Was ist Austriebsspritzung?

Austriebsspritzung

AustriebsspritzungBei einer Austriebsspritzung handelt es sich um eine Spritzung von Ziergehölzen und Obstbäumen. Diese sollte in den Monaten Februar und März erfolgen, bzw. zu dem Zeitpunkt, wenn die Knospen anfangen zu schwellen oder aber die Blattspitzen schon sichtbar werden. - Also die Bäume damit beginnen auszutreiben.

Ist die Austriebsspritzung sinnvoll?

Die Spritzmittel wirken ausschließlich gegen überwinternde Stadien von Schädlingen (Spinnmilben, Schild- und Blattläuse). Bis auf Blattläuse sind diese aber recht selten. Blattläuse kann man im Hausgarten mit einem Wasserstrahl abspülen, da braucht man kein

Spritzmittel. Apfel- oder Pflaumenwickler, Kirschfruchtfliegen und Gespinstmotten werden nicht bekämpft. Diese befinden sich zur Spritzzeit noch in der Winterruhe und werden nicht erreicht. Das aber sind die entscheidenden Schädlinge. Krankheitserreger wie Schorf, Birnengitterrost oder die Monilia-Spitzendürre werden von den Austriebsspritzmitteln gar nicht erfasst.
Es lohnt sich also kaum, im Hausgarten eine Austriebsspritzung vorzunehmen (anders im Erwerbsanbau). Wenn in Ausnahmefällen doch gespritzt wird, unbedingt ein Mittel mit den Wirkstoffen Parafinöl oder besser noch Rapsöl verwenden!

Austriebsspritzmittel

Die Mittel enthalten in der Regel Paraffin- oder Rapsöl. Beide haben den selben Effekt. Wichtig ist, dass in dem Mittel noch ein Emulgator enthalten ist, der für eine gute Wasserlöslichkeit sorgt.
  • Promanal von Neudorff – enthält Paraffinöl in hochreiner Form; breite Zulassung, wirkungssicher; für integrierte und biologische Produkte geeignet – ab 6,95 € für 500 ml
  • Para Sommer von Stähler – auf Parafinölbasis; nicht Bienengefährlich, wird vor allem gegen Spinnmilben und Schildläuse eingesetzt; 10 bis 12 € pro 500 ml
  • Natria
    Austriebsspritzmittel von Bayer – Mineralölbasis (Paraffin); Anwendung an Kern- und Steinobst nur im Erwerbsgartenbau zulässig; ab gut 7 € pro 500 ml
  • Schädlingsfrei Naturen von Scotts Celaflor – Neemölbasis; auch für biologischen Landbau geeignet; etwa 10 Euro pro 500 ml
Spritztermin einhalten!
  • Es gibt nur einen kurzen Anwendungszeitraum, in welchem die Mittel wirken.
  • Vom Schwellen der Knospen bis zum Erscheinen der ersten Blattspitzen.
  • Nur wenige Tage bis knapp zwei Wochen
  • Kurz vor dem Schlüpfen der Larven
  • Spritzt man zu früh, sind die Eier noch in der Ruhephase
  • Spritzt man zu spät, kann der Ölfilm die schützende Wachsschicht der jungen Blätter schädigen
Anwendung der Spritzmittel
  • Stamm, Äste und Zweige müssen alle eingesprüht werden!
  • Von alles Seiten besprühen!
  • Alles muss tropfnass sein!
Die Austriebsspritzung erfolgt mit einem Pflanzenschutzmittel, das ölhaltig ist. Auf diese Weise werden die in den Pflanzen überwinternden Schädlinge gerade in der Phase getroffen, wenn sie am verletzlichsten sind. Durch das Pflanzenschutzmittel, das ölhaltig ist, werden die Schädlinge abgetötet. So können sie keinen Schaden an den Pflanzen anrichten und bei den Obstbäumen fällt die Ernte reichlich aus.

An den Kragen geht es mittels einer Austriebsspritzung Schädlingen wie der Blattlaus (die Austriebsspritzung ist dabei nur gegen die Eier wirksam), der Schildlaus, den Sitkaläusen (die Austriebsspritzung ist dabei sowohl gegen Eier, als auch gegen erwachsene Tier wirksam) und auch den Eiern der Spinnmilben. Eine Austriebsspritzung ist des Weiteren auch wirksam gegen die Jungraupen der Spanner, der Wickler und der Gespinstmotten.

Die Gefahr bei der Austriebsspritzung ist, dass man mit ihr außer den Schädlingen auch die Nützlinge trifft, die an einem schönen Frühlingstag schon unterwegs sind. Getroffen werden können dabei durchaus auch die Nützlinge wie die Schlupfwespenarten, die Raubmilben und die Ohrenkneifer,

aber auch Florfliegen und Marienkäfer.

Austriebsspritzungen wirken nicht selektiv. Ob Schädlinge, Indifferente und Nützlinge, die auf das jeweilige Pflanzenschutzmittel reagieren, werden bei der jeweiligen Aktion abgetötet. Aussortieren kann man die Insekten vor der Austriebsspritzung Aktion leider nicht.

Fazit

Eine Austriebsspritzung macht nur dann Sinn, wenn im vorherigen Jahr ein hoher Schädlingsdruck vorhanden war! Dann aber unbedingt darauf achten, dass Nützlinge verschont werden!