Moosrose: Pflege und schneiden

Moosrose: Pflege und schneiden

Lange Zeit war es modern, schlanke und lange Edelrosen in den Gärten zu kultivieren, die winterhart und wenig krankheitsanfällig waren. Diese Robustheit wurde jedoch durch Verlust des Schönsten erkauft, was eine Rose zu bieten hat: Den Duft. Denn die Gene, die für den Duft verantwortlich sind, sind meist auch die, die eine Rose anfälliger machen. Jetzt erleben die natürlichen Rosen eine Renaissance und füllen die Gärten wieder mit den schönsten Düften. Zum Beispiel die Moosrose:

zaun-rosen-lavendel flDie Moosrose - eine Mutation in

Richtung Schönheit


Die Moosrose entstand durch eine Mutation der Provencerose, einer Rose mit gefüllten Blüten. Sie bildet kleine grüne Blattauswüchse, die an den Rändern aussehen wie krause Petersilie, und hat an den Kelchblättern, Fruchtständen und den Blütenstielen Drüsen, die sie wie bemoost wirken lassen.

Dieses Moos macht den besonderen Reiz dieser Rosen aus, die vielleicht wie die Altmodischsten aller Rosenarten aussehen. Durch viele Einkreuzungen mit unterschiedlichsten Farbgenen versorgt, erfreut die Blüte durch eine reiche Farbpalette, von reinem Weiß über zartes Rosa bis zu dunklen, fast violetten Tönen. Moderne Züchtungen bieten auch Zartgelb, Fuchsienrot oder Lachsrosa. Die üppige, meist gefüllte Blüte erreicht eine weithin sichtbare Größe.

Einen passenden Standort wählen
  • Moosrosen wachsen nicht ordentlich, sondern breit ausladend, der Strauch wirkt gerne, als wenn er gerade am Auseinanderfallen ist. Also nichts für den perfekt ordentlichen Garten, aber wunderschön als Einzelpflanze mitten im Rasen oder als Star einer lockeren Pflanzengruppe.
  • Je fruchtbarer der Boden und je luftiger der Standort, so robuster wächst die Moosrose. Sie ist resistent gegen Pilzkrankheiten und wird nur selten vom Mehltau befallen, wenn der Standort so gut durchlüftet ist, dass der Moosrose auch im Sommer nie zu heiß wird. Nur ein bisschen empfindlich gegen Regen ist sie, sieht aber auch regenzerzaust immer noch hübsch aus.

Moosrosen schneiden - die wichtigste Pflege
  • Beim Schnitt kommt es darauf an, ob Ihre Moosrose einmal oder mehrfach blüht. Die ersten von den Centifolien abstammenden Moosrosen waren alle einmalblühend. Mutationen mit Moosbildung gab es aber auch von anderen Rosenarten, wie der Damaszenerrose, sie werden ebenfalls den Moosrosen zugerechnet. Dadurch und durch Einkreuzungen mit Remontanthybriden, Teehybriden und Portlandrosen entstanden auch mehrfachblühende Moosrosen, keine andere Rosenklasse enthält so viele unterschiedliche Charaktere wie die der Moosrosen.
  • Die einmal blühenden Strauchrosen werden genau wie Wildrosen nicht jedes Jahr zurückgeschnitten. Sie blühen nämlich nur am mehrjährigen Holz, brauchen also
    ältere Zweige, damit die Blütenpracht sich entwickeln kann. Trotzdem müssen Sie durch gezielten Schnitt dafür sorgen, dass der Strauch im Gesamtaufbau eine luftdurchlässige Konstruktion entwickelt. Vorsichtig und unauffällig wird im Frühjahr etwas ausgedünnt, damit sich kein so dichter Naturwuchs ausbildet, dass sich Pilze darin wohlfühlen. Nach dem Schnitt kann der Strauch besser vom Wind durchstreift werden, obwohl eigentlich nicht zu sehen ist, dass der Strauch beschnitten wurde. Alle zwei bis drei Jahre kann der Stock verjüngt werden, indem alte Triebe ganz herausgeschnitten werden.
  • Mehrfach blühende Moosrosen werden wie die dauerblühenden Rosen im Frühjahr zurückgeschnitten, wenn die starken Fröste sicher vorbei sind. Dieser Schnitt darf nicht zimperlich sein, nur etwa ein Drittel der Gesamthöhe bleibt erhalten. Trotzdem wird hier keinesfalls einfach gerade “Abgesäbelt”, sondern überlegt geschnitten. Zweige, die sich nach dem Winter schwach

    zeigen, werden entfernt, überalterte Triebe und fehlgebildete Neuauswüchse. Insgesamt sollte der Stock nach dem Schnitt eine ausgeglichene Mischung aus einjährigen, zweijährigen und älteren Zweigen enthalten. Die Schnittkomposition und der Ansatz des Schnitts richten sich nach den die Grundregeln für den Rosenschnitt, die für alle Rosen gelten. Im Sommer können Sie bei diesen Rosen alles Abgeblühte gleich nach der Blüte wegschneiden, dadurch verhindern Sie den Fruchtansatz, ein zweiter Blütenflor kann sich entwickeln. Sehr stark wachsende Rosen können im Herbst noch etwas zurückgeschnitten werden, um eine besondere Form zu pflegen.
Pflege der Moosrosen
  • Wenn Sie den richtigen Standort für Ihre Moosrosen gefunden haben, sind ihre Pflegebedürfnisse gut erfüllbar: In der Zeit vom Schnitt bis Ende Juli wird in drei Stufen gedüngt. Mitte März können sie etwas Kompost auf dem Beet verteilen, dem gegen Ende Mai und Ende Juli je eine Düngergabe mit speziellem Rosendünger folgt. Die Düngemaßnahmen sollten bis Ende Juli beendet sein, weil die Zweige sonst nicht ausreichend verholzen, das kann im Winter Frostschäden geben. Je nach Trockenheit einmal oder zweimal in der Woche ordentlich wässern, dabei sollten auf keinen Fall die Blätter nass werden, ein feuchtes Rosenblatt ist krankheitsanfällig. Nach dem Schnitt müssen manchmal die Triebe gestützt werden, es gibt aber auch einen speziellen Schnitt, der einen Strauch hervorbringt, der fast ohne Triebe auskommt.
  • Vor dem Winter werden die frostanfälligen Rosen gut eingepackt, durch Anhäufeln mit lockerer Erde, die rund um den Strauch einen ca. 20 Zentimeter hohen Haufen bilden sollte. So werden die unteren Knospen (Augen) vor dem Frost geschützt. Strauch- und Kletterrosen können je nach Klima auch komplett eingepackt werden, mit Frostschutzvlies, Sackleinen oder Jute. Die Bedeutung dieses Winterschutzes wird häufig unterschätzt, aber es ist durchaus möglich, dass ohne diesen Wintermantel die ganze Pflanze erfriert. Dieser Schutz kann dann Mitte bis Ende März entfernt werden, wenn mit Sicherheit keine Spätfröste mehr kommen, wird abgehäufelt.
Tipps
  1. Sie lieben Klarheit? Es gibt auch Moosrosen ohne Moos, durch eine erneute Mutation haben diese Traditionalisten die entsprechenden Merkmale zurückentwickelt.
  2. Wenn Sie mehr Wert auf spannende kulinarische Erlebnisse und Vitamine legen, verzichten Sie auf die zweite Blüte und lassen die Fruchtstände zu Hagebutten reifen.