Kräuter für schattige, halbschattige und sonnige Standorte

BasilikumKräuter benötigen generell den idealen Standort. Ansonsten leiden deren Wuchs und Aroma. Was die Bodenbeschaffenheit betrifft, bevorzugen halbschattige und schattige Kräuter eher feuchte Böden, während Kräuter für sonnige Standorte trockene und karge Böden lieben. Auch der Nährstoffbedarf ist von Kraut zu Kraut verschieden. Je weniger Sonnenlicht, desto höher ist in der Regel der Nährstoffbedarf. Allerdings sollte ein Zuviel an Nährstoffen vermieden werden, denn das bedeutet Stress für diese Pflanzen und macht sie krankheitsanfälliger.

Kräuter für schattige Standorte


Bärlauch

Bärlauch

wächst mehrjährig, ausdauernd und krautig mit Wuchshöhen zwischen 20 und 50 cm. Zwischen März und Juni verströmt er ein intensives Knoblaucharoma. Er ist sehr ausbreitungsfreudig. Seine länglich grünen Blätter erscheinen ab Februar und die sternförmigen Blüten von April/Mai bis Juni. Um eine ungewollte Ausbreitung zu verhindern, ist das Einbringen einer Kunststofffolie empfehlenswert. Verwendbar sind alle Pflanzenteile.

Tipp: Bärlauch wird häufig mit Herbstzeitlosen oder Maiglöckchen verwechselt, was tödlich enden kann. Bärlauch ist die einzige dieser Pflanzen mit Knoblauchduft. Seine Blätter sitzen einzeln am Stängel, während die der Herbstzeitlosen keinen Blattstiel besitzen und zu mehreren Blättern aus einem Stängel wachsen. Die Blätter vom Maiglöckchen wachsen immer paarweise aus einem Stängel.

Frauenginseng

Frauenginseng auch als 'Kraut der Unsterblichkeit' bekannt, ist eine ein- bis mehrjährige, krautig und schnellwüchsige Kletterpflanze für halbschattige und schattige Standorte. Sie kann 400-800 cm hoch klettern. Die weißen, traubenförmigen Blüten erscheinen zwischen Juli und August. Seine Blätter haben einen lakritzähnlichen Geschmack und können Salate verfeinern, pur genossen oder als Tee zubereitet werden. Frauenginseng ist bis -18 Grad winterhart.

Kräuter für halbschattige Bereiche


Pfefferminze

MinzePfefferminze wächst ausdauernd, krautig und stark verzweigt. Sie ist winterhart, ausläuferbildend und wird 25-100 cm hoch. Ein mehrmaliger Rückschnitt im Jahr kontrolliert die Ausbreitung und fördert den Wuchs. Pfefferminze sollte etwa alle 3 Jahre umgesetzt werden. Verwendet werden die frischen oder getrockneten Blätter und Triebe.

Tipp: Um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern, kann man Pfefferminze im Topf kultivieren oder sie samt Topf im Garten einpflanzen.

Schnittlauch

Schnittlauch gehört zu den klassischen Kräutern. Er wächst ausdauernd und mehrjährig mit Wuchshöhen zwischen 10 und  50 cm. Die zahlreichen Züchtungen unterscheiden sich in Wuchs und Geschmack. Im Frühjahr sollte er geteilt werden. Geerntet werden die röhrigen Blätter die ganze Saison über. Mit Blühbeginn etwa ab Mai ist das Aroma nicht mehr so intensiv.

Liebstöckel

Liebstöckel ist ausdauernd, krautig und winterhart. Es hat einen sehr aromatischen Duft und kann unter optimalen Bedingungen bis 250 cm hoch werden. Liebstöckel blüht zwischen Juli und August und bildet nach der Blüte sogenannte Doppelachäne
(Früchte). Die Pflanze lässt sich gut über Teilung vermehren. Verwendet werden die Stängel samt Blätter vor der Blüte sowie die Samen und Rhizome.

Petersilie

Petersilie ist ein vielseitig verwendbares Kraut. Es gibt krause und glatte Sorten. Die Blätter der zwischen 25 und 80 cm hohen Kräuter ähneln denen vom Staudensellerie. Petersilie kann im Garten und im Topf kultiviert und so ganzjährig geerntet werden. Sie hat einen sehr würzigen Geschmack, wobei glatte Petersilie ein intensiveres Aroma hat. Genutzt

werden kann die ganze Pflanze samt Wurzel.

Kräuter für sonnige Standorte


Basilikum

BasilikumBasilikum benötigt einen warmen Standort. Seine zahlreichen Kulturformen unterscheiden sich in Blattfarbe, Aroma, Wuchs und Standortansprüchen. Er ist nicht winterhart und wird meist einjährig kultiviert. Dieses krautig, ausdauernd und aufrecht wachsende Kraut erreicht Wuchshöhen von 20-60 cm. Es blüht zwischen Juni und September. Alle Pflanzenteile duften sehr aromatisch. Der Geschmack der Blätter ist würzig, süßlich bis leicht pfeffrig. Verwendet werden die frischen oder getrockneten Blätter samt Stängel.

Salbei

Salbei kennt man vor allem als Kraut gegen Halsschmerzen aber auch als Würzkraut. Er wächst als ausdauernder, mehrjähriger Halbstrauch, teilweise auch ein- oder zweijährig, mit Wuchshöhen von 40-60 cm und blüht von Mai bis Juli. Geerntet werden die Blätter zu Blühbeginn. Salbei duftet aromatisch und hat einen würzig bitteren Geschmack. Genutzt werden die frischen oder getrockneten Blätter.

Tipp: Salbei im Topf bildet im Winterquartier häufig Geiltriebe, was die Pflanze schwächt und krankheitsanfällig macht. Deshalb sollte man sie in milden Winterperioden ins Freie stellen.

Thymian

Thymian-Arten wachsen als mehrjährige Halbsträucher oder Sträucher. Sie verholzen an der Basis, wachsen aufrecht bis niederliegend und sind meist winterhart. Je nach Art wird er zwischen 15 und 40 cm hoch. Blütezeit ist zwischen Mai und Oktober. Die kleinen Blätter duften intensiv, ihr Geschmack ist leicht herb und sehr herzhaft. Die Früchte sind eiförmige Nüsschen, in denen sich die Samen befinden. Geerntet werden immer ganze Zweige, ohne dabei bis in die verholzten Pflanzenteile zu schneiden.

Tipp: Je sonniger der Standort, desto höher ist der Gehalt an ätherischen Ölen, was die Würzkraft intensiviert.

Rosmarin

Charakteristisch für Rosmarin sind seine nadelartigen Blätter. Er wächst als buschig verzweigter, immergrüner Halbstrauch und kann im Alter Wuchshöhen von 200 cm erreichen. Duft und Aroma  sind sehr intensiv. Im Winter ist ein Schutz der oberirdischen Pflanzenteile erforderlich, z.B. mit Vlies. Verwendet werden ganze Zweige. Ein jährlicher Rückschnitt hält den Strauch kompakt.

Der ideale Boden für Kräuter

KräuterDie Bodenansprüche von Kräutern für halbschattige und schattige Standorte unterscheiden sich deutlich von denen für sonnige Standorte. Halbschattige Kräuter benötigen mäßig feuchte Böden und regelmäßige Wassergaben. Schattige Kräuter gedeihen in dauerhaft feuchten, humosen Böden am besten. Ein hoher Humusgehalt ist hier besonders wichtig. Mediterrane Kräuter bevorzugen  trockene und karge Böden und müssen nur selten gegossen werden. Unabhängig vom Standort sollte der Boden immer durchlässig sein.

Tipp: Besonders ton- und lehmhaltige Böden sollten mit Bims, Quarzsand o.ä. durchlässiger gemacht werden. Humusarme Böden können mit Kompost oder Mist angereichert werden. Sand kann Böden abmagern.

Kräuter richtig düngen

Kräuter an sonnigen Standorten haben einen geringen Nährstoffbedarf. Hier reicht eine Grunddüngung mit Kompost völlig aus. Im Gegensatz dazu benötigen halbschattige und schattige Kräuter wesentlich mehr Nährstoffe. Das liegt u.a. an der geringeren Lichtausbeute, wodurch weniger Nährstoffe im Boden gelöst werden können. Dementsprechend sollte Letzteren regelmäßig organischer Dünger wie Hornspäne oder Mist oder ein Langzeitdünger verabreicht werden.
Eine Laubabdeckung im Herbst, die sich mit der Zeit zersetzt, kann Nährstoffe für das Folgejahr liefern. Bei Kräutern im Topf muss die Düngermenge etwas erhöht werden.

Fazit

Kräuter finden im kleinsten Garten Platz. Für intensives Aroma und beste Würzkraft sind Standort und Bodenbeschaffenheit entscheidend. So bringen Kräuter nicht nur Würze und Geschmack in verschiedenste Gerichte, sondern können zudem gegen das eine oder andere Zipperlein helfen.