Streuobstwiese - Anlegen und Pflegen

StreuobstwieseHaben Sie auch die riesigen Obstwiesen aus Ihrer Kindheit in Erinnerung? Bis in die Gegenwart stehen vielerorts noch Streuobstwiesen in ländlichen Gegenden. In der Vergangenheit wurden sie oft an den Dorfrändern kultiviert. Wie schön, wenn man sich beim Vorbeifahren einig der frischen köstlichen Äpfel pflücken kann. Doch Streuobstwiesen sind auch Lebensräume zahlreicher Tiere und Insekten. Insofern bieten sie neben der jährlichen Ernte auch einen guten Beitrag für eine intakte Natur.

Eine Streuobstwiese anlegen - Kosten und Aufwand

Der Aufwand, eine Streuobstwiese anzulegen, ist

in der ersten Zeit enorm. Doch eine sorgfältige Planung und die vielen Mühen zahlen sich aus. Sie werden mit einer jährlichen Ernte über mehrere Jahrzehnte hinweg und viel Mähgut, das anderweitig verwendet wird, reichlich belohnt.
Die Kosten errechnen sich individuell und hängen in erster Linie von der Größe der Anlage ab. Es fallen Kosten für:
  • die Anschaffung der Bäume an, rechnen Sie mit ca. 25 bis 35 EUR pro Baum
  • eventuell Arbeitskräfte, die die Anlage vorbereiten z.B. Land begradigen und Pflanzlöcher ausgraben
  • die Bewässerung in der ersten Zeit
  • zusätzliches Arbeitsmaterial wie Zäune, Anbindepfähle für die Obstbäume, Strick oder Verbissschutz
an. Wenn Sie noch kein eigenes Land besitzen, ergibt sich der Preis aus den regionalen Gegebenheiten. In der Regel liegen die Grundstückspreise für eine Streuobstwiese zwischen 1 und 5 EUR.

Nutzen Sie staatliche Förderungen!

Obstbäume setzenFür das Anlegen von großen Streuobstwiesen vergeben einzelne Bundesländer auch finanzielle Förderungen, die Sie in Anspruch nehmen können. Hier werden bis zu 70% aller anfallenden Gesamtkosten für Materialien sowie die Bäume übernommen. Einen Antrag zur Förderung einer Streuobstwiese stellen Sie beim Landschaftspflegeverband. Eine weitere Möglichkeit ist die Initiative "Mehr Grün durch ländliche Entwicklung", die jedoch nur in ländlichen Gebieten außerhalb der Stadtbereiche möglich ist. Dennoch werden hier sogar bis zu 100% der Kosten übernommen.

Bäume müssen robust gegen Krankheiten sein

Planen Sie die Auswahl Ihre Bäume gut. Generell benötigen Sie kräftige Sorten, die in erster Linie robust gegenüber Krankheiten sind sowie Wind und Wetter strotzen. Hierbei muss auch die Bodenbeschaffenheit in Bezug zur Sorte beachtet werden.
  • Apfelbäume sollten wenig anfällig für Mehltau, Feuerbrand, Baum- oder Rindenkrebs, Schorf und Kragenfäule sein.
  • Birnbäume, die robust gegen den gefürchteten Birnengitterrost sind, sollten Sie vorzugsweise wählen. Auch Bakterienbrand und Schorf kann langfristig problematisch für die Bäume und Ihre zu erwartende Ernte werden.
  • Steinobstbäume wie Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen und Kirschen leiden häufig unter Monilia und Gummifluss. Bei den Pflaumensorten ist eine Robustheit gegen Scharka vorteilhaft.
Die
Erntemonate planen


Wie in der Landschaft ­auch, sollten Sie eine Streuobstwiese nicht in einer Monokultur anlegen. Der Name sagt es bereits fühlbar: Hier wachsen Obstsorten. Insofern ist eine gelungene Mischung aus Äpfeln, Birnen, verschiedener Pflaumensorten und Kirschen vorzuziehen. Achten Sie bei der Auswahl auf die Erntemonate und die Lagerfähigkeit bei Äpfeln und Birnen. Hier können Sie jetzt schon eine ausgezeichnete Basis für eine reichhaltige Ernte von den frühen Sommermonaten bis in den Herbst hinein legen. Die lagerfähigen Sorten können dann bis in den Winter hinein gelagert werden und versorgen Ihre Familie regelmäßig mit frischem Obst.

Zweimal jährlich mähen oder natürliche Wege finden


/>Wiese zwischen Obstbäumen mähenDie Wiese selbst bedarf einer regelmäßigen Pflege und muss zweimal jährlich gemäht werden. Unterschätzen Sie diesen Zeitaufwand nicht. Je nach Größe und Örtlichkeit fallen dabei beachtliche Mengen an Mähgut an. Sie haben die Möglichkeit, dieses selbst weiter zu verwenden oder zum Beispiel an benachbarte Höfe mit Tieren abzugeben. Doch auch diese Termine sollten Sie im Vorfeld abklären.

Alternativ haben Sie die Möglichkeit, ihre eigenen Schafe dort weiden zu lassen oder aber gegen ein Entgelt fremde Tiere dort grasen zu lassen. Informieren Sie sich ebenfalls, ob es in der Region einen Imker gibt, der Interesse daran hat, sein Bienenvolk auf Ihrer Streuobstwiese anzusiedeln. In diesem Falle sollten Sie jedoch dafür Sorge tragen, dass die Wiese nicht für jeden Gast zugänglich ist.
Eine gut geplante Streuobstwiese im eigenen Garten auf einer kleinen Fläche, aber auch große Anlagen sind in jedem Falle ein Gewinn für den Menschen und die Natur. Wir wünschen viel Erfolg!
 
Tipps zur Pflege

Alle gut durchlüfteten, tiefgründigen Böden sind ideal für eine Streuobstswiese, da diese Böden das Obst mit ausreichend Nährstoffen versorgen. Grundsätzlich vertragen Obstbäume keine Staunässe, die man schnell daran erkennt, dass an den betroffenen Stellen Binsen wachsen.

Die einzelnen Bäume haben unterschiedliche Ansprüche an den Standort. D. h., dass Zwetschgen z.B. am besten in feuchten Bereichen gepflanzt werden sollten und das Kirschen am ehesten in sehr flachgründigen und trockenen Bereichen gedeihen.

Auch die Verträglichkeit zwischen den einzelnen Sorten ein und derselben Obstart ist sehr variabel. Es gibt beispielsweise Apfelsorten, die mit einer Höherlage von mehr als 300 Metern nicht zurechtkommen, während andere Sorten das Klima bis 700 Metern über dem Meeresspiegel tolerieren.

Generell benötigen Obstbäume viel Licht und eine gute Durchlüftung, da eine stehende Luft Pilzinfektionen begünstigt. Aus diesen Gründen sind schattige Flächen eher ungeeignet.

Die Obstbäume selbst kauft man am besten in einer Baumschule, die eigene Obstbäume produziert und sich an die Richtlinien der Deutschen Markenbaumschulen hält. Beim Kauf muss neben der Sorte auch auf die richtige Veredelungsart geachtet werden. So muss die Unterlage bei einem Hochstamm immer ein starkwachsender Sämling sein und der Baum sollte vier bis sechs Trieben haben.

Die beste Jahreszeit für die Bepflanzung ist an frostfreien Tagen von Herbst bis zum Frühjahr. Häufig wird der Platzbedarf von Obstbäumen unterschätzt. Damit zudem eine gute Durchlüftung sichergestellt ist, sollte der Pflanzabstand mindestens 10 Meter betragen. Die Bäume sollten in strengen Reihen und in einem einheitlichen Raster gepflanzt werden, was die spätere Pflege vereinfacht.

Der Baum wird so in das Pflanzloch gesetzt, dass die Veredelungsstelle eine Hand breit über der Geländeoberfläche steht. Ist das Pflanzloch mit Baum und Erde gefüllt, erfolgt die Anbindung an die Pfähle zur Stabilisierung. Ein Verbissschutz ist nur dann notwendig, wenn die Streuobstwiese später beweidet werden soll.

In den ersten Jahren sollte neben dem jährlichen Erziehungsschnitt der Boden rund um den Stamm möglichst frei gehalten werden. Da die Bäume noch nicht sehr stark bewurzelt sind, erhalten sie so mehr Nährstoffe.