Pechnelke, Silene viscaria - Aussaat, Pflanzen & Pflege

pechnelkePechnelke - Aussaat, Pflanzen & Pflege Die Pechnelke (Lychnis viscaria) ist eine mehrjährige, buschig wachsende Wildstaude, die aus der Familie der Carophyllaceae stammt. Da sie ursprünglich aus dem Mittelmeerraum kommt, eignet sie sich sowohl für Heidegärten, zur Dachbegrünung, als winterharte Gartenstaude ebenso wie als dekorative Schnittblume. Die Pflanze blüht in der Regel von Mai bis August in einem kräftigen Feuer- oder Kaminrot und erreicht eine Höhe von circa 40 bis 50 cm.

Neben der gewöhnlichen Pechnelke gibt etwa 25 verschiedene Lychnis-Arten.

Zum Beispiel:
  • Alpen-Lichtnelke (blasspurpur bis leuchtend rote Blüten)
  • Kronen-Lichtnelke (dunkelrote, große Blüten)
  • Kuckucks-Lichtnelke (rote, länglich-spitze Blüten)
  • Jupiternelke (blasspurpur bis kaminrote Blüten, weißwollig behaart)
  • Scharlachlichtnelke (orange- bis feuerrote Kronenblüten)
Aussaat

Die optimale Zeit für die Aussaat der Samen der Pechnelke sind die Monate Februar bis Mai. Die Keimdauer beträgt circa 10-20 Tage bei einer Keimtemperatur von 18-20°C. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Samen bei der Aussaat leicht angedrückt werden, sie immer feucht sind und keines Falls mit Erde bedeckt werden, da die Pflanze ein Lichtkeimer ist.

Sobald die Pflanze wächst, kann sie ins Beet gepflanzt werden. Hierzu sollten nicht mehr als 10 Pflanzen pro Quadratmeter gesetzt werden und ein Abstand von 30 cm eingehalten werden. Sie lässt sich jedoch durchaus auch in kleinen Tuffs gruppieren. Dann bildet sie mit der Zeit flächige Horste, die auch große Flächen bedecken können.

Pflege

Silene viscariaDie Pechnelke ist eine relativ anspruchslose Pflanze, die an optimalen Standorten kaum Pflege benötigt.

In Bezug auf den Boden reicht ein normaler Gartenboden mit leicht saurer bis kalkarmer Erde aus. Am Besten eignet sich ein möglichst sonniger Standort an dem es mehr als die Hälfte des Tages volle Sonne gibt. Sie fühlt sich in Gebüschen, Wäldern und Feldrainen am wohlsten sowie auch an anderen trockenen Plätzen wie zum Beispiel auf sandigen Lehmböden. Außerdem muss Staunässe am Boden vermieden werden, allerdings darf die Erde auch nicht austrocknen und sollte stets frisch sein.

Die abgeblühten Blütenstände sollten immer im Frühjahr handhoch (ca. 5 cm) zurückgeschnitten werden. Die Pflanze sollte auch jedes Jahr nach der Hauptblühte (jedoch noch vor der Reife der Samen)
zurückgeschnitten werden. Dies kann eine übermäßige Selbstaussaat verhindern und auch wenn keine zweite Blüte zu erwarten ist, wird so der gesunde Neuaustrieb der Pflanze gefördert.

Überalterte, vergreiste Pflanzen sollten nicht nur zurückgeschnitten, sondern auch geteilt werden, damit kann die Blühwilligkeit und Lebensdauer erhöht werden.

Die Pechnelke sollte zudem regelmäßig gewässert werden. Da sie Kalk schlecht verträgt hierzu wenn möglich Regenwasser verwenden. Man sollte darauf achten, nie bei voller Sonne, sondern immer in den Morgen- oder Abendstunden zu gießen. Außerdem sollte der Boden ab und zu gelockert werden um Staunässe zu vermeiden. Auch mehrere Wochen ohne Niederschlag verträgt die Pflanze meist ohne Schaden, problematisch wird es erst, wenn die Pflanze deutliche Trockenheitszeichen aufweist wie zum Beispiel sehr trockene, hängende oder runzlige Blätter.

Silene viscariaDa die Pechnelke oft empfindlich reagiert, sollte sie nur mäßig gedüngt werden. Bei der Düngung im Frühjahr und

Ende Juni sollte ein Flüssigdünger verwenden, da ein gekörnter Dünger auf den Blättern liegenbleiben könnte und somit zu Verbrennungen an der Pflanze führen würde. Bei älteren Exemplaren reicht oft auch die Düngung im Frühjahr aus. Sowohl organische als auch mineralische Staudendünger können verwendet werden, man sollte jedoch darauf achten, dass dieser lange wirkt und eine Höhe von 40-50g/m2 erhält damit Wachstum und Blüte optimal gefördert werden.

Besonderheiten der Pechnelke
  • wintergrüne Pflanze
  • Trachtpflanze für Bienen und Tagfalter
  • eine der intensivsten Blütenfarben unter einheimischen Wildpflanzen
  • Pechnelken können die Abwehrkräfte der Pflanzen in ihrer direkten Umgebung stärken und sich somit positiv auf deren Wachstum und Widerstandsfähigkeit auswirken
PechnelkeSteckbrief
  • Art/Familie: Staude. Gehört zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
  • Pflegeaufwand: Gering. Anspruchslos und pflegeleicht
  • Blütezeit: Mai bis Juni mit Blütenrispen bestehend aus locker angeordneten mittelgroßen einfachen meist jedoch gefüllten Blüten in purpurrosa
  • Belaubung: Schmale grazile Belaubung
  • Wuchs: Aufrecht, leicht buschig
  • Höhe: 30 bis 90cm
  • Standort: Sonnig. Nährstoffreicher, eher trockener, offener und kalkarmer Boden
  • Pflanzzeit: Jederzeit solange der Boden nicht gefroren ist
  • Schnitt: Im Frühjahr bodennah
  • Partner: Zwerg-Schleierkraut
  • Pflege: Regelmäßig wässern jedoch Staunässe vermeiden
  • Überwinterung: Winterhart
  • Krankheiten/Probleme: Verträgt Kalk nur schlecht, daher am besten mit Regenwasser gießen
Besonderheiten
  • Wird auch Gewöhnliche Pechnelke und Gefülltblühende Pechnelke genannt
  • Passt sehr gut in den Heidegarten
  • Kann auch gut als Beeteinfassung dienen
  • Ist eng mit der Lichtnelke (Silene x arkwrightii, Syn. Lychnis x arkwrightii) und der Brennenden Liebe (Silene chalcedonica, Syn. Lychnis chalcedonica) verwandt
  • Soll die Widerstandskraft ihrer umgebenden nachbarlichen Pflanzen stärken
  • Beliebte Nektarquelle von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen
Sorten (Auswahl)

`Feuer: Blüht von Mai bis Juni mit einfachen leuchtend purpurrosafarbenen Blüten
`Plena: Erfreut mit gefüllten Blüten

Namensgebung

Den deutschen Namen erhielt die Pflanze aufgrund einer pechähnlich dunklen, klebrigen Substanz, die die Gewöhnliche Pechnelke an den Stängeln als Schutz vor z.B. Blattläusen bildet