Trauerweide, Hängeweide - Steckbrief, Pflege und Schneiden

Die Trauerweide (Hängeweide) muss nicht unbedingt an feuchten Standorten stehenDie Trauerweide hat eine sehr romantische und einzigartige Optik. Wer im Garten genügend Platz hat, sollte diese stimmungsvolle Pflanze unbedingt pflanzen. Besonders gut wirkt sie an einem Teich, in dem sie sich spiegelt.

Standort

Die Trauerweide schätzt sonnige sowie weitläufige Standorte, an denen sie ihre üppig ausgebreiteten Triebe fast schon zu einer kugelförmigen Baumkrone ausbreiten kann. Besonders schön wirkt die Trauerweide an Wasserflächen wie beispielsweise einem Gartenteich. Hier kann sie durch die

Spiegelung im Wasser und ihren Wuchs in Richtung Wasser ihre Schönheit perfekt zeigen. Bei der Standortwahl der Trauerweide sollte man sofort berücksichtigen, dass die Trauerweide nicht zu den Pflanzen gehört, die beliebig versetzt werden kann. Weil Trauerweiden eine Höhe von bis zu 20 Metern erreichen können und durch die herabhängenden Zweige viel Platz in Anspruch nehmen, sollte man schon beim Einpflanzen auf einen geeigneten Platz achten, der der Pflanze viel Sonne und reichlich Platz in allen Richtungen bietet.

Ein wichtiger Faktor für die Standortwahl ist zudem, dass gerade ältere Pflanzen zum einen durch das enorme Gewicht der hängenden Baumkrone, zum anderen durch möglichen Pilzbefall ein großes Risiko haben, abzubrechen, was das Versetzen einer älteren Pflanze praktisch unmöglich macht. Bringen dann auch abstützende Gerätschaften keinen Halt für die Pflanze an ihrem aktuellen Standort, muss sie komplett gefällt werden.

Der ideale Standort ...
  • ist weitläufig, da die Pflanze enorm wächst
  • berücksichtigt ausreichenden Abstand zu anderen Pflanzen sowie Gebäudeteilen
  • sollte endgültig sein, da die Weide Standortwechsel schwer macht
Pflanzen

Insgesamt ist die Hängeweide ein sowohl robuster wie auch pflegeleichter Laubbaum, der sich bedingt durch seine spezielle Wuchsart für große Gärten sehr gut eignet. Auch wenn die Trauerweide häufig an Gewässern zu finden ist, muss aber nicht zwingend die direkte Nähe bei der Anpflanzung gegeben sein. Wichtig ist es schon beim Pflanzen der Trauerweide, auf einen ausreichenden Abstand zu Gartenzäunen, Gartenhäusern sowie auch Wohnhäusern zu achten. Zudem sind die Wurzeln des Baumes so kräftig, dass sie problemlos unterirdische Rohre, Leitungen und sogar Gasrohre beschädigen können. Wichtig ist deshalb, auch hier beim Anpflanzen auf optimale Sicherheit zu achten.

Die Trauerweide wird, wie bei allen Laubbäumen üblich, vor dem Blattaustrieb eingepflanzt. Das kann in den Monaten Oktober bis März geschehen. Wichtig ist, dass das Pflanzloch für die Trauerweide den dreifachen Durchmesser und die dreifache Tiefe des Wurzelballens aufweist, denn so kann die Weide leichter anwurzeln. Ein Anreichern des Erdreichs vor dem Einpflanzen mit Kompost sowie eine direkte gründliche Wässerung nach dem Einpflanzen erleichtern der Weide das Anwachsen.
Dass die Pflanze viel Platz beansprucht, sollte man bereits beim Einpflanzen berücksichtigen. Pflanzen, die sich in direkter Nachbarschaft zur Trauerweide befinden, haben es sehr schwer, im Schatten der Weide perfekt zu gedeihen. Wichtig ist deshalb ein Mindestabstand von etwa sieben bis 10 Metern zu anderen Bäumen oder auch Büschen. Auch ein direktes Bepflanzen des Freiraumes unter der Weide mit kleinwüchsigen Pflanzen sollte man vermeiden. Treibt die Weide stark aus, dann werden ihre Zweige letztlich bis zum Boden herabreichen und damit den darunter gesetzten Pflanzen das letzte bisschen Licht nehmen.

Substrat & Boden

Die Trauerweide schätzt einen humusreichen sowie feuchten Untergrund. Das ist der Grund, weshalb sie in der Natur sehr häufig an Bächen, Teichen,

Seen sowie auch an Flüssen zu finden ist.

Trauerweiden sind mit ihrem ausladenden Wuchs unverwechselbarDüngen

Universal- oder Langzeitdünger ist für die Trauerweide eher ungeeignet. Viel besser ist es, bei der jungen Pflanze im Frühling sowie auch im Herbst ausreichend Kompost unter das bereits gemulchte Erdreich zu mischen. So wird der Baum am besten mit notwendigen Nährstoffen versorgt. Sinnvoll ist es zudem, im Herbst das abgeworfene Laub nicht zu entfernen, sondern anstelle dessen als natürlichen Dünger um die Trauerweide zu verteilen. Die enthaltenen Mikroorganismen sorgen für ein Zersetzen der Blätter und damit eine Anreicherung des Bodens mit wichtigen Nährstoffen.

Gießen

Hängeweiden haben naturgemäß eine große Toleranz gegenüber Staunässe. Deshalb benötigen sie auch nicht zwingend einen durchlässigen Boden. Das Gießen der Pflanze muss also nicht dosiert erfolgen, sondern kann durchaus üppig stattfinden. Wichtig ist allerdings, dass der Wurzelballen gerade in heißen Sommermonaten niemals komplett austrocknet, denn einen Wassermangel nimmt die Weide schnell übel und zeigt dies mit gelbem sowie vorzeitig abfallendem Laub. Ältere Pflanzen mit üppigem Wurzelwerk sind in der Lage, sich aus dem Erdreich mit Wasser zu versorgen, sofern es auch in heißen Sommermonaten regelmäßig regnet. Junge Bäume benötigen allerdings noch Unterstützung und sollten deshalb wöchentlich mehrmals ausreichend gegossen werden.

Schneiden

Die Trauerweide ist insgesamt anspruchslos - und das gilt auch für den Schnitt. Sie ist ein schnittverträglicher Laubbaum und auch gröbere Anfängerfehler verzeiht sie problemlos. Bekommt ein wuchsstarker Baum einen Radikalschnitt, dankt er diesen im nächsten Jahr mit kräftigem Austrieb.
Wer sich an den Weidenkätzchen im Frühjahr erfreuen möchte, kann den Schnitt auch noch bis direkt nach der Blüte aufschieben. Weil die Weide viele kräftige Äste ausbildet, kann das herabhängende Astwerk schnell ein Gewicht von einigen Tonnen aufweisen. Deshalb ist es sinnvoll, beim Schnitt von außen nach innen vorzugehen und die unteren Triebe wegzuschneiden. Erst danach kann der Schnitt der Hauptäste stattfinden. Der Verschluss der Wundränder kann durch das Glätten mit einer Kettensäge beschleunigt werden. Spezielle Baumwundsalbe benötigt die Weide nach dem Schnitt nicht.

Der intensive Wuchs der Trauerweide macht es sehr aufwendig, die Trauerweide in ihrer Wuchshöhe mittels Schnitt zu korrigieren. Ist ein Radikalschnitt gewünscht, kann er mittels Formschnitt erfolgen, wobei die herabhängenden Triebe auf die gewünschte Wuchsrichtung gebracht werden. Dazu werden die Äste um 2/3 ihrer Länge zurückgeschnitten. Dabei ist es wichtig, dass der Schnitt jeweils unterhalb von Blatt- oder Knospenpaaren erfolgt, die die gewünschte Wuchsrichtung haben. Innerhalb des Schnittes können dann auch noch quer verlaufende Triebe mit entfernt werden.

Überwintern

Im ersten Winter im Freien benötigt die Trauerweide noch Unterstützung gegen die Kälte. Dann sollte das Wurzelwerk mit einer Schicht aus Hornspänen oder Humus Auch die Trauerweide entwickelt im Frühjahr Weidenkätzchengeschützt werden. Ist der Baum richtig verwurzelt, benötigt die Trauerweide keinen Frostschutz mehr. Noch dünne Stämme von jungen Pflanzen sollten allerdings mittel kräftigen Pfählen vor Herbststürmen beziehungsweise dem Umkippen geschützt werden.

Krankheiten/Schädlinge

Die Trauerweide ist nicht sehr anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Allerdings können einige Pilzerreger Probleme bereiten. Zum Bekämpfen müssen aber nicht immer chemische Mittel eingesetzt werden, da die Krankheiten oftmals schon mit einfachen Mitteln eingedämmt werden können. Die Triebspitzendürre, botanisch als Marssonina saliciola bezeichnet, zeigt sich in schwarzbraunen Wucherungen auf den Trieben der Weide. Der Pilz verbringt den Winter innerhalb von kranken Teilen der Weide sowie auch im welken Laub auf dem Boden. Im Frühjahr infiziert er dann die Weide und erzeugt Blattschäden und Verletzungen, die Hagelschäden ähneln. Jetzt müssen sofort Bekämpfungsmaßnahmen beginnen, um die Pflanze zu retten. Die Trauerweide vor der Triebspitzendürre retten, erfordert:
  • sofortiges großzügiges Entfernen und Vernichten von betroffenen Pflanzenteilen
  • Einsammeln des abgefallenen Laubes zur Vermeidung der weiteren Verbreitung
  • gegebenenfalls sogar den Einsatz von Fungiziden aus dem Fachhandel
Eine weitere Erkrankung, die die Weide befallen kann, ist der Weidenschorf. Gerade an nasskalten Tagen ist oftmals eine Verdickung der Zweige sowie die Verfärbung von Trieben und Blättern zu verzeichnen. Diese Symptome weisen auf den Pilzerreger namens Pollaccia saliciperda hin. Die Verfärbung breitet sich in wenigen Tagen aus und eine schorfartige Färbung führt letztlich zum Absterben von befallenen Blättern sowie Triebspitzen.

Gegen Pollaccia saliciperda hilft:
  • die Versorgung der Pflanze mit Phosphor sowie Kali
  • das sofortige Entfernen von infizierten Blättern und Ästen
Der Bleiglanz befällt besonders junge Pflanzen und zeigt sich in Form vom weißen und bleiartigen Glanz auf Blättern sowie Trieben, die dann absterben. Hier ist der Pilz namens Stereum purpureum Schuld, der durch Schnittwunden in die Weide eindringt. Die Behandlung dieses Erregers ist schwierig. Mögliche Maßnahmen gegen den Bleiglanz liegen in:
  • konsequentem Beschnitt der befallenen Baumteile
  • Förderung der Abwehr des Baumes mittels Salix sowie zusätzlich Phosphor und Kalium.
Häufig gestellte Fragen
  • Kann ich Trauerweiden selbst vermehren? - Die Trauerweide kann einfach vermehrt werden, denn sie bildet schon neue Wurzeln, wenn Stecklinge in ein Gefäß mit Wasser oder direkt in Blumenerde gesteckt werden. Am günstigsten für die Vermehrung ist der Herbst. Hier wird ein Zweig der Weide in einer Länge von ca. 10 cm direkt unterhalb eines Auges der Pflanze abgeschnitten. Der Steckling wird in Wasser gestellt, vorher werden alle untern Blätter zur Vermeidung von Fäulnis entfernt. Jetzt erfolgt bald Wurzelbildung und der Steckling kann in einen Topf mit Blumenerde umziehen, bis er kräftig genug für den Garten ist.
  • Sind Trauerweiden giftig? - Nein, Kinder und Tiere werden nicht durch die Trauerweide im eigenen Garten gefährdet. Sie enthält nur in äußerst geringen Mengen einen dem Aspririn ähnlichen Stoff.
Wissenswertes zur Trauerweide in Kürze

Standort
  • Eine Trauerweide wird bis zu 20 Meter hoch und entwickelt dabei einen Kronendurchmesser von bis zu zehn Metern.
  • Sie wächst besonders in jungen Jahren sehr schnell, doch selbst im Alter von mehr als 20 Jahren beträgt der jährliche Zuwachs mehr als 1/2 Meter.
  • Ein solcher Baum ist daher nur für Standorte geeignet, an denen entsprechend viel Platz zur Verfügung steht.
  • In freier Natur wächst die Trauerweide häufig an Gewässern, wo sie sich besonders wohlfühlt, sie kann aber auch an einen trockenen Standort gepflanzt werden.
  • Im Garten braucht dieser Baum einen sonnigen bis halbschattigen Platz, bei der Bodenbeschaffenheit ist er jedoch recht anspruchslos.
  • Etwas problematisch können aber seine Wurzeln werden, die unter Umständen sogar in Wasserleitungen eindringen können.
  • Auf einen ausreichend großen Abstand zum Haus und anderen Einrichtungen im Garten sollte daher beim Pflanzen geachtet werden.
Pflanzen
  • Beim Pflanzen einer Trauerweide ist darauf zu achten, dass das Pflanzloch großzügig ausgehoben wird, damit der neue Baum leicht wurzeln kann.
  • Er wird in genau der gleichen Höhe in den Boden gesetzt, wie er vorher in der Baumschule gestanden hat.
  • Die beste Zeit, um eine Trauerweide zu pflanzen, ist der Herbst bis zum Frostbeginn, dann ist auch das Angebot in den Baumschulen am größten.
Pflege und Schnitt
  • Die Trauerweide kann bei Bedarf zurückgeschnitten werden und treibt danach problemlos wieder aus.
  • Selbst ein starker Rückschnitt macht diesem Baum nichts aus. Früher wurden die Ruten der Weiden regelmäßig geschnitten. Sie dienten als Flechtmaterial.
  • Eine Trauerweide ist absolut frosthart, im ersten Winter nach der Pflanzung sollte der Boden rund um den Stamm jedoch trotzdem abgedeckt werden.

Vermehren

  • Stecklinge dieses Baumes bilden leicht neue Wurzeln, wenn sie in Wasser oder in Blumenerde gesteckt werden.
  • Die beste Zeit, um eine Trauerweide zu vermehren, ist der Herbst. Dann wird ein Zweig in einer Länge von etwa 10 cm direkt unterhalb eines Auges vom Baum abgeschnitten.
  • Die unteren Blätter werden entfernt und der Steckling danach in ein Glas mit Wasser gestellt. Dieser bildet bald Wurzeln.
  • Dann kann er zunächst in einen Topf mit Blumenerde gepflanzt werden, bis er kräftig genug geworden ist, um ihn in den Garten auszupflanzen.