecklinge zu vermehren. Wer es probieren möchte, dann so:
  • Ein Blatt abtrennen (sollte schön dick und voll Wasser sein).
  • Wichtig ist, dass die Schnittstelle leicht angetrocknet ist.
  • Blatt in leicht angefeuchtete Erde stecken und wie Mutterpflanze gießen, also eher spärlich.
  • Benötigt wird ausreichend Licht und Wärme.
Begonien

Man unterscheidet drei Begonienarten, rhizombildende (werden durch Teilung der Rhizome vermehrt), knollenbildende (Stecklingsvermehrung) und wurzelbildende. Die klassische Art, Wurzelbegonien zu züchten, ist der Einsatz von Triebstecklingen. Begonien lassen sich aber auch gut durch Blattstecklinge vermehren. Dabei gibt es einiges zu beachten:
  • Man kann Begonien ganzjährig durch

    Blattstecklinge vermehren.
  • Die beste Zeit ist aber von Frühjahr bis Sommeranfang.
  • Man schneidet ein Blatt ab. Hier werden die Blattadern eingeritzt, an einigen Stellen durchtrennt.

  • Das Blatt dann flach auf die Erde legen und etwas andrücken (Oberseite nach oben)!
  • Blatt mit ganz kleinen Steinchen beschweren.
  • Die neuen Pflänzchen bilden sich an den Einschnittstellen.
  • Wichtig sind viel Wärme und Feuchtigkeit, die man durch das Überstülpen mit einer Tüte erreicht.
Venusfliegenfalle

Die Venusfliegenfalle lässt sich auf drei Arten vermehren, durch Aussaat, Teilung und Blattstecklinge. Letztere Art ist die am häufigsten angewandte. Es ist recht einfach:
  • Es wird ein Blatt von der Pflanze abgerissen, nicht abgeschnitten!
  • Wichtig ist, dass die fleischige Basis des Blattes mit erhalten ist, deshalb genau an der Basis abreißen!
  • Das Blatt wird in ein feuchtes Gemisch aus Sand und Torf gesteckt.

  • Blatt wie eine normale Venusfliegenfalle weiterkultivieren, nur eine Tüte über das Töpfchen stülpen, damit die Luftfeuchte schön hoch ist.
  • Nur Regenwasser verwenden! Substrat immer feucht halten! Lüften nicht vergessen!
  • Es dauert meist nur drei bis vier Wochen, bis ein neues Pflänzchen entsteht.
Fazit

Die Vermehrung von Pflanzen durch Blattstecklinge ist recht einfach. Meist ist eine hohe Luftfeuchte förderlich, manchmal zwingend notwendig. Ansonsten muss man auf saubere Werkzeuge und keimfreies Substrat achten, dann kann gar nicht viel schief gehen.