Bilsenkraut - Weißes & Schwarzes Bilsenkraut

Bilsenkraut - Weißes & Schwarzes Bilsenkraut gelbes BilsenkrautBilsenkräuter gehören zur Familie der Nachtschattengewächse. Es gibt 23 Arten, die zur Gattung Bilsenkraut zählen, dazu gehören das Weiße und Schwarze Bilsenkraut. Diese Kräuter sind ein- oder auch zweijährig und werden etwa zwischen 10 und 100 cm hoch, vereinzelt auch größer.

Sie kommen ursprünglich in Europa, China und Indien vor, wurden aber bis in die USA und nach Australien eingeschleppt und verbreitet. Anzutreffen ist diese Pflanze auf Schuttplätzen und an Wegen und

Mauern entlang. Sie ist nicht besonders häufig zu finden, trotz ihrer Verbreitung in ganz Europa. Am ehesten wächst sie auf stickstoffhaltigem Boden. 

Schwarzes Bilsenkraut
  • Diese Sorte ist mit klebrigen Haaren bedeckt und zottig.
  • Sie wird etwas niedriger wie einige andere Bilsenkräuter, nämlich nur bis zu 60 cm hoch.
  • Die Blüten sind dunkelgelblich mit violetten Adern und stehen immer zu einer Seite.
  • Auch das Innere der Blüte ist lila, genauso wie die Staubbeutel.
Diese Blüten erscheinen im Sommer und zwar meistens von Juni bis Oktober. Ihr Geruch ist streng und die Blätter haben ein mattes Grün und eine buchtige Zähnung am Rand. Im Volksmund wird die Pflanze auch Saukraut, Schlafkraut oder Tollkraut genannt.

Weißes Bilsenkraut
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  • Das Erscheinungsbild von Weißem und Schwarzem Bilsenkraut ist annähernd gleich.
  • Das weiße jedoch wächst buschiger, nur etwa bis zu 40 cm hoch ...
  • ... und hat andere Blüten. Diese sind cremegelb und im Inneren schwarz.
Giftigkeit der Bilsenkräuter

Da diese Pflanzen wie erwähnt zu den Nachtschattengewächsen gehören, sind sie zum einen giftig, zum anderen ein Rauschmittel. An giftigen Inhaltsstoffen besitzt die Pflanze Alkaloide, Hyoscyamin, Scopolamin und Atropin. Daher kommt es bei eventuellem Verzehr auch zu den für diese Pflanzengruppe üblichen Auswirkungen, die ganz ähnlich denen der Tollkirsche sind: Zuerst stellt sich die aufputschende Wirkung ein, manchmal begleitet von Aggressivität. Danach fällt die betreffende Person in einen sehr tiefen Schlaf mit ausgeprägten Traumphasen und extremen Erlebnissen im Traum. Diese Träume haben oftmals einen mystischen oder sehr Besorgnis erregenden Charakter. In der Wachphase werden alle Wahrnehmungen intensiviert wie Sehen, Riechen und Schmecken. Es kann zu Hirngespinsten und zu erschreckenden Wahnzuständen kommen.

Bilsenkraut mit BlüteAuch durch Rauchen können diese Symptome hervorgerufen werden und bei hohem Konsum droht sogar der Tod. Leichte Nebenwirkungen bei geringem Konsum sind Schwindel und Kopfschmerzen, Benommenheit und Herzrasen. Außerdem führt es zum Austrocknen der Schleimhäute – sowohl im Mund als auch in den Verdauungsorganen.

Bilsenkraut als Hexenpflanze

Früher war das Bilsenkraut als Hexenpflanze bekannt. Ganz früher wurde es nämlich zum Bierbrauen verwendet und in diverser Literatur taucht auch immer wieder die betäubende Wirkung des Bilsenkrauts auf. So wurden Bilsenkräuter ehemals als Gichtmittel oder gegen Schmerzen eingenommen. Bilsenkrautöl wurde während der Operationen als Betäubungsmittel hergenommen – so hatte die Pflanze auch einen gewissen Einfluss auf die Chirurgie.

Aussaat

Wer will, kann beide Sorten im heimischen Garten aussäen. Am liebsten haben sie volle Sonne, kommen jedoch auch im Halbschatten gut zurecht. Das Saatgut wird auf die Erde gestreut und leicht angedrückt, dann leicht mit Erde bedeckt und möglichst warm gestellt. Da

sie viel Stickstoff benötigt, darf gut gedüngt werden. Samen für Schwarzes und Weißes Bilsenkraut gibt es im Versandhandel.