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Puschkinie; Puschkinia libanotica – Pflege des Frühblühers

Die Puschkinia libanotica, eigentlich Puschkinia scilloides var. libanotica wird auch Scheinscilla oder Kegelblume genannt. Sie stammt ursprünglich aus den Regionen zwischen der Türkei und dem Libanon. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wird sie bei uns bereits kultiviert. Dort wo es den Puschkinien gut gefällt, breiten sie sich gern von selber weiter aus. Ab Anfang April wertet sie den ansonsten noch kahlen Garten mit ihren zahlreichen zarten Blütentrauben auf. Ein feines, blaues Linienspiel macht jede einzelne weiße Blüte auch im Detail zu einem reizvollen Blickfang.

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Standort

Am liebsten mögen sie halbschattige bis sonnige Lagen. Sie gedeihen auf dem Rasen und unter lichten Bäumen und Sträuchern, die im Frühjahr noch keine Blätter tragen. Auch im Steingarten oder in Trockenbeeten fühlen sie sich wohl. Je perfekter der Standort für die Puschkinien, desto weniger muss man sich um sie kümmern. Auch eine Hanglage ist gut geeignet, weil dort das Wasser gut abfließen kann. Denn die kleinen Zwiebelchen sind empfindlich gegen Staunässe. Zusammen mit Winterlingen, Milchsternen und Krokusse kommen sie an günstigen Standorten jedes Jahr wieder und blühen nicht selten bis in den Mai hinein.

Tipp:

Auch auf der Terrasse oder auf dem Balkon können die zarten Kegelblumen, zum Beispiel kombiniert mit bunten Ostereiern, eine reizvolle Deko in der Osterzeit sein.

Boden

An das Substrat hat die Puschkinia libanotica keine besonderen Ansprüche. Der Boden sollte jedoch nicht verdichtet sein, das Wasser muss gut abfließen können. Am günstigsten ist ein lockerer und humoser Boden, mit einem pH-Wert zwischen neutral bis alkalisch.

Pflanzen

Puschkinien bekommt man in Gärtnereien als Zwiebeln angeboten. Wie alle anderen Zwiebeln auch, werden sie im Herbst eingesetzt. Die Pflanztiefe sollte 5-10 cm betragen. In Gruppen eingesetzt kommen sie am besten zur Geltung. Einmal gesetzt, breitet sie sich von Jahr zu Jahr aus, vorausgesetzt, der Platz gefällt ihr. Wer mag, kann sie an unterschiedlichen Stellen setzen und wird dann schnell sehen, wo ein optimaler Platz ist. Etwas dichter gesetzt eigenen sich die Kegelblumen hervorragend als Bodendecker. Die Zwiebeln vom Fachhandel sollten immer von einwandfreier Qualität sein. Setzt man jedoch Zwiebeln, die man selbst oder der Nachbar im Sommer ausgehoben hat, müssen sie vor dem Einsetzen sorgfältig nach Parasiten und faulen Stellen untersucht werden. Nur einwandfreie, gesunde Zwiebeln dürfen zum Einsatz kommen. Kombiniert man die Puschkinien zusammen mit Tulpen oder Narzissen in einem Beet, hat man für eine lange Zeit ein buntes Blütenmeer. Die Spätblüher können dann die unschönen, welken Blätter der Puschkinien verdecken.

Tipp:

Beim Rechen oder Auflockern der Beet- oder Rasenfläche übers Jahr, sollte man in diesen Bereichen nicht zu kräftig zu Werke gehen, um die Zwiebeln nicht zu beschädigen.

Gießen und Düngen

Während der Blütezeit muss in Trockenperioden etwas Wasser gegeben werden. Im Sommer, wenn sich die Blätter zurückziehen, benötigen die Zwiebeln dann keine weiteren Wasser- oder Düngergaben. Stehen die Puschkinien in direkter Nachbarschaft zu Pflanzen, die auch im Sommer viel Wasser und Dünger benötigen, ist es besser, die Zwiebeln im Sommer aus der Erde zu holen und sie dann erst im Herbst wieder neu einzusetzen. Im Frühjahr kann man mit einer Kompostgabe den Boden für die Puschkinien aufwerten. Ansonsten benötigen sie aber keine weitere Düngung. Wenn man die Blätter, die nach der Blüte langsam gelb und welk werden, nicht entfernt, bekommen die Zwiebeln wieder genügend Kraft, um im nächsten Frühjahr wieder auszutreiben.

Schnitt

Wie bei allen Zwiebelgewächsen sterben auch bei der Puschkinie nach der Blüte die Blätter ab. Man sagt, diese Pflanzen ziehen dann ein. Die Blätter werden gelb und welk und vertrocknen schließlich. Erst wenn sie restlos vertrocknet auf dem Boden liegen, sollten sie entfernt werden. Sie lassen sich dann ganz einfach mit der Hand abziehen.

Überwinterung

Die Puschkinia libanotica sind winterhart. Meistens können die Zwiebeln im Boden bleiben und benötigen auch keinen weiteren Winterschutz. Ausnahmen mögen vielleicht besonders frostige Lagen sein.

Vermehrung

Die Puschkinien vermehren sich durch:

  • Selbstaussaat
  • Tochterzwiebeln (Brutzwiebeln)

Wenn dieser Frühblüher ein gutes Plätzchen gefunden hat, braucht man sich um die Vermehrung kaum mehr Sorgen zu machen. Manche Sorten neigen sogar zum Verwildern. Wem es zu viel wird, der entfernt einfach einige Zwiebeln und verschenkt sie.

Krankheiten und Schädlinge

Als robuster Frühblüher kennen Puschkinien kaum Schädlinge. Es ist für sie zu dieser frühen Jahreszeit einfach noch zu kalt. Einzig die Zwiebeln reagieren sehr empfindlich auf zu viel Nässe. Sie ziehen dann übers Jahr Parasiten an oder faulen. Deshalb gilt es, gelagerte Zwiebeln vor dem Einsetzen genau zu untersuchen. Eine Behandlung befallener Zwiebeln lohnt sich nicht, sie sollten (nicht auf dem Kompost) entsorgt werden.

Sorten

Im Fachhandel werden die kleinen Zwiebeln der Puschkinien meist in Tüten zu 10 bis 50 Stück angeboten. Viele unterschiedliche Arten gibt es nicht zur Auswahl:

  • Puschkinia scilloides: die Naturform; Höhe bis zu 12 cm; blüht nicht ganz so üppig; sehr variantenreich wird auch Hyazinthen-Puschkinie oder Hyazinthen Kegelblume genannt; diese Sorte ist aber nur sehr selten im Handel zu finden
  • Puschkinia scilloides var. libanotica: auch Libanon-Kegelblume genannt; sie wird bis zu 20 cm hoch; an einer Rispe wachsen 6-12 kleine glockenförmige weiße Blüten mit hellblauen Streifen aus der Mitte heraus; verwildert an günstigen Standorten durch Brutzwiebeln und Samen;
  • Puschkinia scilloides var. libanotica ‚Alba‘: dieselben Eigenschaften wie die Puschkinia scilloides var. libanotica; wie der Name es schon verrät, trägt diese Sorte der reinweißen Blüten

Fazit

Sich den frühen Frühling mit Puschkinien zu verschönern, ist kein großes Risiko in Sachen Pflegeaufwand und Kosten. Einmal im Garten Fuß gefasst, wird sie jedes Jahr zu den allerersten gehören, die unsere Frühlingssehnsucht nährt und triste Gartenecken verschönert. Auch im Kübel kommen sie gut und blühen üppig. Auch hier ist es wichtig, für einen guten Wasserabfluss zu sorgen, damit die Zwiebeln und Wurzeln nicht im Wasser stehen. In den Gärtnereien werden meistens die reinweiße Libanotica alba und die Libanon-Kegelblume mit den zarten blauen Streifen angeboten. Der Farbton hängt bei dieser Sorte ganz von der Sonnenbestrahlung an ihrem jeweiligen Standort ab.

Autor Garten-Redaktion
Ich schreibe über alles, was mich in meinem Garten interessiert.

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