Kalmus, Acorus calamus - Anbau, Pflege und Verwendung als Tee

Kalmus ist eine Sumpfpflanze, die eigentlich aus Asien stammt, seit vielen Jahrhunderten aber auch überall in Europa verbreitet ist. Man findet die Pflanze im Marschland von Uferzonen stehender oder langsam fließender Gewässer, also an Teichen, Gräben, Bächen und Sümpfen.
Kalmus wird auch Deutscher Ingwer genannt. Die Pflanze kann bis 2 Meter hoch wachsen. Sie hat lange, lineare Blätter. Zu erkennen ist sie an den länglichen Blütenkolben in grün und später an den roten Beeren. Die Pflanze gehört zu den Aronstabgewächsen. Kalmus wird vielseitig verwendet, unter anderem zur Herstellung von Coca-Cola.

/>
kalmus otAnbau
  • Der Anbau erfolgt durch Teilung der Wurzel oder durch Schösslinge.
  • Die Wurzel ist ein dicker, kriechender Wurzelstock. (Rhizom)
  • Die neuen Pflanzen werden einfach an sumpfigen oder sehr feuchten Standorten angepflanzt, also meist am Gartenteich oder in der Flachwasserzone.
  • Zur Blüte kommt der Kalmus nur nach einem milden Winter und einem anschließenden warmen Sommer.
  • Bei unter 5 ˚C stellt die Pflanze das Wachstum ein.
Pflege
  • Der Kalmus mag Halbschatten, keine pralle Mittagssonne.
  • Wichtig ist, das die Erde permanent feucht ist (Sumpfpflanze). Trocknet die Wurzel aus, geht die Pflanze ein.
  • Als Pflanzsubstrat
    eignet sich Erde auf Kompostbasis.
  • Hält man den Kalmus im Topf, stellt man diesen in einen Untersetzer voll Wasser.
  • Gedüngt wird alle zwei Wochen mit Flüssigdünger, aber nur in geringer Konzentration.
Verwendung als Tee

Kalmus ist besonders in der traditionellen asiatischen Medizin sehr beliebt. Auch die Indianer Nordamerikas kennen seine Heilkräfte. Die Pflanze enthält Stärke (in Blättern), ätherische Öle und verschiedene Gerb- und Bitterstoffe. Vorsicht: Kalmus nicht in der Schwangerschaft, Stillzeit oder für Kinder verwenden!!!
  • Kalmus wird für Räucherungen, medizinische Bäder, als Gewürz und als Heiltee verwendet.
  • Kalmusöl wird aus den Rhizomen gewonnen. Es wird zur Parfüm- und Likörherstellung (Magenbitter) eingesetzt.
  • Tee wird aus der Kalmuswurzel gemacht, die getrocknet und sehr klein geschnitten wird. Man verwendet 1 Teelöffel fein geschnittene Wurzel und übergießt diese mit 150 ml kochendem Wasser. Der Aufguss muss 5 bis 10 Minuten ziehen, dann wird abgegossen.
  • Der Tee soll den Appetit anregen. Dafür 3 x täglich eine halbe Stunde vor dem Essen 1 Tasse Tee trinken.
  • Bei Verdauungsbeschwerden trinkt man ihn eine halbe Stunde nach dem Essen.
  • Der Kalmustee soll auch bei einer allgemeinen Schwäche der Verdauungsorgane und bei Nieren- und Leberkrankheiten helfen.
  • Man bekommt Kalmustee auch zu kaufen (Apotheke und Internet).
Fazit

Kalmus sieht als Ufer- oder Flachwasserpflanze gut aus, kann aber noch mehr. Die Wurzel hilft gegen allerlei Gebrechen. Dosiert werden muss aber exakt, da es sonst zu Nebenwirkungen (Krampfanfälle, Nierenschäden) kommen kann. Interessant ist, dass einem, wenn man die Wurzel kaut, die Lust auf eine Zigarette vergehen soll (nicht runterschlucken!).

Bildquelle: Otto Wilhelm Thomé: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gera 1885.