Kräuteranbau - Kräuter in Garten und Balkon anbauen

Urban Gardening: Kräuter im BalkonkastenKräuter sind bei Hobbyköchen sehr beliebt, bereichern sie doch viele leckere Speisen und sorgen so ganz nebenher auch noch für gesundheitlich positive Effekte. Mittlerweile können Kräuter nicht mehr ausschließlich getrocknet in Tüten oder gefroren in Packungen gekauft werden. Die Supermärkte bieten auch frische Kräuter in Töpfen an.

Allerdings beschränkt sich dieses Angebot je nach Supermarkt auf die üblichen Kräuter, wie sie jede Hausfrau schon lange kennt. Da Kochen immer beliebter wird, steigt auch das Interesse an eher seltenen und

unbekannten Zutaten. Dazu zählen auch Kräuter, deshalb wird das Angebot immer vielfältiger. Wer wirklich stets frische Kräuter in der Küche nutzen möchte, sollte sie auf dem Balkon in Kästen und Töpfen oder im Garten selbst heranziehen. Tipp: Kräuter als Samen sind preiswert.

Welche Kräuter sind beliebt?

Frische Kräuter sind bei der Zubereitung von Speisen sehr beliebt, weil sie einen würzigen Geschmack ins Essen bringen. Außerdem haben die meisten Kräuter auch noch eine bestimmte Wirkung auf die Verdauung, andere sogar einen speziellen gesundheitlichen Wert. Es sind also eigentlich nicht nur die Küchenkräuter, die angepflanzt werden, sondern auch einige der sogenannten Heilkräuter. Diese sind die Beliebtesten wegen Geschmack und Wirkung:

  • Rosmarin, hilfreich bei der Verdauung, gegen Krämpfe im Bauch, lecker zu Kartoffeln und Fleisch
  • Salbei, italienisch und mediterran, wirkt antibakteriell, gegen Mundgeruch, Verdauungsprobleme, Halsschmerzen und Zahnfleischentzündungen
  • Basilikum, ebenfalls häufig in der italienischen Küche zu finden, wirkt antibakteriell
  • Dill, schmeckt lecker im Gurkensalat, beruhigt den Magen und hilft bei Frauenleiden
  • Petersilie, schmeckt im Salat, auf den Kartoffeln, ist harntreibend und spült Bakterien aus
  • Schnittlauch, leicht scharf, viele Vitamine, schmeckt lecker im grünen Salat, entschlackt
  • Kresse, lecker zu Quark auf dem Brot, im Salat, hat reichhaltig Spurenelemente wie Chrom
  • Estragon, französischer Klassiker, in Soßen, regt Verdauung und Stoffwechsel an
  • Pfefferminze, als Tee bekannt, lindert Krämpfe und Übelkeit
  • Thymian, bei Husten hilfreich, aber auch zum Einschlafen

Es gibt mittlerweile viele bekannte und immer wieder neue und unbekannte Kräutersorten. Die gängigen wie die oben genannten können als Samen in Tütchen im Supermarkt oder Drogeriemarkt gekauft werden. Sie werden teilweise zu bestimmten Zeiten ausgesät, andere wie die Kresse jederzeit.

Was ist beim Aussäen oder Auspflanzen zu beachten? - Je nachdem, ob man seine Kräuter als Samen kauft oder als Topfpflanze kann man sie auch zu jeder Jahreszeit auspflanzen. Die sogenannten Container - also Jungpflanzen im Topf - können bei frostfreiem Wetter in den Garten gepflanzt werden. Wer keinen Garten hat, kann auch einen großen Blumentopf oder sogar den Blumenkasten wählen. Hier wäre aber sinnvoll, normale Gartenerde zu verwenden und keine Blumenerde. Diese ist vorgedüngt und dieser Dünger ist wahrscheinlich nicht für essbare Pflanzen vorgesehen.


Selbst angebaute Kräuter und Heilkräuter können vielseitig verwendet werden Kräuter im Garten

Ein kleines Kräuterbeet im Garten bietet das ganze Jahr über die Möglichkeit, Kräuter der verschiedensten Art frisch zu nutzen. Küchenkräuter sind alle Sorten, die gewöhnlich bei der Zubereitung von Speisen verwendet werden und wie jeder sie kennt. Neben Petersilie, Schnittlauch und Dill kann man eigentlich eine Vielzahl anbauen. Kräuter sind robust und nehmen höchstens Trockenheit übel. Wenn man für sie ein Hochbeet oder eine Kräuterspirale anlegt, finden sie hier einen für ihre Verhältnisse optimalen Platz, wenn man die jeweiligen Vorlieben kennt. Am besten

ist es, wenn der Kräutergarten in der Nähe der Terrasse angelegt wird, dann kann man schnell etwas abschneiden, ohne sich dafür noch extra die Gartenschuhe anziehen zu
müssen.

Ein-, zwei- und mehrjährige Kräuter

Die in Samentütchen erhältlichen Kräuter sind meistens einjährige Sorten, die am besten im Mai ausgepflanzt werden. Dann sind keine Bodenfröste mehr zu befürchten und die Samen können ungehindert keimen. Der genaue Aussaatzeitpunkt ist jeweils auf der Samentüte abzulesen, ebenso, wann die Kräuter dann zum Abschneiden bereit sind. Möchte man zwei- oder mehrjährige Kräuter aussäen, wird dazu am besten der September genutzt. Alternativ dazu kann man auch Jungpflanzen im Frühjahr in den Garten an Ort und Stelle einpflanzen. Tipp: Kräuter nicht mit chemischem Dünger behandeln, das kann den Geschmack beeinträchtigen.

Wie bei allen Pflanzen im Garten sollten auch die Kräuter nicht in der Mittagssonne mit Wasser gegossen werden, da sie ansonsten leicht verbrennen könnten. Der frühe Vormittag ist genau richtig, alternativ oder bei ganz heißen Sommern kann auch am Abend noch einmal gegossen werden, wenn die Sonne nicht mehr scheint. Tipp: Nur Petersilie, Schnittlauch oder Kümmel benötigt viel Wasser, die anderen eher weniger.

Außerdem macht es Sinn, die Erde um die Kräuter herum immer schön locker zu halten, damit auch genügend Luft an die Wurzeln kommen kann. Außerdem kann das Gießwasser besser eindringen.

Kräuter als Jungpflanze im Topf

Wer nicht warten möchte, bis sich aus den Samenkörnern kleine Pflänzchen entwickelt haben, die dann noch einmal eine Weile benötigen, bis sie erntereif sind, kann auch die sogenannten Containerpflanzen nutzen. Diese sind im Gartenfachhandel erhältlich, wo es sie in vielen Sorten zu kaufen gibt. In dieser Form lassen sich schnell ganze Kräuterbeete wie eine Kräuterspirale oder ein Kräuterhochbeet anlegen, da man gleich überblicken kann, wie viele Pflanzen Platz haben. Außerdem erspart diese Art der Nutzung ein zu viel an Pflänzchen. Tipp: Kräuter zurückschneiden fördert den Neuaustrieb.

Kräuter bereichern den Speisezettel und das Gewürzregal - z.B. BasilikumWenn sich Küchenkräuter gut entwickeln, kann man regelmäßig und üppig ernten. Nun lohnt es sich sogar, die Kräuter einzufrieren oder zum Trocknen aufzuhängen, wie man es sehr gut mit Rosmarinzweigen machen kann. Petersilie, Schnittlauch und Dill können als Mischungen für Salate eingefroren werden und zaubern mitten im Winter einen besonders schmackhaften grünen Salat

Heilkräuter im Garten anpflanzen

Nicht nur Küchenkräuter, sondern auch Heilkräuter können im Garten angepflanzt werden. Sie sorgen mit ihren heilenden Inhaltsstoffen für die Linderung so mancher Beschwerde. Man kann sie als Tee verwenden (Pfefferminze) oder auch zu einer Salbe herstellen (Ringelblume, Kamille). Das ist kein großer Aufwand.

Auch zur Unterstützung von anderen Blumen und Pflanzen werden einige Kräuter gepflanzt. So hat Lavendel zwischen Rosen gepflanzt die Eigenschaft, nicht nur hübsch auszusehen, sondern auch so manchen Schädling zu vertreiben. Pfefferminze sieht toll aus und die frischen grünen Blätter schmücken das Blumenbeet. Der Gärtner kann zwischendurch naschen, wenn er im Garten arbeitet. Je sonniger das Blumenbeet liegt, desto mehr verströmen die Kräuter ihren aromatischen Duft. Das ist sehr deutlich beim Thymian zu bemerken, wenn er im Steingarten zwischen den Polsterstauden für Freude sorgt.

Wissenswertes zum Kräueranbau in Kürze

Eigens im Kräutergarten angepflanzte Pflanzen nützen nicht nur uns, sondern auch der Natur in besonderer Weise. Für uns bieten sie in der Küche viel Abwechslung und vor allem viel Aroma, Vitamine und das Gefühl sich gesund zu ernähren und zu leben, welches auch berechtigt ist. Die Natur profitiert gleich mehrfach: Zu einem sind viele Kräuterpflanzen Nahrungsquelle für viele Insekten, die sich hauptsächlich vom Blütenstaub ernähren, zum anderen vertreiben viele Pflanzen wie z.B. die Kapuzinerkresse und die Ringelblume Läuse. Zudem sind sie pflegeleicht und abgestorbene Pflanzenreste bieten im Winter kleinen Lebewesen Unterschlupf.

Kräuterbeet, Mischbeet oder Kräuterspirale?

  • Im Kräuterbeet hat man alles, was man an Kräutern benötigt, auf einem Fleck. Ideal ist ein Beet nah der Küche. Für ein reines Kräuterbeet wird nicht so viel Platz benötigt, wie für die beiden anderen Möglichkeiten. Nachteilig ist, dass die verschiedenen Pflanzen doch oft unterschiedliche Böden bevorzugen und sich auch bei der Pflege unterscheiden.
  • Ein Mischbeet, besonders mit Gemüse ist günstig, weil sich die Pflanzen gegenseitig schützen. Zwiebeln und Schnittlauch neben Möhren wehren gegenseitig die berüchtigten Gemüsefliegen ab. Knoblauch oder Zwiebeln neben Erdbeeren schützen sich vor Pilzkrankheiten. Thymian als Beetumrandung hält Schnecken fern. Diese Liste kann man unendlich fortsetzen. Kräuter fördern sich auch untereinander. Das Mischbeet benötigt natürlich mehr Platz.
  • Mit Kreidetafeln kann man den Kräuteranbau übersichtlich gestaltenEine Kräuterspirale sieht gut aus und bietet auf engstem Raum unterschiedliche Bedingungen, welche den Pflanzen entgegenkommen. Oben wachsen die Kräuter, die es gern trocken mögen und unten, die es feucht brauchen. In der Mitte ist viel Platz für die, mit normalen Ansprüchen. Sogar ein Wasserbecken kann man ans Ende setzen. In der Wasserzone gedeihen dann noch Brunnenkresse, Wasserminze und Fieberklee. Der Nachteil ist, das die Spirale die im Aufbau aufwändigste Variante ist.

Balkon oder Topfgarten?
Wer keinen Garten hat, sondern „nur“ eine Terrasse oder einen Balkon, muss auf frische Kräuter nicht verzichten. Kräuter lassen sich im Balkonkasten und in Pflanzkübeln ganz gut kultivieren. Wichtig ist ausreichend Sonne. Fast alle gängigen Kräuter gedeihen in Kästen oder Kübeln. In Terrakottagefäßen wirken Kräuter besonders schön, irgendwie mediteran. Doch auch Stein- und Holzgefäße sind geeignet.

Fazit

Niemand muss auf frische, selbst angebaute Kräuter verzichten. Viele wachsen sogar auf dem Fensterstock, zumindest den Sommer über. Die Pflege ist oft nicht schwierig, so dass sich der Anbau lohnt.