Waldpflanzen - Lexikon der beliebtesten Pflanzen im Wald

Waldpflanzen - Lexikon der beliebtesten Pflanzen im Wald Der Wald ist Lebensraum für viele Pflanzen, die seine Mikroklima bevorzugen. Welche Waldpflanzen kennen Sie?Jeder Wald dient Pflanzen und Tieren als Lebensraum, deren Existenz speziell auf die dort gegebenen Bedingungen abgestimmt ist. Die Bäume bilden dabei die Grundlage. Sie lassen das typische Waldklima entstehen und schaffen damit die Voraussetzung für alle anderen Waldpflanzen, die sich bevorzugt im lichten Schatten der Nadel- und Laubbäume aufhalten.

Häufigste Waldpflanzen: Farne und Moose

Das

Lexikon der beliebtesten Pflanzen im Wald muss zweifelsohne vor allem Farne und Moose beinhalten, denn es sind die Pflanzen, die am häufigsten im Wald anzutreffen sind.

Farne sind mit 12.000 Arten auf unserem Globus vertreten, in Mitteleuropa wachsen etwa 200 davon. Der Echte Wurmfarn tritt in unseren heimischen Wäldern am meisten in Erscheinung. Seine Wedel, die an einer Rosette herauswachsen, können eine Länge von 160 cm erreichen. Moose dienen im Wald als Wasserspeicher. Sie holen sich das wertvolle Nass nicht über die Wurzeln, die sind nur für das Festhalten da, sondern über ihr Laub. Moose verhindern in Zusammenarbeit mit der dicken Humusschicht allzu schnelles Absickern des Regenwassers. Ein besonders ansprechender Vertreter seiner Art ist das Sternmoos, das bis zu 10 cm hoch wächst und mit seinem filigran geformten Laub auffällt.

Sowohl Farne als auch Moose sind Sporenpflanzen, die sich ungeschlechtlich vermehren. Forscher vermuten, dass sie seit 475 Millionen Jahren die Erde an Land besiedeln.

Nieswurz

Die Namensgebung dieser Pflanzengattung beruht auf der Tatsache, dass die toxischen Inhaltsstoffe bei dichtem Kontakt mit der Nase einen Niesreiz auslösen. Der Grüne Nieswurz darf als bekannteste Nieswurzart im Lexikon der beliebtesten Pflanzen im Wald nicht fehlen. Seine grünen Blüten präsentiert er bereits im zeitigen Frühjahr. Sein Vetter, der Stinkende Nieswurz, wächst bis zu 60 cm hoch und blüht erst im Herbst.

Pestwurz

Alle Pestwurzen sind Korbblütler, die ihre traubigen Blütenstände sehr früh im Jahr an aufrechten, bis zu 80 cm hochwachsenden Stängeln tragen. Zu ihnen gehören die Weiße Pestwurz und die Gewöhnliche Pestwurz mit rötlichen Blüten, die beide einen Standort im Wald bevorzugen.

Weißwurz

Das bevorzugte
Territorium der Weißwurzen, die zu den Spargelgewächsen zählen, sind lichte Laubwälder. Sie recken ihre bis zu 100 cm lang werdenden, paarweise belaubten Stängel seitwärts. So können die schmalen, langgezogenen, weißen Blütenglöckchen ideal nach unten hängen und sind somit weithin sichtbar. In unseren heimischen Wäldern sind der Vielblütige Weißwurz, der Quirlblättrige Weißwurz sowie das Echte Salomonssiegel anzutreffen.

Elfenblumen

So wie sich die Elfen der Sage nach bevorzugt im Wald aufhalten, suchten sich auch die Elfenblumen den Wald als Lebensraum aus. Alle Elfenblumen zählen zu den Berberitzengewächsen und tragen gespornte Blütenblätter. Wahrscheinlich waren es die bizarren, mystisch anmutenden Blütenformen, die dieser Pflanzengattung den Namen gab. Unsere Vorfahren waren der Überzeugung, dass diese Blumen engen Kontakt zu den Naturgeistern pflegen. Ihr Farbenspektrum reicht von weißen, rosa- und lilafarbenen bis hin zu gelben Blüten. Auch die Wuchshöhe ist je nach Art sehr unterschiedlich.

Taubnesseln

Ob die Taubnesseln zu den beliebtesten Pflanzen im Wald zählen

wird eher ungewiss sein. Zu sehr ähneln sie den Brennnesseln, die bei Berührung schmerzhafte Quaddeln auf der Haut verursachen, dabei besteht keine botanische Verwandtschaft. Taubnesseln bilden als Lippenblütler weitaus größere und auffälligere Blüten aus als die Brennnesseln. Die Weiße Taubnessel und die Gefleckte Taubnessel sind die beiden Arten, die sich im Wald sehr wohl fühlen.

Windröschen

Die Windröschen gehören zu den Hahnenfußgewächsen. Je nach Art erreichen sie verschiedene Wuchshöhen und tragen weiße, gelbe oder lilafarbene Blüten, zumindest die Sorten, die bei uns vorkommen. Dazu zählen das Buschwindröschen, das Gelbe Windröschen und das bezaubernde Leberblümchen.

Bärlauch ist wegen seiner vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten eine der beliebtesten WaldpflanzenWeitere Waldpflanzen
  • Der Bärlauch bevorzugt humusreiche Auwälder, an denen er zum Teil große Bestände bildet. Als beliebtes frisches Gewürz verfeinert er Saucen, Kräuterbutter, Pasta und Gemüse.
  • Lieferanten für frisches Obst sind Brombeersträucher, Heidelbeerpflanzen und Walderdbeeren. Brombeeren siedeln sich bevorzugt an Waldrändern an. Um Heidelbeeren zu finden, muss man dagegen tiefer in ein Waldgebiet vordringen.
  • Eng mit den Rosen ist der Wald-Geißbart verwandt. Aufgrund seiner bis zu 2 Metern hoch werdenden, weiß blühenden Ähren fällt er besonders im Mai und im Juni auf.
  • Schaumblüten sind Steinbrechgewächse, die den Schatten des Waldes lieben. Ihre rispenartigen, weißen Blüten erscheinen im Frühling.
  • Der Waldsauerklee mit seinen weißen Blüten ist eher unscheinbar, sollte aber im Lexikon der beliebtesten Waldpflanzen nicht fehlen und natürlich auch nicht der Waldmeister, der alljährlich mit seiner weißen Blütenpracht den Waldboden ziert.
Unbedingt zu nennen sind auch die Springkräuter. Sie verbreiten sich, wie der Name schon verrät, indem sie ihre Samen hinaus in die Welt schleudern. Das Große oder Echte Springkraut blüht gelb und hat als einziges aller in unseren Wäldern vorkommenden Springkräutern tatsächlich seinen Ursprung in Mitteleuropa. Bei allen anderen Springkräuterarten handelt es sich um Neophyten. Besonders besorgniserregend hat sich das Indische oder Drüsige Springkraut mit roten oder rosafarbenen Blüten ausgebreitet und nimmt heimischen Pflanzen den Lebensraum weg.

Wahrscheinlich hat jeder Waldspaziergänger eigene Favoriten, die er zu den beliebtesten Pflanzen im Wald zählt. Eines haben jedoch alle Gewächse gemeinsam: Sie erfreuen bei einem Waldspaziergang immer wieder aufs Neue.