Winterharte Sukkulenten - Arten und Pflege-Tipps

Auch bei Opuntien gibt es winterharte ArtenObwohl die meisten Sukkulenten, darunter auch Kakteen, aus warmen Regionen der Erde stammen, gibt es unter diesen Gewächsen durchaus solche, die den europäischen Winter mit seinen frostigen Temperaturen und starken Temperaturschwankungen problemlos überstehen. Außerdem werden immer weitere winterharte Sorten gezüchtet. In einem verschneiten Garten sehen Sukkulenten recht beeindruckend aus.

Vielfalt der winterharten Sukkulenten

Am besten vertragen robuste Wüstenbewohner die eisige Winterkälte. Der Gärtner kann aus mehreren attraktiven Sorten auswählen und den Garten z.B. mit einer Agave,

einem Kugelkaktus oder einer Opuntie zieren. Die meisten winterharten Sukkulenten sind genauso wie ihre wärmeliebenden Verwandten recht anspruchslos und benötigen insb. während der Ruhephase nur wenig Pflege. Tipp: Vor dem Kauf eines Sukkulenten sich unbedingt erkundigen, ob die Sorte wirklich winterhart ist. Nicht alle Zuchtformen der gleichen Art sind winterhart.

Geeignete Arten für den Garten

Escobaria vivipara, der lebendgebärende Kaktus, stammt ursprünglich aus Kanada und gehört zu den robustesten Kakteengewächsen überhaupt. Dieser kugelförmige Kaktus wird nur zwischen 10 und 15 cm hoch und bildet im Frühjahr feine Blüten in Rosa, Lila oder auch Rot. Escobaria bildet außerdem Brutknospen, d.h. kleine Ableger, welche, sobald sie Wurzeln geschlagen haben, abfallen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Escobaria vivipara in der Natur in großen Kolonien anzutreffen ist. Das Kakteengewächs ist winterhart, sogar Temperaturen bis zu -30 °C hält die kleine Escobaria aus.

Echinocereus viridiflorus sieht der Escobaria ähnlich aus - ein kugelförmiges kompaktes Kakteengewächs, das im Frühling den Gärtner mit der Blütenpracht erfreut. Echinoreceus wird anders nach der Form des Stamms Igelsäulenkaktus genannt. Originell sehen die Züchtungen mit rötlichen Dornen aus. Dieser Kaktus stammt aus dem Südwesten der USA und aus Mexiko, wo die Pflanze überwiegend in den Wüstenregionen anzutreffen ist. Der winterharte Echinocereus viridiflorus übersteht unbeschadet Temperaturen bis zu -25 °C und kommt somit gut durch einen "normalen" europäischen Winter. Tipp: Nicht alle Sorten von Echinocereus sind winterhart, vor dem Kauf unbedingt nachfragen!

Opuntien, auch Feigenkakteen genannt, sind sowohl in Nord-, als auch in Südamerika heimisch und an Temperaturschwankungen und Kälte gewohnt. Diese Kakteengewächse können recht groß werden, Exemplare von fünf Meter Höhe sind keine Seltenheit. Eine Besonderheit der Opuntien sind die sog. Glochidien-Dornen. Diese Dornen sind fein, dafür aber mit einem Widerhaken versehen. Die mit bloßen Auge nicht sofort erkennbaren Dornen können tief unter die Haut eindringen und lassen sich nur mit großer Mühe entfernen. Opuntien blühen gelb, orange oder auch rosa. In der Gattung Opuntia gibt es recht viele Arten, von denen nicht jede winterhart ist. Zu den extrem frostfesten Arten zählt z.B. Opuntia humifusa. Ihr Name bedeutet so viel wie "auf dem Boden liegend", in der Tat erreicht die Pflanze selten die Höhe von mehr als 30 cm. Ebenfalls sehr robust zeigt sich Opuntia imbricata, die "dachziegelförmige" Opuntie. Dieser Feigenkaktus, der mit seiner Form einem Baum ähnelt, gehört zu den größten Opuntien. Die Opuntia phaeakantha wächst eher hingestreckt und wird bis zu 2,5 m breit.

Viele, aber nicht alle Agaven sind winterhartAgaven gehören zu eben winterharten Sukkulenten, doch nicht alle Agaven-Gewächse können im Freien überwintern. Die großartige Agave Queen Victoria (Agave victoriae-reginae) stammt aus mexikanischen Wüstenregionen und gilt es eine der

widerstandsfähigsten Agaven-Arten. Ein einmaliges Erlebnis ist die Blüte, wobei sich ein bis zu fünf Meter hoher Blütenstab bildet. Nach der Blüte geht eine Agave ein, die Pflanze kann aber durch Kindel (Ableger) leicht vermehrt werden. Eine andere winterharte Agave ist Agave parryi, die bis zu 30 cm hoch wird. Außerdem sind Agaven utahensis, in Utah (USA) beheimatet, und die große Agave neomexicana als frostharte Sukkulenten zu nennen.

Standort und Boden

Sukkulenten von winterharten Sorten
überstehen auch einen starken Frost, aber Regen und Nässe können für sie zu einem Problem werden. Viele Kakteen und Agaven vertragen kaum Regen und da unsere Winter weniger schneereich, dafür aber regenreich sind, benötigen die Kakteengewächse einen möglichst regengeschützten Standort. Tipp: Kakteen müssen nicht unbedingt ein "Dach über dem Kopf" haben, es genügt oft sie dicht an die Hausmauer zu pflanzen und zwar an der Seite, die am wenigsten Regen abbekommt. Eine weitere Bedingung ist gute Drainage, denn Staunässe vertragen Kakteen und weitere Sukkulente kaum. Mit einem Steinbeet ist den Pflanzen gut gedient, die Erde soll locker sein und darf gerne viel Sand enthalten. Weiterhin freuen sich die "Südländer" über einen windgeschützten und natürlich einen sonnigen Standort. Dabei muss die Sonne nicht unbedingt den ganzen Tag die Pflanzen bestrahlen, es sollen aber im Sommer mind. jeweils einige sonnige Stunden morgens und abends sein. Tipp: Kakteen und sonstige Sukkulenten präferieren südliche Hanglagen.

Überwintern

Bereits in den Herbstmonaten beginnt die Vorbereitung der Kakteen und anderen Sukkulenten auf den Winterschlaf:
  • ab Mitte August wird nicht mehr gedüngt,
  • ab Mitte Oktober wird es weniger bzw. nicht mehr gegossen,
  • Unkraut wird weiterhin gejätet,
  • Kübelpflanzen werden mit Vlies oder Jute warm eingepackt.

Tipp: Wenn die Gewächse sich rötlich verfärben, ist das ein Zeichen, dass diese somit ihre Winterruhe einläuten. Im Winter benötigen Sukkulenten keine Pflegemaßnahmen, auch der Schnee soll nicht geräumt werden, denn dieser dient den Pflanzen als eine Schutzschicht.

Pflege im Frühjahr und Sommer

Je nach der Witterung ist die Winterruhe im März schon vorbei. In dieser Zeit beginnt die regelmäßige Pflege der winterharten Sukkulenten:

  • Hyazinten gehören zu den Sukkulenten und sind winterhartmäßiges Gießen in kleinen Portionen,
  • Düngen alle zwei Wochen,
  • ab März dürfen Pflanzen umgepflanzt bzw. umgetopft werden,
  • intensiv Unkraut jäten oder Unkrautvlies verwenden,
  • je nach Bedarf vermehren, am einfachsten durch Ableger oder Kindel.

Krankheiten und Bekämpfung

Sukkulenten genießen eine beneidenswert gute Gesundheit. Die meisten Probleme entstehen durch falsche Pflege, v. a. die unzureichende Drainage und falschen Substrat, sowie Blumendünger verursachen schwere Schäden und können sogar zum Tod der Pflanze führen. Im Freien können den Gewächsen z.B. Spinnmilben, Schildläuse und Pilzkrankheiten zusetzen. Gärtner empfehlen neben den chemischen auch zu biologischen Mitteln zu zugreifen und u.a. Brennesseljauche auszuprobieren. Bei starkem Befall soll die gesamte Pflanze samt Erde entsorgt werden.

Häufige Fragen

  • Lohnt es sich, winterharte Sukkulenten zum besseren Schutz ins Haus (Wintergarten) zu holen? - Nein, die Pflanzen sind auf eine kalte Jahreszeit eingestellt und brauchen den sog. Kälteschock.
  • Dürfen Sukkulenten in die herkömmliche Blumenerde gepflanzt werden? - Nein, die Gewächse benötigen ausschließlich Kakteenerde, sonst drohen sie einzugehen.

Wissenswertes zu winterharten Sukkulenten

  • Winterharte Sukkulenten im Steingarten

Vor allem die niedrig wachsenden Sukkulenten werden gern für die Bepflanzung eines Steingartens verwendet. Diese Pflanzen müssen winterhart sein, da man einen Steingarten vor dem Winter in der Regel nicht von den Pflanzen befreit. Viele Pflanzen, die zu den Sukkulenten zählen, werden von Pflanzenfreunden nicht unbedingt als solche wahrgenommen: So zählt ist die Fetthenne ein Beispiel für winterharte Sukkulenten, die besonders häufig für die Bepflanzung von Steingärten verwendet werden. Weitere winterharte Sukkulenten, die sich für den Steingarten hervorragend eignen sind der Hauswurz und der Feigenkaktus.

Neben den winterharten Sukkulenten für den Steingarten gibt es auch eine ganz spezielle Pflanze, die zur Familie der Sukkulenten gehört und die sogar im Frost keimt. Die Hyazinthe ist ein sehr beliebter Frühlingsblüher, wird zu den Sukkulenten gezählt. Ihre Zwiebel wird im Oktober in die Erde gepflanzt, sie keimt im Frost während des Winters und blüht im Frühjahr.

  • Was viele nicht wissen, auch Kakteen können winterfest seinWinterharte Sukkulenten auf der Terrasse

Doch auch für die Terrassenbepflanzung gibt es zahlreiche winterharte Sukkulenten: Der wahrscheinlich bekannteste Vertreter für Sukkulenten für die Terrasse ist die Agave. Diese Pflanze, die sowohl im Steingarten als auch in einem Kübel wachsen kann, kommt in mehr als 200 verschiedenen Arten vor.  Einige dieser Arten benötigen einen Regenschutz im Winter, alle Arten sind jedoch winterhart.

  • Winterharte Stauden-Sukkulenten

Wer winterharte Sukkulenten in Staudenform bevorzugt, sollte nach der Stauden-Mittagsblume Ausschau halten. Diese Pflanze besticht nicht nur durch ihre herrlichen bunten Blüten, die sich nur zur Mittagszeit öffnen, sondern auch durch ihren üppigen Wuchs. Da sie winterhart ist und nur bei einigen Arten einen Regenschutz benötigt, ist die Mittagsblume hervorragend für die Bepflanzung im Garten geeignet.

Schlussendlich gibt es auch noch winterharte Sukkulenten, die ursprünglich nicht für die Überwinterung im Freien gedacht waren. Spezielle Züchtungen und die Abhärtung von Beginn an, haben dafür gesorgt, dass auch außergewöhnliche Sukkulenten und Kakteen wie die Opuntie winterhart geworden sind und daher im Steingarten sehr gut verwendet werden können.