Beinwell im Garten - Beinwellwurzel verwenden

beinwell-beet-hg-flBeinwell ist eine anspruchslose Pflanze, die in Sonne und Halbschatten gedeiht. Für den schnellen Anbau müssen Sie sich einfach ein Stück Beinwellwurzel in der freien Natur besorgen.

Beinwell im Garten anbauen

Das stecken Sie im Garten in die Erde, im Frühling wird dann ein Beinwell sprießen. Es gibt aber auch Beinwellsamen zu kaufen, wenn in Ihrer Nähe kein Beinwell zu finden ist. Ist der Beinwell erst einmal im Garten, lässt er sich wunderbar vermehren. Sie teilen einfach eine Wurzel in mehrere Stücke

von einigen Zentimetern Länge und pflanzen diese ein. Aus jedem Wurzelstück wird ein neuer Beinwell sprießen.

Wirkungen des Beinwells

  • Im Beinwell ist neben vermutlich anderen wirksamen Substanzen vor allem viel Allantoin enthalten. Sicher weiß man das vor allem vom Echten Beinwell (Symphytum officinale), auch in den anderen rund 40 Beinwellarten wird Allantoin vermutet. Allantoin ist für die Zellbildung überaus wichtig und es fördert die Wundheilung. Es hilft bei der Bildung von neuem Gewebe und neuer Kallusmasse, wirkt Reiz lindernd und entzündungshemmend. Deshalb werden Wirkstoffe aus der Beinwellwurzel bei Prellungen und Zerrungen, Verstauchungen und Verspannungen eingesetzt. Auch bei Entzündungen aller Art soll Beinwell helfen, eigentlich bei jeder Art Verletzung vor allem im Bereich des Bewegungsapparates bis hin zu Rheuma und Arthrose. Bei Muskelkater und Blutergüssen soll er beim Abbau der belastenden Stoffe helfen, Narben soll Beinwell weicher machen. Ebenfalls empfohlen wird eine Beinwell-Anwendung bei Geschwulsten und rheumatisch bedingten Muskelverdickungen oder Gichtknoten. 
  • Früher wurde Beinwell auch eingesetzt zur Wundheilung und bei Hautentzündungen. Vor allem wenn die Wunden schlecht heilten, wie es bei offenen Beinen oder offenem Ausschlag häufig der Fall ist (auch bei Schuppenflechte oder Neurodermitis). Außerdem wurde Beinwell bei einer ganzen Reihe von Beschwerden als innere Anwendung verabreicht, zum Beispiel Magengeschwür oder Magenschleimhautentzündung.
  • Heute weiß man jedoch, dass Beinwell auch Pyrrolizidinalkaloide enthält. Diese toxischen Verbindungen produzieren Abbauprodukte, vor allem in der Leber, die hepatotoxisch sind und in hoher Dosierung zu tödlichen Leberfunktionsstörungen führen können. Deshalb dürfen alle Arzneimittel mit
    Beinwellzubereitungen nur noch 100 Mikrogramm als Tagesdosis für äußere Anwendungen bzw. 1 Mikrogramm für innere Verwendungen, dabei ist die Einnahme auf sechs Wochen beschränkt.
  • Auf der anderen Seite hat man inzwischen heraufgefunden, dass chemisch hergestelltes Allantoin die Wundheilung nicht anregt und nicht zum Abheilen eitriger Wunden beiträgt. Das im Beinwell enthaltene pflanzliche Allantoin kann das. Deshalb wird heute aus Beinwell und anderen allantoinreichen Pflanzen natürliches Allantoin extrahiert, das in verschiedenen Cremes als Hautgenerator eingesetzt wird, ohne die Gefahren des Pyrrolizidinalkaloids mitzubringen. Natürliches Allantoin ist darüber hinaus bekannt als besonders hypoallergener (also keine allergene Inhaltsstoffe enthaltender) Stoff.

Beinwellwurzel verwenden

  • Die Beinwellwurzeln werden im Herbst oder zu Beginn des Frühjahrs gesammelt. Mitunter lässt sich die lange Wurzel einfach herausziehen, meist werden Sie mit einer Schaufel nachhelfen müssen. Lassen Sie ein Stück Wurzel in der Erde zurück, daraus wird ein neuer Beinwell wachsen. Beinwellblätter für einen Breiumschlag können jederzeit während der Wachstumsperiode gepflückt werden.
  • Beinwellsud kann verwendet werden, um Umschläge auf verletzte Körperteile aufzulegen. Für Beinwellsud wird ein Teil Beinwellwurzel in 10 Teilen Wasser zum Kochen gebracht, also zum Beispiel 100 Gramm Wurzel auf 1 Liter Wasser. Nach 10 Minuten köcheln gießen Sie die Flüssigkeit durch ein Sieb, sie kann nun zum Tränken

    von Umschlägen benutzt werden. 
  • Alternativ können Sie einen Breiumschlag auflegen, indem Sie frische Wurzeln oder Blätter zum Beispiel im Mixer zu Brei verarbeiten. Dieser Brei wird auf die verletzte Stelle aufgetragen und mit einem Tuch bedeckt.  Beide Arten von Umschlägen dürfen mehrere Stunden einwirken.
  • Die einfachste Anwendung ist, ein Beinwellblatt auf eine Wunde zu legen, wo es schmerzstillend wirken soll.
  • Wenn Sie sich einen Wintervorrat anlegen wollen, können Sie Beinwellwurzeln trocknen, aber Vorsicht, die Wurzel schimmelt gerne. Sie wird am besten in ziemlich kleine Stücke geschnitten und bei circa 40 Grad getrocknet. Das kann in warmer Freiluft (nicht unter direkter Sonneneinstrahlung), im Ofen oder im Dörrapparat geschehen. 
  • Aber bedenken Sie bitte beim Umgang mit dem Beinwell, dass auch Hausmittel Nebenwirkungen haben können und vor allem für Allergiker oft nicht geeignet sind. Wegen der Pyrrolizidinalkaloide dürfen Beinwellwurzel-Anwendungen nur auf intakter Haut gemacht werden, sie sollten auf keinen Fall länger als 4 bis 6 Wochen pro Jahr erfolgen. Auch in der Schwangerschaft ist eine Anwendung nur nach Rücksprache mit dem Arzt zu empfehlen. 
  • Sie können die Beinwellwurzel auch noch ganz anders nutzen: Wenn Sie frischen Presssaft auf die wurzelbildenden Flächen von Stecklingen geben, soll er hier für eine schnelle Wurzelbildung sorgen.