Orchidee-Blüten vertrocknen und fallen ab - was nun hilft!


Es geschieht ohne Vorwarnung und versetzt den betroffenen Hobbygärtner in Ratlosigkeit. Die bislang prachtvollen Orchideen-Blüten vertrocknen und fallen ab. Dem nicht genug, verdorren bereits angelegte Knospen und werden abgeworfen. Von dieser Krise wird keine Orchideen-Gattung ausgenommen, Phalaenopsis geraten ebenso hinein, wie Vanda oder Cattleya. Auf diese Weise tun die exotischen Blütenköniginnen kund, dass ihnen ein Umstand so gar nicht behagt. Um eine Ursachenforschung kommen Sie angesichts dieses Dilemmas nicht herum. Lesen Sie hier, was nun hilft!

Standort wechseln

Unterwerfen Sie den Standort Ihrer Orchidee einer dezidierten Inspektion, denn hier

sind die hauptsächlichen Ursachen für den Abwurf der Blüten zu entdecken. Wenn Sie die folgenden Punkte abklären, kann das Problem bereits zu beheben sein:

Kalte Zugluft vermeiden

Was während der warmen Jahreszeit eine Selbstverständlichkeit war, wird im Winter ein Problem. Befindet sich der Standort Ihrer Orchideen auf einer Fensterbank, die regelmäßig gelüftet wird, dringt im Winter kalte Luft ein. Steht zugleich eine Zimmertüre offen, erleidet die tropische Blume einen Kälteschock infolge des Durchzugs. Darauf reagiert sie mit einem Abwurf der Blüten und Knospen.

Tipp: Kaufen Sie eine Orchidee während der Winterzeit, droht ihr auf dem Heimweg ein Kälteschock. Idealerweise steht für den Transport eine transparente Box zur Verfügung. Zumindest sollte die Blume dick in Zeitungspapier eingewickelt werden. Andernfalls steht die soeben erworbene exotische Kostbarkeit innerhalb weniger Tage bar jeglichen Blütenschmucks da.

Direkte Heizungsluft unterbinden

Ein Standort im unmittelbaren Einfluss aufsteigender Heizungsluft bewirkt an Orchideen, dass die Blüten vertrocknen und abfallen. Sofern der betreffende Heizkörper nicht abgestellt werden kann, siedeln Sie die Pflanze um. Eine dekorative Blumensäule in lichter Lage dient beispielsweise als idealer Ausweichplatz während des Winters.

Lichtmangel ausgleichen

In ihrer tropischen Heimat gedeihen die meisten Orchideen-Arten als Aufsitzerpflanzen. Um möglichst nahe ans Licht zu gelangen, halten sie sich mit ihren Wurzeln auf den Ästen von Baumkronen oder auf Felsen fest. Die hiesigen Lichtverhältnisse von November bis Februar genügen folglich nicht immer den Ansprüchen. Da unter diesen Umständen die Photosynthese nahezu zum Erliegen kommt, vertrocknen die Blüten und fallen traurig zu Boden. Das gleiche Schicksal ereilt bereits angelegte Knospen. Das hilft:
  • Im Winter die Orchidee ans Südfenster stellen
  • Eine Tageslichtlampe oder LED-Pflanzenlampe über der Blume aufhängen
  • Energiesparlampen mit Reflektoren ausstatten, um die Lichtausbeute zu optimieren
  • Leuchtstoffröhren verwenden bei Orchideen mit ähnlicher Wuchshöhe
Vor praller Mittagssonne schützen

Während Licht und Sonne im Winter Mangelware sind, kann die unmittelbare Sonneneinstrahlung während des Sommers Probleme aufwerfen. Sind Orchidee-Blüten den prallen Sonnenstrahlen längere Zeit schutzlos ausgesetzt, altern sie vorzeitig und fallen ab. Auf dem Balkon und der Terrasse ist daher eine Beschattung während der Mittagsstunden ebenso empfehlenswert, wie auf der Fensterbank oder im Wintergarten.

Ausreichenden Abstand zu Obstkörben einhalten

Nachreifende Obstsorten, wie Äpfel und Birnen, verströmen das Reifegas Ethylen. Dieses nimmt auf Orchidee-Blüten ebenfalls Einfluss, sofern diese sich in einer räumlichen Nähe dazu befinden. In der Folge beschleunigt sich der Alterungsprozess, die Blüten vertrocknen und werden vorzeitig abgeworfen. In diesem Fall hilft ein Abstand von mindestens 1 Meter, um das Problem zu beheben.

Standortwechsel rückgängig machen

Offenbarte sich die Misere erst im Anschluss an einen Standortwechsel, kann dieser selbst die Ursache sein für den Blütenfall. Orchideen gelten als standorttreue Pflanzen, die einen Umzug als Stress empfinden. Siedeln Sie die Blumenköniginnen daher nur um, wenn es

unumgänglich ist oder eine der zuvor erläuterten Missstände als Auslöser infrage kommt. Andernfalls warten Sie ab, bis sich die Pflanze am neuen Aufenthaltsort akklimatisierte oder revidieren den Standortwechsel.

Versäumnisse in der Pflege

Konnte ein Problem innerhalb der Standort-Thematik als Ursache ausgeschlossen werden, rückt die Pflege in der Fokus der Untersuchungen. Stellen Sie die folgenden Faktoren auf den Prüfstand:

/>Wassermangel beheben

Vertrocknende Blüten gelten in der Kultivierung von Pflanzen als untrügliches Signal für einen Mangel an Wasser. Da machen Orchideen keine Ausnahme. Kommen schlaff herabhängende, schrumpelnde Blätter hinzu, deutet das Schadbild tatsächlich auf einen ungeeigneten Wasserhaushalt hin. So kommt die Pflanze wieder ins Gleichgewicht:
  • Arten und Sorten ohne Bulben nie austrocknen lassen
  • Im Zweifel dem Wurzelballen ein Tauchbad verordnen
  • Bis zum nächsten Wässern sollte das Substrat lediglich antrocknen
  • Orchideen mit Bulben zwar seltener, gleichwohl regelmäßig gießen
Innerhalb der unzähligen Züchtungen bestehen in Bezug auf die Wasserversorgung erhebliche Unterschiede. Erkundigen Sie sich daher bei einem versierten Fachmann, wie Ihre Orchidee richtig zu gießen ist.

Luftfeuchtigkeit erhöhen

Mit dem Wasserhaushalt einher geht die Aufrechterhaltung einer angemessenen Luftfeuchtigkeit. Kommt es hier - kumulierend zum Wassermangel - ebenfalls zu Defiziten, helfen die folgenden Maßnahmen:
  • Den Untersetzer mit Blähton und Wasser füllen
  • Die aufsteigende Verdunstung umhüllt die Orchidee-Blüten, sodass diese nicht vertrocknen
  • Idealerweise täglich mit lauwarmem, kalkfreiem Wasser einsprühen
  • In unmittelbarer Umgebung elektronische Luftbefeuchter aufstellen
  • Im Winter auf aktive Heizkörper mit Wasser gefüllte Schalen stellen
Tipp: Werfen Sie einen Blick auf die Luftwurzeln, um den tatsächlichen Bedarf an Gießwasser einzuschätzen. Sind diese noch grün, ist ausreichend Feuchtigkeit vorhanden. Silbrig glänzende Exemplare weisen auf Wassermangel hin.

Substrat austauschen

Innerhalb der breit gefächerten Orchideen-Familie entwickelt die überwiegende Mehrheit Luftwurzeln. Da die Pflanzen als Epiphyten nicht in Erde wurzeln, entnehmen sie der Luft Feuchtigkeit und Nährstoffe. Wer den exotischen Gewächsen herkömmliche Blumenerde aufoktroyiert, schnürt den Wurzeln sprichwörtlich die Luft ab. Das gilt insbesondere, wenn eine hohe Menge an Torf mit hineinspielt. Dessen ungeachtet bietet der Handel Orchideen in derartiger Pflanzerde an, sodass die Orchidee-Blüten vertrocknen, weil die Wurzeln die Versorgung nicht mehr leisten können. Was nun hilft, ist ein unverzügliches Umtopfen in spezielles Substrat. So gehen Sie dabei vor:
  • Einen oder zwei Tage zuvor die Orchidee gießen und ein wenig düngen
  • Die Pflanze ohne starken Zug austopfen
  • Notfalls den Kulturtopf aufschneiden
  • Das bisherige Substrat soweit wie möglich entfernen
  • Bereits leidende Wurzeln herausschneiden
  • Im Topf eine Drainage anlegen aus Blähton
  • Die Orchidee mit einer Drehbewegung einsetzen
Als Substrat eignet sich eine Mischung aus Pinienrinde, feinkörnigem Humus, Blähton oder Lavagranulat, etwas Holzkohleasche und Sphagnum. Während Sie die grobe Erde portionsweise einfüllen, klopfen Sie das Gefäß wiederholt auf den Boden oder die Tischplatte, um eine gleichmäßige Verteilung zu erzielen. Gegossen wird die Blume frühestens nach 5 Tagen. Die nächste Dosis an Dünger wird nach 4 Wochen verabreicht.

Tipp: Um sicherzustellen, dass sich im Substrat keine Insekteneier oder Pilzsporen befinden, wird es sterilisiert. In einer hitzebeständigen Schale gelingt dies im Backofen innerhalb von 30 Minuten bei 180 Grad oder in der Mikrowelle innerhalb von 10 Minuten bei 800 Watt.

Schädlinge bekämpfen

Ihre tropische Herkunft bewahrt Orchideen nicht vor einem Befall einheimischer Schädlinge. In erster Linie saugende und beißende Arten schwächen die Blüten derart, dass sie vertrocknen und abfallen. So gehen Sie gegen die Parasiten vor:
  • Blattläuse mit einem feuchten Tuch abwischen
  • Anschließend Blätter und Blüten mit der bekannten Schmierseifenlösung einsprühen
  • Woll- und Schmierläuse mit alkoholgetränkten Wattestäbchen wiederholt betupfen
  • Alternativ die Blätter mit einem Mix aus 10 ml Spiritus, 1 Liter Wasser und 1 Tropfen Spüli besprühen
  • Dabei sowohl die Ober- als auch die Unterseiten behandeln
Auf jeden Fall sollte die betroffene Pflanze isoliert werden, damit die Schädlinge nicht auf die Nachbarn abwandern. Befinden sich die Orchideen in einer geschlossenen Räumlichkeit, kommt als natürliches Bekämpfungsmittel der Australische Marienkäfer in Betracht. Diese werden in Fachgeschäften speziell für diesen Einsatz gezüchtet und werden in geeigneten Behältern angeliefert.

Fazit

Wenn Orchidee-Blüten vertrocknen und abfallen, besteht kein Grund, den Mut zu verlieren. Begeben Sie sich stattdessen auf die Suche nach der Ursache, um entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Probleme am aktuellen Standort können die Misere ausgelöst haben. Was nun hilft: kalte Zugluft vermeiden, direkte Heizungsluft unterbinden, Lichtmangel beheben, vor praller Mittagssonne schützen oder die unmittelbare Nähe zu einem Obstkorb umgehen. Darüber hinaus können Versäumnisse in der Pflege das Problem hervorrufen. Zu trockenes Substrat oder zu geringe Luftfeuchtigkeit sind einfach auszugleichen. Steckt Staunässe dahinter oder verdichtetes Substrat, kommt ein sofortiges Umtopfen in Betracht. Nicht zuletzt sind es Schädlinge, wie Blattläuse, Woll- und Schmierläuse, die eine Orchidee derart beeinträchtigen, dass sie ihre Blüten abwirft.