Sollte man Stauden schneiden und teilen?
Die meisten Stauden müssen geschnitten und geteilt werden. Geteilt werden sie meist, wenn sie zu groß werden und sich zu sehr ausgebreitet haben. Auch müssen manche Stauden regelmäßig geteilt werden, um ihre Blühfähigkeit zu ...erhalten und zu verbessern.
Geschnitten werden sie aus verschiedenen Gründen. Zum einen kann man einen Vorblüteschnitt vornehmen, einen Blütenschnitt, einen Nachblüteschnitt, einen Verjüngungsschnitt und einen Rückschnitt.
Beim Vorblüteschnitt handelt es sich um einen gezielten Rückschnitt der Triebe vor dem Blütenansatz. Alle Triebe werden um etwa die Hälfte eingekürzt. Durch das Abzwicken der Triebspitzen werden die Verzweigung und der Blütenansatz gefördert. Die Stauden bleiben niedriger, sind kompakter und sehr standfest. Allerdings verzögert sich die Blütezeit um bis zu 20 Tagen. Der Richtige Zeitpunkt für diesen Schnitt ist von Ende Juni bis Anfang Juli. Lohnenswert ist der Schnitt bei sommer- und herbstblühenden Beetstauden wie Sonnenauge, Sonnenbraut, Herbst-Aster und Hoher Flammenblume.
Den Blütenschnitt führt man durch, um die Blütezeit zu verlängern oder die Staude zu einer zweiten Blüte anzuregen. Bei vielen Stauden verlängert man die Blühzeit, wenn man regelmäßig die verwelkten Blüten ausschneidet. So bilden sich fortlaufend neue Blüten. Ideal ...
ist dieser Schnitt für Purpursonnenhut, Kokardenblume, Stauden-Sonnenblume, Sonnenauge, Sommermargerite und Goldsturm-Sonnenhut.
Der Schnitt für eine zweite Blüte wird Remontierschnitt genannt. Es handelt sich um einen Totalrückschnitt nach der ersten Blüte. Die Staude wird bis eine handbreit über dem Boden zurück geschnitten. Eine mineralische Düngergabe und ausreichend wässern fördern den erneuten Austrieb. Ideal ist dieser Schnitt für Garten-Rittersporn, Feinstrahlaster, Sommer-Margerite, Garten-Lupine, Sommer-Salbei, Dreimasterblume, Himmelsleiter und Garten-Trollblume.
Der Nachblüteschnitt wird vorgenommen, um die Selbstaussaat zu verhindern. Das bewahrt die Sortenechtheit. Die Sämlinge vieler Sorten variieren und sind häufig wertlos. Sie verdrängen aber häufig die Mutterpflanze. Man schneidet also die verwelkten Blütenstände ab, bevor sie zur Samenreife gelangen. Besonders sinnvoll ist dieser Schnitt bei Sonnenauge, Hohe Flammenblume, Goldrute und Dreimasterblume.
Der Verjüngungsschnitt sorgt für einen kompakteren Wuchs. Da einige Stauden nach der Blüte schnell unansehnlich werden, auseinander fallen oder ähnlich unschön werden, schneidet man sie nach der Blüte vollständig zurück. Sie treiben bereits nach wenigen Tagen wieder aus. Die frischen grünen Blätter sehen deutlich besser aus. Die Horste bleiben kompakt. Das Erscheinungsbild wird grundsätzlich verbessert, auch wenn es nicht zu einer Zweitblüte kommt. Sinnvoll ist dieser Schnitt bei Beinwell, Lungenkraut, Schleier-Frauenmantel, Pracht-Storchschnabel und vielen Geranium-Arten.
Der Rückschnitt im Herbst oder im zeitigen Frühjahr dient zur Bildung neuer Triebknospen. Im Winter wenig standfeste und leicht versamende Stauden schneidet man spätestens bis November zurück. Dazu zählen die herbstblühenden Astern. Wenn die Stauden standfest sind und mit attraktiven Fruchtständen zieren, lässt man die über den Winterstehen und schneidet erst im Frühjahr. Das ist bei Astilben, Brandkraut oder der Purpur-Fetthenne der Fall. Gräser schneidet man grundsätzlich erst im Frühjahr.
Wenn Stauden in der Horstmitte verkahlen, die Wüchsigkeit nachlässt und der Blütenreichtum fehlt, ist es Zeit, sie zu teilen und damit zu verjüngen. Man gräbt die Horste aus und teilt sie in kleine Stücke. Diese kann man wieder einsetzen, möglichst nicht an gleicher Stelle. Man verwendet nur kräftige und wuchskräftige Teilstücke. Die wüchsigen Teile befinden sich am Rand des Horstes. Die Teilstücke sollten mindestens zwei bis drei Knospen aufweisen.
Der beste Zeitpunkt für die Teilung ist in der Ruheperiode zwischen Herbst und zeitigem Frühjahr. Gräser teilt man generell im Frühjahr. Pfingstrosen teilt man nur im Herbst. Bart-Iris werden direkt nach der Blüte geteilt.
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