Gelben Blasenstrauch, Colutea arborescens richtig pflegen

blasenstrauch-flIm naturnahen Garten demonstriert der Gelbe Blasenstrauch eindrucksvoll, wie Ökologie und Ästhetik Hand in Hand gehen. Mit einer verschwenderischen Blüte in leuchtendem Gelb, gefolgt von dekorativen Hülsenfrüchten im Herbst, erfreut das Ziergehölz Insekten, Vögel und Gärtner gleichermaßen. Dabei ist der Colutea arborescens so genügsam ausgerichtet, dass er als Pioniergehölz selbst unter kargen Bedingungen gedeiht. Einziger Wermutstropfen ist der Giftgehalt seiner Blätter und Samen. Wie Sie den Gelben Blasenstrauch richtig pflegen, erläutern die folgenden Zeilen.

Standort

In der kreativen Gartengestaltung übernimmt ein Gelber

Blasenstrauch vielfältige Aufgaben. So fügt er sich harmonisch ein in eine gemischte Hecke, dank seiner Geselligkeit. Darüber hinaus ist er dort zur Stelle, wo es gilt, eine steile Böschung zu befestigen. Infolge seiner tiefreichenden Pfahlwurzeln, kommt hier so schnell nichts ins Rutschen. Seine anmutige Silhouette qualifiziert den Colutea arborescens zudem als prächtigen Solitär, der alle Blicke auf sich zieht. Kommen die Standortbedingungen seinen geringen Ansprüchen dann noch entgegen, erfüllt der Zierstrauch alle in ihn gesetzten Erwartungen.
  • Sonnige Lage bis hin zum lichten Halbschatten
  • Stauende Sommerhitze wird toleriert
  • Leichte Windexposition ist akzeptabel
Beheimatet in Südeuropa, favorisiert der Blasenstrauch auch in den hiesigen Regionen warme Gartenplätze ohne kalten Durchzug. Diese Vorliebe tut seiner Winterhärte keinen Abbruch, da er zu dieser Jahreszeit sein Laubkleid abgeworfen hat.

Bodenbeschaffenheit

Weisen Sie dem Ziergehölz einen vollsonnigen Platz zu, fühlt er sich dort ausgesprochen heimisch, wenn das Erdreich wie folgt beschaffen ist:
  • Sandig, trocken und mit etwas Lehm
  • Nährstoffarm und humos
  • Von hoher Durchlässigkeit
  • Ideal ist ein pH-Wert größer 7
In einem dauerfeuchten oder gar sauren Boden wird der Gelbe Blasenstrauch seine Schönheit nicht entfalten. Insbesondere in verdichtetem Erdreich dringen seine Pfahlwurzeln nicht durch und das Gehölz geht ein.

Gießen und Düngen

Um einen Gelben Blasenstrauch richtig zu pflegen, gilt in Bezug auf den Wasser- und Nährstoffhaushalt äußerste Zurückhaltung. Ein gut etabliertes Gehölz begnügt sich mit dem natürlichen Regenaufkommen. Während sommerlicher Dürreperioden sollte gleichwohl gewässert werden, damit die Pflanze nicht unter Trockenstress gerät. Ein fester Düngeplan ist nicht vonnöten. Sind Sie ohnehin mit einer Schubkarre Kompost im Garten unterwegs, freut sich der Colutea arborescens über eine Portion. Im August endet die Gabe von Nährstoffen, damit der Strauch vor dem Winter ausreifen kann. Kommt es im Spätsommer zu einer Nährstoffüberversorgung, treiben weitere Zweige aus, deren weiches Gewebe mit dem ersten Frost zurückfriert. Dieser Vorgang schwächt den Strauch in seiner Gesamtheit und macht ihn anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

Tipp: Eine Startdüngung im März/April in Form von Kompost, Rinderdung und Hornspänen fördert die Vitalität eines Gelben Blasenstrauchs.

Schneiden

Dank seiner unkomplizierten Pflege, wird der Blasenstrauch häufig in öffentlichen Parks und Anlagen angesiedelt. Hier leidet sein optisches Erscheinungsbild innerhalb weniger Jahre erheblich, weil ein zentraler Aspekt unberücksichtigt bleibt. Eine attraktive Statur entwickelt das Ziergehölz einzig, wenn ihm ein Rückschnitt im Jahr vergönnt ist. Andernfalls breitet er sich in alle Richtungen aus, verholzt immer weiter und verkahlt von innen heraus. Im Resultat gedeihen die wunderschönen Lippenblüten nur noch einsam und vereinzelt an den Zweigspitzen. Im gepflegten Hobbygarten wird den Colutea arborescens ein solches Schicksal nicht ereilen, denn hier erhält er einen Schnitt im zeitigen Frühjahr. Den Sommerblüher unmittelbar nach der Blüte zu stutzen, ist aus zwei Gründen von erheblichem Nachteil: Ein später Rückschnitt verursacht einen herbstlichen Austrieb, der im Winter erfrieren

wird. Die prächtigen Hülsenfrüchte sollten nicht entfernt werden, denn sie zieren den Strauch auch während der kalten Jahreszeit. So schneiden Sie einen Gelben Blasenstrauch fachgerecht:
  • Die Witterung ist frostfrei, trocken und bedeckt
  • Das Schneidewerkzeug ist frisch geschliffen und desinfiziert
  • Handschuhe bewahren vor einem Kontakt mit dem Giftgehalt
  • Alte, vertrocknete Äste an der Basis kappen
  • Ins Strauchinnere gerichtete sowie sich kreuzende Zweige abschneiden
  • Soweit auslichten, dass Licht
    und Luft an alle Bereiche gelangen
  • Zu lange Triebe um maximal ein Drittel einkürzen
Als Faustregel für einen Frühjahrsschnitt gilt, dass ein starker Rückschnitt einen intensiven Austrieb hervorruft und umgekehrt. Im Rahmen der sachgemäßen Schnittführung ist einzig zu beachten, dass die Schere stets 2-3 mm oberhalb einer Knospe angesetzt wird. Eine leichte Schräghaltung sorgt dafür, dass Pflanzensaft und Regenwasser besser ablaufen können. Diese Umsicht beugt einer Pilzinfektion vor.

Tipp: Das Schnittgut eines Gelben Blasenstrauchs ist toxisch für Pferde und sollte niemals auf einer Weide entsorgt werden.

Vermehren

Hat die erfolgreiche Pflege die Lust geweckt auf weitere Exemplare des Colutea arborescens, haben Sie die Wahl unter zwei Methoden der Vermehrung:

Aussaat
Wen der Giftgehalt der Samen nicht schreckt, sammelt diese im Herbst aus den Hülsenfrüchten ein oder erwirbt das Saatgut im Fachhandel. Der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist das zeitige Frühjahr. So gehen Sie dabei vor:
  • Kleine Töpfe füllen mit Saaterde, Perlite oder Torf-Sand
  • Darin jeweils 1-2 Samen etwa 1 cm tief einsetzen
  • Mit Wasser aus der Sprühflasche anfeuchten, ohne das Substrat durchzunässen
  • Am halbschattigen Fensterplatz bei 20-25 Grad Celsius die Keimung erwarten
Innerhalb von 1-3 Wochen entwickeln sich die ersten Blättchen, denen zügig weitere folgen. Halten Sie weiterhin das Substrat leicht feucht. Sofern im Saatgefäß mehrere Pflänzchen gedeihen, sollten ab einer Wuchshöhe von 5 cm die schwächeren Keimlinge aussortiert werden. Haben die Jungpflanzen den Topf vollständig durchwurzelt, werden sie ausgepflanzt ins Beet.

Stecklinge
Eine gute Zeit für die Stecklingsvermehrung ist der Frühsommer. Ideal sind halb verholzte Triebe mit einer Länge von 10-15 cm. So verwandeln die Ableger sich in junge Blasensträucher:
  • Jeden Steckling in der unteren Hälfte entlauben
  • Kleine Töpfe füllen mit magerer Pikiererde oder Einheitserde (TKS1)
  • Darin jeweils einen Ableger mit dem entlaubten Teil einsetzen
  • Das Substrat anfeuchten und eine Plastiktüte überstülpen
Aufgestellt am halbschattigen, warmen Platz entwickelt jeder Steckling ein eigenes Wurzelsystem. In dieser Phase darf die Erde nicht austrocknen. Ein frischer Austrieb signalisiert den erfolgreichen Verlauf der Vermehrung. Die Plastiktüte ist nun nicht mehr erforderlich. Einige Sonnenstunden am Tag sind der Jungpflanze nun willkommen. Ist das Anzuchtgefäß vollständig durchwurzelt, wird der Blasenstrauch umgetopft in ein Gemisch aus je einem Drittel Einheitserde, Perlite und Sand. Den Winter hindurch pflegen Sie ihn richtig am hellen oder dunklen Platz bei Temperaturen von 0-5 Grad Celsius. Ab und zu ein Schluck Wasser verhindert, dass die Erde austrocknet. Im nächsten Frühjahr pflanzen Sie einen vitalen, robusten Colutea arborescens ins Beet.

Herkunft und Beschreibung

Der Blasenstrauch hat seine Heimat im Mittelmeerraum und in Nordafrika, findet sich aber auch hierzulande in freier Natur. Er wird bis zu fünf Meter hoch und blüht ab Mai bis zum Ende des Sommer mit goldgelben Blüten. Nach der Bestäubung entwickeln sich aus den Blüten Hülsenfrüchte mit den Samen, die bis zu acht Zentimeter lang werden können. Sie sind zunächst grün, verfärben sich später leicht rötlich und werden dann pergamentartig.

Diese Hülsen enthalten Kohlendioxid und sehen daher wie aufgeblasen auf, wodurch diese Pflanze ihren Namen bekam. Sie bleiben oft den ganzen Winter über am Strauch hängen, sodass auch in dieser Zeit für eine schöne Dekoration im Garten gesorgt ist. Bei starkem Wind werden die Hülsen vom Strauch gerissen und an andere Standorte getragen, wodurch sich diese Pflanze weiter ausbreitet. Ansonsten vertrocknen die Hülsen mit der Zeit und geben dann ihre Samen frei. Weil der Blasenstrauch eine lange Blütezeit hat, sind oftmals gleichzeitig Blüten und Früchte am Strauch zu sehen.

Giftigkeit der Pflanze

Der Blasenstrauch gehört zu den Giftpflanzen und kann bei Mensch und Tier Probleme verursachen. Seine Blätter und Samen enthalten leichte Gifte, die beim Verzehr zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen. Für Haushalte mit kleinen Kindern oder Haustieren ist der Blasenstrauch als Zierpflanze für den Garten daher nur bedingt geeignet. Durch den unangenehmen Geruch und den bitteren Geschmack der Samen sind Kinder in dieser Beziehung jedoch nur wenig gefährdet.

Früher wurden Blätter und Samen in der Naturheilkunde wegen ihrer abführenden Wirkung zur Behandlung von Verstopfungen eingesetzt, heutzutage werden sie jedoch nicht mehr verwendet.

Fazit

Der Gelbe Blasenstrauch liefert einen überzeugenden Beweis, dass sich Naturverbundenheit und gärtnerischer Schönheitssinn nicht ausschließend müssen. Bereits im Frühling entfaltet das Gehölz seinen leuchtend gelben Blütenflor, über den Hummeln, Bienen und Schmetterlinge jubeln bis weit in den August hinein. Daraufhin folgen die auffälligen Hülsenfrüchte, die während der kalten Jahreszeit den Vögeln Nahrung bieten. Mit all diesen ökologischen Vorzügen einher geht ein prächtiges Erscheinungsbild sowohl als Solitär, als auch in der Hecke. Als Gegenleistung erwartet ein Colutea arborescens einzig einen sonnigen, sandig-trockenen Standort und ein wenig Wasser bei Trockenheit. Um ihn richtig zu pflegen, rückt in erster Linie ein alljährlicher Rückschnitt in den Fokus. Diese Maßnahme hält das Ziergehölz in Form und lockt stets aufs Neue die bezaubernde Blütenpracht hervor.