Orchideenprimel, Primula vialii - Pflanzen und Pflege

Die violett blühende Orchideenprimel stammt ursprünglich aus China und gehört nicht, wie vielleicht angenommen, zu den Orchideen sondern zu den Primeln. Daher kann die mehrjährige Staude auch gut im heimischen Garten kultiviert werden, denn ihr Vorkommen ist vor allem in feuchten oder auch höher gelegenen Gebieten. Primula vialii erfreut den Hobbygärtner von Mai bis Juli.

Immer noch gelten Primeln als altmodisch und langweilig. Gerne wird hier bei der Erwähnung von Primeln an Omas Fensterbank gedacht. Doch die pflegeleichten, mehrjährigen Stauden sind besser als ihr Ruf und vor allem für feuchtere Gebiete gut geeignet.

Gerade die Orchideenprimel die, wie der Name schon sagt, mit Ihren Blüten an die anmutigen Orchideen erinnert, erfreut den Betrachter in heimischen Gärten von Mai bis Juli mit einer reichhaltigen, dunkelroten bis violetten Blüte. So dürfte die Primula vialii eigentlich in keinem Gartenbeet fehlen.

Pflanzen

Die ideale Pflanzzeit für die Orchideenprimel ist das Frühjahr, aber als Staude kann die Primula vialii durchaus auch im Sommer und bis in den späten Herbst eingepflanzt werden. Günstig ist es, wenn die Staude im Internet oder im Gartenhandel erworben wird, dann blüht sie bereits im ersten Jahr der Pflanzung. Aber auch eigene, gezogene Pflanzen können jederzeit, außer an frostigen Tagen, in den Boden eingesetzt werden. Die selbstgezogenen Stauden blühen häufig dann jedoch erst im zweiten Jahr nach der Pflanzung. Für die Optik sollten immer mehrere Stauden gemeinsam gepflanzt werden. Werden die Primula vialii in einer Runde von etwa drei bis fünf Pflanzen gesetzt, sieht es anmutiger aus, aber natürlich können die Stauden im Gartenbeet auch in zweier oder dreier Reihen hintereinander gepflanzt werden. Hierbei sollte auf einen Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen von etwa 50 cm geachtet werden. Ansonsten muss hier noch das Folgende beachtet werden:
  • Boden darf am Pflanztag nicht gefroren sein
  • schön sehen die Stauden aus, wenn sie in einer Gruppe von etwa drei bis fünf Pflanzen gesetzt werden
  • hierzu den Wurzel entsprechend große Löcher ausheben
  • die entnommene Erde mit Kompost mischen
  • Wurzeln der Orchideenprimel vor dem Einsetzen gut wässern
  • Einsetzen und die vorbereitete Erde wieder eingeben und gut andrücken
  • nochmals Wasser geben und Erde auch in der nächsten Zeit nicht austrocknen lassen
Tipp:  Da die Orchideenprimeln trotz ihres großen Wasserbedarfs keine Staunässe vertragen, sollte bei der Pflanzung, ob im Beet oder im Kübel, eine Drainage aus Tonscherben, Steinen oder Kies angelegt werden, bevor die Pflanzen in die Erde gesetzt werden.

Standort

Ein feuchter Standort ohne Staunässe ist ideal für die Orchideenprimel, denn in ihrer Heimat China ist sie oft an Gewässern oder in sehr feuchten Gebieten zu finden. So ist ein Platz im Schatten oder Halbschatten ideal. Zu dunkel sollte es jedoch auch nicht sein, da an sehr dunklen Orten die Blüte geringer bis ganz ausfallen wird.  Die pralle Sonne verträgt sie in der Regel jedoch nur, wenn ihr genügend Wasser zur Verfügung gestellt wird. Befindet sich im Garten ein Steingarten oder ein kleiner Teich, dann sind dies die optimalen Standorte für die Primula vialii. Natürlich kann die bodennahe Staude mit dem längeren Blütenstiel auch in einem Kübel oder einem Balkonkasten kultiviert werden.

Substrat & Boden

Orchideenprimeln bevorzugen einen kalkarmen, humosen und durchlässigen Boden. Vor der ersten Pflanzung sollte der Boden daher mit Sand oder Kies sowie mit einem Anteil Kompost vorbereitet werden.

Gießen & Düngen

Die Orchideenprimel

benötigt nicht viel Pflege. Im Frühjahr vor dem Austrieb sollte sie einmal mit Kompost oder Langzeitdünger aus dem Handel versorgt werden. Allerdings bevorzugt die Staude feuchte Böden und muss daher vor einer Austrocknung unbedingt geschützt werden. Daher muss hier vor allem beachtet werden:
  • Boden niemals austrocknen lassen
  • die Orchideenprimel verzeiht auch eine kurze Trockenphase nicht und geht im schlimmsten Fall zugrunde
  • daher regelmäßig gießen, Staunässe jedoch vermeiden
  • im heißen Sommer mit einer Decke aus Mulch die Erde vor dem zu schnellen Austrocknen schützen
  • gerade auch, wenn die Orchideenprimel im Kübel oder Balkonkasten kultiviert wurde, kann es schneller zu einer Vertrocknung kommen
  • beim Gießen hier darauf achten, dass auch im Teller keine Staunässe entsteht
  • gegebenenfalls ein paar Minuten nach dem Gießen den Teller entleeren
Tipp: Da die Orchideenprimel keine kalkhaltigen Böden mag, sollte sie, wenn möglich, mit Gießwasser aus der Regentonne versorgt werden. Leitungswasser ist hier oft zu
kalkhaltig.


Schneiden

Ein Schnitt der bodennahen Orchideenprimeln ist nicht gefordert. Nur die Blütenstängel, die zwischen 30 und 50 cm hoch werden, müssen nach dem Verblühen der Blüten geschnitten werden. Wer sich jedoch für eine neue Aussaat Samen sichern möchte, der sollte von diesen Blütenstängeln die Blüten absammeln und an  einem warmen Ort aufbewahren. Zudem sollten vor dem Winter alle vertrockneten oder verwelkten Teile bis zum Boden hin entfernt werden.

Überwintern

Die winterharten Orchideenprimeln überstehen in der Regel auch einen sehr harten und frostigen Winter ohne Schutz. Wer jedoch ganz sicher gehen will oder die Pflanzen an einem offenen Standort ohne den Schutz einer Hauswand, eines Zaunes oder Hecke stehen, dann sollten diese mit einer dicken Schicht aus Laub abgedeckt werden. Da die Staude Feuchtigkeit bevorzugt, muss darauf geachtet werden, dass sie auch im Winter bei Kaltfrost nicht austrocknet. Bei dem Gießen im Winter sollte daher Folgendes beachtet werden:
  • nur an frostfreien Tagen zugießen
  • gerade bei Pflanzen, die nicht mit Laub abgedeckt wurden, trocknet die Erde rundherum schneller aus, auch im Winter
  • mit Laub abgedeckte Stauden speichern das Wasser und müssen im Winter eher nicht zugegossen werden
Tipp: Darauf achten, dass im Frühjahr diese Schicht aus Laub frühzeitig wieder entfernt wird, damit die Orchideenprimel an den ersten warmen Tagen auch wieder neu austreiben kann.

Vermehren

Vermehrt werden kann die Primula vialii gut mit von dem Hobbygärtner selbst geernteten Samen. Sobald diese an einem trockenen Ort gelagert wurden und dort nach etwa zwei Wochen aufgesprungen sind, können sie eingesät werden. Hierzu wird folgendermaßen vorgegangen:
  • kleine Kistchen mit Aufzuchterde vorbereiten
  • hier hinein werden die Samen gesteckt
  • Kisten an einen schattigen Ort stellen und gut feucht halten
  • im Frühjahr können die sich so gebildeten kleinen Pflanzen an ihren Standort im Garten gepflanzt werden
  • meist kommt es bei den eigenen Aussaaten jedoch erst im zweiten Pflanzjahr zu einer Blüte
Pflegefehler, Krankheiten oder Schädlinge

Ein großer Fehler ist es, wenn die Stauden in warmen und trockenen Perioden nicht regelmäßig gegossen werden. Denn auch nur eine kurze Trockenheit verzeiht die Orchideenprimel nicht so leicht und es kann zu einem Absterben kommen. Leider machen der schönen und anmutigen Pflanze auch oft Schnecken das Leben schwer. Gerade weil sie die feuchten Gebiete bevorzugt, in denen auch viele Schnecken leben, wird sie oft von diesen angegriffen und die Blätter weisen unschöne Fressstellen auf. Daher möglichst Vorbeugungsmaßnahmen gegen die lästigen Kriechtiere treffen. Wenn sie bereits befallen wurden hilft:
  • Schneckentod aus dem Handel
  • das Absammeln mit der Hand
Fazit

Wer eine anmutig blühende und pflegeleichte Pflanze in seinem Garten wünscht, der sollte sich für die Orchideenprimel entscheiden. Diese winterharte Staude ist gerade auch als Begrenzung an einem Gartenteich oder in einem Steingarten die ideale Pflanze. Einmal gepflanzt, benötigt sie nicht viel. Schneiden entfällt ebenso, wie die Pflanze wintertauglich zu machen. Einzig Wasser und ein wenig Dünger benötigt die Primula vialii, damit sie im Sommer zwischen Mai und Juli ihre blühenden und an Orchideen erinnernden Blütenstängel in die Luft heben kann. Somit ist die Orchideenprimel die ideale Pflanze für alle Hobbygärtner, die nicht viel Zeit investieren können oder wollen. Wer Primeln immer noch als altbacken empfindet, hat die Primula vialii noch nicht für sich entdeckt.

Steckbrief
  • Art/Familie: Staude. Gehört zur Familie der Primelgewächse (Primulaceae)
  • Blütezeit: Juni bis August mit für Primeln untypischen pyramidenförmigen Blütenkerzen bestehend aus vielen kleinen roten Knospen und rosa- bis hellviolettfarbenen Blüten. Blüht von unten her auf
  • Belaubung: Längliche, nach vorne abgerundete Blätter in hellem grün mit deutlicher Maserung, zum Rand hin leicht nach unten eingerollt.
  • Wuchs: Aufrecht buschig
  • Höhe: 30cm ohne, 40 bis 50cm mit Blüte
  • Standort: Halbschattig bis schattig, jedoch nicht zu dunkel. Verträgt auch sonnigen Standort, wenn Boden nicht zu stark erwärmt wird. Gerne am Teichrand. Kühler, feuchter, durchlässiger, kalkarmer und humoser Boden
  • Pflanzzeit: Jederzeit solange Boden nicht gefroren ist
  • Schnitt: Frühjahr bodennah
  • Partner: Schön in Tuffs von 3-5 Pflanzen
  • Vermehrung: Samen sammeln (siehe unten Vermehrung durch Samen sammeln)
  • Überwinterung: Winterhart
Probleme:
  • Verträgt keinen Kalk
  • Vor allem an heißen Tagen hohe Luftfeuchtigkeit nötig um Temperatur zu sinken, daher gerne am Gewässerrand
  • Sollte von anderen Pflanzen, vor allem Gehölzen, nicht zu sehr bedrängt werden
  • Reagiert auf Trockenheit mit Abwurf der Blüten
  • Ist auch bei Schnecken beliebt
Besonderheiten:
  • Wird auch Chinesische Primel genannt
  • Gilt als eine der schönsten Gartenprimeln
  • Ist als sommerblühende Primel leider noch sehr unbekannt. Von den wenigen die sie kennen wird sie jedoch sehr geschätzt und bildet oft die Grundlage für eine Sammelleidenschaft
  • Passt gut in den Steingarten
  • An zusagenden Standorten kann sie sich viele Jahre immer wieder aus dem eigenen Wurzelstock neu regenerieren. Zu trockener oder warmer Boden verhindert dies, weswegen sie oft als nicht ausdauernd beschrieben wird