Pilzkraut, Rungia klossii - Pflanzen und Pflege im Topf


Rungia klossii ist eine Pflanze mit einem verblüffenden Pilzaroma, welches in tropischen und subtropischen Ländern schon lange die Speisekarte der einheimischen Küchen bereichert. Die ursprüngliche Heimat der Gewürzpflanze liegt in Papua Neuginea, wo es bis zu einer Höhe von 2000 Metern noch anzutreffen ist. Durch seine Anpassungsfähigkeit ist das vitaminreiche Pilzkraut mittlerweile auch in Australien und Südasien anzutreffen. Die exotische Pflanze lässt sich einfach im Topf kultivieren, selbst unerfahrene Hobbygärtner kommen mit dem Pilzkraut problemlos zurecht.

Standort und Substrat

Die mehrjährige, ausdauernd krautig wachsende Rungia klossii bevorzugt einen geschützten,

warmen Standort mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Durch die exotischen Ansprüche kann das Kraut bei uns fast nur in Pflanzgefäßen kultiviert werden. Im Sommer können Sie dem Gewächs jedoch ein sonniges Plätzchen auf der Terrasse oder dem Balkon gönnen. Auch gegen einen Platz im lichten Halbschatten hat die Pflanze allerdings nichts dagegen einzuwenden. Das Pilzkraut mit seiner Wuchshöhe von 50 bis 80 Zentimetern ist äußerst tolerant gegenüber dem Boden. Die Pflanze kommt mit humusreicher Blumenerde ebenso zurecht wie mit einem sandigen Substrat. Der pH-Wert des Bodens sollte 6,7 jedoch nicht überschreiten und keinen Kalkgehalt aufweisen. Denn dieser hemmt das Wachstum und hindert die Wurzeln an der Aufnahme von Wasser.

Gießen und Düngen

Rungia klossii reagiert überaus empfindlich auf übermäßige Trockenheit. Der Wurzelballen der tropischen Pflanze darf zu keiner Zeit austrocknen, da dies schnell zum Absterben des Pilzkrauts führen kann. Überprüfen Sie deswegen öfter den Feuchtigkeitsgehalt des Substrats und gießen Sie unverzüglich nach, sobald die oberste Schicht spürbar abgetrocknet ist. Greifen Sie auf Regenwasser zurück, denn auch kalkhaltiges Leitungswasser kann die Pflanze schädigen. Vorsicht ist jedoch auch bei stehender Nässe geboten. Im Kübel können Sie Wurzelfäule mit einigen einfachen Tricks wirksam entgegenwirken:
  • Der Blumentopf muss am Boden Abfließlöcher aufweisen.
  • Legen Sie eine Drainage aus porösem Material am Gefäßboden an.
  • Vermischen Sie das Substrat mit Perlit oder feinen Kieselsteinen.
  • Überschüssiges Gießwasser im Übertopf sofort entfernen.
Abhängig von den Standortbedingungen liegt die Blütezeit vom Pilzkraut zwischen Oktober und Januar. Das bedeutet, dass Sie die Pflanze auch im Winterquartier regelmäßig gießen sollten. Das Pilzkraut benötigt ein humusreiches Erdreich, besonders in Pflanzgefäßen ist das Angebot von Nähr- und Mineralstoffen jedoch räumlich begrenzt. Flüssig- und Langzeitdünger haben sich gleichermaßen bei der Gewürzpflanze bewährt. In flüssiger Form werden die Nährstoffe direkt über das Gießwasser verabreicht. Die Versorgung mit Nährstoffen kann auch im Winter erfolgen. Ein phosphorhaltiger Dünger fördert die Blütenpracht und -Menge der Pflanze. Beobachten Sie jedoch die dickfleischigen Blätter genau. Verfärben sich diese und fallen ab, so sollten Sie das Düngen in der kalten Jahreszeit einstellen.

Pflanzung

Das mehrjährige Pilzkraut mit seinen bis zu 8 Zentimeter langen, dunkelgrünen Blättern gilt hierzulande noch als kulinarischer Geheimtipp unter Feinschmeckern. Dabei sind die Anforderungen gering, um die Gewürzpflanze auch in den eigenen vier Wänden erfolgreich zu halten. Um die Gewächse sicher durch den Winter zu bringen, sollten Sie auf eine ganzjährige Kultivierung im Freiland verzichten. Greifen
Sie vielmehr auf ein ausreichend breites und tiefes Pflanzgefäß zurück, mit welchen Sie das tropische Kraut bei Frostgefahr an einen sicheren Standort unterbringen können. Wenn Sie normale Blumenerde verwenden, sollten Sie diese zuerst mit Humus und geringen Mengen Lehm anreichern. Das Pilzkraut kann ganzjährig gepflanzt

werden, beim Umstellen ins Freiland reagieren die Blätter in den ersten Tagen jedoch überaus empfindlich auf direktes Sonnenlicht. Gewöhnen Sie das dickfleischige Laub langsam an lang anhaltende UV-Strahlung. Beispielsweise schaffen Sie das dadurch, indem Sie das Pilzkraut in den Mittagsstunden mit einem Sonnenschirm beschatten. Die dunkelgrüne Rungia klossii besitzt einen buschartigen Wuchs. Wird die Pflanze in den Sommermonaten direkt im Freiland kultiviert, so sollten Sie deswegen einen Mindestabstand von etwa 30 Zentimetern zwischen den einzelnen Gewächsen einhalten. Ideale Wachstumsvoraussetzungen schaffen Sie auch hier, indem Sie vor dem Umsetzen das Substrat mit Humus oder Kompost vermischen.

Vermehren

Pilzkraut ist hierzulande noch relativ unbekannt, dementsprechend selten sind auch die Samen im Fachhandel erhältlich. Die Anzucht des Saatguts ist jedoch relativ einfach:
  • Wählen Sie ein flaches Gefäß aus.
  • Das Substrat sollte nährstoff- und kalkarm sein.
  • Die Samen nur leicht mit Erde bedecken und gleichmäßig feucht halten.
  • Mit einer perforierten Folie wird die Luftfeuchtigkeit erhöht.
Besonders tropische und subtropische Pflanze benötigen zur erfolgreichen Keimung Wärme und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Wenn Sie das Pflanzgefäß mit einer Folie überspannen, sollten Sie diese täglich für einige Stunden abnehmen. Damit fördern Sie die Luftzirkulation und beugen gleichzeitig Schimmelbildung auf dem Substrat vor. Das tropische Gewächs kann jedoch auch über Wurzelteilung bequem vermehrt werden. Dafür wird eine ältere, kräftige Pflanze ausgegraben und mit einer Axt oder einem scharfen Spaten in der Mitte zerteilt. Die Pflanzenteile wie gewohnt in humusreicher Erde einsetzen und kräftig angießen. Weil Rungia klossii überwiegend im Wintergarten oder einem hellen Raum kultiviert wird, können Sie diese Maßnahme ganzjährig durchführen.

Schneiden

Der Rückschnitt der Pflanze erfolgt direkt bei der Ernte. Schneiden Sie mit einer scharfen Schere oder einem Messer bis zu 5 Zentimeter lange Triebspitzen ab. Ernten Sie immer nur so viel, wie Sie unmittelbar auch verbrauchen können. Denn die Blätter verlieren ihr schmackhaftes Aroma im trockenen Zustand fast vollständig. Durch den Schnitt regen Sie die Pflanze gleichzeitig zu einem verstärkten buschigen Austrieb an. Wenn notwendig, können Sie das Kraut auch bis zu 2/3 einkürzen. Das ist vor alledem dann notwendig, wenn das Laub kümmert oder Sie längere Zeit keine Triebe geschnitten haben. Welke und abgestorbene Pflanzenteile können Sie übrigens ganzjährig entfernen.

Tipp: Mit Pilzkraut lassen sich Pfannengerichte, Suppen und auch Soßen schmackhaft verfeinern und würzen. Geben Sie die Blätter erst kurz vor Ende der Garzeit hinzu und lassen Sie diese ausreichend ziehen.

Überwintern

Das Gewürzkraut reagiert empfindlich auf niedrige Temperaturen. Sobald die Temperaturen im Garten auch nachts unter 10°C sinken, sollten Sie die Pflanze in einen hellen, warmen Raum umsiedeln. Überwintert wird bei 12 bis 17°C, bei kühleren Temperaturen wirft das Pilzkraut sein Laub ab und unter Umständen bleibt die Blüte aus. Auch im Winter sollten Sie regelmäßig gießen, die Versorgung mit Nährstoffen darf allerdings nur mäßig erfolgen.

Fazit

Das Gewürz- und Kräuterkraut mit seinem pilzähnlichen Geschmack stellt eine Bereicherung für die heimische Küche dar und lässt sich im Sommer auch auf der Terrasse oder dem sonnigen Balkon kultivieren. Pilzkraut bietet Hobbyköchen eine willkommene Abwechslung, darüber hinaus ist Rungia klossii reich an Vitaminen.