Petunien, Petunia - häufige Krankheiten und Schädlinge

PetunienEs ist also darauf zu achten, dass der Standort stimmt, dass die Erde von der Zusammensetzung und den Nährstoffen her passt und das ausreichend, aber auch wieder nicht zu viel, gegossen und gedüngt wird. Krankheiten und Schädlinge können natürlich trotzdem auftreten, aber gesunde und kräftige Pflanzen können sich einfach besser zur Wehr setzen. Lesen Sie, welche Plagegeister und Krankheitskeime Petunien befallen können, wie man vorbeugen und wie man seinen Pflanzen helfen kann.

Kurzer Steckbrief zu Petunien
  • Stammen aus Südamerika
  • Im Angebot

    fast ausschließlich Hybriden
  • Einjährig, obwohl sie auch überwintert werden können
  • Benötigen sehr viel Sonne und Wärme
  • Möglichst wind- und regengeschützter Platz
  • Brauchen reichlich Platz im Gefäß
  • Humose Blumenerde
  • Regelmäßig gießen
  • Mögen keine Trockenheit und keine Staunässe
  • Alle 7 bis 10 Tage düngen - phosphorbetont
  • Vertrocknete Blüten regelmäßig entfernen   
Petunien – Krankheiten

Petunien blühen zwar lange und reichlich, brauchen dafür aber ideale Bedingungen. Stehen sie zu nass oder zu trocken, wirkt sich das auf die Gesundheit der Gewächse aus. Fäulnis ist wohl die am häufigsten vorkommende Krankheit bei Petunien. Häufig liegt es daran, dass die Pflanzen nicht unter einem Dach stehen und häufig nass werden. Das vertragen sie nur schlecht. Oft werden sie aber auch einfach zu viel gegossen. Die Erde ist zu nass, kann nicht zwischenzeitlich mal abtrocknen und dadurch bildet sich ebenfalls Fäulnis, sogar ziemlich schnell. Mehltau ist ein weiteres Problem. Viele Pflanzen werden von dem verantwortlichen Pilz befallen. Rechtzeitig erkannt, kann man da allerdings ganz einfach gegensteuern. Chlorosen, die auch gern mal auftreten, kann man gut vorbeugen. Sie sind aber auch einfach abzustellen. Ansonsten sind Petunien nicht sonderlich empfindlich. Es gibt nicht viele Krankheiten, die sie befallen.

Mehltau – in der Regel Echter Mehltau

Mehltau ist bei Petunien recht häufig. Oft liegt es an der Witterung, aber auch bei falscher Pflege kann es zu einem Befall kommen. Vermehrt tritt er auf, wenn die Pflanzen Wind und Wetter ausgesetzt sind. Zum Glück ist der Echte Mehltau der harmlosere der zwei bei uns hauptsächlich auftretenden Arten. Der Pilz siedelt oberflächlich, dringt nicht in die Pflanze ein. Außerdem kann er gut durch harmlose Hausmittel bekämpft werden. Bei Falschem Mehltau sieht das anders aus. Zu erkennen ist der Echte Mehltau an einem weißlichen, mehlartigen Belag, der alle Pflanzenteile betreffen kann. Oft beginnt der Befall auf den Blättern und breitet sich von da aus. Die einfachste Lösung ist, ein Gemisch aus 9 Teilen Wasser und einem Teil Milch herzustellen. Das wird von allen Seiten über die Petunien gesprüht. Wichtig ist, dies beim ersten Anzeichen vom Befall zu tun. Wenn sich die Krankheit ausbreitet, reicht dieses Gemisch meist nicht mehr. Dann müssen die Petunien häufig entfernt werden. Natürlich gibt es gegen Mehltau auch chemische Präparate. Je früher diese zum Einsatz kommen, umso besser. Hat sich der Pilz schon zu sehr ausgebreitet, sind auch diese Mittel nicht mehr wirklich hilfreich.
  • Weißlicher, mehlartiger Belag auf allen Pflanzenteilen
  • Wasser-Milch-Gemisch
  • Pflanzenschutzmittel
  • Befallene Teile beseitigen
  • Im Notfall gesamte Pflanze herausnehmen
Wurzelhalsfäule

PetunienDiese Fäulniserkrankung wird mit der Pflanzenerde übertragen. Da kann man nicht viel tun. Zu erkennen ist die Erkrankung daran, dass der Stängelgrund und der obere Wurzelbereich braun oder schwarz werden.  Die Pflanzen welken und sterben ab. Das muss als Verlust verbucht werden. Wichtig ist, bevor man

neu pflanzt, die gesamte Erde auszutauschen. Die Pflanzen müssen vernichtet werden, gehören nicht auf den Kompost. Gesunden Pflanzen kann man helfen, wenn man bei Dauerregen mit Schachtelhalmbrühe spritzt.
  • Stängelgrund und oberer Wurzelbereich braun oder schwarz
  • Pflanzen vernichten
  • Komplette Erde austauschen
Chlorose

Es gibt verschiedene Arten von Chlorosen. Bei Petunien treten Blattvergilbungen auf. Zuerst sind die jungen Blätter betroffen. In der Regel liegt es daran, dass Eisen fehlt. Abhilfe schafft eine Blattdüngung, obwohl nasse Blätter bei Petunien eher vermieden werden sollten. Auch Steinmehle können bei Eisenmangel helfen. Bei Topfpflanzen kann es hilfreich sein, die Erde im Kasten oder Behälter auszutauschen. Außerdem ist es sinnvoll, das Gießwasser abzukochen. Auch weiches Wasser aus dem Wäschetrockner ist geeignet. Im Fachhandel gibt es spezielle Erde für Petunien, welche einen höheren Eisengehalt hat. So wird Chlorosen bei den Pflanzen von Anfang an vorgebeugt.
  • Chlorose –
    Eisenmangel
  • Blattvergilbungen
  • Zuerst an jungen Blättern
  • Blattdüngung oder Steinmehle zugeben
Petunien brauchen Nährstoffe um gesund und kräftig zu wachsen. Gute Pflege allein reicht da nicht. Es sind Starkzehrer. Wichtig ist, einen phosphatbetonten Dünger zu nutzen. Um Eisenmangel vorzubeugen, ist es empfehlenswert spezielle Petunienerde zu verwenden oder regelmäßig eine Blattdüngung mit Eisendünger vorzunehmen. Gesunde Pflanzen sind wiederstandsfähiger und robuster und können sich gegen Krankheitserreger besser wehren.

Petunien – Schädlinge

Schädlinge schleppt man sich leider häufig schon beim Kauf ein. Wichtig ist deshalb, auf gesunde und schädlingsfreie Pflanzen zu achten. Zeigen sich kleinste unklare Stellen oder Lebewesen an den Gewächsen, lassen Sie sie stehen! Sie ersparen sich viel Ärger. Bei den Schädlingen sind es vor allem Blattläuse und die Weiße Fliege, welche Petunien zu schaffen machen. Beide lassen sich aber gut bekämpfen. man muss noch nicht mal Chemie einsetzen.

Blattläuse

PetunienPetunien gehören zu den Lieblingspflanzen von Blattläusen. Sie werden häufig befallen und dann auch gleich in Massen. Zu erkennen sind sie an den gekräuselten bzw. verfärbten Blättern und Pflanzenteilen. Außerdem ist Honigtau ein deutliches Zeichen für Blattlausbefall, das sind die Ausscheidungen der Insekten. Zu bemerken sind glänzende Stellen auf den Blättern oder bei Topfpflanzen auch klebrige Stellen auf dem Boden um das Gefäß herum. Honigtau ist ein idealer Nährboden für Pilzsporen, so dass sich noch Pilze ansiedeln, welche die Pflanzen zusätzlich schwächen. Durch die zarten Blüten der Petunien fällt die sehr wirksame Bekämpfungsmethode weg, die Schädlinge einfach mit einem scharfen Strahl aus dem Wasserschlauch abzuspülen. Das würde mehr Schaden anrichten als helfen. Günstiger ist dann die Anwendung eines alten Hausmittels, der Wasser-Spülmittel-Lösung. Man nutzt eine Sprühflasche und füllt Wasser hinein. Dazu kommen dann noch einige Tropfen Spülmittel oder alternativ, einige abgehobelte Späne Kernseife. Die Konzentration darf keinesfalls zu hoch sein. Mit dieser Lösung die Pflanzen von allen Seiten einsprühen, vor allem auch unter den Blättern, denn dort sitzen die Schädlinge am liebsten. Der Vorgang muss nach einigen Tagen wiederholt werden, meist dann noch einmal. Ähnlich funktioniert auch ein Gemisch aus Wasser, Rapsöl und einem Spritzer Spülmittel, damit die Zutaten sich verbinden. Für Kaffeetrinker bietet sich an, Kaffeesatz um die Pflanzen herum auf der Erde zu verteilen. Das hilft nicht nur gegen Blattläuse, dieses Abfallprodukt dient gleichzeitig als Pflanzendünger.

Auch Brennnesselsud hat zwei gute Eigenschaften. Er hilft nicht nur gegen Ungeziefer, er stärkt gleichzeitig die Pflanzen. Dazu einen 10 Liter Eimer mit frisch geschnittenem Brennnesselkraut füllen und mit Wasser aufgießen. Alles ein bis zwei Tage stehen lassen (keinesfalls länger, sonst wirkt es nicht) und dann die abgegossene Brühe unverdünnt über die Pflanzen sprühen. Wer sich am Gestank stört, muss nur etwas Gesteinsmehl über das Ganze geben, dann hat sich der unangenehme Geruch erledigt. Natürlich gibt es auch chemische Bekämpfungsmittel, aber diese sind eigentlich überflüssig, vor allem für alle, die in ihrem Garten oder auf dem Balkon ohne Chemie leben möchten.
  • An gekräuselten Blättern und gelben Blättern und Pflanzenteilen zu erkennen
  • Deutliches Zeichen auch Honigtau
  • Hausmittel zur Bekämpfung
  • Wasser mit etwas Spülmittel zum Sprühen
  • Alternativ Kernseife
  • Wasser–Rapsöl–Spülmittel–Lösung
  • Kaffeesatz – gleichzeitig Dünger
  • Brennnesselsud – auch zur Pflanzenstärkung
Weiße Fliege

PetunienAußerdem ist die Weiße Fliege noch recht häufig an Petunien zu finden. Die kleinen weißen Fliegen, die bei der kleinsten Berührung der Pflanzen in Massen aufsteigen, so dass es aussieht, als springen sie fort, saugen Pflanzensaft. Da sie in Mengen auftreten, können sie ziemliche Schäden anrichten, die Petunien sehr schwächen. Außer bei Berührung sind die Insekten noch durch gelbe Stellen an den Blättern und ebenfalls an Honigtau zu erkennen. Hilfreich sind Gelbtafeln, allerdings nicht bei massenhaftem Befall. Die knallgelben Tafeln ziehen die Insekten an und sie bleiben an der stark klebrigen Oberfläche kleben. Bei starkem Befall müssten die Tafeln alle paar Stunden gewechselt werden, weil sie zu voll sind. Regen ist schlecht für die Sticker. Sie lösen sich auf. Am besten wirken sie unter einer Überdachung. Pflanzenschutzmittel helfen ebenfalls bei der Klärung des Problems. Wer also nicht unbedingt auf Chemie verzichten will, kann es so versuchen. Als wirkungsvoll haben sich vor allem systemisch wirkende Mittel erwiesen. Diese werden in flüssiger Form verabreicht und von den Petunienwurzeln aufgenommen. Die Wirkstoffe werden durch die gesamte Pflanze geleitet. Die saugenden Insekten stechen die Pflanze an und saugen mit dem Pflanzensaft auch das Gift heraus. Das war’s dann.
  • Zu erkennen an Rußtau, gelben Stellen auf den Blättern
  • Bei Berührung fliegen zahlreiche kleine Fliegen auf
  • Gelbtafeln
  • Pflanzenschutzmitteln
  • Systemisch wirkende Mittel
Tipp: Bei beiden Schädlingen ist es sinnvoll, die vom Honigtau verschmutzten Blätter zu entfernen, da darauf mit Vorliebe Rußtaupilze siedeln und diese die Pflanzen zusätzlich schwächen. Außerdem sollte bei den Sprühlösungen mit Spülmitteln oder Kernseife darauf geachtet werden, dass der Boden abgedeckt ist, damit die Flüssigkeit nicht in die Blumenerde eindringt.

Fazit

Petunien sind tolle Blühpflanzen. Bei gutem Standort, idealem Substrat und ausreichend  Wasser und Nährstoffen, erfreuen sie über Monate, egal ob im Balkonkasten, einem Pflanzkübel auf der Terrasse oder ausgepflanzt (nicht ideal) im Garten. Krankheiten und Schädlinge können aber trotzt bester Bedingungen und Pflege auftreten. Wichtig ist, erste Anzeichen zu erkennen und früh einzuschreiten, bevor sich Plagegeister oder Krankheitserreger zu weit ausbreiten. Im Prinzip sind alle Krankheiten leicht zu bekämpfen und auch bei der Schädlingsbekämpfung ist kein großer Aufwand zu betreiben. Alles in allem ist die Petunie also durchaus zu empfehlen.