Hagebutte pflanzen - Standort, Pflege, Ernte und Trocknen


Hagebutte wird die Frucht der Rosenblüte unterschiedlicher Wildrosenarten genannt, von denen es mehr als 150 Arten gibt. Hierbei handelt es sich um eine ungiftige Sammelnussfrucht. Im Innern ihrer fleischigen Hülle befinden sich zahlreiche kleine Nüsschen, die eigentlichen Samen der Hagebutte. Die Früchte bilden sich etwa im September/Oktober aus den weißen oder rosafarbenen Blüten der Wildrosen, vorausgesetzt die Pflanze wurde nach der Blüte nicht verschnitten. Die der Hundsrosen Rosa canina sollen mit das beste Aroma haben.

Standort und Boden

Die Hagebutte bzw. Hagebutten bildende Wildrosen können an einen luftigen sowie sonnigen

oder halbschattigen Standort gepflanzt werden. Hat man die Wahl zwischen einem sonnigen oder halbschattigen Standort, sollte man den sonnigen bevorzugen, denn je sonniger die Pflanze steht, desto üppiger blüht sie. Pro Tag sind 4-6 Stunden Sonne ausreichend. Sie gedeihen auf nahezu jedem guten Gartenboden, der trocken bis frisch, leicht kalkhaltig sowie leicht sauer bis leicht basisch sein kann. Stark stickstoffhaltige Böden sollten gemieden werden, ebenso wie Staunässe und Trockenheit, wobei kurzzeitige Trockenheit gerade noch toleriert wird.

Hagebutte pflanzen

Wurzelnackte Pflanzen können im Frühjahr oder im Herbst und Containerware ganzjährig gepflanzt werden, vorausgesetzt, der Boden ist frostfrei. Bevor man Wildrosen pflanzt, sollte der Pflanzbereich tiefgründig, am besten zwei Spaten tief, aufgelockert und der Wurzelballen gewässert werden. Das Pflanzloch sollte so groß sein, dass der Wurzelballen bequem hineinpasst, etwa 30 x 30 cm. Bei wurzelnackter Ware ist es ratsam, deren Wurzeln vor der Pflanzung bzw. vor dem Wässern etwas einzukürzen. Nachdem Kompost, Stallmist und mineralischer Dünger ins Pflanzloch gegeben wurde, kann die Pflanze eingesetzt, mit Erdaushub aufgefüllt und mit Erde angehäufelt werden. Abschließend wird noch gründlich gewässert.

Tipp: Nach dem Pflanzen ist es ratsam, den Boden etwa 10 cm dick zu mulchen, was Unkrautwuchs deutlich minimiert. Das Entfernen von Wildwuchs im Nachhinein ist aufgrund der zahlreichen Stacheln schwierig.

Gießen und Düngen
  • Am richtigen Standort benötigt die Hagebutte kaum Pflege.
  • Gegossen wird nur so viel, dass der Boden weder komplett austrocknet noch staunass ist.
  • Auch im Winter darf der Boden nicht vollständig austrocknen.
  • Dementsprechend wird an frostfreien Tagen minimal gegossen.
  • Eine regelmäßige Düngung ist nicht erforderlich.
  • Bei der Pflanzung Düngergabe sinnvoll.
  • Man arbeitet Kompost, mineralischen Dünger und Stallmist in den Boden ein.
  • Ab zweitem Standjahr im Frühjahr und Herbst etwas Kompost verabreichen.
Schneiden

Einheimische Wildrosen blühen am zweijährigen Holz. Auch wenn ein regelmäßiger Rückschnitt nicht notwendig ist, ist er sinnvoll. Bereits bei der Pflanzung wird ein sogenannter Pflanzschnitt vorgenommen. Dabei schneidet man die Triebe bis auf wenige Knospen zurück. Ansonsten entfernt man im Frühjahr oder Herbst ausschließlich totes und beschädigtes Holz. Nach etwa 5-6 Jahren ist ein stärkerer Rückschnitt empfehlenswert. Dabei werden alle Äste, die älter als zwei Jahre sind bodennah abgeschnitten. Zu lange oder zu ausladende Zweige können um ein Viertel oder die Hälfte eingekürzt werden. Das fördert die Bildung neuer Triebe und verjüngt den betreffenden Rosenstock.

Tipp: Sämtliche Schnitte sollten schräg gesetzt werden, damit Wasser gut ablaufen kann und sich nicht an den Jungtrieben sammelt. Ausreichend scharfe Schnittwerkzeuge können Quetschungen vermeiden.

Vermehren

Aussaat

Für die Aussaat kann man aus reifen Hagebutten die Samen herauslösen und vom Fruchtfleisch befreien. Danach müssen sie einer Wärme/Kältebehandlung (Stratifizierung) unterzogen werden. Dazu legt man sie in eine
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Plastiktüte mit feuchtem Sand, verschließt diese und lagert sie für 2-3 Monate bei Zimmertemperatur. Danach kommt das Ganze für 4 Wochen in den Kühlschrank. Nach der Kältebehandlung sät man in handelsübliche Anzuchterde aus und feuchtet das Substrat an. Bis zur Keimung dauert es mehrere Monate.

Tipp: Um keimfähige Samen von nicht keimfähigen zu trennen, legt man sie für etwa 24 Stunden in ein Gefäß mit zimmerwarmem Wasser. Die oben schwimmenden Samen sind nicht keimfähig nur die am Boden liegenden.

Steckhölzer oder Stecklinge

Wesentlich erfolgversprechender ist die Stecklings- oder Steckholzvermehrung. Stecklinge werden im Sommer von fast ausgereiften Trieben geschnitten und sollten über 5-6 Augen verfügen. Steckhölzer schneidet man im Spätherbst vor den ersten stärkeren Fröste von verholzten Triebteilen. Sie sollten zwischen 20 und 30 cm lang sein. An Stecklingen entfernt man die Hälfte der Blätter, steckt sie mit 2-3 Augen in Anzuchterde und stülpt eine Klarsichtfolie darüber. Bei Steckhölzern werden die untersten Blätter entfernt. Bis zum Frühjahr werden sie in feuchtem Sand eingeschlagen, kühl und frostfrei überwintert und erst dann im Garten in lockere Erde gesteckt, sodass das oberste Auge aus dem Boden herausschaut.

Ausläufer

Für diese Form der Vermehrung wird im Frühjahr oder Herbst die gewünschte Anzahl Ausläufer mit einem Spaten von der Mutterpflanze abgestochen. Dann werden sie um etwa ein Drittel eingekürzt und jeder dieser Ausläufer der über ausreichend Wurzeln verfügt, an seinen endgültigen Platz eingepflanzt.

Ernten

  • Geerntet werden können die voll ausgereiften Hagebutten etwa im Herbst.
  • Früchte sollten voll ausgefärbt und noch fest sein.
  • Bei sonnigem und trockenem Wetter ernten, dann ist Wirkstoffgehalt am höchsten.
  • Nach dem ersten Frost werden die Hagebutten weich.
  • Können aber auch jetzt noch geerntet und weiter verarbeitet werden.
  • Stiele und Blütenansätze werden entfernt.
  • Danach die Früchte der Länge nach aufschneiden.
  • Anschließend die Kerne, samt der feinen Härchen entfernen.
  • Diese könnten in Mund und Rachen zu Reizungen führen.
  • Schalen und Kerne danach gründlich abspülen und die Schalen evtl. zerkleinern.
  • Kerne nicht wegwerfen, aus ihnen lässt sich schmackhafter Kernlesetee herstellen.
Tipp: Die Früchte von Apfel- und Hundsrose reifen etwa zur gleichen Zeit, während die der Kartoffelrose nach und nach reifen und mehrmals geerntet werden müssen.

Trocknen und Lagern

Zum Trocknen bietet sich ein handelsübliches Dörrgerät oder ein Backofen an. Die Früchte sollten beim Trocknen nicht übereinander liegen, sondern immer in einer Schicht ausgebreitet werden, dass die Luft dazwischen gut zirkulieren kann. Am einfachsten ist das Trocknen vermutlich in einem Dörrautomaten. Im Backofen  verteilt man die Früchte locker auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech. Dann schiebt man das Blech in den vorgeheizten Backofen auf die mittlere Schiene und stellt ihn zunächst auf 75 Grad ein. Die Früchte werden zwischendurch immer wieder gewendet und der Ofen nach etwa einer Stunde auf 40 Grad eingestellt.
Während der ganzen Zeit sollte die Ofentür leicht geöffnet bleiben, damit Feuchtigkeit entweichen kann. Dazu kann man z. B. einen Holzlöffel in die Tür klemmen. Ist der Trocknungsvorgang abgeschlossen, wird die Backofentür geöffnet und man lässt die Früchte komplett auskühlen. Sind die Hagebutten vollständig getrocknet und ausgekühlt, bewahrt man sie idealerweise in luftdurchlässigen Behältnissen z. B. in kleinen Baumwollsäckchen auf, sodass mögliche Restfeuchte noch entweichen kann und die Früchte nicht beginnen zu schimmeln. Sie sind jetzt mehrere Monate haltbar.

Tipp: Während des Trocknungsvorgangs im Backofen sollte zwischendurch immer wieder der Trocknungszustand kontrolliert werden und die Trockenzeit entsprechend verkürzt oder verlängert werden. Das Fruchtfleisch muss vollkommen trocken sein.

Fazit

Die Hagebutte gewinnt man fast ausschließlich von Wildrosen. Zu den am häufigsten vorkommenden Hagebutten tragenden Wildrosen gehören neben der Hundsrose (Rosa canina) auch die Apfelrose (Rosa villosa), Kartoffelrose (Rosa rugosa), die Weinrose (Rosa rubiginisa), die Gebirgsrose (Rosa pendulina) und die Pillnitzer Vitaminrose. All diese Rosen sind sehr anspruchslos, was Standort und Pflege betrifft. Sie bringen äußerst gesunde Früchte hervor, die zudem sehr dekorativ und im Winter eine beliebte Nahrungsquelle für heimische Vögel sind.