Buxbaum schneiden - Anleitung

Gestaltung mit BuxbäumenDie immergrünen, vielseitig einsetzbaren Buxbaumpflanzen sind als
  • Hecken
  • Beet Umrandungen
  • Kugeln oder Pyramiden
  • Figuren
  • Kübelpflanzen und als
  • Friedhofsbegrünung (niedrig wachsende Sorten)
ein wichtiges Element in der Gartenlandschaft. Hält man sich an einige Regeln, lassen sich Buxbäume gut beschneiden und in Form bringen.

Der Schnittzeitpunkt

Der richtige Schnittzeitpunkt wird unter Profi- und Hobbygärtnern gern mal konträr diskutiert. Fest steht, optimal sind ein Frühjahrs- und ein Herbstschnitt. Zwischen Ende April bis Ende Juni treiben Buxbäume kräftig aus. Der zweite, schwächere Wachstumsschub beginnt im August und endet in den letzten Septembertagen.

Für einen Rückschnitt ist der jeweilige Phasenbeginn optimal. Neue Blätter wachsen nach und verdecken die unschönen Schnittstellen.

Die Schnitttechnik

Elementare und gestalterische Unterschiede liegen
  • im Grob- oder Rettungsschnitt
  • im Feinschnitt
  • im Formschnitt.
Buxbaum schneidenDer Schnitt erfolgt generell in "kleinen Schritten". So wird die Oberfläche dicht und gleichmäßig und die Gefahr, dass Löcher entstehen, ist gebannt. Erst werden die Außenpartien gestutzt, danach in der Höhe reduziert. Ein akkurater Buxbaumschnitt erfordert Zeit und die sollte man sich nehmen. Mal eben nach Feierabend "schnell die Hecke runterhauen" hat schon so mancher hinterher bereut. Während aller Schnittarbeiten an Buxbäumen ist bedecktes Wetter strahlendem Sonnenschein vorzuziehen.

Der Grobschnitt

Der Grobschnitt ist der Rückschnitt bis ins alte Holz des Vorjahres. Er wird vor Beginn der ersten Wachstumsperiode, also Ende März oder spätestens Anfang April durchgeführt. Er ist erforderlich bei älteren Hecken, Beet Umrandungen und Büschen oder um erkrankte Pflanzen zu beleben. Um so einen starken Grobschnitt durchführen zu können, sollten insbesondere niedrig wachsende Umrandungen und Hecken nie zu schmal geschnitten werden. Die Faustregel lautet hier: Breite entspricht ungefähr der Höhe.

Der Feinschnitt

Der Feinschnitt findet nach dem Austrieb Ende April, also in der Zeit von Mai bis in die ersten
Septembertage statt. Anders als beim Grobschnitt darf beim Feinschnitt nicht ins alte Holz geschnitten werden. Es werden lediglich die neuen, circa 4 cm bis 5 cm langen, Austriebe so gekürzt, dass ein kleiner Stielrest verbleibt. An diesem soll sich eine neue Verzweigung bilden. In der Regel reicht es, wenn beim Buxbaum dafür ein Zentimeter verbleibt. Dieser Präzisionsschnitt ist langwieriger, führt aber zu einer schönen, frischen und dicht verästelten Oberfläche.

Der Formschnitt

Der Formschnitt übernimmt den kreativen Part. Für die Erhaltung oder Gesundung und zur Förderung des Wachstums der Pflanze ist er nicht notwendig, erfüllt dieses aber auf dem Level des Feinschnitts. Dieser Schnitt wird für die Formung von Figuren, von der Kugel über andere geometrische Formen bis hin zu den beliebten Tierfiguren, angewandt. Zuerst wird an der breitesten Stelle außen herum auf eine gleichmäßige Länge geschnitten. Danach erfolgt die Kürzung der Höhe, bevor zum Schluss die Konturen herausgearbeitet werden. Hilfreich sind selbst gebastelte Schablonen aus Pappe oder im Handel erhältliche Drahtgestelle. Während eine Kugel- oder Pyramidenform mit einem zwei- bis dreimaligen Formschnitt jährlich sauber gestaltet ist, sollten kompliziertere Figuren bis zu vier Mal beschnitten werden. Der letzte Formschnitt muss bis Mitte September erfolgt sein.

Die Wahl der Scheren

BuxbäumeSpezielle Buxbaumscheren haben den Vorteil, dass sie von ihrer Größe und Schnittfläche her bereits

die Technik der "kleinen Schritte" vorgeben. Eine leichtgängige, scharfe Heckenschere erweist sich, vor allem bei längeren Hecken und mehreren Büschen, von Vorteil. Hier gilt, die Schere nur zu einem Drittel zu öffnen, das entspricht in etwa der Breite eines "kleinen Schritts". Mit einer Rosenschere lassen sich einzelne nachwachsende Triebe ausputzen, ohne dabei Blätter zu zerschneiden. Sie eignet sich auch gut, um das ganze Jahr über leichte Korrekturen an Formschnitten vorzunehmen. Elektrische Heckenscheren und die kleineren Akku-Scheren werden ebenfalls gern zum Schnitt benutzt. Da sie die Buxbaumblätter stärker verletzten, sollte mit ihnen immer nur in den Anfangsphasen des Wachstums geschnitten werden, damit die folgenden Triebe die braunen Schnittstellen verdecken.

Wann wird er geschnitten?

Es gibt keine richtige Zeit, wann ein Buxbaum geschnitten werden muss. Allerdings gibt es auch keine wirklich falsche Zeit, in der man keinesfalls schneiden sollte.

In der Regel wird der Buxbaum zweimal im Jahr geschnitten und zwar, nach dem ersten und dem zweiten Austrieb. Dann wächst er nicht gleich wieder so stark los. Der erste Austrieb endet etwa im Mai/Juni, der zweite im August/September. Der Buxbaum erhält meist einen Formschnitt. Nach einem langen milden Herbst mit reichlich Niederschlag kann es dazu kommen, dass das Bäumchen noch einmal loslegt. Dann kann man ruhig im November noch einmal zur Schere greifen.

Wie die meisten Gehölze, darf auch der Buxbaum unmittelbar nach dem Schnitt nicht in die Sonne. Die Blätter verbrennen ansonsten ganz schnell. Wenn man ihn nicht umstellen kann, sollte man nur an bedeckten Tagen schneiden.

Um das Schneiden zu erleichtern, kann der Buxbaum vorher mit Wasser besprüht werden. Man kann aber auch morgens schneiden, wenn alles noch etwas feucht ist vom Tau.