Japanischer Schnurbaum - Pflege und Schneiden

Der pflegeleichte Schnurbaum stamm ursprünglich aus ChinaTrotz seines Namens darf davon ausgegangen werden, dass der Japanische Schnurbaum (bot.: Styphnolobium japonicum bzw. Sophora japonica) nicht aus Japan, sondern ursprünglich aus den Trockenwäldern Chinas stammt. Dennoch erstreckt sich sein natürliches Verbreitungsgebiet mittlerweile von ganz China über Korea bis hin zu Japan, wo der Japanische Schnurbaum nicht bloß aufgrund seines geradezu majestätischen Erscheinungsbilds, sondern auch wegen der vermeintlich heilsamen Wirkung seiner Blüten sehr geschätzt wird. Zudem finden die Blüten sogar in der asiatischen Küche Verwendung.


/>Im europäischen Raum wird der Japanische Schnurbaum hingegen in erster Linie wegen seiner unbestreitbaren Schönheit gepflanzt, obgleich anzumerken ist, dass er sich aufgrund seiner relativ späten Blütezeit darüber hinaus als unsagbar wertvolle Nährpflanze für Bienen erweist. Hierin liegt auch die Erklärung, warum der Japanische Schnurbaum gerne als Honigbaum bezeichnet wird.

Blüte

Der Japanische Schnurbaum, der im Übrigen auch als Perlschnurbaum, Pagodenbaum oder Sauerschotenbaum bezeichnet wird, beginnt für gewöhnlich erst ab der zweiten Sommerhälfte zu blühen. Hierbei bildet er rispenartige Trauben mit gelblich-weißen Blüten, die bis zu 30 cm lang werden können. Aus den Blütentrauben wachsen zum Herbst hin bis zu 8 cm lange Hülsen, die optisch stark an gewöhnliche Bohnenhülsen erinnern. Darüber hinaus ist anzumerken, dass der Japanische Schnurbaum in der Regel erst ab dem 12. Standjahr oder sogar noch später in die erste Blüte kommt.
 
Standort

Der Japanische Schnurbaum erweist sich in Hinblick auf seine Standortansprüche als denkbar genügsam. So kann er auf nahezu jedem Untergrund gedeihen, ganz gleich, ob er nun leicht sauer, stark alkalisch, rein sandig, kiesig oder lehmhaltig ist. Wichtig ist bloß, dass der Boden nicht zu nass ist, da der Japanische Schnurbaum sehr empfindlich auf Staunässe reagiert. Aus diesem Grund ist es auch ratsam, den Boden je nach Beschaffenheit dahin gehend zu optimieren, dass er Wasser bestmöglich ableiten kann. Allerdings gilt der Schnurbaum als sehr sonnenhungrig, weshalb sein Standort möglichst lichtüberflutet sein sollte. Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass er eine Wuchshöhe von 20 Metern und mehr erreichen kann. Zudem bilden Schnurbäume extrem breite Kronen, die bis zum Boden reichen können, weshalb sie nicht in der Nähe von Fassaden oder Gehwegen gepflanzt werden sollten. Davon abgesehen muss beim Pflanzen selbstverständlich darauf geachtet werden, dass der Boden frei von Wasser- und Stromleitungen ist.

Pflege

Der Japanische Schnurbaum ist eine denkbar pflegeleichte Pflanze, die selbst längere Trockenzeiten problemlos überstehen kann. Demzufolge müssen zumindest ältere Bäume nicht extra gegossen werden. Bei Jungbäumen, die erst frisch gepflanzt wurden, kann es hingegen ratsam sein, ihre Erde zumindest im Fall besonders heißer und zudem extrem trockener Sommer regelmäßig zu nässen. Davon abgesehen beschränkt sich die Baumpflege auf ein bedarfsmäßiges Auslichten der Krone, obgleich der Japanische Schnurbaum darüber hinaus selbstverständlich auch in Form geschnitten werden kann.

Japanischer Schnurbaum ist für seine traubenartigen Blüten und Hülsen bekanntDer beste Zeitpunkt hierfür ist der Herbst, sobald die letzten Blätter abgefallen sind. Bei Bedarf kann im folgenden Spätsommer nach der Blüte noch ein weiterer Formschnitt erfolgen. Von einem rigorosen Rückschnitt im Frühling ist hingegen strikt abzuraten. Denn wenngleich der Honigbaum erst verhältnismäßig spät auszuschlagen beginnt, dürfte der Druck, in dem der Pflanzensaft nach

dem Winter wieder in die einzelnen Pflanzenteile befördert wird, schon derart hoch sein, dass der Baum im schlimmsten Fall geradezu verbluten könnte. Einzige Ausnahme sind schadhafte oder mit Krankheiten befallene Äste und Zweige, die selbst im Frühling und während der Blütezeit umgehend entfernt werden sollten. Nach dem Abtrennen kranker Pflanzenteile muss das verwendete Werkzeug jedoch gründlich gereinigt werden, da es sonst bei weiteren Rückschnitten zu einer erneuten Ansteckung kommen könnte. Tipp: Beim Schneiden großer Bäume sollten Sie schon aus Gründen der
eigenen Sicherheit stets einen richtigen Hubsteiger verwenden.


Überwintern

Wenngleich Japanische Schnurbäume Sonne und Wärme lieben, sind sie doch so robust, dass sie Temperaturen von -25 °C bis nicht ganz -30 °C und sogar länger anhaltenden Bodenfrost zumeist völlig schadfrei überstehen. Demzufolge müssen bei älteren Bäumen auch keine besonderen Maßnahmen zum Überwintern getroffen werden. Bei Jungbäumen, die erst vor Kurzem angepflanzt wurden, empfiehlt es sich hingegen, ihre Wurzeln mithilfe einer dicken Mulchschicht, die um den Stamm herum großflächig auf dem Boden ausgebreitet wird, vor übermäßiger Kälteeinwirkung zu schützen.

Vermehrung

Japanische Schnurbäume können Sie dadurch vermehren, indem Sie ihre reifen Samen säen. Die besten Zeitpunkte für die Saat sind entweder Ende Herbst oder Anfang Frühling. Alternativ dazu können Sie auch einfach versuchen, weitere Schnurbäume aus Stecklingen zu ziehen. Hierfür müssen Sie lediglich einige frische Zweige abschneiden und so lange in Wasser stellen, bis sich Wurzeln an den Schnittstellen bilden. Stattdessen können Sie die abgeschnittenen Zweige selbstverständlich auch direkt mit ihrer Schnittstelle voran in den Garten stecken und den Boden fortan gut wässern. Allerdings sind die Erfolgschancen hierbei deutlich schlechter, als wenn Sie die Zweige in einem Gefäß mit Wasser Wurzel ziehen lassen würden. Wobei anzumerken ist, dass der Boden auch im Fall vorgezogener Stecklinge zumindest so lange genässt werden muss, bis die Wurzeln richtig angewachsen sind.

Verwandte Art: Trauerschnurbaum

Wie zuvor bereits angemerkt wird, können Japanische Schnurbäume sehr groß werden und riesige Kronen bilden. Demzufolge sind reguläre Schnurbäume an sich auch bloß für großflächige Gärten empfehlenswert. Erfreulicherweise gibt es aber kleinere Züchtungen und sogenannte Trauerschnurbäume, die selbst für kleine und mittlere Gräten bestens geeignet sind. Die herausragende Besonderheit des besagten Trauerschnurbaums ist, dass er deutlich kleiner als der Japanische Schnurbaum ausfällt, aber seinem großen Vorbild vonseiten seines dekorativen Charakters dennoch in nichts nachsteht. Wobei angemerkt werden muss, dass der Trauerschnurbaum für gewöhnlich kein echter Schnurbaum im eigentlichen Sinn ist. Stattdessen handelt es sich bei ihm zumeist um einen einfachen Hochstamm, der mithilfe von Schnurbaumtrieben veredelt wurde. Hieraus resultiert unter anderem, dass der Stamm des Trauerschnurbaums in den kommenden Jahren vielleicht etwas an Umfang gewinnt, aber nicht mehr weiter in die Höhe wächst.

Häufig gestellte Fragen
  • Kann ich das herabgefallene Schnurbaumlaub zum Mulchen verwenden? - Das Schnurbaumlaub können Sie bedenkenlos zum Mulchen Ihres Schnurbaums verwenden, sofern es frei von potenziellen Krankheitserregern ist. Bei anderen Pflanzen ist hingegen Vorsicht geboten.
  • Können Japanische Schnurbäume in Kübel gepflanzt werden? - Der Japanische Schnurbaum kann durchaus in großen Kübeln gedeihen. Allerdings empfiehlt es sich, hierbei lieber gleich zu speziellen Schnurbaumzüchtungen zu greifen, die von sich aus nicht sonderlich groß werden und schon deshalb einen relativ geringeren Nährstoffbedarf haben.
  • Seit wann gibt es den Japanischen Schnurbaum eigentlich hierzulande? - Der Überlieferung zufolge gelangten die ersten Schnurbäume im Jahr 1747 nach Europa. Wann sie nun aber zu uns genau kamen, kann rückblickend nicht unumstößlich gesagt werden.
Wissenswertes zum Japanischen Schnurbaum in Kürze

Standort und Pflege
  • Der Japanische Schnurbaum ist sehr pflegeleicht und wächst auf jedem normalen Gartenboden. Staunässe verträgt er wie viele andere Pflanzen nicht.
  • Ein sehr schwerer und dichter Boden sollte deshalb vor der Pflanzung verbessert werden, um für den nötigen Wasserabzug zu sorgen.
  • Als Standort ist ein sonniger oder zumindest sehr heller Platz im Garten empfehlenswert.
  • Ein neu gepflanzter Baum muss in der ersten Zeit regelmäßig gegossen werden, später kann er sich aber selbst mit dem nötigen Wasser versorgen.Junge Bäume sollten im Winter geschützt werden, indem eine dicke Schicht Laub oder Mulch auf dem Boden rund um den Stamm verteilt wird.
  • Nachdem der Baum gut angewachsen ist, ist er jedoch sehr frosthart und benötigt daher keinen Schutz mehr.
Blüte
  • Der Japanische Schnurbaum treibt im Frühling erst spät wieder aus, dafür bleiben seine Blätter im Herbst aber sehr lange an den Zweigen hängen.
  • Er blüht erst mitten im Sommer, es kann allerdings viele Jahre dauern, bis sich an einem solchen Baum zum ersten Mal Blüten zeigen.
  • Sie haben eine cremeweiße Farbe und stehen in Rispen, die eine Länge von bis zu 30 cm haben können.
  • Wegen der späten Blütezeit sind sie eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten.
  • Ab August bis zum Herbst bilden sich lange Hülsenfrüchte mit den Samen. Ihre Schalen wie auch die Samen sind sehr giftig.
  • Sie schmecken säuerlich, deshalb wird der Japanische Schnurbaum auch Sauerschotenbaum genannt. Weitere Namen sind Honigbaum und Perlschnurbaum.
Schneiden
  • Ein Japanischer Schnurbaum muss nicht unbedingt geschnitten werden, bei Bedarf kann er aber ausgelichtet werden.
  • Dieser Schnitt sollte jedoch nicht im Frühling erfolgen, weil dann der Pflanzensaft, der nach oben aufsteigt, unter hohem Druck steht und es zu einem Ausbluten kommen kann.
  • Für einen Rückschnitt sind daher der Sommer und der Herbst besser geeignet.