Sternanis-Pflanze, Illicium verum selbst anbauen


Sternanis Illicium verum, der auch als Chinesischer Sternanis bekannt ist, ist die einzige essbare Art. Im Gegensatz dazu ist der japanische Sternanis (Illicium anisatum), deren Früchte dem Echten sehr ähnlich sind, extrem giftig. In seiner Heimat wächst der Echte Sternanis als kleiner, immergrüner Baum. In unseren Breiten ist er relativ selten. Man kann ihn vor allem in Botanischen Gärten bewundern. Trotz allem ist eine Haltung als Zimmerpflanze möglich. Im Sommer kann sie draußen stehen, muss jedoch frostfrei überwintert werden.
 
Ansprüche an Standort und Substrat

Da diese Pflanze ausreichend Licht benötigt, sollte sie einen

hellen bzw. sonnigen bis halbschattigen Standort bekommen, bestenfalls in einem Wintergarten oder beheizbarem Gewächshaus. Geeignet ist aber auch jeder andere helle und warme Raum. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden und die Raumtemperatur idealerweise zwischen 17 und 20 Grad liegen. Ab Mai, nach den sogenannten Eisheiligen, kann die Pflanze nach draußen gestellt werden. Das jeweilige Pflanzgefäß sollte über ausreichend Abzugslöcher und eine gute Drainage z.B. aus grobem Kies verfügen. Als Substrat kann nährstoffreiche Gartenerde, ein humoses, kompostiertes Substrat, normale Einheitserde oder mit Sand und Torf gemischte Erde verwendet werden. Der Boden sollte durchlässig und frisch bis feucht sein.

Tipp: Wenn der Sternanis im Mai nach draußen umzieht, sollte man ihn die ersten Tage an einen eher schattigen Platz stellen, damit er sich langsam an die neuen Umgebungsbedingungen gewöhnen kann. Später kann er an einen helleren Standort gestellt werden.

Optimale Pflege des Sternanis

Gießen sollte man Illicium verum so, dass das Substrat immer gleichmäßig feucht aber nicht zu nass ist. Vor allem im Sommer sollte regelmäßig gegossen werden. Am besten lässt man vor jedem Gießen die oberste Substratschicht abtrocknen. Da Sternanis eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigt, sollte er regelmäßig mit kalkfreiem Wasser besprüht werden, besonders dann, wenn er ganzjährig im Haus steht. Von Juni bis August kann Sternanis alle zwei Wochen gedüngt werden. Ist der Kübel gut durchwurzelt, sollte man in frische Erde und gegebenenfalls ein größeres Pflanzgefäß umtopfen. Bis diese Zimmerpflanze das erste Mal Früchte trägt, dauert es etwa 15 Jahre. Es kann auch vorkommen, dass eine Pflanze gar keine Früchte ausbildet. Hat sie eine Höhe von ca. 40-50 cm erreicht, sollte sie um etwa ein Drittel zurückgeschnitten werden. Einen buschigeren Wuchs kann man erzielen, wenn man nur die Triebspitzen abschneidet.
 
Richtig überwintern
  • Sternanis ist nicht ausreichend winterhart.
  • Er verträgt Temperaturen bis maximal - 12 Grad.
  • Aus diesem Grunde ist es ratsam, ihn noch vor den ersten Frösten ins Winterquartier zu holen.
  • Die Überwinterung sollte nicht zu warm erfolgen.
  • Die Temperaturen sollten nicht über 18 Grad steigen und auch nicht unter 15 Grad fallen.
  • Auch während der kalten Jahreszeit muss der Sternanis ab und zu gegossen werden.
  • Allerdings sind die Wassergaben deutlich zu reduzieren.
  • Das Substrat sollte weder komplett austrocknen noch dauerhaft zu nass sein.
  • Trockene Heizungsluft im Winter kann schnell zu einem Befall mit Spinnmilben oder Schildläusen führen.
  • Um dem vorzubeugen, sollte für eine optimale Luftfeuchtigkeit gesorgt werden.
  • Das kann man tun, indem man die Pflanzen gelegentlich mit handwarmem Wasser besprüht.
  • Wenn möglich sollte man dafür Regenwasser verwenden.
  • Auf eine Düngung kann im Winter komplett verzichtet werden.
Vermehrung dieser seltenen Pflanze

Durch Samen

Im Frühjahr
zeigen sich kleine magnolienartige, grünlich-weiße Blüten, aus denen sich dann die typischen Früchte des Sternanis, sogenannte

Balgfrüchte entwickeln. In den achtzackigen, kapselartigen Früchten befinden sich die glänzenden, braunen Samen, wobei in jeder dieser 8 Zacken jeweils ein Samenkorn sitzt. Eine Aussaat dieser Samen ist ganzjährig möglich. Wenn man das Glück hatte und frische Samen bekommen hat, müssen diese zunächst einer Kältebehandlung (Stratifizierung) unterzogen werden. Dazu legt man sie in eine Folientüte mit feuchtem Sand, die man dann verschließt und für 1-2 Monate bei Temperaturen von etwa 5 Grad in den Kühlschrank oder falls vorhanden in einem Kalthaus lagert. In anderen geschlossenen Gefäßen kann es passieren, dass die Samen schimmeln. Nach dieser Zeit werden die Samen etwas 1 cm tief in ein nährstoffarmes Anzuchtsubstrat gelegt. Hierfür eignen sich z.B. Kokohum oder handelsübliche Anzuchterde, die man mit Perlite oder Sand mischt. Für eine konstante Luftfeuchte deckt man das Anzuchtgefäß mit Glas oder lichtdurchlässiger Folie ab. Beides sollte ab und zu entfernt und das Substrat belüftet werden. Danach stellt man das Ganze bis zur Keimung an einen hellen, nicht vollsonnigen Platz bei Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad. Haben sich kleine Sämlinge mit ersten kleinen Blättern gebildet, können sie vereinzelt bzw. einzeln in Töpfe gepflanzt werden.

Tipp: Samen, aus gekauften Früchten, die ausschließlich zu Dekorationszwecken verkauft werden, sind in der Regel nicht keimfähig und sind dementsprechend nicht für eine Anzucht geeignet. Mit ganz viel Glück kann man entsprechendes Saatgut oder Jungpflanzen in Spezialgärtnereien ergattern.

Durch Stecklinge

Stecklinge für die Vermehrung können beim Rückschnitt vorhandener Pflanzen gewonnen werden. Man verwendet gut ausgereifte aber nicht verholzte Triebspitzen. Jeder Steckling sollte etwa 15-20 cm lang sein und über 2-3 Blattpaare verfügen. Größere Blätter werden halbiert, um die Verdunstung so gering wie möglich zu halten. Die Stecklinge steckt man dann in kleine Töpfe in ein durchlässiges und nährstoffarmes Substrat und stülpt eine Folie darüber. Auch hier ist es ratsam, dem Anzuchtsubstrat Sand oder Perlite unterzumischen. Bei Bodentemperaturen zwischen 20 und 25 Grad erfolgt die Bewurzelung in der Regel nach etwa  3-4 Wochen. Haben sich am Steckling Wurzeln gebildet, zeigt sich das an einem ersten Austrieb. Ist das der Fall, kann die Folie entfernt und die Jungpflanzen weiter kultiviert werden. Sind die Töpfe irgendwann gut durchwurzelt, wird in größere Töpfe umgepflanzt. Sind die Pflänzchen groß genug, kann man die Triebspitzen stutzen, um eine bessere Verzweigung zu erreichen.

Gelegentlich Schädlingsbefall möglich

Spinnmilben

Spinnmilben treten häufig während der Überwinterung aufgrund zu geringer Luftfeuchtigkeit auf. Sie sind an feinen weißen Gespinsten an den Blattachseln zu erkennen. Zur Bekämpfung reicht häufig ein gründliches Abbrausen aus. Dabei sollten auch die Blattunterseiten nicht vergessen werden. Anschließend sollte die Pflanze mit geeigneten Spritzmitteln behandelt werden. In der Regel muss mehrmals in bestimmten Abständen gespritzt werden.

Schildläuse

Ein Schildlausbefall ist an kleinen braunen Schildchen zu erkennen, die überwiegend am Stamm und den Zweigen bzw. trieben sitzen. Zur Bekämpfung bieten sich systemisch wirkende Mittel aus dem Fachhandel an. Handelsübliche Pflanzenschutzsticks sind meist nicht ausreichend wirksam, da sie zusätzlich Dünger enthalten und die Giftkonzentration oft zu gering ist.

Tipp: Um einem Befall mit Schädlingen vorzubeugen, sollte immer auf ausreichend Luftfeuchtigkeit geachtet werden, beispielsweise indem man die Pflanzen regelmäßig mit Wasser besprüht. Bei der Verwendung von Spritzmitteln sollte man sich genauestens an die Vorgaben des jeweiligen Herstellers halten.

Fazit

Wer Sternanis selbst anbauen möchte sollte berücksichtigen, dass er hierzulande ausschließlich im Kübel, d.h., als Zimmerpflanze kultiviert wird. Vom Frühjahr bis zum Herbst kann er im Freien stehen. Vor dem ersten Frost sollte sie jedoch ins Winterquartier umziehen. Bis die Pflanzen das erste Mal Früchte ausbilden, kann es allerdings einige Jahre dauern.