Islandmohn, Papaver nudicaule - Aussaat, Pflege und Vermehren

Mohnblumen gelten allgemein als überaus zart und empfindlich. Das mag für den gemeinen Klatschmohn gelten, aber keinesfalls für seine Artverwandten, den Islandmohn. Papaver nudicaule ist überaus robust und bevorzugt vor alledem kühle Temperaturen. Bedingt durch zahlreiche Zuchtformen reicht das Farbspektrum dieser subarktischen Schönheit von Gelb, über Weiß bis hin leuchtend orangerot. Selbst cremefarbene, bis zu 15 Zentimeter große Schalenblüten sind keine Seltenheit. Island-Mohn ist das ideale Gewächs für Ziergärten, welche für kurze Zeit durchaus einmal sich selbst überlassen werden.

Standort und Substrat

Nicht jede üppig blühende Pflanze stammt aus dem mediterranen

Raum, wie der Islandmohn eindrucksvoll beweist. Das Mohngewächs kann eine Wuchshöhe von bis zu 50 Zentimetern erreichen und bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte. Die ursprüngliche Heimat von Papaver nudicaule liegt in subarktischen Gebieten. Dort erstrahlt es in roten, gelben bis weißen Blütenfarben. Mit Wärme kommt das Gewächs nur schwer zurecht, weswegen Sie die Kultivierung in Nähe von Hauswänden oder anderen Steinmauern vermeiden sollten.

Ob einjährig oder ausdauernd wachsend ist abhängig vom jeweiligen Standort und der gewählten Sorten. An das Erdreich hingegen werden nur geringe Anforderungen gestellt. Island-Mohn kommt mit lehmhaltigen Böden ebenso problemlos zurecht wie mit sandigen oder extrem kalkhaltigen. Ein leichter Nährstoffmangel im Substrat hindert die aparte Zierpflanze ebenfalls nicht an der Ausbildung ihrer Blütenpracht. Wild vorkommende Hahnenfußartige können selbst auf Geröll gedeihen. Lediglich einer Bodenverdichtung sollten Sie mithilfe von feinem Kies vermeiden. Diese Maßnahme kommt auch den anderen Gewächsen in Ihrem Garten zugute, denn Wasser und auch Nährstoffe können somit leichter ins Erdreich gelangen.

Gießen und Düngen

Mit einer kühlen Trockenheit kommt der Islandmohn besser zurecht als mit Wärme und einem dauerfeuchten Erdreich. Gießen Sie deswegen an heißen Sommertagen nur mäßig nach und vermeiden Sie Staunässe. Das gilt auch bei einer Kultivierung im Pflanzgefäß. Sobald das Substrat abgetrocknet ist, warten Sie noch 1 bis 2 Tage, ehe Sie das Gewächs gießen. Ob Sie auf Regenwasser oder kalkhaltiges Leitungswasser zurückgreifen, ist der arktischen Schönheit relativ egal. Denn das Wurzelgeflecht dieser Mohnart kommt problemlos mit kalkhaltigem Erdreich und Wasser zurecht.

Papaver nudicaule ist äußerst genügsam und gibt sich mit magerem Erdreich zurecht. Um die Blühkraft der krautig wachsenden Pflanzen zu fördern, genügt es, wenn Sie im Frühjahr Kompost ausbringen. Verzichten Sie auf einen speziellen Flüssig- oder Langzeitdünger, denn diese Mittel können schnell zu einer Übersättigung des Bodens führen. In einem solchen Fall verbrennen die Wurzeln der schwach zehrenden Gewächse buchstäblich. Wird der Islandmohn in größeren Kübeln kultiviert, so sollte das Erdreich jährlich mit geringen Mengen Humus aufbereitet werden.

Aussaat

Das Beet vorzubereiten und das Saatgut nach Belieben auszubringen führt bei der subarktischen Pflanze nicht immer zum Erfolg. Während mediterrane und auch viele heimische Gewächse warme Temperaturen oder auch eine hohe Luftfeuchtigkeit zur Keimung benötigen, ist es bei Island-Mohn genau umgekehrt. Denn diese Mohnartigen benötigen eher kühle, trockene Temperaturen. Die Aussaat erfolgt zwischen März und Mai, kann allerdings auch für das Folgejahr im September vorgenommen werden. Bringen Sie das Saatgut direkt an Ort und Stelle aus. Die Pflanze ist dabei nicht nur als Lückenfüller in Zierbeeten geeignet, sondern macht sich auch dekorativ in Stein- und Hügelbeeten. Bereiten Sie den Standort folgendermaßen vor:
  • Fläche im Beet optisch markieren.
  • Das Substrat mit geringen Mengen Humus vermischen.
  • Die feinen Samen vorsichtig ausbringen.
  • Leicht ins Erdreich drücken.
  • Angießen und mäßig feucht halten.
Mohn

gehört zu den "lichtkeimenden" Pflanzenarten. Bedecken Sie die Samen deswegen nur dürftig mit Erde. Gerade so viel, damit das Saatgut nicht vom Wind weggetragen oder von hungrigen Vögeln sofort entdeckt wird. Die Anzucht im Gefäß gelingt nicht immer. Junger Islandmohn reagiert empfindlich auf Veränderungen, wozu auch das Umsetzen an einem neuen Standort gehört. Möchten Sie die Pflanzen dennoch versetzen, so sollten Sie diese Maßnahme im Frühjahr oder Herbst vornehmen.

Islandmohn lässt sich ganzjährig in größeren Kübeln auf dem Balkon oder der sonnigen Terrasse kultivieren. Bei der Wahl des Pflanzgefäßes sollten Sie umsichtig vorgehen. Der Mohn kommt nur in besonders großen Kübeln optimal zur Geltung. Hier steht es Ihnen auch frei, die Blühgewächse mit anderen Zierpflanzen zu kombinieren. Viele günstig erscheinende Gefäße werden während der intensiven Sonneneinstrahlung im Sommer brüchig. Greifen Sie deswegen bevorzugt auf Produkte
aus Ton oder Steingut zurück.

Tipp: Islandmohn kann seine Pracht besonders gut mit Astern oder Lilien entfalten. Pflanzen Sie stets mehrere verschiedene Pflanzen-Sorten, damit nach der Blüte keine unschönen Lücken entstehen.

Vermehren

Wie alle Mohnarten bildet auch Papaver nudicaule die charakteristische Samenkapsel aus. Diese öffnet sich direkt nach der Reife und die nur millimetergroßen Samenkörner werden vom Wind großflächig verteilt. Um die Selbstaussaat zu vermeiden, können Sie die Fruchtkapsel auch im halb reifen Zustand entfernen. Am ehesten gelingt Ihnen dies, wenn Sie ein kleines Einmachglas darunter die Pflanze halten und die Samenkapsel direkt dort hineinfallen lassen. So verhindern Sie, dass die feinen Samen zu Boden fallen können.

Wild vorkommende Arten des Islandmohns sind meist mehrjährig, während verschiedene Zuchtformen jedes Jahr aufs Neue frisch ausgesät werden müssen. Die ursprünglichen Arten lassen sich auch mithilfe von Seitentrieben vermehren. Diese können an frostfreien Tagen im Spätherbst oder Winter geschnitten werden.
  • Legen Sie die Wurzeln frei.
  • Mehrere etwa 10 Zentimeter lange Seitentriebe abschneiden.
  • Stecken Sie die Triebe in ein Gefäß mit magerer Erde.
  • Der Standort sollte kühl und hell sein.
  • Bis zum Frühjahr mäßig feucht halten.
  • Die Nähe zu aktiven Heizkörpern meiden.
Zeigen sich im Frühjahr neue Blätter und Triebe, ist die Wurzelbildung abgeschlossen. Setzen Sie die jungen Mohngewächse unverzüglich an ihren endgültigen Platz im Freiland um. Islandmohn ist nicht für eine dauerhafte Kultivierung im Haus geeignet.

Schneiden

Ein Form- oder Rückschnitt erfolgt bei den Zierpflanzen nicht. Islandmohn besitzt eine Besonderheit: Im Gegensatz zu anderen Mohngewächsen ist Papaver nudicaule eine lang haltende Schnittblume. Selbst die getrockneten Samenkapseln werden aufgrund ihres dekorativen Erscheinungsbildes von vielen Floristen gerne in Trockenblumensträußen verwendet. Um die farbenfrohe Pracht des blühenden Islandmohns in die eigenen vier Wände zu bringen, ist allerdings einiger Aufwand notwendig. Schneiden Sie Blumen, wenn die Knospen noch halb geschlossen sind. Die geschnittenen Pflanzenteile müssen zudem behandelt werden, damit der giftige Milchsaft nicht austritt und die Blume all ihrer restlichen Lebenskraft beraubt.
  • Schneiden Sie den Mohn in der gewünschten Länge ab.
  • Sengen Sie das Stielende mit einem Feuerzeug oder mit heißem Wasser an.
  • In ein Gefäß mit lauwarmem Wasser stellen.
  • Der Standort sollte nicht zu sonnig sein.
Auch wenn gekaufte Islandmohn Schnittblumen zu lang für die Vase sind, können Sie diese auf diese Art und Weise kürzen und neu versiegeln. Die Lebensdauer der geschnittenen Zierblumen lässt sich allerdings nicht verlängern, indem Sie den Mohn regelmäßig aufs Neue einkürzen.

Überwintern

Kälteliebende Gewächse sind überaus robust und kommen selbst besondere Vorkehrungen unbeschadet durch die kalte Jahreszeit. Während einjährig kultivierte Islandmohn-Arten im Spätherbst absterben, ruht das fleischige Wurzelgeflecht der mehrjährigen Pflanzen geschützt im Boden. Im Kübel kultivierte, wilde Papaver nudicaule Sorten nehmen dennoch eine wärmende Schicht aus Vlies oder Sackleinen dankbar an. Umwickeln Sie das Pflanzgefäß, um das Substrat vor dem vollständigen Durchfrieren zu bewahren.

Fazit

Der farbenprächtige Islandmohn ist einfach zu kultivieren und gedeiht - anders als viele andere Ziergewächse - bevorzugt auf mageren Böden. Bei der Aussaat und der Pflege gibt es nur wenig zu beachten. Dass nicht alle Mohnarten als Schnittpflanzen ungeeignet sind, beweist Papaver nudicaule recht eindrucksvoll.

Steckbrief
  • Art/Familie: Staude. Gehört zur Familie der Mohngewächse (Papaveraceae)
  • Blütezeit: Bildet den ganzen Sommer Juni bis September hindurch typisch mohnförmige eher kleinere Schalenblüten in gelb, orange, weiß und rot. Jede Pflanze bringt Blüten in allen verschiedenen Farben hervor
  • Belaubung: Blau-grüne, längliche, am Rand gebuchtete Blätter mit feiner Behaarung. Manche Sorten überleben ab und zu den Winter und zeigen selbst bei Frost ein grünes Blätterkleid
  • Wuchs: Buschiger Wuchs mit niedrigen Blätterbüscheln aus denen straff aufrecht die behaarten Blütenstiele ragen
  • Höhe: 20 bis 60cm
  • Standort: Sonnig. Durchlässiger, eher magerer Boden
  • Pflanzzeit: Kann Juli-August aus Samen direkt im Freiland (Keimdauer 10-20 Tage bei 18-22 Grad Celsius) gezogen werden
  • Schnitt: Kein Rückschnitt erforderlich
  • Partner: Blaue Vergissmeinnicht. Schön in Tuffs von mehreren Pflanzen
  • Vermehrung: Sät sich selber gerne aus oder Samen können gesammelt werden (siehe unten Vermehrung)
  • Pflege: Nur bei längerer Trockenheit wässern. Düngen nicht notwendig
  • Überwinterung: Kann auch bei besten Bedingungen kaum über den Winter gebracht werden, daher als einjährig zu zählen
  • Krankheiten/Probleme/Schädlinge: Bei Schnecken sehr beliebt
  • Besonderheiten: Gilt zwar als Staude, ist jedoch kaum über den Winter zu bringen daher meist einjährig
Sorten (Auswahl)
  • `Gartenzwerg: Höhe 30cm. Mischung, die von Juni bis September blüht. Aufgrund der Höhe auch gut für den Steingarten oder auch als Beeteinfassung
  • `Illumination: Höhe 40cm. Bildet vor allem Blüten in Pastelltönen
  • `Wonderland: Höhe 20-25cm. Bunte Blüten. Fällt vor allem wegen wintergrüner Belaubung aus