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Petunien ziehen – Standort, Pflege und Krankheiten

Aufrecht wachsend oder überhängend? Viele kleine Blüten oder eindrucksvolle große Trichterblüten? Kaum eine Variante, die zu Beginn der Saison nicht im Handel angeboten wird. Die Petunien gehören zur Gattung der Nachtschattengewächse. Unter den 16 Arten sind vor allem die Varianten der pflegeleichten und robusten Garten-Petunie (Petunia × hybrida) erhältlich. Im Herbst landen die meisten von ihnen auf dem Kompost. Doch auch Petunien bilden Samenkapseln aus und es ist gar nicht mal so kompliziert, sie im nächsten Jahr wieder neu aufleben zu lassen.

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Aussaat

Möchte man seine wunderschönen Petunien oder vielleicht auch die des Nachbars gerne über das nächste Jahr retten, bietet sich das Heranziehen durch die Saat an. Meistens klappt das hervorragend. Im nächsten Jahr kann es farbliche Überraschungen geben, vielleicht auch einige Misserfolge, doch ganz bestimmt wird der Blick auf die ersten eigenen, blühenden Petunien ein stolzer und zufriedener sein.

Vorbereitung der Samen

Um an die Samen zu gelangen, lässt man einige Blüten der gewünschten Petunie einfach verwelken und vertrocknen. An der Basis bildet sich ein grüner Knoten, die Samenkapsel. Diese wird langsam braun und trocken. Zum Abknipsen ist es wichtig, den richtigen Zeitpunkt, nämlich vor dem Aufplatzen, zu erwischen. Hat die Kapsel erst einmal die Samen freigegeben, wird es schwierig, die winzigen kleinen Körnchen einzusammeln. An einem warmen und trockenen Platz lässt man sie vollständig austrocknen. Den Winter über werden die Samen dann trocken und kühl aufbewahrt. Wer keine Petunie zur Hand hat: im Fachhandel gibt es eine reiche Auswahl an Petunien-Samen zu kaufen.

Richtig Aussäen

Ganz zeitig, im Februar sollte man mit der Aussaat beginnen. Dazu werden die Samen in eine Schale mit Anzuchterde ausgestreut. Eine dünne Schicht Erde lässt man darüber rieseln und drückt die Erde vorsichtig an. Petunien sind Dunkelkeimer, daher stellt man sie am besten in eine dunkle Ecke des Raumes, bei Temperaturen um die 20°C. Die Erde wird regelmäßig mit abgestandenem Wasser besprüht. Eine Folie deckt das Gefäß ab und sorgt für die nötige Luftfeuchtigkeit.

… und Pikieren

Bereits nach zwei Wochen dringen die ersten Keimlinge ans Licht. Die Folie oder Abdeckung sollte jetzt nur noch lose aufliegen. So können sich die Winzlinge langsam an etwas trockeneres Klima gewöhnen. Wenn die ersten zwei Blattpaare sichtbar sind,  können sie vorsichtig mit einem Löffel ausgehoben und in kleine Töpfchen gesetzt werden. Nun brauchen sie Licht, aber keine pralle Sonne. An wärmeren Tagen im Frühjahr können die Jungpflanzen tagsüber zeitweise an die Außentemperaturen und etwas Sonne gewöhnt werden.

Pflanzen

Erst im Mai, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind, werden die inzwischen gut 10 cm hohen Pflänzchen in den Pflanzkübel oder Balkonkasten gesetzt. Normale Blumenerde ist ausreichend, eine gute Dränage ist wichtig. Hier benötigen sie in der ersten Zeit noch Schutz vor zu langer Sonnenbestrahlung und Regen. Der Abstand der einzelnen Pflänzchen zueinander sollte um die 20 cm betragen.

Standort

Ursprünglich stammen unsere Petunien aus Südamerika. So lässt sich leicht erahnen, dass ein Platz an der Sonne der beste Standort für sie ist. Je mehr Sonne, desto mehr Blüten, so lautet der „Deal“. In Töpfen und Kübeln platziert man sie an der Südseite des Hauses. Ein Balkon mit Südausrichtung ist ideal. Ist der Standort zudem überdacht und windgeschützt sind alle Bedingungen für ein gesundes Wachstum erfüllt. Auch mit einem halbschattigen Standort kommen Petunien gut zurecht, blühen dort aber nicht ganz so üppig.

Gießen und Düngen

Die einzige Pflegemaßnahme, die man nie vernachlässigen sollte, ist regelmäßiges Gießen und Düngen. Während der Blüte im Sommer brauchen die Petunien täglich Wasser:

  • weiches Wasser, Regenwasser
  • keine Staunässe
  • Substrat nie vollständig austrocknen lassen
  • von unten gießen, damit kein Gießwasser auf Blätter und Blüten kommt
Tipp:

Wer seine Petunien in Terrakotta- statt Plastikbehälter einpflanzt, muss nicht ganz so oft gießen. An heißen Tagen benötigen die Pflanzen in Plastikcontainern bis zu drei Mal täglich Wassergaben.

Gedüngt wird ebenfalls reichlich. Ein Universal-Flüssigdünger kann bis zu zweimal in der Woche dem Gießwasser beigegeben werden. Wer in Sachen Nahrung auf Nummer sicher gehen will, verwendet speziellen Petunien-Dünger. Der Phosphoranteil ist hier besonders hoch. Phosphor ist wichtig für die Blütenbildung.

Pflege

Für die einjährigen, nicht winterharten Petunien-Sorten ist kein Winterschutz erforderlich. Wer mag, lässt seine Petunien in Form von Samen in einer Schachtel überwintern. Ansonsten werden im nächsten, späten Frühjahr einfach neue Pflanzen gekauft. Wer sich selbst und den Petunien Leid ersparen möchte, kontrolliert die Pflanzen von Zeit zu Zeit auf Krankheiten oder einen möglichen Befall durch Schädlinge. Rechtzeitig erkannt, lassen sich diese Probleme meistens noch mit sanften und weniger aufwendigen Maßnahmen lösen.

Krankheiten und Schädlinge

Hin und wieder, je nach Witterung und Pflege, können folgende Krankheiten und Schädlinge gelegentlich auftreten:

Echter Mehltau

Eine üble Pilzkrankheit, die mit ihrem hellen Belag auf den jungen Trieben, unschön aussieht und letztendlich die betroffenen Teile absterben lässt. Erste Hilfe besteht im sofortigen Entfernen der betroffenen Pflanzenteile. Ein Besprühen mit einem speziellen Spritzmittel gegen echten Mehltau verhindert eine weitere Ausbreitung. Aber auch Hausmittel, wie z. B. eine Mischung aus Milch und Wasser kann im frühen Stadium wirksam sein.

Blattläuse

Immer wieder lästig, aber im Anfangsstadium recht einfach zu bekämpfen. Zunächst wäre da der Einsatz fleißiger Fressfeinde, wie der Marienkäfer und die Schwebfliege. Aber auch sanfte Mittel wie Brennnesselsud oder eine Lösung mit Schmierseife können Abhilfe schaffen. Ein scharfes Abbrausen mit Wasser halten die zarten Blütentriebe nicht durch.

Wurzelfäule

Sie entsteht meisten bei zu viel Wasser und vor allem Staunässe. In fortgeschrittenem Stadium ist es schwer, die Pflanze noch zu retten. Hier ist Vorbeugung durch eine gute Dränage am besten. Stand die Pflanze zu lange im Wasser, sollte auf jeden Fall dafür gesorgt werden, das das Substrat erst einmal abtrocknen kann.

Weiße Fliege

Sie kommen wie aus heiterem Himmel und zwar meistens dann, wenn die Witterung längere Zeit sehr warm ist und mit hoher Luftfeuchtigkeit einhergeht. Als Erste Hilfe Maßnahme kann eine gute Durchlüftung der Pflanzen. Im Handle gibt es Gelbtafeln, auf denen sich die lästigen Fliegen ansammeln. Aber auch ein Hausmittel wie die Schmierseife kann hier gute Dienste leisten.

Petunienwelke

Die Petunienwelke ist einer der Welkekrankheiten (Pilz), gegen die kaum ein Heilmittel gewachsen ist. Dieser Pilz verbreitet sich über infizierte Pflanzen (z. B. Kartoffel-, Tomatenwelke) und Böden rasch weiter aus. Prävention ist hier die wichtigste Maßnahme. Saatgut, Pflanzen und Erde sollten von guter Qualität sein. Infizierte Pflanzen in der Umgebung vernichten, Erde großzügig ausheben, ggf. Pflanzgefäße desinfizieren.

Chlorose

Die Chlorose ist eigentlich keine Krankheit, sondern eine Eisenmangelerscheinung. Auffällig sind helle Blattverfärbungen an jungen Blättern, wobei die Blattadern grün bleiben. Danach trocknen die Blatträder ein. Ein Eisenmangel kann durch zu kalkhaltigem Gießwasser und ungenügend saurer Erde (nicht sauer genug) verursacht werden. Auf jeden Fall ab sofort mit weichem Regenwasser gießen. Durch eine Beimischung von Torf, Steinmehl, Blatt- oder Nadelkompost lässt sich der pH-Wert des Substrates senken.

Tipp:

Jedes Jahr gibt es neue Züchtungen. Hier lohnt es sich, nicht nur nach Optik, sondern auch nach bestimmten Eigenschaften wie „regenfest“ oder „besonders robust“ auszuwählen.

Fazit

Mit Petunien lassen sich auffällige Farbakzente setzen. Lediglich in Bezug auf Sonne, Wasser und Nährstoffe sind ihre Ansprüche beträchtlich. Doch belohnen sie dann mit einer überreichen Blütenfülle. Sie blühen unermüdlich von Juli bis zum ersten Frost. Jetzt ist die beste Zeit, die Samenkapseln für die Petunien im nächsten Sommer abzuknipsen.

Autor Garten-Redaktion
Ich schreibe über alles, was mich in meinem Garten interessiert.

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