Silberdistel-Pflanze, Carlina acaulis - Pflege-Tipps


Auf mageren Wiesen, in bergigen Bereichen und am Waldesrand ziert die Silberdistel-Pflanze nur noch manches Mal ihre Umgebung. So selten sie hier aber auch anzutreffen sind, im Garten kann das Gewächs mit der richtigen Pflege üppig wachsen und sich weitreichend verbreiten. Besonders anspruchsvoll ist sie dabei nicht, dennoch kommt es auf den korrekten Standort und die passenden Maßnahmen an, um die mehrjährige Carlina acaulis mit möglichst wenig Aufwand gesund zu erhalten.

Standort

Die Silberdistel-Pflanze bevorzugt sonnige Standorte, an denen sie warm steht und vergleichsweise geschützt ist. Durch ihre maximale Höhe von 30

Zentimeter benötigt sie nicht allzu viel Raum nach oben. Wer allerdings einen naturnahen Garten kultiviert, sollte der Carlina acaulis etwas mehr Fläche gönnen, denn sie vermehrt sich gern selbst und kann Lücken verhältnismäßig schnell schließen. Optimal ist ein Pflanzplatz im Steingarten oder nahe einer Mauer. Lichter Schatten ist ebenfalls gut geeignet, nur vollständig dunkel sollte die Distel nicht stehen.  

Substrat

Die Silberdistel-Pflanze bildet eine proportional gesehen recht lange Tief- oder Pfahlwurzel aus. Sie benötigt daher ausreichend lockeren Boden, um sich in diesem entsprechend ausbreiten und verankern zu können. Davon abgesehen sollte das Substrat für die Silberdistel locker, gut wasserdurchlässig und mager sein sowie einen basischen pH-Wert aufweisen. Erfüllt werden diese Ansprüche von trockener, sandiger Erde, die mit Kalk entsprechend vorbereitet wird.

Tipp: Um sicherzugehen, sollte der pH-Wert des Substrats vor dem Pflanzen oder säen getestet werden. Hierfür werden einfach anzuwendende Teststreifen im Handel angeboten.
 
Gießen und Düngen

Von der Zeit bis zum Anwachsen oder der Keimung abgesehen, ist die Silberdistel ausgesprochen trockenheitsresistent. Sie benötigt daher nur selten zusätzliche Wassergaben. Das Gießen kann sich daher auf länger anhaltende Trockenphasen oder die Kultur im Kübel beschränken. Gegossen wird mit weichem oder hartem Wasser, Kalk stellt für die Carlina acaulis kein Problem dar. Zwischen den Wassergaben sollte das Substrat oberflächlich abtrocknen dürfen, die Daumenprobe ist hierfür ein guter Anhaltspunkt. Da die Silberdistel-Pflanze vor allem auf Kalkmagerwiesen oder auf steinigen, mageren Untergründen gedeiht, ist beim Düngen weniger mehr. Im Grunde kann darauf vollkommen verzichtet werden. Es spricht allerdings auch nichts dagegen, gelegentlich mit organischen Mitteln für einen Extraschub an Nährstoffen zu sorgen. Geeignet hierfür ist unbehandeltes Teichwasser, Pflanzenjauche und Kompost. Allerdings jeweils nur in sehr kleinen Dosierungen und in großen Abständen. Alternativ kann auch etwas frische Erde ausgebracht werden. Als Zeitpunkt sind Frühjahr und Sommer ideal.
 
Kultur im Kübel

Aufgrund der recht kompakten Größe der Silberdistel kann sie problemlos auch im Kübel kultiviert werden. Hierbei ist aber zu beachten, dass der gewählte Container möglichst hoch sein muss. Anderenfalls kann sich die Wurzel nicht entsprechend im Substrat ausbreiten. Etwa 25 cm Höhe sollten es sein. Die pflegeleichte Kultur unterscheidet sich nur wenig von der im Beet. Lediglich das Gießen wird häufiger nötig, da dem Gewächs in der Erde nur wenig Vorrat zur Verfügung steht. Bei längerer Kultur sollte die Erde aller zwei bis drei Jahre gewechselt oder die Silberdistel umgetopft werden. Etwas weniger Arbeit bereitet es, hin und wieder in kleinen Dosierungen zu düngen. Ein bis maximal zwei Gaben pro Jahr reichen dazu vollkommen aus. Das Umtopfen kann dann durchaus auf sich warten lassen, bis die Erde verbraucht erscheint.

Pflanzen und
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Aussäen

Die Silberdistel-Pflanze kann direkt ins Beet gepflanzt oder ausgesät werden. Da sie sich gegenüber Kälte verhältnismäßig resistent zeigt, kann sie bereits im April ins Freie gesetzt werden. Für ein starkes und schnelles Wachstum empfiehlt sich allerdings die Vorkeimung im Haus. Hierzu wird wie folgt vorgegangen:
  • 1. Ein möglichst hohes Pflanzgefäß wird mit Anzuchterde gefüllt und gut durchfeuchtet. Das Substrat sollte durchgehend feucht sein aber nicht mehr tropfen.
  • 2. Die Samen werden auf das Substrat gelegt und leicht angedrückt. Auch eine dünne Bedeckung mit gesiebtem Substrat ist möglich, sollte aber wirklich nur sehr fein erfolgen.
  • 3. Die so vorbereiteten Pflanzgefäße werden an einen hellen, leicht warmen Ort gestellt. Die Temperatur sollte um die 20 °C betragen.
  • 4. Bis zur Keimung werden die Silberdisteln in kleinen Abständen und schlückchenweise gegossen, damit das Substrat durchgängig wenig feucht ist.
  • 5. Sobald Jungpflanzen sichtbar sind, können die Abstände zwischen dem Gießen allmählich vergrößert werden.
  • 6. Haben die Pflanzen eine Höhe von etwa zehn Zentimetern erreicht, dürfen sie ins Freie gestellt oder gepflanzt werden.
Tipp: Beim Aussiedeln in das Beet oder auf den Balkon sollte ein milder Tag gewählt werden, damit kein allzu großer Temperaturunterschied zwischen den beiden Standorten vorliegt.  

Vermehrung

Für die Vermehrung ist außer etwas Zeit und Geduld eigentlich nichts nötig, denn die Silberdistel-Pflanze sät sich selbst aus. Ähnlich dem Löwenzahn können die leichten Samen in nächste Umgebung der Mutterpflanze oder der hintersten Gartenecke landen. Wind und Tiere verbreiten die Saat recht effizient. Nach erfolgreicher Keimung können die Pflänzchen ausgegraben und an den gewünschten Standort gesetzt werden. Da sie sich auch durch Ziehen leicht entfernen lassen, ist mit einer Plage nicht zu rechnen. Zudem steht so eine sehr einfache Methode der Vermehrung zur Verfügung. Wer etwas gezielter vorgehen möchte, muss schlicht vor dem Aussäen der Blüten kleine Beutel über diesen platzieren und fixieren. Auf diese Weise fallen die leichten Samen in die Abdeckung, anstatt sich in der Gegend zu verteilen. Die Vorkeimung erfolgt dann wie obig beschrieben.
 
Verschnitt

Ein Verschnitt ist bei der Silberdistel-Pflanze nicht nötig und auch nicht sinnvoll. Es ist aber durchaus möglich und ratsam, beschädigte Pflanzenteile zu entfernen oder geschnittene Blätter für Teeaufguss zu nutzen. Wer die harntreibende Wirkung der Carlina acaulis nutzen möchte, sollte zu diesem Zweck gleich mehrere Pflanzen kultivieren. Auf diese Weise kann der Anbau zur ständigen Ernte verwendet und die Schönheit der Pflanze dennoch genossen werden.
 
Überwinterung

Die Silberdistel-Pflanze ist von sich aus gut frosthart und übersteht Winter auch ohne weiteren Schutz meist problemlos. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass sie an einem geeigneten Pflanzplatz steht. Günstig ist, wie bereits erwähnt, eine sonnige und warme Lage. Ein zusätzlicher Schutz vor Wind, wie beispielsweise durch eine Mauer oder Hauswand, ist günstig. In sehr harten Wintern kann der Boden weiterhin durch Mulch, Stroh oder eine Auflage aus Folie oder Vlies isoliert werden. Im Kübel sollte die Carlina acaulis hingegen nicht ungeschützt im Freien überwintern, da ihr hierzu der Schutz durch ein ausreichendes Erdvolumen fehlt. Bei kleinen Töpfen ist die einfachste Variante der Überwinterung das Verbringen ins Haus. Hier sollte die Silberdistel frostfrei bei einer Temperatur von bis zu 10°C stehen. Ein vollständiges Austrocknen der Erde ist dringend zu vermeiden. Dazu reicht es aus, das Substrat wöchentlich zu kontrollieren und bei Bedarf schlückchenweise zu gießen.

Fazit

Anspruchslos und pflegeleicht ist die Silberdistel-Pflanze zwar nicht der auffälligste aber durchaus ein anziehender Blickfang. Im Steingarten, dem durchgeplanten Blumenbeet oder dem naturnahen Garten kann sie ebenso einfach kultiviert werden, wie im Topf auf dem Balkon. Durch ihre Widerstandskraft ist die Carlina acaulis ideal für Anfänger geeignet und dennoch eine ungewöhnliche Schönheit.