Feigenbaum - Pflege, Vermehren und Pflanzen

Ein FeigenbaFeigenbaumum ist ein Strauch bzw. Baum mit einer Gesamthöhe zwischen drei bis zehn Metern. Der Stamm hat eine hellgraue, glatte Rinde, der bei älteren Bäumen oftmals knorrig wird. Feigen verfügen über eine große, ausladende Krone mit großen Laubblättern, welche ungefähr zwischen 10-20 cm groß sind. Die Blätter sind auf der Oberseite dunkelgrün und auf der Unterseite hellgrün. Die Besonderheit der Feigen liegt in ihren Blüten. Diese sind die 3-5 cm großen, runden bis birnenförmigen Blüten, welche viele Einzelblüten im Inneren beherbergen. Die Bestäubung

erfolgt durch die Feigengallwespe. In deutschen Gärten erfreut sich diese südländische Pflanze mit den süßen, aromatischen Früchten immer größerer Beliebtheit, obwohl das deutsche Klima nicht ideal für Feigenbäume ist. Mit geeigneten Pflegemaßnahmen und ein wenig Know-how ist jedoch auch das Auspflanzen der Feigen möglich und bei den entsprechenden Sorten ebenso die spätere Ernte.

Bestäubung und Vermehrung

Ursprünglich wird die Feige nur mit Hilfe der Feigengallwespe bestäubt. Die Feigengallwespe kriecht durch das Loch in die Blüte und legt dort, im Falle einer Bocksfeige, ihre Eier ab oder verendet, wenn es sich um eine Essfeige handelt. Im ersten Fall entstehen in der Blüte weitere Wespengenerationen und im zweiten Fall entsteht eine genießbare Frucht und somit Samen für weitere Feigenbäume. Die Feigengallwespe ist jedoch nur südlich der Alpen beheimatet und kann somit in deutschen Gärten nicht für eine Bestäubung sorgen. Speziell gezüchtete Hausfeigen sind jedoch parthenokarp und können so problemlos auch ohne zusätzliche Befruchtung Früchte tragen. Feigenbäume tragen je nach Sorte ein- bis dreimal im Jahr an den vorjährigen Ästen Blüten. Die Blütezeit liegt zumeist in den Zeiträumen von Februar bis März, Mai bis Juni sowie August bis September. Die Früchte haben außen je nach Sorte eine grüne bis sehr dunkle, violette Farbe und sind innen rosa bis rot. Die Ernte der Früchte darf nicht zu früh erfolgen, denn Feigen reifen nicht nach. Wenn die Frucht weich geworden ist, ist sie bereit für die Ernte. Feigen können zudem problemlos über Stecklinge, die entweder zunächst in Wasser stehen, bis sie austreiben, oder direkt in feuchte Erde gesetzt werden, vermehrt werden.

Ansprüche und Pflege

Feigenbäume stellen an den Boden keine besonderen Ansprüche. Der Boden sollte nährstoffhaltig
und tiefgründig sein. Staunässe ist jedoch unbedingt zu vermeiden, daher ist ein lockerer Boden von Vorteil. Im Idealfall wird die Feige mit Regenwasser gegossen. Am besten gedeiht der Feigenbaum bei warmen Sommern und milden Wintern. Feigen sind keine Zimmerpflanzen. Sie sollten in den ersten Jahren unbedingt vor Frost geschützt werden und deshalb nicht ausgepflanzt werden, aber dennoch möglichst lange an der frischen Luft stehen. Die Überwinterung junger Feigen erfolgt kalt, ohne Frost, mit wenig Licht und mit wenig Wasser, sodass die Erde nicht komplett austrocknet, aber auch nicht nass ist. Feigen sollten generell im Frühjahr ausgepflanzt werden, wenn sie einige Winter im Kübel und ohne Frost überstanden haben. So ist gewährleistet, dass sich über den Sommer genügend Wurzeln bilden können. Die Standortwahl sollte von folgenden Faktoren abhängig gemacht werden:
  • Tiefer GrundFeigenbaum
  • Genügend Raum für die ausladende Krone
  • windgeschützter und sonniger Standort
  • ausreichend Platz für den Winterschutz sollte eingeplant

    werden
Der Feige sollten genügend Nährstoffe und Feuchtigkeit zur Verfügung stehen, beides jedoch in Maßen. Nach dem Juli sollte nicht mehr gedüngt werden, damit sich die Pflanze auf den Winter vorbereiten kann. Wenn der Winter vor der Tür steht, sollten insbesondere jüngere Feigenbäume Winterschutz erhalten. Wenn noch nicht alle Blätter abgefallen sein sollten, sollten die restlichen entfernt werden, da sonst Fäulnis entstehen kann. Die Feige kann dann mit Vlies, Bambusmatten und ähnlichen isolierenden Materialien vor Nässe, Frost und Sonne geschützt werden. Auf vollständig undurchlässige Materialien sollte wegen der Fäulnisgefahr verzichtet werden. Der Winterschutz ist auch bei als "winterhart" deklarierten Feigen wichtig. Nur ein alter, gefestigter Baum kann sehr kalten Temperaturen trotzen und letztlich ist Vorsicht besser als Nachsicht, wenn der Feigenbaum auch im nächsten Jahr wieder Früchte tragen soll. Feigenbäume sollten immer im Frühjahr und nicht im Herbst zurückgeschnitten werden.

Pflege-Tipps

Der Feigenbaum liebt leicht saure, lockere Erde. Gegossen wird die Pflanze wenig, bis mäßig, je nach Größe, und je nach dem, wie viele Blätter sie hat. Das Wasser sollte kalkarm sein (am besten eignet sich Regenwasser). Kalkhaltiges Wasser bringt die Pflanze über kurz oder lang zum sterben. Im Sommer darf der Feigenbaum ins Freie an einen sonnigen Platz, Mittagssonne sollte jedoch vermieden werden. Auch im Winter wird ein heller Standort bevorzugt. Oft werden Feigenbäume (obwohl sie nicht winterhart sind) in den Garten ausgepflanzt. Im Winter sterben die oberirdischen Teile ab, doch im Frühjahr treiben sie häufig aus der Wurzel wieder aus. Dies ist allerdings Klimabedingt. In Gegenden, wo die Winter sehr kalt sind und lange dauern, sollte man von solchen Experimenten besser absehen.