Weinanbau im Garten, Wein schneiden

Ob eine Weinrebe an einer warmen Südwand oder im Gewächshaus wächst, die an der Sonne gereiften, roten oder weißen Trauben sind frisch wie vergoren ein Genuss.

Dieser Ratgeber informiert über die Pflege wie das Schneiden von Wein, über Schädlinge und Herausforderungen beim Weinanbau im Garten.

Bodenvorbereitung im Freiland
Die besten Erfolge erzielen Sie in körnigem Erdreich, das sich in der Sonne rasch erwärmt, aber auch jeder andere, ausreichend durchlässige Boden eignet sich für die Weinrebenkultur. 2 - 3 Monate vor dem Pflanzen reichern Sie das

Erdreich großzügig mit gut verrottetem Stallmist oder Gartenkompost an.

Reihen- und Einzelpflanzung
Weinstöcke erhalten Sie im Fachhandel als einjährige Pflanzen. Die beste Zeit zum Setzen der Reben ist die zweite Herbsthälfte, doch sollte man in kühleren Gegenden sicherheitshalber auf das Frühjahr ausweichen, um der Gefahr lang anhaltender Fröste zu entgehen.

Graben Sie ausreichend große Pflanzlöcher, in denen Sie die Wurzelballen flach ausbreiten, und setzen Sie die Pflanzen, entsprechend der Erdmarkierung, genauso tief in den Boden, wie sie in der Gärtnerei standen.
Rebstöcke sollten in der Reihe mit einem Abstand von mindestens 1,2m gesetzt werden. Stützen Sie jedes Exemplar mit einem Pfahl von 1,5m Höhe. Damit sich Ihre Weinrebe zu einer kräftigen Pflanze entwickelt, lassen Sie im ersten Jahr nur einen einzigen Spross heranwachsen, den Sie am Pfahl festbinden. Auf diese weise bildet sich ein starker Haupttrieb als Ausgangspunkt für fruchttragende Seitentriebe. Daher kürzt man auch alle übrigen Triebe im ersten Jahr auf ein oder zwei Blätter.

Spalierkultur
Um Weinstöcke in einem Spalier zu ziehen, benötigt man Pfosten von 1,5m Höhe, die in Abständen von 2,5 - 3m in den Boden geschlagen werden. Dabei sollten die Endpfosten etwas stabiler sein als die 5cm starken Zwischenpfosten. Der Abstand zwischen den Reihen beträgt ungefähr 1,5m.
An den Pfosten
befestigt man zuerst etwa 50cm über dem Boden einen einfachen Draht. Zwei weitere, miteinander verdrehte Drahtpaare folgen in einer Höhe von 80cm und 1,2m. Wenn Sie die fruchtenden Weinranken zwischen den zusammen gedrehten Drähten hindurch ziehen, können Sie sich das Anbinden ersparen.

Erziehung und Weinanbau am Spalier
Im Spätherbst beginnt man damit, die Weinstöcke am Spalier zu befestigen. Am besten hat sich die Methode bewährt, bei der sich die Trauben an Seitenzweigen der vorjährigen Ranken bilden.
Nach dem Laubabfall entfernt man alle Triebe des Weinstocks bis auf zwei oder drei Knospen.

Im darauf folgenden Sommer lässt man nur die drei kräftigsten Treibe heranwachsen. Zwei davon binden Sie im Spätherbst rechts und links am untersten Spalierdraht fest. Den mittleren Trieb kappen Sie bis auf zwei Knospen.

Wein schneiden
Beim Schneiden von Weinreben lässt man immer ein ungefähr 2cm langes Stück des Triebes über der Knospe stehen, damit diese nicht austrocknet.

Wenn sich den Sommer über an den horizontal gezogenen Ruten Fruchttriebe entwickeln, ziehen Sie diese durch die Schlingen der zusammengedrehten Drähte. Im Spätsommer kappen Sie die Spitzen der Fruchttriebe bis auf zwei Blätter über den oberen Spalierdrähten und schneiden alle seitlichen Verzweigungen bis zur Ansatzstelle ab. Mit Bast oder Schnur befestigen Sie drei junge Triebe an dem Holzpfahl. Im Spätherbst

schneiden Sie die beiden horizontalen Äste, an denen sich das Fruchtholz gebildet hatte, bis zur Ansatzstelle am Stamm zurück. Ihren Platz nehmen nun zwei der neuen Triebe ein, den dritten Trieb kürzt man bis auf zwei Knospen ein.

Versuchen Sie, die horizontale Wuchsform der Weinstöcke beizubehalten. Im ersten Erntejahr, es ist das dritte Jahr nach dem Pflanzen, lässt man nur vier, im nächsten Jahr sechs Trauben an einer Rebe heranreifen, danach dürfen die Weinstöcke reichere Früchte tragen.

Pflege
Bewässern Sie regelmäßig, vor allem im ersten Jahr nach dem Pflanzen. Durch häufiges Mulchen mit gut verrottetem Stallmist oder Gartenkompost verhindern Sie den Wuchs von unerwünschten Wildkräutern. Außerdem führen Sie dadurch dem erdreich immer wieder ausreichend Nährstoffe zu.

Ernte
Von einem freistehenden Weinstock können Sie in guten Jahren etwa zehn Trauben mit insgesamt rund 2,5kg ernten. Deutlich mehr trägt eine an der wand gezogene Rebe, je nach Größe zwischen 7 und 10kg.

Schädlinge und Krankheiten
Die Larven des Dickmaulrüsslers befallen die Wurzeln von Weinreben. Mit im Handel erhältlichen Nematoden können Sie die Käfer biologisch bekämpfen. Schildläuse kratzen Sie am besten einzeln ab. Echten und Falschen Mehltau beugen Sie durch Bespritzen mit Knoblauchtee vor.
Vergilbte Blätter können ein Anzeichen für Magnesiummangel sein, den sie durch magnesiumhaltige Dünger ausgleichen.