Seidelbast - Pflege, Schneiden und Vermehren

SeidelblastEin Frühlingsbote der liebreizenden Art kommt unter dem Namen Seidelbast daher. Entfaltet das dekorative Ziergehölz im Frühjahr seine Blütenpracht, schafft dies ein malerisches Erscheinungsbild voller Vorfreude auf die schönste Zeit des Jahres. Haben sich die Blütenwolken verzogen, hat der charmante Strauch sein Pulver längst noch nicht verschossen. Es folgen ein sattgrünes Blätterkleid und eine leuchtend rote Beerentracht. Mit welcher Pflege Sie dem hübschen Seidelbast unter die Arme greifen, wie Schneiden und Vermehren funktionieren, zeigen die folgenden Zeilen detailliert auf.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie Seidelbastgewächse

    (Thymelaeaceae)
  • Gattung Seidelbast (Daphne)
  • Mehr als 90 bekannte Arten
  • Überwiegend laubabwerfende Sträucher
  • Wuchshöhen von 30 bis 150 Zentimeter
  • Frühe Blüte ab Februar/März in vielen Farben
  • Längliche Blätter von sattgrün bis hellgrün
  • Zumeist rote, seltener gelbe Beeren im Herbst
  • Stark giftig in allen Teilen
Die Wildformen von Seidelbast sind in freier Natur vom Aussterben bedroht und unterliegen daher dem Naturschutzgesetz.

Standort

Die Wahl eines adäquaten Standortes gilt als oberste Prämisse für die gelungene Kultur von Seidelbast. Wenngleich das Ziergehölz in  divergenten Habitaten rund um den Globus vertreten ist, konzentrieren sich seine Ansprüche an den optimalen Standort auf folgende Konditionen:
  • Sonnige bis halbschattige Lage
  • Gerne warm und luftig
  • Windexponierte Standorte werden akzeptiert
In Anbetracht der breit gefächerten Arten- und Sortenvielfalt, können Sie gezielt denjenigen Seidelbast auswählen, dem die Licht- und Temperaturverhältnisse vor Ort perfekt entgegenkommen. So stehen Züchtungen zur Verfügung, die im Dämmerlicht hoher Wälder bestens gedeihen. Andere Wildformen klettern in windumtosten Gebirgen bis auf 3.000 Meter Höhe. Mit der meist verbreiteten Art, dem Echten Seidelbast, sind Sie in den hiesigen Regionen immer gut beraten.

Bodenbeschaffenheit

SeidelblastVon höchster Relevanz für eine erfolgreiche Pflege ist die Beschaffenheit des Erdreichs. Die überwiegende Mehrheit aller Seidelbast-Arten ist an Standorten mit durchlässigen Rohböden zu entdecken, die arm an Nährstoffen sind und über eine dünne Humusschicht verfügen. Diese Basisanforderungen prädestinieren das Ziergehölz für einen Anbau im Stein- und Kiesgarten. Die zentralen Voraussetzungen im Einzelnen:
  • Sandig-trockener bis lehmig-kiesiger Boden
  • Keine Gefahr von Staunässe
  • Geringer Anteil an organischen Materialien
  • Vorzugsweise kalkhaltig
Daraus ist zu folgern, dass ein klassischer Gartenboden mit vielen Nährstoffen und vergleichsweise schwerer Struktur aufzubessern ist. Bodenhilfsstoffe wie feinkörniger Sand und gesiebter Kompost vollbringen in dieser Hinsicht kleine Wunder. Somit sind Sie bei der Wahl des Standortes nicht auf den typischen Steingarten determiniert, sondern siedeln eine Daphne problemlos in anderen Regionen des Gartens an.

Tipp: Im Kübel gedeiht Seidelbast hervorragend in hochwertiger Kübelpflanzenerde, angereichert mit Sand, Vermiculite oder Lavagranulat.

Pflege

Zu den herausragenden Attributen von Daphne zählt die bemerkenswert tiefe Verwurzelung. In seinen natürlichen Verbreitungsgebieten ist das Ziergehölz gezwungen, sich aufgrund von Nährstoff- und Wassermangel die benötigten Stoffe aus der Tiefe des Bodens hervorzuholen. Daraus resultieren die folgenden Aspekte der Pflege:
/>
  • Gießen nur bei längerer Trockenheit erforderlich
  • Seidelbast im Beet nicht düngen
  • Kübelpflanzen düngen von Februar bis Juli/August
  • Vorzugsweise Phosphor-betonten Flüssigdünger in halber Konzentration verabreichen
Die Überwinterung kann nicht allgemein gültig behandelt werden, denn nicht alle Seidelbast-Arten sind winterhart. Der Grad ihrer Winterhärte ist eng verknüpft mit der speziellen Art und dem Standort. Kälte per se macht den meisten Gehölzen nur wenig aus. Es sind die Temperaturschwankungen, die für Probleme sorgen. Um auf Nummer sicher zu gehen, ist somit ein

Winterschutz ratsam. Im Beet übernimmt eine Lage aus Laub, Stroh oder Tannenwedeln diese Aufgabe. Für Kübelpflanzen ist eine zusätzliche Hülle des Gefäßes aus Luftpolsterfolie oder Gartenvlies wichtig. Hier ist die Gefahr groß, dass der nahezu ungeschützte Wurzelballen andernfalls durchfriert. Unabhängig vom Umfang des Winterschutzes, darf nicht versäumt werden, die Pflanzen bei Kahlfrost zu gießen. Sollte die feuchtigkeitsspendende Schneedecke ausbleiben, während es friert, droht Trockenstress. Eine Ausnahme stellen mediterrane Daphne-Arten dar. Diese sollten im Herbst umsiedeln in ein frostfreies Winterquartier, weil sie keine Minusgrade verkraften.

Schneiden

SeidelblastMit einem turnusmäßigen Schnitt erhalten geübte Hobbygärtner die Vitalität und Blütenfülle ihres Seidelbasts über viele Jahre. Als klassischer Frühlingsstrauch ist die beste Zeit für den Form- und Erhaltungsschnitt unmittelbar nach der Blüte. Da die Pflanze stets am vorjährigen Holz blüht und fruchtet, würde ein Rückschnitt im Sommer oder Herbst die nächste Blüte vernichten. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass die neuen Knospen stets am äußeren Ende der Triebe gedeihen. Wird über mehrere Jahre nicht geschnitten, bilden sich immer längere Ranken, an deren Ende einsam einige spärliche Blüten erscheinen.
  • Den Strauch gründlich auslichten, indem alles Totholz entfernt wird
  • Schwächliche und kranke Zweige an der Basis kappen
  • Von den ältesten Ästen 3 bis 4 Exemplare abschneiden, um Platz zu schaffen
  • Alle anderen Triebe um maximal ein Drittel einkürzen
  • Jeden Schnitt 3-4 Millimeter über einem nach außen gerichteten Auge ansetzen
Als Faustregel gilt: Je kräftiger der Rückschnitt, desto üppiger der neue Austrieb. In der Regel entwickeln sich aus einem mittleren Zweig nach dem Schnitt 3 bis 4 neue Verzweigungen. Somit schaffen Sie im Laufe der Jahre einen kompakten, dichten Habitus.

Tipp: Aufgrund der extremen Toxizität von Seidelbast, sollten Schnittmaßnahmen einzig mit Schutzkleidung, Handschuhen und Brille durchgeführt werden.

Vermehren

Für die Nachzucht von Daphne haben Hobbygärtner die Wahl unter zwei recht unkomplizierten Vorgehensweisen. Mit Stecklingen und Absenkern stehen die Aussichten gut, sich nach 1 bis 2 Jahren über einen neuen, blühenden Zierstrauch zu freuen. Die Aussaat von Samen legt hingegen die Messlatte ein wenig höher, denn es handelt sich um Kaltkeimer. Diese sind zunächst einer Stratifikation zu unterwerfen, will heißen einem simulierten Winter. Da sich zudem die Keimung bis zu 2 Jahre hinziehen kann, konzentrieren sich die folgenden Ausführungen auf die beiden gangbaren Wege im Hobbygarten:

Stecklinge

Um einen identischen Seidelbast zu ziehen, kommt insbesondere die vegetative Vermehrung mittels Stecklingen in Betracht. So gehen Sie dabei vor:
  • Im Juni/Juli mehrere Ableger abschneiden mit einer Länge von 10-15 Zentimetern
  • Die unteren Blätter entfernen und die oberen halbieren
  • Kleine Töpfchen füllen mit Anzuchterde oder anorganischem Substrat, wie Perlite oder Vermiculite
  • Darin jeweils einen oder zwei Stecklinge zu zwei Drittel einsetzen und anfeuchten
Am halbschattigen, warmen Fensterplatz nimmt die Bewurzelung in der Regel 6 bis 8 Wochen in Anspruch. Nehmen die anfangs weißen Wurzeln eine braune Farbe an, kann umgetopft werden.

Absenker

SeidelblastEbenso einfach gestrickt erfolgt die Absenkermethode. Ein halb verholzter, einjähriger Trieb wird zu Boden gezogen. Wo er das Erdreich berührt, entfernen Sie die Blätter und ritzen ihn ganz leicht an mit einem Rasiermesser. Dieser Bereich wird eingegraben in einer 10 Zentimeter tiefen Furche und mit Steinen beschwert. Während die Mutterpflanze den Absenker mit Nährstoffen versorgt, findet die Bewurzelung statt. Hat sich ein selbstständiges Wurzelsystem gebildet, schneiden Sie den Absenker ab, um ihn am neuen Standort zu pflanzen.

Fazit

Von Seidelbast geht eine fesselnde Faszination aus, die beruht auf seiner prächtigen Blüte, der hohen Standorttoleranz und einer extremen Toxizität. Da das Ziergehölz sich für Gärten mit Kindern und Haustieren von selbst verbietet, ist es längst nicht so weit verbreitet, wie es seine botanischen Attribute nahelegen. Dieser Umstand erhöht den Reiz, Daphne zu kultivieren, zumal Pflege, Schneiden und Vermehren keine nennenswerten Hürden darstellen.