Palisaden-Wolfsmilch, Euphorbia characias - Pflege und Schnitt

Ungewöhnliche und langlebige Blüten, die ihre Schönheit über Monate hinweg zur Schau stellen, kräftiger Wuchs und geringe Ansprüche - die Palisaden-Wolfsmilch macht viel Freude und wenig Arbeit. Im Garten oder Kübel kultiviert ist sie sogar für Anfänger eine gute Wahl, lässt sich problemlos vermehren und wirkt durch ihre immergrünen Blätter als ganzjähriger Schmuck. Dennoch gelten bei der Pflege und dem Verschnitt der Euphorbia characias einige Besonderheiten, ohne diese ihre volle Pracht nicht entfalten kann.

Standort

Die Palisaden-Wolfsmilch stammt aus dem Mittelmeerraum und möchte daher auch im heimischen Garten einen sonnigen Standort. Dieser

sollte im Idealfall etwas windgeschützt liegen, da dieser dem immergrünen Halbstrauch vor allem im Winter zusetzen kann. Zudem wird Euphorbia characias an windstillen Plätzen kräftiger und neigt hier nicht zum Auseinanderfallen. Eine bedachte Standortwahl hat also auch optische Vorzüge.

Zu bedenken ist zudem, dass die Palisaden-Wolfsmilch um die 80 Zentimeter hoch wird und dadurch andere Gewächse durchaus in den Schatten stellen kann.  

Substrat

Locker und gut durchlässig sollte das Substrat für die Palisaden-Wolfsmilch sein. Die kalkliebende Pflanze gedeiht vor allem auf kiesigen oder sandigen Böden gut und möchte im alkalischen oder neutralen Boden stehen. Leicht saure pH-Werte verträgt sie zwar auch, wächst und blüht dann allerdings weniger prächtig.

Als optimale Mischung für die Euphorbia characias gilt ein Teil frische Garten- oder Blumenerde und ein Teil Sand. Hierzu können noch etwas Kies und Kokosfaser gegeben werden.
Gänzlich ungeeignet für die Palisaden-Wolfsmilch sind hingegen lehmige, schwere oder zur Verdichtung neigende Böden.
 
Gießen

Als mediterranes Gewächs hat die Palisaden-Wolfsmilch einen recht geringen Wasserbedarf und kann Trockenphasen gut überstehen. Dennoch muss sie gerade im ersten Standjahr hin und wieder gegossen werden, wenn lange kein Regen fällt.

Da die Euphorbia characias Kalk liebt, darf selbst hartes Leitungswasser verwendet werden. Gegossen wird schwemmend und so durchdringend, dass die Erde vollständig nass ist. Durch dieses Vorgehen werden die Wurzeln dazu angeregt, besonders tief zu wachsen. Das sorgt wiederum dafür, dass in der Folge auch tiefere Erdschichten erreicht werden. Die Pflanze kann sich auf Dauer also besser selbst versorgen und übersteht dann auch anhaltende Trockenphasen im Sommer problemlos. Wer sich anfänglich die Zeit für diese Pflegemaßnahme nimmt, hat später deutlich weniger Arbeit.

Gegossen wird die Palisaden-Wolfsmilch jedoch anfangs ebenfalls nur selten, das Substrat sollte zwischen den Wassergaben also gut abtrocknen.
 
Düngen

Auf Dünger kann die Palisaden-Wolfsmilch gut verzichten. Lediglich wenn sie seit vielen Jahren am gleichen Standort steht, sollte sie hin und wieder mit Teichwasser oder etwas Pflanzenjauche gegossen werden. Auch eine kleine Gabe Kompost oder mineralischer Dünger kann nach dem Verschnitt im Frühjahr verabreicht werden. Diese Pflegemaßnahme sollte sich bei Euphorbia characias allerdings auf maximal zwei Gaben pro Jahr beschränken.

Verschnitt

Die Palisaden-Wolfsmilch blüht von März bis Juni. Je nach Klima kann sich die Blütezeit allerdings auch verschieben. Dabei bildet das Gewächs große und ausgefallen dekorative, gelb-grüne Blüten aus. Verblühen diese, beginnt die Samenbildung und die Pflanze sät sich selbst aus. Wer das vermeiden möchte, sollte die langsam vertrocknenden Blütenstände rechtzeitig abschneiden. Entfernt wird dabei der ganze Trieb und zwar radikal bis knapp über den Boden.

Von dieser Maßnahme abgesehen, sollte auch in jedem oder jedem zweiten Frühjahr zur Schere gegriffen werden.

Die Triebe dürfen dabei um ein Viertel oder ein Drittel ihrer Gesamtlänge zurückgeschnitten werden. Idealer Weise erfolgt der Verschnitt, vor dem erneuten Austrieb, also sehr zeitig im Frühjahr. Günstig ist etwa ein frostfreier Tag im Februar. Sinn dieses regelmäßigen Verschnitts ist es, die Euphorbia characias kompakt zu halten und ein Auseinanderfallen der einzelnen Stängel zu vermeiden.

Neben dem Entfernen der vertrockneten Blütenstände und dem regelmäßigen Pflegeschnitt kann auch ein Verjüngungsschnitt angeraten sein. Dieser empfiehlt sich bei älteren Pflanzen, wenn Blühfreudigkeit und Wuchskraft
nachlassen, die Triebe auseinanderfallen oder langsam verkahlen. Dazu werden alle Triebe - wiederum im Frühjahr vor dem ersten Austrieb - bis eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten. Nach diesem radikalen Verschnitt ist es ratsam, der Euphorbia characias etwas Extra-Pflege zu gönnen. Durchdringendes Wässern und eine leichte Düngung helfen dabei, die Palisaden-Wolfsmilch zu einem erneuten, dichten und starken Wachstum anzuregen. Bei jedweder Form von Verschnitt sollten bei dem Wolfsmilchgewächs einige Sicherheitsmaßnahmen und Tipps beachtet werden.

Vorsicht: Giftig

Wie der Name bereits verrät, handelt es sich bei der Palisaden-Wolfsmilch um ein Wolfsmilchgewächs. Der beim Verschnitt oder versehentlichen Abknicken der Triebe austretende Pflanzensaft ist daher giftig und unbedingt zu meiden.

Jedwede Pflegemaßnahme sollte daher vorsichtig und geschützt durchgeführt werden. Insbesondere für den Verschnitt gelten daher die folgenden Regeln:
  • Direkten Hautkontakt vermeiden und zum Schutz Handschuhe tragen
  • Um den austretenden Pflanzensaft zu stoppen die Schnittflächen mit einem nassen Tuch abwischen oder betupfen
  • Zum Schutz vor Fäulnis möglichst an trockenen Tagen schneiden oder die frischen Schnittflächen mit Holzkohlepulver bestäuben
  • Alle Schnittwerkzeuge vor und nach dem Einsatz gründlich reinigen, am besten desinfizieren
Zudem ist zu beachten, dass sich die Euphorbia characias aufgrund ihrer Giftigkeit nicht unbedingt für Gärten oder Haushalte mit kleinen Kindern und verspielten Haustieren eignet. Zumindest sollte sie hier so aufgestellt werden, dass sie während des Spielens und Tobens nicht versehentlich beschädigt und damit gefährlich werden kann.
 
Vermehrung

Die Palisaden-Wolfsmilch kann über Samen und Stecklinge vermehrt werden. Wer die Vermehrung der Pflanze selbst überlassen will, belässt schlicht die vertrockneten Blütenstande an der Euphorbia characias.

Bei der gezielten Vermehrung über Samen hilft hingegen die folgende Anleitung:
  1. Wenn die Blüten vollständig vertrocknet sind, werden die Stängel vorsichtig abgeschnitten und in einen Beutel gelegt.
  2. Die Samen werden im verschlossenen Beutel durch Schütteln und leichtes Aufschlagen aus den Blüten gelöst.
  3. Über den Winter sollten sie dunkel und trocken gelagert werden. Im folgenden Frühjahr können sie nach dem letzten Frost direkt in den Garten gesät werden.
  4. Hier werden sie nur leicht mit Substrat bedeckt und in den ersten Wochen feucht gehalten, also häufiger gegossen.
  5. Sobald sich erste Triebe zeigen, dürfen die Abstände zwischen den Wassergaben vergrößert werden.
  6. Es empfiehlt sich, die jungen Pflanzen bei einer Höhe von etwa zehn Zentimetern zu pikieren. Dabei werden die schwächsten Triebe entfernt, um den Stärkeren mehr Raum und Ressourcen zu geben.
Bei der Vermehrung der Palisaden-Wolfsmilch über Stecklinge wird das späte Frühjahr oder der Frühsommer abgewartet. Auch darf es nicht mehr zu Frösten kommen, da die Stecklinge diese noch nicht überstehen würde. Wer das berücksichtigt hat mit der folgenden Methode hohe Erfolgschancen:
  1. Zur Vermehrung werden neu ausgetriebene Spitzen der Palisaden-Wolfsmilch mit einer Länge von etwa zehn bis fünfzehn Zentimetern abgeschnitten und an den Stielenden von den Blättern befreit. Dabei ist wiederum zu beachten, dass der Pflanzensaft keinen Hautkontakt haben sollte.
  2. Die Schnittflächen der Stecklinge werden zunächst in Wasser gehalten, damit das Austreten des Pflanzensaftes schnell gestoppt wird.
  3. Im Anschluss sollten die Schnittflächen mit Holzkohle bepudert werden und etwas abtrocknen dürfen. Hierdurch wird das Risiko für Fäulnis reduziert.
  4. Derart vorbereitet werden die etwa zwei Zentimeter tief in die Erde gesteckt. Sie sollten sie tief sitzen, dass sie nicht umfallen.
  5. In den ersten Wochen wird so gegossen, dass die Stecklinge tief geschwemmt werden, die Bodenoberfläche aber gut abtrocknen kann.
  6. Für die Ausbildung der Wurzeln müssen vier bis acht Wochen eingeplant werden. Geben die Euphorbia characias Stecklinge auf leichten Zug hin nicht mehr nach, sind sie erfolgreich angewachsen.
Tipp: Die Palisaden-Wolfsmilch kann ab Februar oder März im Haus aus Samen vorgezogen werden, sollte dann jedoch in steriler Anzuchterde stehen.

Überwintern

Die Palisaden-Wolfsmilch übersteht zwar Temperaturen von  bis zu -17°C, bei stärkeren Minusgraden oder Kahlfrösten kann sie allerdings Schaden nehmen. Ein Schutz aus Reisig und Stroh ist dann unbedingt nötig. Bei häufig kälteren Wintern ist es zudem ratsam, die Euphorbia characias im Kübel zu kultivieren und hell aber kühl im Haus zu überwintern.
      
Fazit

Die Euphorbia characias ist eine pflegeleichte Pflanze, die einen mediterranen Hauch in den Garten bringt und selbst für Anfänger problemlos geeignet ist. Einzig durch ihren reizenden Pflanzensaft ist die Palisaden-Wolfsmilch nicht für jeden die beste Wahl.