Leberblümchen - Pflanzen und Pflege

LeberbluemchenDas zarte Leberblümchen ist einer der ersten Frühlingsboten im Garten und im Wald. Trotz seiner Vielfalt an Farben und Arten war es in den letzten Jahren in Gärten immer seltener zu sehen. Dabei stellt es wenige Ansprüche an die Pflege.

Schon aus diesem Grund lohnt es sich, diesen anspruchslosen Frühblüher wieder neu zu entdecken. Die Stiftung Naturschutz wählte das Leberblümchen für das Jahr 2013 zur "Blume des Jahres".

Allgemeines zum Leberblümchen

Bei der Pflanzenzugehörigkeit des Leberblümchens sind sich die Botaniker nicht

ganz einig. Die einen stellen es zur Familie der Anemonen, die Mehrzahl jedoch zur Familie der Hahnenfußgewächse unter der botanischen Bezeichnung Hepatica. Es ist eine wintergrüne Pflanze und blüht, je nach Lage, schon im März. Somit zählt das Leberblümchen zu den Frühblühern. Es ist schwach giftig und kann bei Haut- und Schleimhautkontakt zu Juckreiz oder Rötungen führen. Die behaarten Blütenstandschäfte, an deren Ende die 15-30 mm großen Blüten sitzen, wachsen aufrecht über kelchartigen Hochblättern empor.

Bei Regenwetter und mit Beginn der Dämmerung schließen sich die Blütenblätter des Leberblümchens. Die Blüte dauert etwa 8-10 Tage. Erst gegen Ende der Blütezeit wachsen aus dem Rhizom die neu angelegten Laubblätter, deren Oberseite dunkelgrün ist, während die Unterseite einen rötlich-violetten Farbton aufweist
.
Standort und Bodenansprüche des LeberblümchensLeberbluemchen

Sein eigentlicher Lebensraum sind Laubwälder. Daher findet es auch im Garten seinen idealen Platz unter Laubgehölzen. Im zeitigen Frühjahr, zur Blütezeit des Leberblümchens, sind diese Gehölze noch kahl und lassen ausreichend Sonne durch, während sie im Sommer der Pflanze Schatten geben. Als Tiefwurzler kommt es mit den Wurzeln der Bäume gut zurecht, da es nach der Blütezeit nur wenig Wasser braucht. Das Leberblümchen bevorzugt einen humusreichen, kalkhaltigen und lockeren Boden. Daher empfiehlt es sich, im Herbst eine dünne Laubschicht auf dem Beet zu belassen, so bekommt der Boden Nährstoffe und bleibt locker. Gleichzeitig ist die Pflanze im Winter geschützt.

Wer keinen Garten hat, kann das Leberblümchen auch in große Töpfe pflanzen, die im Sommer kühl und schattig stehen sollten. Zur Überwinterung ebenfalls eine Laubschicht auf die Pflanzen geben und die Töpfe mit Polsterfolie oder einer Kokosmatte einpacken und an einen geschützten Platz stellen.

Vorkommen und Arten des Leberblümchens

Das Hauptverbreitungsgebiet des Leberblümchens sind die Laubwälder der nördlichen Halbkugel in Europa, Nordamerika und Ostasien. Dabei gibt es geografisch unterschiedliche Arten, von denen inzwischen die meisten in guten Gärtnereien erhältlich sind. Von einem Ausgraben im Wald ist unbedingt abzuraten, da das Leberblümchen nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt ist. Gut geeignet für den Garten sind alle Sorten, die vom europäischen Leberblümchen abstammen. Nordamerikanische und asiatische Arten sind anspruchsvoller und daher eher für Liebhaber geeignet. Die meisten Leberblümchenarten haben einfache Blüten, es gibt aber auch gefüllte Sorten. Dabei reicht die Farbpalette von Weiß und Rosa über Violett bis zu hellem Blau. Wie bei Hortensien kann sich die Farbe je nach Bodenbeschaffenheit ändern: bei hohem Kalkgehalt eher rosa Blüten, bei geringem Kalkgehalt hellblaue. Die
Wuchshöhe variiert je nach Sorte zwischen 10-25 cm.

Europäische Arten
  • Blaue Elfe, dunkelblau bis violett
  • Blue Eyes, helles

    Blau
  • Blaues Wunder, dunkelblau
  • Pyrenäenstern, reines Weiß
  • Schneewalzer, weiß mit leichter rosa Tönung
  • Winterzauber, helles Violett
Asiatische und amerikanische Arten

Während viele asiatische Leberblümchen gefüllt und in wunderschönen Farben erhältlich sind, zeichnen sich die amerikanischen durch kleinere Blüten und marmorierte Blätter aus.
  • Roter Spätzünder, dunkles Pink bis Rot
  • Manitoba, kleine weiße Blüten
  • Insularis Rosa, rosa Blüten
  • Japanisches Leberblümchen f lutea, leuchtend gelb
  • Japanisches Leberblümchen Syonjyouno Homare, violett und weiß, beide gefüllt
  • Japanisches Leberblümchen Murasaki nichirin, helles Violett
Pflanzung und Vermehrung von Leberblümchen

Die ideale Pflanzzeit für Leberblümchen ist der frühe Herbst. Für die erste Pflanzung sollte man sich in der Gärtnerei die gewünschte Leberblümchenart aussuchen. Will man eine dichte Bepflanzung werden pro Quadratmeter etwa 15-20 Pflanzen, je nach Größe, benötigt. Vor dem Einpflanzen den Boden gut auflockern und fertigen Kompost leicht unterharken. Danach die Pflanzen einsetzen, etwas Dünger darum streuen und gut angießen. Zur Vermehrung lässt man das Leberblümchen am besten ungestört wachsen, da es bei einer Teilung der Pflanze empfindlich reagieren und eingehen kann. Fühlt es sich an seinem Platz unter den Bäumen wohl, wächst mit den Jahren durch Selbstaussaat ein dichter, schöner Teppich.

Überwintern, Düngen und Schneiden

Als wintergrüne, ausdauernde Pflanze behält das Leberblümchen auch den Winter über einen Teil seiner Blätter, in deren Blattachseln geschützt die Überdauerungsknospen sitzen. Idealerweise belässt man im Herbst eine dünne Laubschicht der Bäume auf den Pflanzen, die so vor Frösten geschützt sind. Gleichzeitig kann der Boden Nährstoffe aus dem Laub aufnehmen, sodass im zeitigen Frühjahr nur wenig Dünger erforderlich ist. Dazu wird die Laubschicht vorsichtig abgerecht, welke Blätter an den Leberblümchen entfernt und dann der Dünger oder auch Kompost um die Pflanzen herum eingearbeitet. Ein Schnitt ist bei diesen Pflanzen nicht erforderlich.

Schädlinge und Krankheiten

Das Leberblümchen wird ganz selten von Schädlingen befallen. Selbst Schnecken meiden es. An Krankheiten kann der Rostpilz auf den Blättern auftreten. Während der Vegetationsperiode kann man versuchen, diesen Pilz mit einem speziellen Spray gegen den Rostpilz einzudämmen. Eine andere Möglichkeit ist, im Frühjahr alle Blätter abzuschneiden und die Knospen vorbeugend mit dem Spray einzusprühen.

Wissenswertes zum Leberblümchen in Kürze

Das Leberblümchen ist eine relativ anspruchslose, mehrjährige Pflanze, die uns schon im März mit ihren zarten Blüten erfreut. Gefällt es der Pflanze an ihrem Platz, sät sie sich selbst aus und wächst zu einem dichten Blütenteppich heran. Trotzdem das Leberblümchen im Schatten der Bäume und daher auf meist feuchtem Boden wächst, wird es von den Schnecken gemieden.
  • Das Leberblümchen steht unter Schutz und darf in ihrem natürlichen Vorkommen weder gepflückt noch ausgegraben werden.
  • Es gehört zu den Tiefwurzlern, was man beim Umpflanzen bedenken sollte.
  • Das Leberblümchen liebt lichte Laubwälder mit Buchen und Eichen. Im Garten bevorzugt die Pflanze einen hellen Platz - jedoch im Halbschatten. Volle Sonne wird nicht vertragen.
  • Der Boden sollte kalkhaltig, basenreich und lehmig sein. Wichtig ist, dass er durchlässig ist. Die Pflanze gedeiht am besten dort, wo auch Schneeglöckchen und Märzenbecher wachsen.
  • Die Pflanze muss gleichmäßig feucht, aber nicht nass gehalten werden. Sie ist empfindlich gegenüber Trockenheit und Staunässe.
  • Pflanzt man das Leberblümchen in ein Pflanzgefäß, ist darauf zu achten, dass man erst dann gießt, wenn die oberste Erdschicht abgetrocknet ist.
  • Beim Wachsen und Ausbreiten lässt sich das Leberblümchen Zeit. Nadelbäume mag es nicht. Herabfallende Nadeln machen den Boden mit der Zeit sauer und das mag die Pflanze nicht.
  • Die alten Blätter dürfen erst abgeschnitten werden, wenn die neuen Blütenknospen zu sehen sind. Bis dahin werden sie benötigt, um Nährstoffe für den kommenden Austrieb zu produzieren. Auch sind sie guter Winterschutz. Bei Jungpflanzen nur welke Blätter abschneiden!
  • Man kann das Leberblümchen auch durch Aussaat vermehren. Es ist ein Lichtkeimer, aber auch ein Kaltkeimer mit einer langen Keimdauer. Deshalb sät man die Samen am besten unmittelbar nach ihrer Reife im Freiland aus.
  • Die frische Pflanze enthält Protoanemonin, das bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut stark reizend wirkt und zu Rötungen, Juckreiz und sogar Blasenbildung führen kann.