Basilikum anpflanzen - Aussaat, Standort und Pflege

BasilikumDer Anbau von Basilikum ist sehr lohnenswert und nicht schwierig. So kann man gleich mehrere Sorten anpflanzen und probieren, welche für die eigenen Zwecke am besten geeignet sind. Es gibt Sorten, die haben ein eher pfeffriges Aroma, andere schmecken nach Anis oder Zimt. Für jeden Geschmack ist sicher das entsprechende Basilikum dabei.

Kurzer Steckbrief zum Basilikum
  • Ocimum basilicum
  • Gewürzpflanze mit starkem Aroma
  • Verschiedene Kulturformen
  • Ursprung nicht mehr feststellbar, vermutet wird Nordwest-Indien
  • Unterschiede in Blattfarbe, Größe, Aroma, Wachstumsart und Ansprüchen
  • Eigentlich eine ausdauernde Pflanze, bei uns aber

    meist einjährig kultiviert
  • Wuchshöhe 20 bis 60 cm
  • Blüte von Juni bis September, klein und weiß
  • Kleine Früchte
  • Enthält ätherisches Öl
  • Wird in der Küche und auch in der Medizin verwendet
Basilikum anpflanzen

Basilikum gibt es natürlich fertig als Pflanze zu kaufen. Man findet sie beim Gärtner, im Bau- und Pflanzenmarkt und sogar im Supermarkt bzw. im Discounter. Diese Exemplare eignen sich meist nicht zum Auspflanzen. Man kultiviert sie im Gefäß weiter und topft maximal noch in ein etwas größeres Gefäß. Basilikum hat aber mehr zu bieten. Es gibt unheimlich viele verschieden Sorten, die alle getestet werden wollen. Samen zu kaufen ist kein Problem. Die Anzucht danach auch nicht. Da die Sorten sowohl vom Aussehen, als auch vom Aroma her sehr unterschiedlich sein können, macht das Experimentieren richtig Spaß. Einige Dinge sind zu beachten, aber schwierig ist weder die Anzucht, noch die Pflege.

Basilikon aussäen

BasilikumBasilikum lässt sich leicht heranziehen und es geht auch schnell. In nur 8 Wochen sind die Pflanzen erntereif. Wer sie im Gefäß halten möchte, kann ganzjährig aussäen. Der beste Termin für Freilandpflanzen ist ab April. Günstig ist, Anzuchterde zu verwenden, denn diese ist keimfrei. Damit sie noch durchlässiger wird, 1/3 Sand untermischen, Erde anfeuchten und Samen darauf verteilen. Sie dürfen nicht mit Erde bedeckt werden, denn es sind Lichtkeimer. Samen leicht andrücken und Gefäß mit Folie oder Glas bedecken. Es wird warm und hell aufgestellt, aber ohne Sonne. Günstig sind Temperaturen über 20°C.
  • Ab April Aussaat für Freilandbasilikum
  • Anzuchterde mit Sand mischen
  • Lichtkeimer
  • Etwa 10 Samen pro Gefäß
  • Substrat anfeuchten
  • Gefäß mit Glas oder Folie abdecken
  • Warm und hell stellen, ohne Sonne
  • Vorsichtig wässern, immer leicht feucht halten, nicht zu nass
  • Regelmäßig lüften
  • Folie entfernen, wenn Keimling dagegen stößt
  • Umtopfen, wenn sich ein zweites Blattpaar gebildet hat.
  • Nährstoffreichere Erde verwenden
Standortbedingungen

Basilikum ist eine Pflanze, die Sonne und Wärme benötigt, um gut zu gedeihen. Nur wenige Sorten kommen mit etwas niedrigeren Temperaturen aus. Wichtig ist, die Pflanzen langsam an die Sonne zu gewöhnen. Mittagssonne ist nicht so günstig. Empfehlenswert ist ein geschützter Platz. Regen ist ungünstig für die Pflanzen, weshalb sie am besten überdacht stehen. Basilikum sollte nicht lange im Topf kultiviert werden. Auspflanzen ist deutlich besser. Als Substrat eignet sich durchlässige, etwas nährstoffreiche Erde. Spezielle Kräutererde ist nicht empfehlenswert, sie ist zu nährstoffarm.
  • Sonniger Standort, ohne Mittagssonne
  • Langsam an Sonne gewöhnen
  • Geschützter Platz
  • Durchlässige, nährstoffreichere Erde
  • Temperaturen über 20°C sind ideal
  • Keine Temperaturen unter 10°C
Pflege von Basilikum

Die Pflege von Basilikum ist nicht schwer. Empfehlenswert ist, ab und zu zur Schere zu greifen. Um eine buschigere Pflanze zu erhalten und so mehr Blätter ernten zu können, sollten die Triebe beizeiten entspitzt werden.

Gießen und Düngen

BasilikumBasilikum

benötigt regelmäßig Wasser. Der Wurzelballen sollte nicht vollkommen austrocknen, aber auch nicht zu nass sein. Vor allem Dauernässe bekommt den Pflanzen nicht. Beim Gießen sollte darauf geachtet werden, die Blätter nicht nass zu machen. Am besten wird direkt unten auf die Erde
gegossen. Noch besser ist, den gesamten Topf zu tauchen, so dass sich der Wurzelballen richtig voll saugen kann. Überschüssiges Wasser lässt man abfließen. Günstig ist, nicht zu kaltes Wasser zu verwenden. Beim Düngen gibt es Unterschiede. Basilikum im Topf benötigt wöchentlich eine Düngergabe, ausgepflanzte Gewächse nur alle sechs Wochen. Es empfiehlt sich organischer Dünger, da Basilikum verzehrt wird. Wichtig ist ein recht hoher Stickstoffanteil.
  • Regelmäßig gießen, aber mit Gefühl
  • Ballen nicht austrocknen lassen
  • Keine Staunässe
  • Günstig ist, Ballen tauchen
  • Temperiertes Wasser verwenden
  • Regelmäßig düngen
Vermehrung

Basilikum kann nicht nur durch Aussaat, sondern auch durch Stecklinge vermehrt werden. Auch das gelingt recht einfach. Benötigt werden einige etwa 10 cm lange Triebe einer gesunden Pflanze. Bis auf die obersten zwei Blattpaare werden alle anderen Blätter entfernt. Die Stecklinge werden dann einfach in ein Glas Wasser gesteckt. Schon nach einer Woche sollten sich erste zarte Wurzeln gebildet haben. Nach etwa 14 Tagen können Stecklinge mit kräftigen Wurzeln schon eingepflanzt werden. Die zarten Wurzeln dürfen nicht beschädigt werden, man muss also sehr vorsichtig mit den Pflänzchen umgehen. Die Erde muss gut angefeuchtet werden. Sie sollte nie austrocknen, aber darf auch nicht zu nass sein. Beides schadet den Wurzeln. Man setzt etwa 8 bis 10 Stecklinge zusammen in einen Topf.
  • 10 cm lange Triebe schneiden
  • Sie müssen ganz frisch sein
  • Untere Blätter entfernen
  • Steckling in ein Glas Wasser stecken
  • Nach 14 Tagen die mit den kräftigsten Wurzeln einpflanzen
  • 8 bis 10 Stecklinge in ein Gefäß
Basilikum überwintern

Die meisten Basilikumarten sterben nach der Blüte ab, sie müssen immer wieder neu herangezogen werden. Die mehrjährigen Sorten können überwintert werden, allerdings nicht im Freien. Sie müssen mit ins Haus. Die Überwinterung ist nicht unproblematisch. Häufig stören sich die Pflanzen an der niedrigen Luftfeuchte und dem eher schwachen Licht.  Ein Versuch ist es jedoch Wert. Sobald die Temperaturen im Herbst unter die 10° Marke fallen, müssen die Basilikumpflanzen ins Warme. Die benötigen viel Licht und Temperaturen zwischen 15 und 20°C. Der Standort direkt über einer Heizung ist eher unpraktisch. Gegossen wird nur mäßig, dafür sollten die Pflanzen öfters mit Wasser besprüht werden. Alternativ kann die Pflanze alle 5 bis 7 Tage in einen mit Wasser gefüllten Behälter gestellt werden, so dass sich der Ballen richtig voll saugen kann. Das überschüssige Wasser muss danach ablaufen können. Gedüngt wird im Winter nicht.
  • Viel Licht
  • Temperaturen zwischen 15 und 20°C
  • Wenig gießen
  • Pflanzen besprühen
  • Nicht düngen
Krankheiten und Schädlinge

BasilikumKrankheiten werden häufig durch Pflegefehler ausgelöst. Meist wird zu viel gegossen. Schimmel und Pilze sind die Folge. Die Pflanzen sind geschwächt und werden anfällig für Bakterien und Viren. Bei Trockenhaut kann das auch passieren. Außerdem mögen die Pflanzen Regen nicht. Durch die Nässe kann es wie bei  zu vielem Gießen zu den gleichen Symptomen kommen.
  • Blattfleckenkrankheit (Pilzerkrankung) – häufig während Regenperioden, zu erkennen an Flecken auf der Blattoberfläche, meist etwas erhaben, rundlich bis unregelmäßig geformt mit kleinen schwarzen Pilzkörpern. Auf der Blattunterseite erscheinen die Flecken eingesunken. Flecken können auch ineinander fließen. Befallene Pflanzenteile entfernen. Ein luftiger und geschützter Standort kann die Krankheit nicht verhindern, aber doch vorbeugen.
  • Falscher Mehltau – auslaufende Vergilbungen oder braune Flecken an den Blattoberseiten, braun-grauer Pilzrasen an den Unterseiten, bei starkem Befall rollen sich die Blätter ein und fallen ab. Der Pilz liebt hohe Luftfeuchtigkeit und kühle Temperaturen. Es gibt keine Pflanzenschutzmittel. Befallene Pflanzen stark zurückschneiden oder ganz entfernen, um eine Übertragung und Ausbreitung zu verhindern.
  • Fusarium-Welke – Pilz, der durch feuchtes Substrat und hohe Temperaturen gefördert wird. Bodenpilz, der in die Pflanzen eindringt und die Leitungsbahnen verstopft. Zu erkennen sind abgestorbene Triebe oder ganze Pflanzen.  Eine Bekämpfung ist nicht möglich. Betroffene Pflanzen entfernen.
  • Viruserkrankungen treten häufig nach dem Schnitt der Stängel auf. Die Schnittstellen sind praktisch die Eingangstore zum Pflanzeninneren. Symptome sind gekräuselte Blätter und ein schlechter Allgemeinzustand. Die Pflanze geht langsam, aber sicher ein.
  • Luzernemosaikvirus – Viruserkrankung, weitflächige Blattvergilbungen, vorbeugen dadurch, dass Basilikum nicht in der Nähe mehrjähriger Bestände von Doldengewächsen angebaut wird. Es sind keine Pflanzenschutzmittel zugelassen. Die Pflanzen sind zu entfernen. Auch Schädlinge können immer mal wieder auftreten. Besonders Schnecken mögen Basilikum gern und können in einer Nacht die Bestände ziemlich dezimieren.
  • Raupen der Ampfereule – rot bis graubraune Raupen und graue oder braune Haarbüschel am ganzen Körper, rote Punkte am Rücken, bis 38 mm lang, sitzen auf den Blättern, müssen abgesammelt werden
  • Gemeine Wiesenwanzen – typische Wanzenkörper, rotbraun bis dunkelrot bzw. grün bis bräunlich. Hier hilft absammeln.
  • Schnecken – lieben Basilikum. Hier helfen die normalen Scheckenschutzmittel.
Fazit

Basilikum ist lecker, gesund und leicht anzubauen. Es gibt so viele Sorten, da fällt es häufig schwer, die Auswahl zu treffen. Die Blätter des Basilikums sind vielseitig verwendbar. Besonders häufig wird es in der italienischen Küche eingesetzt, nicht nur bei Tomate-Mozarella und Pesto. Die Blätter werden meist frisch genutzt, können aber auch getrocknet werden, wenngleich ihnen dabei viel Aroma verloren geht. Auch als Mazerat oder Destillat wird Basilikum verwendet, häufig für Kräuterliköre. Die Kosmetikindustrie nutzt das ätherische Öl für Duftmischungen. Selbst die Pharmaindustrie mag Basilikum und natürlich wird es seit langem in der Volksmedizin angewandt. Die entzündungshemmende Wirkung macht es sehr beliebt. Basilikum ist also sehr vielseitig und sollte in keinem Haushalt fehlen.