Perückenstrauch - Pflege, Vermehrung und Schneiden

Perückenstrauch - Pflege, Vermehrung und Schneiden Der Perückenstrauch, botanisch Cotinus coggygria, wird besonders wegen seiner auffälligen Fruchtstände und des schön gefärbten Herbstlaubes als Zierstrauch im Park und im Garten geschätzt. Er wächst breitbuschig und kann bis zu fünf Meter hoch werden. Je nach Sorte sind seine Blätter grün oder rot gefärbt, im Herbst nehmen sie einen gelblich-orangen bis tiefroten Farbton an.

In Mitteleuropa bildet er im Frühsommer kleine gelbe Blüten aus, die in Rispen wachsen. Seinen Namen hat der Strauch den wolkigen, büschelartigen Früchten zu verdanken, die im September und

Oktober zu bewundern sind und ihn wie ein weißes, weiches, feinhaariges Gebilde erscheinen lassen.
Weitere Eigenschaften des Perückenstrauches:
  • bedingt winterhart
  • Flachwurzler
  • sparrige, mehrstämmige Wuchsform
  • wächst anfangs langsam, später mäßige Wuchsgeschwindigkeit (30-40 cm im Jahr)
  • pflegeleicht
  • schnittverträglich, auch Radikalschnitt
Standort des Perückenstrauchs

Der rotlaubige Perückenstrauch fühlt sich an einem sehr sonnigen Standort am wohlsten und verträgt auch längere Trockenheit sehr gut. Nur die jungen, frisch gepflanzten Sträucher benötigen bei anhaltender großer Hitze hin und wieder einen Wassergraben. Gepflanzt werden die Sträucher im Herbst oder im Frühling. Dabei ist zu beachten, dass sie eine Breite von bis zu vier Metern erreichen können. Der grünlaubige Perückenstrauch gedeiht auch an schattigen Standorten. Die Sorten mit roten Laubblättern können sich dagegen im Schatten nicht optimal entfalten. Sie wachsen kaum, bilden zu wenig Blüten und damit Früchte aus und verlieren dadurch stark an Attraktivität.

Geeignete Bodenbedingungen

Hinsichtlich der Beschaffenheit des Bodens ist der Perückenstrauch relativ anspruchslos. Er gedeiht auf mageren und trockenen Böden genauso wie auf nährstoffreichen, feuchten Böden. Sogar steinige Böden mit einem hohen Gehalt an Kalk kann der Strauch gut vertragen. So fühlt er sich in herkömmlicher Gartenerde sehr wohl. Er benötigt keine oder nur sehr wenig Düngung. Vermieden werden sollte allerdings, den Perückenstrauch in zu stark verdichtete, salzhaltige Böden zu pflanzen.

Überwintern des Perückenstrauchs

Der Perückenstrauch kann im Winter Temperaturen von bis zu -20 Grad Celsius überstehen. Allerdings sind die jungen, frisch gepflanzten Sträucher noch sehr frostempfindlich. Damit sie durch starken Frost keinen Schaden erleiden, sollten die Jungpflanzen an einem kühlen, aber frostfreien Ort, am besten im Haus, überwintert werden. Ältere Sträucher benötigen bei extremen Frösten oder rauen Standorten ebenfalls einen Winterschutz, am besten mit Reisig.

Cotinus coggygria vermehren

Experten empfehlen, den Perückenstrauch durch Absenker zu vermehren. Bei diesem Verfahren senkt man im Frühjahr einen Seitentrieb des Strauches in die Erde ab, die aus dem Boden ragende Spitze des Triebes sollte dabei etwa 30 cm lang sein. Mit der Gabe eines Bewurzelungshormons kann die Wurzelbildung beschleunigt werden. Ist die Jungpflanze erfolgreich angewachsen, wird sie im Herbst von der Mutterpflanze getrennt und an einen eigenen Standort gepflanzt.

Vermehren lässt sich der Perückenstrauch auch durch Aussaat. Diese erfolgt im Oktober, nachdem die Samen aus den reifen Fruchtständen entnommen worden sind. Ausgesät wird in den sogenannten kalten Kasten, einem mit Erde gefüllten Behälter aus Holz oder Kunststoff. Der kalte Kasten muss abgedeckt und regelmäßig gelüftet werden. Meist erzielt das Vermehren des Perückenstrauches durch Aussaat weniger Erfolge als die Vermehrung durch Absenker. Erfahrungsgemäß stehen die Erfolgschancen am geringsten bei der Vermehrung
durch Stecklinge
, da diese nur sehr schwer anwachsen.

Perückenstrauch schneiden

Der Perückenstrauch

kann zu jeder Jahreszeit einen Schnitt gut vertragen. Er sollte regelmäßig ausgelichtet werden. Wichtig ist es, vertrocknete Zweige und Äste so schnell wie möglich bis ins gesunde Holz hinein zurückzuschneiden. Ein radikaler Rückschnitt wird besonders bei sehr alten Pflanzen empfohlen, die zuvor selten beschnitten worden sind. Erfolgen sollte der Rückschnitt am besten im Vorfrühling, kurz bevor die neuen Triebe austreiben. Allerdings können im Jahr eines radikalen Rückschnittes keine Blüten und Früchte erwartet werden. Jüngere, gesunde Pflanzen benötigen keinen Rückschnitt, da dieser nur die natürliche Wuchsform verfälscht. Beim Schneiden des Perückenstrauches ist zu beachten, dass der Strauch in sehr seltenen Fällen Allergien auslösen kann. Deshalb sollten vorsorglich Handschuhe getragen und der direkte Körperkontakt mit dem Pflanzensaft vermieden werden.

Schädlinge und Krankheiten

Im Allgemeinen ist der Perückenstrauch wenig anfällig gegen Krankheiten und Schädlinge. Befallen werden kann er vor allem von der Verticilliumswelke, einer Pilzkrankheit. Diese schädigt die Wasserleitungsbahnen des Strauches und verhindert somit sein gesundes Wachstum. Zu erkennen ist der Pilzbefall an Symptomen wie welkenden Blättern und insgesamt geringem Wachstum. Die Verticilliumswelke kann nur durch radikales Entfernen der kranken Pflanzenteile bekämpft werden. Hobbygärtner sollten darauf achten, die befallenen Pflanzenabfälle nicht auf dem Kompost zu entsorgen. Die Krankheitserreger sind nämlich sehr zäh und ausdauernd, sie können lange überleben und dadurch mit der Komposterde im Garten verteilt werden und andere Pflanzen befallen.

Bei rotblättrigen Perückensträuchern ist hin und wieder ein Befall durch Mehltau zu beobachten, welcher an einem weißen Belag auf den Blättern zu erkennen ist. Gegen Mehltau helfen verschiedene Hausmittel wie Milch, Speiseöl oder Backpulver. Natürliche Feinde des Mehltaus sind z. B. Marienkäfer.

Weitere Pflegetipps für den Perückenstrauch:
  • Mulchen statt Düngen
  • bei radikalem Rückschnitt bis knapp über dem Boden wachsen beim nächsten Austrieb größere Blätter
  • beim Gießen unbedingt Staunässe vermeiden
  • Kontakt der Pflanze mit Salz vermeiden, da auf Blättern Salzschäden entstehen können
  • Boden stets locker halten
Fazit: Wissenswertes zum Perückenstrauch in Kürze

Der Perückenstrauch verschönert mit seinen farbenfrohen Blättern und auffälligen Fruchtständen viele Gärten und Parks und kann vielseitig verwendet werden. Er benötigt vergleichsweise wenig Pflege und ist resistent gegen viele Pflanzenkrankheiten und Schädlinge. Seine Ansprüche an Standort und Boden sind ebenfalls gering, so dass er ideal als Gartenstrauch geeignet ist.
  • Namensgebung: Fruchtstände sehen perückenartig aus, weshalb die Pflanze diesen deutschen Namen erhielt; wird auch Färbersumach genannt
  • Art/Familie: gehört zur Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae)
  • Pflegeaufwand: gering. pflegeleicht
  • Pflege: nur bei anhaltender Trockenheit wässern, Düngung nicht notwendig
  • Blütezeit: im Juni bis 20 cm Blütenrispen bestehend aus vielen kleinen Einzelblüten in Grüngelb, danach von September bis Oktober attraktive rote Fruchtbildung (wirken wie Haarschöpfe)
  • Belaubung: intensiv rote Herbstfärbung
  • Wuchs: mehrstämmig aufrecht, sparrig aufrechter, buschiger Wuchs
  • Höhe: 200 bis 400 cm
  • Standort: sonnig bis halbschattig warm und windgeschützt, wobei sonnig bevorzugt wird.
  • Boden: kalkhaltig, leicht und durchlässig, gerne auch steinig bis karg, Trockenheit wird gut vertragen, Dauernässe weniger
  • Pflanzzeit: beim Einpflanzen so tief setzen, dass der Ballen leicht mit Erde bedeckt wird
  • Schnitt: Rückschnitt nicht notwendig, jedoch Entfernung toten Holzes und evtl. Korrekturschnitt im Frühjahr
  • Partner: dekorative Hintergrundpflanzung für Staudenbeete
  • Überwinterung: nicht sicher winterhart, sollte im Haus frostfrei überwintert werden, ausgepflanzt kann es trotz Winterschutz zu Ausfällen kommen
  • Pflegefehler: verträgt ständige Feuchtigkeit nicht
  • Sorten: 'Royal Purple' als sehr attraktive und beliebte Sorte, mit bei Neuaustrieb schwarzroten metallisch glänzenden Blättern, die später tief dunkelrot-violett werden
  • Verwendung: das Holz sowie die Blätter des Strauchs werden zum Färben genutzt
Besonderheiten des Perückenstrauchs
  • ist in Südeuropa und im Mittelmeerraum heimisch
  • mehrstämmiger sommergrüner Zierstrauch mit dichter Kronenbildung
  • die roten haarfeinen Früchte dienen gut zur Dekoration
  • verträgt Hitze und Trockenheit gut