Auberginen pflanzen - Pflege in Garten und Balkon


aubergine flEssen Sie für Ihr Leben gerne Ratatouille und Moussaka? Oder Melanzane alla Parmigiana (überbackene Aubergine) und Melanzane ripiene (gefüllte Aubergine)? Wissen Sie, dass das berühmte türkische Auberginengericht Imam Bayildi übersetzt “Der Imam fiel in Ohnmacht” heißt, und zwar deswegen, weil ihm diese Auberginen so gut geschmeckt haben? Gehört Baba Ghanoush, das köstliche Auberginenpüree mit Sesammus, bei Ihnen selbstverständlich auf jede üppige Vorspeisenplatte?

- Dann ist es ganz sicher Zeit, dass Sie sich Ihre eigenen Auberginen heranziehen, ob im Garten

oder auf dem Balkon. So könnte die Auberginenzucht gelingen:

Die Herkunft der Aubergine

Auberginen oder Melanzani, bei uns auch gerne Eierfrucht oder Eierpflanze genannt, sind subtropische Pflanzen, die wahrscheinlich aus Asien kommen und dort schon seit mehr als 4.000 Jahren angebaut werden. Auch in Arabien kennt man sie schon lange, in Europa tauchten sie zuerst in Andalusien und dann in Italien auf, heute werden Auberginen in China, Indien, Türkei, Italien, Spanien und Rumänien angebaut (Reihenfolge nach abnehmender Produktionsmenge).

Der beste Standort für Auberginen

Die Herkunft gibt uns den entscheidenden Hinweis: Auberginen mögen es warm, sie sind genauso wärmeverliebt wie Tomaten und Paprika, mit denen sie verwandt sind. Aber ebenso wie Tomaten und Paprika lassen sich Auberginen durchaus in Deutschland anbauen: Wenn Sie von Juli bis September auf dem Markt Auberginen kaufen, könnten diese erntefrisch aus der Region stammen.

Allerdings werden diese Auberginen meist im Gewächshaus angebaut. Wenn Sie Auberginen ins Freiland setzten möchten, sollten Sie also eher in einer der wärmeren Gegenden Deutschlands wohnen, und auch dann ist es möglich, dass Ihre Auberginenzucht bei ungünstiger Witterung recht bescheidene Ergebnisse zeigt.

Jungpflanzen oder Saatgut kaufen
  • Sie können sich Auberginen-Jungpflanzen kaufen, auf vielen Märkten werden sie im Mai angeboten. Oder Sie bestellen ihre Jungpflanzen übers Internet, z. B. beim Internethandel von Jörn Meyer Gemüsebau aus 25348 Blomesche Wildnis, www.tomaten-mit-geschmack.de.
  • Die Setzlinge kosten allerdings meist einige Euro pro Stück, beim o. g. Gemüsebau 4,50 Euro. Dafür bekommen
    Sie rund 20 Auberginensamen, wer also ganze Auberginen-Rabatten anlegen möchte, sollte sich mit der Anzucht versuchen. Auberginensamen gibt es bei o.g. Adresse, oder bei Irinas Tomaten & Kräuter Spezialitätengärtnerei in 93142 Maxhütte-Haidhof, www.irinas-shop.de, hier finden Sie die Samen von 12 verschiedenen Auberginen-Arten.
Die Anzucht der Auberginenbeet-gemuese fl

Die Aussaat der Auberginensamen erfolgt unter Glas, am besten direkt in Einzeltöpfe oder in den Balkonkasten. Wenn Keimtöpfe oder Balkonkästen in einem Raum mit 20 bis 22 Grad stehen, keimen die Samen nach etwa einer Woche. Die frostempfindlichen Auberginen dürfen erst dann ins Freie, wenn es sicher warm bleibt, in den meisten Gegenden also in der zweiten Maihälfte.

Im Freiland sollte ein im Herbst vorgedüngtes Beet auf die nährstoffhungrigen Auberginen warten, sie werden in einem Reihenabstand von 50 cm gepflanzt. Sie sollten nicht in einen Boden gepflanzt werden, in dem gerade andere Nachtschattengewächse kultiviert wurden, Kartoffeln oder Tomaten beispielsweise.

Auberginen werden möglichst tief in die Erde gepflanzt, damit sie zusätzliche Seitenwurzeln bilden, dabei können Sie gleich einen ein Stützpfahl mit eingegraben. Auch eine Folie mögen die Sonnenkinder gerne, dann

wird es auch bei plötzlichen späten Kälteeinbrüchen nicht zu Wachstumsstockungen kommen.

Pflege der Auberginen

Nun dürfen die Auberginen einfach wachsen, Sie sollten sie nur gut mit Nährstoffen versorgen. Kompost ist immer willkommen, die anspruchsvollen Pflanzen lieben humusreichen Boden, im Laufe der Saison sollten Sie ein bis zwei Mal düngen. Ab August werden alle Blüten abgeknipst, die sich jetzt noch bilden, deren Früchte würden nicht mehr ausreifen.

Ernte der Auberginen

Für die Auberginen gibt es ein ganz bestimmtes Erntefenster, in dem sie die optimale Qualität haben. Ein oder zwei Tage nachdem die Fruchtschale durchgefärbt und glänzend erscheint, sollte geerntet werden. Wenn sie länger am Strauch bleiben, werden die Früchte in der Folgezeit außen matt und innen schwammig und weniger aromatisch, auch der Solaningehalt nimmt zu. Die ersten Früchte im Freiland reifen im August, wenn sie im Gewächshaus gezogen werden, können die ersten Auberginen schon im Juli geerntet werden.

Ob Auberginen überwintert werden können bzw. ob sich das lohnt, ist umstritten, mehrjährig sind die Pflanzen eigentlich. Sie müssten aber auf jeden Fall im Winter ins Haus, auf eine helle Fensterbank z. B., ein Überwinterungsversuch könnte also beispielsweise mit Auberginen im Balkonkasten gemacht werden oder mit den Auberginen, die im Kübel auf der Terrasse standen.

Auberginen sollten übrigens immer gut durchgegart werden, da sie als Nachtschattengewächse im unreifen Zustand das giftige Solanin enthalten. Es ist also kein Zufall, wenn die Eierfrüchte in den berühmten Gerichten durchweg längere Zeit geschmort oder gebacken werden.