Verblühte Rosen abschneiden oder nicht? Wir klären auf

Verblühte Rosen schneidenVerblühte Rosen sind regelmäßig durch einen Rückschnitt zu entfernen, damit die Blühfreude dauerhaft erhalten bleibt. Ein Rosenstock verfügt über starke regenerative Eigenschaften, sodass dieser durch das Beschneiden nicht zu Schaden kommt. Vielmehr schaden der Pflanze verblühte Blütenstände, diese verliert schnell an Kraft und es bilden sich keine neuen Blüten mehr aus. Nur durch gezielte und periodische Rückschnitte der verblühten Rosen bleibt die Pflanze vital und blühfreudig. Allerdings muss der Schnitt gezielt angesetzt werden, damit der Rosenstock sich nicht mit

Krankheitserregern infiziert.

Wachstum

Rosenstöcke haben eine anhaltend große Fähigkeit zur Regeneration, schon aus nur einem einzigen Rosenauge können sich die Blüten wieder zu ihrer vollen Größe entwickeln. Ohne einen Rückschnitt der verblühten Blüten macht der Gärtner zwar nichts falsch, aber der Rosenstock vergreist mit der Zeit und kann in nur einigen Jahren seine Blühfreude und die Vitalität verlieren. Die verblühten Rosenblüten werden von der Pflanze weiterhin mit Nährstoffen versorgt, die Pflanze verliert dadurch unnötig an Kraft. Wenn diese nicht beschnitten werden, geht die Kraft in die Samenbildung und es werden keine neuen Knospen ausgebildet. Die folgenden Aspekte sind beim Wachstum ausschlaggebend:
  • Verblühte Blüten müssen abgeschnitten werden, sonst kommt es zum Vergreisen
  • Als Folge bilden Rosen speziell im Bodenbereich keine weiteren jungen Triebe mehr aus
  • Rosenstock verkahlt auf diese Weise mit den Jahren
  • Abschneiden stoppt die unnütze Versorgung der abgestorbenen Rosenblüten
  • Rückschnitt hilft bei der Ausbildung von neuen Blüten
  • Stark wachsende Triebe sanfter zurückschneiden
  • Bei schwach wachsenden Trieben radikaler ansetzen
  • Ohne Rückschnitt wachsen die Zweige im Verhältnis gesehen zu lang
  • Pflanze gewinnt zwar an Volumen, aber die Triebe sind nicht kräftig genug
  • Zu lange Triebe können Wind und Wetter nicht mehr standhalten und brechen ab
  • Außerdem wirkt ein Rosenstock viel ansehnlicher ohne verblühte Blüten
Anleitung

Zwar vertragen Rosen das Beschneiden ganz gut, jedoch muss der Rückschnitt an bestimmten Stellen angesetzt werden, damit die Pflanze nicht zu Schaden kommt und sich zeitnah wieder erholen kann. Wird der Schnitt falsch angesetzt, kann sich diese schnell mit Bakterien und Pilzerregern infizieren. Allerdings sollten nicht nur die verblühten Rosenblüten abgeschnitten werden, sondern auch die unterhalb liegenden Blätter. Dadurch kann die Pflanze eine ausgewiesene Wuchsrichtung beibehalten. Die folgende Vorgehensweise hat sich beim Beschneiden der verblühten Rosenblüten bewährt:
  • Rückschnitt etwa 0,5 cm oberhalb des ersten, vollständig entwickelten Blattes ansetzen, welches sich unterhalb der verblühten Blüte befindet
  • Nach einem nach außen hin zeigenden Auge abschneiden
  • Schräg von einem schon sichtbaren neuen Austrieb wegschneiden
  • Schräger Schnitt verhindert das Ansammeln von Wasser an der Schnittwunde
  • Stängel darf nie stehen bleiben
  • Nie die Blüte aus- oder abbrechen
  • Ausgefranste Bruchstellen fördern das Eindringen von schädlichen Krankheitserregern
  • Abbrechen unterstützt außerdem den Austrieb von mickrigen Knospen
  • Verblühte Rosen an extrem dünnen und schwächlichen Zweigen dürfen tiefer abgeschnitten werden
  • Tief angesetzte Rückschnitte regen zum stärkerem Wuchs an
Tipp: Das erste Blatt unterhalb der Blüte hat in der Regel nur 3 Blätter, hingegen hat ein voll entwickeltes Blatt mehr als 5 Blätter. Das erste vollständig entwickelte Blatt sollte wenn möglich stehen bleiben, dagegen kann das minderwertig entwickelte Blatt noch mit abgeschnitten werden.

Zeitpunkt

style="margin-bottom: 6px; margin-left: 6px; float: right;" class="img-responsive" alt="Rosenblüten schneiden" src="/images/pflanzen/rosen/rosen-schere-69817920-300-fl.jpg" height="200" width="300" />Der Rückschnitt von verblühten Rosenblüten ist zusätzlich zu den formgebenden Pflegeschnitten durchzuführen. Deshalb muss die Pflanze während ihrer Blütezeit

beständig im Auge behalten werden, damit diese relativ zeitnah entfernt werden können:
  • Über den ganzen Sommer verteilt die verblühten Blüten herausschneiden
  • Rosenstock regelmäßig kontrollieren
  • Verblühtes sollte nicht zu lange an der Pflanze verbleiben
  • Beständiges Entfernen der verblühten Rosenblüten sorgt für starke und üppig blühende Pflanzen
  • Ideal sind warme Tage ohne Regenfälle
  • Zu heiße, zu kalte und zu nasse Wetterlagen umgehen
  • Langanhaltend hohe Luftfeuchte führt zum Eindringen von Krankheitserregern an den Schnittstellen
Werkzeug

Beim Beschneiden der Rosen ist das richtige Equipment nicht nur notwendig, sondern zwingend erforderlich. Das Werkzeug muss hohen Anforderungen entsprechen, damit sich mit diesem extrem glatte und präzise Schnitte durchführen lassen, ohne die Pflanze dabei unnötig zu verletzen. Wenn der Rosentrieb stark gequetscht oder sogar gerissen wird, kommt es häufig vor, dass an den verletzten Bereichen schädliche Bakterien und Pilze eindringen können. Dadurch verliert die Pflanze ihre Widerstandsfähigkeit und wird anfälliger für Krankheiten. Die folgenden Kriterien sind beim Werkzeug für das Beschneiden von Rosen entscheidend:
  • Für das Schneiden von Rosen werden hochwertige Gartenscheren benötigt
  • Ideal ist eine spezielle Rosenschere, mit einer dem Bedarf angepassten Formgebung
  • Bypass-Scheren sind wie normale Haushaltscheren, zwei Klingen gleiten aneinander vorbei
  • Bypass-Scheren verhindern Quetschungen, speziell bei weichen Trieben
  • Scheren mit Bypass-System erfordern einen höheren, aber lohnenswerten Kraftaufwand
  • Amboss-Scheren verfügen über eine scharfe Klinge, die auf eine gerade Ebene auftrifft
  • Amboss-Scheren vereinfachen den Schnitt von dickeren Trieben
  • Scheren mit Amboss-System führen jedoch öfter zu schädlichen Quetschungen
  • Scheren vor dem Gebrauch stets gut desinfizieren, eventuell schärfen
  • Zum Desinfizieren entweder Brennspiritus nutzen oder Klingen abbrennen
  • Für hochwachsende Kletterrosen gibt es verlängerte Rosenscheren
Tipp: Nicht nur die Rosen sollten vor Verletzungen geschützt werden, auch die Hände des Gärtners profitieren von einem zusätzlichen Schutz in Form von robusten Handschuhen. Diese bieten bei der Arbeit mit dem stacheligen Dornengewächs eine gute Protektion vor Riss- und Schnittwunden, die zu schmerzhaften Entzündungen führen können.

Rosensorten

Das Vorgehen beim Abschneiden der verblühten Rosenblüten unterscheidet sich außerdem auch abhängig von der Rosensorte, welche entscheidend den Wuchs und das Ausbilden der Blüten bestimmt. Zu diesen zählen die folgenden Sorten: Beet- und Edelrosen, Kletterrosen (einmal oder öfter blühende), Ramblerrosen, Stammrosen, Strauchrosen (einmal oder öfter blühende), Wildrosen und Zwergrosen. Dabei sind die nachfolgenden Aspekte bei den Rosensorten zu beachten:
  • Bei schwach blühenden Strauchrosen die blühfaulen Triebe auf Zweidrittel zurückschneiden
  • Bei Beet- und Edelrosen ältere Triebe ruhig stärker zurückschneiden
  • Kletterrosen bilden in den ersten Lebensjahren keine Blüten aus
  • Wildrosen bilden schöne und rot leuchtende Hagebutten aus, diese stehen lassen
  • Bei Stammrosen vergreiste Triebe zugunsten von jungen Trieben großzügig abschneiden
  • Bei Ramblerrosen nur die kräftigen, abgeblühten Triebe zurückschneiden, beim Rest vorsichtig vorgehen
  • Bei Zwergrosen auf halbkugelige Schnittform achten
Fazit

Rosenblüten sollten möglichst schnell nach dem Verblühen heraus geschnitten werden, damit die Pflanze die abgestorbenen Triebe nicht unnötig versorgt. Deshalb sind die Rosenstöcke während der Blütezeit im Sommer regelmäßig zu kontrollieren, um zeitnah handeln zu können. Bleiben verblühte Rosen an der Pflanze hängen, wird diese dadurch geschwächt und vergreist mit der Zeit. Das Vergreisen führt auf Dauer zu kümmerlichen Trieben und einer immer schwächeren Blüte. Darüber hinaus sehen verwelkte Blüten an einem Rosenstrauch nicht besonders ansehnlich aus und mindern den attraktiven Gesamteindruck. Beim Beschneiden ist die Schnittstelle entscheidend, diese sollte unterhalb der verwelkten Blüte, aber noch oberhalb des ersten voll entwickelten Blattes liegen. Minderwertig entwickelte Triebe dürfen jedoch radikaler abgeschnitten werden, dadurch werden auch das Wachstum und die Blühfreude gestärkt. Des Weiteren ist das zum Schneiden benutzte Werkzeug von großer Bedeutung, dieses sollte immer sauber und scharf sein. Auf diese Weise wird die Pflanze nicht unverhältnismäßig gequetscht und verletzt, denn über Schnittwunden können Krankheitserreger leichter eindringen und den Rosenstock dauerhaft schwächen.