Beinwellsalbe aus Garten-Beinwell selber machen

beinwell-garten-hg-flIn unseren Gärten wächst so manches Kraut, das nicht nur Grün in den Garten bringt, sondern sich auch noch darüber hinausgehend nützlich machen kann. Zu diesen Pflanzen gehört auch der Beinwell, der eigentlich eher unscheinbar daherkommt.

Was ist Beinwell für eine Pflanze?

  • Beinwell gehört zu den Raublattgewächsen und wird volkstümlich mit vielen Namen bedacht, was auf seine Bedeutung in der Volksmedizin hindeutet. Um nur einige zu nennen: Er heißt Beinwurz und Bienenkraut, Wallwurz oder Hasenlaub, Himmelsbrot und Honigblum. Direkt auf die Wirkung zielen auch die

    Namen Schadheilwurzel und Soldatenwurz, Wundallheil und  Wundschad. Aus dem englischen Namen Comfrey wird bei uns Komfrei gemacht, oder Wilder Comfrey, da es ja auch noch einen echten gibt, dazu siehe unten.
  • Der Beinwell mag feuchte Böden, wächst aber auch in eher trockenen Gärten. Die mehrjährige schwarzbraune Wurzel hat ein helles Innenleben. Beinwell wächst schnell und entwickelt sehr früh im Jahr die ersten Blätter. Ende April zeigen sich meist die ersten Blüten, die hellgelb bis purpur-violett gefärbt sein können und zu mehreren glockenförmigen Blütenköpfchen nebeneinander hängen.


Inhaltsstoffe des Beinwell - auch beim Garten-Beinwell?

Vor allem durch seinen Inhaltstoff Allantoin überzeugt der Beinwell durch hervorragende Wundheilung. Allantoin lindert Reizungen und hemmt Entzündungen, und es fördert die Bildung von neuem, gesunden Gewebe. Bekannt ist der Allantoingehalt im echten Beinwell (Symphytum officinale), wie viel in den anderen rund 40 Beiwellarten enthalten ist, wurde höchstens einmal in sehr speziellen Untersuchungen ermittelt. Der gebräuchlichste Garten-Beinwell bei uns ist der Symphytum grandiflorum, der Kaukasus-Beinwell, der eben dort auch wild wuchs und wohl auch als Heilpflanze eingesetzt wurde. Das deutet ebenfalls auf einen Gehalt an Allantoin hin, wenn Sie sicher sein wollen, können Sie aber auch den Echten Beinwell im heimischen Garten anpflanzen.

Wirkung des Beinwells

  • Der Beinwell heißt so, weil er im Ruf steht, Gebeine (Knochen) zusammenzuwallen, was in alter Sprache auch zusammenwachsen bedeutet. Schon Paracelsus und die alten Römer setzten Beinwell bei Knochenbrüchen und Quetschungen ein.
  • Wirklich hat sich Beinwellsalbe im Bereich des Bewegungsapparates bei fast jeder Art von Beschwerden bewährt. Sie soll bei Verstauchungen und Verspannungen, bei Arthrose und bei Rheuma Linderung bringen. Bei Knochenbrüchen soll Beinwell bei der Bildung neuer Knochenmasse helfen, bei Knochenmarksentzündungen soll er die Entzündung bekämpfen. Mit Beinwell sollen Geschwulste und Gichtknoten, rheumatische Fehlbildungen und schmerzende Gliedmaßen nach
    einer Amputation weicher und kleiner werden beziehungsweise weniger schmerzen. Auch für die Narbenbehandlung wird Beinwell empfohlen.
  • Das für die heilende Wirkung vor allem verantwortliche Allantoin wirkt nur in seiner pflanzlichen Form so gut für die Wundheilung, chemisches Allantoin hat diese Fähigkeit nicht. Deshalb wird heute aus zahlreichen Pflanzen Allantoin extrahiert und für heilende Cremes eingesetzt. Es scheint auch für allergiegefährdete Menschen eine hervorragende Substanz zu sein.

Beinwell - Nebenwirkungen

Der Grund, warum der Beinwell nicht mehr komplett verwendet wird, ist Pyrrolizidinalkaloid. Der ebenfalls im Beinwell enthaltene Stoff kann neben schweren Leberschäden bei entsprechender Dosis sogar den Tod bewirken kann. Deshalb wird Beinwell heute nicht mehr für die Behandlung offener Wunden eingesetzt, auch für die innere Anwendung wird es nicht mehr empfohlen.

Beinwellsalbe selber machen

  • Für die Beinwellsalbe können Sie Blätter oder Wurzeln verwenden, wobei die Wurzel die meisten Inhaltsstoffe enthält. Am besten

    wird die frische Wurzel verwendet, aber auch trockene Wurzeln können verarbeitet werden. Blätter können Sie während der gesamten Wuchsperiode ernten, Wurzeln am besten im Spätherbst oder im Frühjahr (wenn der Wuchs gerade beendet ist oder bald wieder beginnt).
  • Als Grundlage für Beinwellsalbe dient Beinwell-Öl, für das geschnittene Beinwellwurzeln mit einem guten Öl übergossen werden. Olivenöl eignet sich, aber auch jedes andere Öl mit hautpflegenden Eigenschaften. Das Öl wird nun im Wasserbad erhitzt und soll dann einige Minuten köcheln. Dann darf es einen bis vier Tage ziehen und wird dann durch einen Kaffeefilter in die (dunkle) Aufbewahrungsflasche abgeseiht. 
  • wieseFür eine einfache Beinwellsalbe werden 50 Gramm Beinwellöl mit circa 3 Gramm Bienenwachs (das sind etwa 1,5 Messlöffel von den Bienenwachsperlen, die zur Salbenherstellung verkauft werden) im Wasserbad erhitzt. Wenn beides flüssig ist, verrühren Sie es gut und füllen die Mischung in einen Salbenbehälter. Vorher kann eine Tropfprobe auf einem Teller gemacht werden, nach dem Erkalten zeigt diese sich etwas fester als die spätere Salbe. Danach können Sie entscheiden, ob Sie eventuell noch etwas Bienenwachs zugeben wollen.
  • Es gibt noch viele andere Rezepte für Beinwellsalben im Internet, die mit Emulgatoren arbeiten oder noch weitere ätherische Öle für zusätzliche Effekte beimischen.
  • Die Beinwellsalbe wird nach Bedarf aufgetragen, im Normalfall dünn, für einen Salbenumschlag messerrückendick. Der Salbenumschlag wird dann mit einem Tuch bedeckt, damit die Salbe einwirken kann.
  • Wegen des Pyrrolizidinalkaloids sollte Beinwell in Eigenanwendung vorsichtig gehandhabt werden. Vor wiederholten und zeitlich längeren Anwendungen sollten Sie sich mit Ihrem Arzt beraten. Eine vorsichtige Probeanwendung ist auf jeden Fall empfehlenswert, Pflanzen können immer unerwünschte Nebenwirkungen oder allergene Reaktionen hervorrufen.
  • Sie können auch Beinwellwurzel verwenden, um direkt einen Breiumschlag herzustellen. Wenn Sie noch nicht mit Ihrem Arzt über die Einschätzung der Pyrrolizidinalkaloid-Mengen sprechen konnten, gibt es auch Salben mit Beinwellwurzel zu kaufen, zum Beispiel Kytta-Salbe. Bei diesen pharmazeutischen äußerlichen Anwendungen ist die Höchstmenge des enthaltenen Beinwells auf 100 Mikrogramm beschränkt.